
Drei wirksame Strategien, um Beziehungskrisen zu beenden
Andauernder Streit ohne Lösungsansätze, Vorwürfe, Gemeinheiten, strafendes Schweigen- Wut, Tränen und Kränkungen- die Grabenkämpfe der Liebe sind manchmal kaum auszuhalten. Denn wenn man sich erst mal so richtig festgebissen hat im Krisenmodus der Beziehung, dann ist es oft schwer aus dem ewigen Teufelskreis von gegenseitigen Vorwürfen und Verletzungen auszusteigen. Und genau darum geht es in dieser Podcast-Episode. Ich stelle Dir drei wirksame Strategien vor, um Beziehungskämpfe zu beenden.
Transkription
Andauernder Streit ohne Lösungsansätze,
Vorwürfe,
Gemeinheiten,
Bestrafendes Schweigen,
Wut,
Tränen und Kränkungen,
Die Grabenkämpfe der Liebe sind manchmal kaum auszuhalten.
Vielleicht hast du ja auch schon mal so eine richtig festgefahrene Beziehungskrise erlebt?
Zur Enttäuschung,
Dass dir der Mensch,
Den du am meisten liebst,
Offenbar auch die schlimmsten Verletzungen zufügen kann und dem Gefühl,
Wahnsinnig verletzt zu sein,
Kommt ja dann auch noch so oft ein Gefühl von Ausweglosigkeit.
Denn wenn man sich erst mal so richtig festgebissen hat im Krisenmodus der Beziehung,
Dann ist es oft schwer,
Aus dem ewigen Teufelskreis von gegenseitigen Vorwürfen und Verletzungen auszusteigen.
Ja,
Und genau darum geht es in dieser Podcast-Episode.
Ich stelle dir drei wirksame Strategien vor,
Um Beziehungskämpfe zu beenden und Annäherung und Verständnis in der Beziehung wiederherzustellen,
So dass man zusammen wieder nach Lösungen suchen kann.
Aber Achtung,
Das wird kein Spaziergang.
Leben,
Lieben,
Lassen – der Podcast zum Thema Persönlichkeit,
Beziehung und Selbstliebe.
Von und mit Claudia Bechert-Möckel.
Drei wirksame Strategien,
Um Beziehungskrisen und toxische Streitmuster in Partnerschaften zu beenden.
Das ist das Thema von Episode 102 des Leben,
Leben,
Lassen Podcast.
Und diese Strategien sind nicht nur als erste Hilfemaßnahme gedacht,
Wenn es vielleicht gerade eine akute Beziehungskrise gibt,
Sondern sind auch extrem hilfreich,
Um Beziehungskrisen aktiv vorzubeugen und die Partnerschaft generell zu stärken.
Und damit Hallo und herzlich Willkommen.
Ich bin Claudia Bechert-Möckel,
Persönlichkeits- und Beziehungscoach.
Ich unterstütze Menschen dabei,
Sich selbst und andere besser zu verstehen und gelingende Beziehungen zu führen.
Ich arbeite mit Einzelklienten und Mitpaaren,
Online und in Präsenz.
Und wie so oft,
Waren es auch meine Klienten,
Die mich zu diesem Thema heute inspiriert haben.
Ganz einfach,
Weil dieses Thema in der Arbeit mit Paaren sehr,
Sehr häufig vorkommt.
Und so war das auch bei Marion und Anik,
Zwei meiner Klientinnen.
Die beiden hatten sich eigentlich gesucht und gefunden,
Zwei wunderbare Frauen mit einer jeweils eigenen,
Sehr starken Persönlichkeit und mit einer großen Liebe,
Die sie verbunden hat.
Eigentlich.
Als wir uns beim ersten Online-Termin trafen,
Waren die beiden allerdings schon arg verzweifelt.
Obwohl sie sowohl beruflich beide mit Menschen zu tun hatten,
In Kommunikation geschult waren und sich auch sehr für Themen rund um Beziehung und Persönlichkeit und auch für Kommunikation interessierten und sie wirklich die Absicht hatten,
Etwas zu verändern,
Kam es in ihrer Beziehung immer wieder zu verletzendsten Streitsituationen,
Die immer wieder nach dem gleichen Muster abliefen.
Es war ein unwürdiges Abspulen von gegenseitigen Vorwürfen,
Rechtfertigungen,
Zuschreibungen und es gab jede Menge bittere Tränen,
Es gab Wut und Verzweiflung und beide waren davon emotional so wundgescheuert,
Dass jede für sich innerlich resigniert war und sie nicht mehr weiter wussten.
In ihrem Streit Gemetzel hatten sie sich wirklich nichts geschenkt,
Hatten sich gegenseitig große Wunden gerissen und waren nun damit beschäftigt,
Sich gegen jeden neuen Angriff zu schützen und deshalb gleich von vornherein in die Abwehrhaltung zu gehen.
Man könnte es so sagen,
Marion und Annick waren in einer Patt-Situation gefangen.
Es ging nicht mehr vor und nicht mehr zurück,
Es war wirklich festgefahren.
Die Fronten waren im wahrsten Sinne des Wortes verhärtet.
Ich verwende diese Kriegsrhetorik ganz bewusst,
Denn zum einen fühlen sich dann die Beteiligten genau so,
Aber es gibt noch einen anderen Grund und den wirst du gleich erfahren.
In solchen Fällen,
Also wenn es so festgefahren ist,
Dann macht es erstmal wirklich keinen Sinn,
Sich mit der Suche nach Lösungen in Bezug auf irgendwelche einzelnen Themen abzumühen.
Das sorgt dann,
Nach meiner Erfahrung,
Nur noch für neuen Eskalationsstoff und der Teufelskreis,
Der sich im Streit bekämpfens,
Dreht dann noch eine Runde.
Meine Erfahrung ist,
Solange man im Kampf- und Abwehrmodus gefangen ist,
Kann man noch gar nicht nach einer gemeinsamen Lösung suchen,
Man ist einfach gar nicht in der Lage dazu.
Zuerst geht es deshalb für mich darum,
Überhaupt mal die Voraussetzungen für einen gemeinsamen Austausch herzustellen.
Bevor man über Themen reden kann,
Braucht es so eine Art Zustimmung zueinander,
Sodass ich meine Partnerin oder meinen Partner wieder als mein Gegenüber sehen kann,
Der oder die auch ein Leid mit sich herumträgt und nicht als den Feind,
Der mir etwas antut und vor dem ich mich schützen muss.
Wir sind nämlich im Teufelskreis des toxischen Streits immer beides,
Opfer und Täter.
Wir verletzen und werden verletzt.
Und oft tun wir den Menschen,
Die wir am meisten lieben,
Das an,
Wovor wir selbst die meiste Angst haben.
Herabwürdigen,
Demütigen,
Beschuldigen,
Kränken,
Mit Schweigen bestrafen oder auch ins Leere laufen lassen.
Da wir aber so sehr mit unserem eigenen Schmerz beschäftigt sind,
Erkennen wir das oft nicht.
Wir sind in unserer eigenen Verletzung geradezu gefangen und haben so das Gefühl,
Wir müssten uns jetzt ausschließlich gegen neue Angriffe wehren.
Jeder der beiden hält sich für das Opfer und den anderen für den Täter.
Und kurioserweise haben beide aus ihrer eigenen Innenansicht heraus,
Also so wie jeder einzelne in die Situation hineinschaut,
Aus der eigenen Wahrnehmung heraus,
Recht.
Und jede und jeder will den anderen genau davon überzeugen.
Deswegen können wir keine Lösung finden und wollen einfach nur Recht haben.
Wir sehen nur die eigene Perspektive und wir verschanzen uns darin.
Jeder der es nicht so sieht,
Ist unser Feind.
Dass es zwei innere Wahrheiten gibt über die gleiche Situation,
Auch wenn uns das wahnsinnig schwer fällt zu glauben,
Und dass niemand sich seine eigene Wahrheit wegnehmen lassen möchte,
Weil das bedeutet,
Wie ein Verlierer vom Platz zu schleichen und den anderen zum Gewinner zu erklären.
Das fällt uns aus der Feldperspektive,
Also wenn wir verstrickt sind,
Wahnsinnig schwer.
Zumal wir ja in unseren eigenen Emotionen gefangen sind.
Ein richtiges Dilemma.
Deshalb gehe ich mit meinen Klienten an diesem Punkt gerne aus der Situation heraus und lade sie zunächst mal ein,
Von einer Meta-Ebene aus das Ganze einmal anzuschauen.
Auch Marion und Annick habe ich dazu eingeladen.
Wenn ich ihnen zuhören würde,
So habe ich gesagt,
Hätte ich den Eindruck,
Sie würden jede für sich im Schützengraben liegen und gegen die jeweils andere auf der anderen Seite feuern,
Weil sie so wahnsinnig Angst hätten,
Sonst den Kampf zu verlieren.
Dabei hätten sie offenbar schon gar keine Kraft mehr,
Hätten einige Verwundungen davongetragen und den Sinn des Kampfes hätten sie wahrscheinlich auch schon aus den Augen verloren.
Ich würde mir vorstellen,
Wie sie gerne die Kämpfe beenden würden und deshalb darauf warteten,
Dass die jeweils andere aufhörte zu schießen.
Weil aber ja beide warten würden,
Passiere nichts.
Ob sie denn mit meinem Bild etwas anfangen können,
Frage ich?
Zum ersten Mal in diesem Termin schauen sich die beiden wirklich an und lächeln sich so verstohlen verständnisvoll zu.
Sie hatten in diesem Moment scheinbar erkannt,
Dass sie beide in der gleichen hilflosen Situation gefangen waren und dass das eine Verbindung darstellte.
Sie trafen sich quasi im Tal der Verzweiflung und das entspannte das Gespräch sofort.
Das ist eine Art von Zustimmung füreinander,
Die ich meine,
So eine Art inneres Eingeständnis,
Das mein Gegenüber auch in einer Not ist.
Augenhöhe stellt sich ein.
Was sie sich denn von der jeweils anderen wünschen würden,
Wenn sie mal beim Bild vom Schützengraben bleiben würden,
Frage ich dann?
Marion sagt,
Sie würde sich wünschen,
Dass sie aus dem Schützengraben rauskommen und sich die Hand geben könnten.
Das wäre ein guter Schritt.
Was sie denn dafür bräuchte?
Ein Signal,
Ein Zeichen von Annick,
Sagt sie.
Und Annick sagt,
Wenn sie wirklich glauben könne,
Dass es Marion Ernst sei,
Das Streiten zu beenden,
Dann würde sie sich auch raustrauen und auf sie zugehen.
Das kann ich absolut verstehen,
Sage ich.
Was sie denn glauben würden,
Was passiere,
Wenn jeder darauf wartet,
Dass die jeweils andere den ersten Schritt aus dem Graben heraus machen würde?
Eben,
Lange nichts.
Wenn beide warten,
Dass etwas passiert,
Dann bleibt es dabei.
Und das ist auch verständlich,
Denn wir wollen uns ja nicht noch verletzlicher machen.
Wir haben Angst,
Abgelehnt zu werden und vielleicht auch schwach dazustehen,
Wenn wir den ersten Schritt machen.
Deshalb warten wir so gerne darauf,
Dass der oder die andere das tut.
Und wenn beide das so machen,
Dann warten wir eben ewig.
Bereitschaft habe ich schon,
Denken wir dann.
Es soll ja besser werden.
Aber nur,
Wenn sie oder er mir erstmal ein Signal sendet.
Ehrlich?
Das ist falscher Stolz,
Und er bringt uns überhaupt nicht weiter.
Ich empfehle daher eine komplette Kehrtwende,
Allerdings die braucht auch einigen Mut.
Meine Ausstiegsstrategie lautet,
Selbst der ideale Partner sein und den ersten Schritt auf den anderen zumachen.
Wenn die Situation festgefahren ist und das nicht vor und zurück geht in der Beziehungskrise,
Dann mach du den ersten Schritt.
In dem Moment,
Wo du sprichwörtlich aus dem Schützengraben rauskletterst und deinem Partner oder deiner Partnerin entgegengehst,
Mit offenem Visier und vielleicht auch mit der Angst,
Angreifbar und verletzlich zu sein,
Kann eine radikale Änderung eintreten.
Es geht nicht darum,
Dass das ein Schuldeingeständnis deinerseits ist oder du aus Angst nachgibst.
Es bedeutet,
Dass du dich für Annäherung entscheidest und dich damit klar und offen positionierst.
Das ist mutig und es zeugt von wirklicher innerer Größe.
Du triffst dann damit eine Wahl.
Du wirst proaktiv,
Anstatt hilflos und resigniert zu warten,
Was von der anderen Seite kommt und vielleicht enttäuscht zu sein.
Du holst dir damit deine Selbstbestimmtheit und deine Selbstwirksamkeit zurück.
Und es ist eine indirekte Einladung an deine Partnerin oder deinen Partner.
Denn dein Entgegenkommen rennt,
Wenn euch tatsächlich Liebe verbindet,
Beim anderen offene Türen ein.
Und es macht möglich,
Dass sie oder er sich ebenfalls auf dich zubewegt und die Kampfhandlungen und das emotionale Einmauern beendet.
Damit ist zwar noch keine Lösung erreicht in Bezug auf einzelne Themen,
Die vielleicht zum Streit geführt haben,
Aber es ist eine Voraussetzung geschaffen,
Überhaupt in den Austausch darüber zu gehen.
Und wenn beide das machen und versuchen,
Selbst das zu sein,
Was sie sich von der anderen oder vom anderen so sehr wünschen,
Dann können sehr berührende Momente geschehen.
Was ist das Mutigste,
Das du jetzt in diesem Moment in Bezug auf eure Beziehung tun könntest,
Frage ich Marion und Annick jeweils einzeln.
Einen Moment lang herrscht betretenes Schweigen.
Ein zögerlicher Blick zu jeweils anderen und auf einmal geben sie sich einen Ruck.
Man kann es sogar am Bildschirm sehen.
Und als sie sich fest umarmen,
Fließen Tränen und beide versichern der jeweils anderen,
Wie leid es ihr tut.
Ich bin selbst ganz berührt in solchen Momenten von Verbundenheit und ich kann spüren,
Wie sehr sie sich danach gesehnt haben.
Selbst der ideale Partner zu sein,
Ist eine Haltung.
Wenn ich mir von meinem Partner oder Partnerin wünsche,
Dass er oder sie sich auf eine bestimmte Weise verhält,
Dann darf ich mich auch fragen,
Bin ich das selbst,
Zu mir und anderen?
Du möchtest zum Beispiel gerne liebevoller behandelt werden oder sagen wir mal,
Du hättest gerne mehr Verständnis.
Ja,
Das ist absolut nachvollziehbar und es ist eine berechtigte Erwartung.
Aber mal Hand aufs Herz,
Bist du das auch selbst,
Liebevoll und verständnisvoll zu ihm oder ihr?
Oder wartest du darauf,
Bis etwas kommt von der anderen Seite?
Was genau könntest du tun,
Um ihr oder ihm deutlich zu zeigen,
Wie liebevoll und verständnisvoll du bist?
Diese Haltungsänderung kann im wahrsten Sinne des Wortes Wunder bewirken.
Denn sehr häufig sind wir ziemlich egozentriert in Bezug auf das Geben und Nehmen in einer Beziehung.
Wir sehen uns eben nur aus unserem eigenen Mangelgefühl heraus,
Aus den eigenen Bedürfnissen und Verletzungen.
Wenn wir die Richtung unserer Aufmerksamkeit umkehren und auf Partner oder Partnerin lenken,
Ist das das größte Zeichen von Liebe,
Das wir geben können.
Aber warum soll ich denn immer anfangen?
Er oder sie kann ja schließlich auch auf mich zukommen.
Wenn es das ist,
Was du gerade einwenden willst.
Okay,
Das verstehe ich.
Du hast natürlich recht.
Aber mal ehrlich,
Das Einzige,
Auf das du wirklich Einfluss hast,
Ist ja dein eigener Anteil.
Du kannst deinen Anteil beitragen,
Du kannst quasi in Vorleistung gehen,
Wenn du dich dafür entscheidest.
Deine Partnerin oder deinen Partner kannst du nicht dazu bringen,
Etwas zu tun.
Sie oder er tut es,
Oder eben nicht.
Schon gar nicht mit Forderungen und Kritik kriegst du sie oder ihn dazu,
Sicher hast du das ja schon versucht.
Die Wahrheit ist,
Niemand tut etwas,
Weil wir es wollen,
Sondern nur,
Wenn er oder sie es selbst will.
Die Tür zur Veränderung geht nur von innen auf,
Sage ich sehr gerne.
Aber wenn du deine Tür öffnest,
Wird es seine Wirkung nicht verfehlen.
Probier's aus,
Du wirst staunen.
Erst verstehen und dann verstanden werden.
Ein Prinzip,
Um gegenseitiges Verständnis und gemeinsame Lösungen in Beziehungen zu fördern.
Das Prinzip der Umkehr der Aufmerksamkeit finde ich auch für die Klärung schwieriger Beziehungsthemen oder unterschiedlicher Ansichten äußerst hilfreich.
In Sachen Kommunikation lautet dann die Regel,
Erst verstehen und dann verstanden werden.
Wenn du dieses Prinzip in deiner Beziehung etablierst,
Wird es sehr viel einfacher,
Gemeinsame Lösungen zu suchen und den Streit zu beenden.
Ganz einfach,
Weil man aufhört,
Recht haben zu wollen.
Für Marion und Annick war es der zweite wichtige Schritt,
Um ihre destruktiven Streitmuster zu beenden.
Die beiden haben gelernt,
Sich wirklich zuzuhören,
Anstatt im ständigen Angriffs- und Verteidigungsmodus zu verharren.
Verstanden zu werden,
Das ist ja für jede und jeden von uns ein wichtiges Grundbedürfnis.
Deshalb geben wir uns ja so viel Mühe,
Der Partnerin oder dem Partner mit allen Mitteln begreiflich zu machen,
Um was es uns geht und wir sind mega verzweifelt,
Wenn wir eben nicht verstanden werden.
Und dabei sind wir dann so mit dem Senden unserer eigenen Message beschäftigt,
Dass wir das Empfangen des Anliegens unseres Gegenübers aus Versehen verpassen.
Natürlich,
Das ist menschlich,
Wir wollen unseren eigenen Standpunkt klar machen.
Doch dabei ignorieren wir oft den anderen dabei völlig und tun nur so,
Als ob wir zuhören oder wir hören nur bestimmte Teile des Gesprächs,
Nämlich die,
Die wir hören wollen.
In Wirklichkeit hören wir dann eigentlich nur zu,
Um gleich wieder zu antworten und nicht mit der Absicht zu verstehen.
Während der oder die andere spricht,
Überlegen wir schon,
Was wir darauf antworten werden.
Einer der Hauptgründe dafür ist,
Dass wir alles,
Was wir hören,
Sofort interpretieren.
Deshalb treffen wir sehr schnell voreilige Schlüsse darüber,
Was der oder die andere meint.
Und das Ergebnis ist,
Dass wir beide nur am Senden sind und niemand mehr wirklich gehört wird.
Erst verstehen und dann verstanden werden bedeutet,
Den Standpunkt des anderen verstehen zu wollen,
Bevor wir unsere eigene Sicht auf die Dinge aufzeigen oder benennen.
Das ist echte Wertschätzung dem anderen gegenüber,
Selbst wenn mir dessen Meinung nicht gefällt oder ich sie vielleicht auch nicht teilen werde.
Ich höre dir zu und möchte verstehen,
Was dir wirklich wichtig ist,
Weil du mir wichtig bist.
Diese Haltung öffnet Herzen und erfüllt eines der größten menschlichen Bedürfnisse,
Nämlich bestätigt,
Geschätzt,
Gehört und verstanden zu werden.
Und so geht's.
Hier kommt eine Anleitung für ein Beziehungsgespräch.
Zuerst mal einigt euch im Vorfeld auf ein konkretes Thema,
Das ihr besprechen wollt.
Nicht mehr,
Ein Thema ist völlig ausreichend,
Sonst besteht die Gefahr,
Dass man wieder in die Streitzone kommt.
Wenn das Thema steht,
Beschäftigt sich jeder von beiden mit der eigenen Sicht auf die Dinge,
So wie eine Art Vorbereitung.
Was möchte ich zu diesem Thema sagen?
Wie geht es mir damit?
Was denke und fühle ich dabei?
Was habe ich beobachtet?
Was nehme ich wahr?
Und was wünsche ich mir von dir?
Es kann sehr hilfreich sein,
Sich dazu ein paar Stichpunkte zu machen.
Wichtig hier,
Keine Vorwürfe,
Keine Zuschreibungen,
Kein erhobener Zeigefinger.
Genau deshalb ist es so wichtig,
Sich vorher auf das Gespräch vorzubereiten.
Bleibe bei dir und dem,
Was du fühlst und du dir wünschst.
Versuche auf Interpretationen zu verzichten.
Du kannst nicht wirklich wissen,
Was in deinem Partner oder deiner Partnerin wirklich vorgeht.
Das sind nur Vermutungen.
Und dann geht's los.
Wenn einer spricht und seine Sicht mitteilt,
Hört der andere erst einmal einfach nur zu,
Mit wirklichem Interesse und Aufmerksamkeit.
Kein Augenrollen,
Kein Nein,
So ist es nicht und kein Wegschauen.
Höre deinem Partner oder deiner Partnerin einfach nur zu und versuche zu verstehen,
Was ihm oder ihr wichtig ist an dem,
Was sie sagt.
Verkürze die Zeit dafür am Anfang auf fünf Minuten für jeden.
Und anstatt dann gleich etwas zu entgegnen,
Geht es nun im zweiten Schritt erst einmal darum zu spiegeln,
Was bei dir angekommen ist.
Gib jetzt in deinen Worten wieder,
Was du verstanden hast.
Um was geht es denn deiner Partnerin oder deiner Partner wirklich?
Wie fühlt sie oder er sich mit der Situation?
Was möchte sie oder er?
Was wünscht sie sich vielleicht?
Nachfragen sind okay,
Nach dem Motto,
Habe ich dich richtig verstanden?
Deine Partner oder Partnerin können dann nun noch eine Erklärung anfügen,
Bis ihr euch beide sicher seid,
Dass du sie oder ihn richtig verstanden hast.
Dann bist du dran und beschreibst deine Sicht auf die Dinge.
Nun hört dir dein Gegenüber zu und spiegelt dich dann anschließend,
Bis du das Gefühl hast,
Das,
Was dir wichtig ist,
Ist auch angekommen.
Beendet das Gespräch am Anfang nach 20 Minuten.
Schaut euch in die Augen und bedankt euch.
Vielleicht klingt das nicht nach sehr viel,
Aber glaube mir,
Es ist gar nicht so einfach,
Besonders wenn man das so noch nie geübt hat.
Wenn du mit dieser Art von Beziehungsgespräch beginnst,
Kann es am Anfang schwierig sein,
Wirklich zuzuhören und zu spiegeln,
Anstatt gleich mit seinen Ansichten loszuplatzen oder sich zu rechtfertigen.
Aber bitte fangt einfach an,
Erwartet keine Wunder,
Aber seht den guten Willen und die kleinen Fortschritte.
Und eins verspreche ich dir,
Wenn du das erste Mal das Gefühl hast,
Wirklich verstanden worden zu sein,
Dann tritt ein ganz wunderbares Gefühl von Erleichterung ein und eine echte Verbundenheit entsteht.
Das wiederum stärkt die Bereitschaft,
Auch den anderen zu verstehen.
Ein Kreislauf des Gelingens und des sich Öffnens entsteht.
Und durch diese Bereitschaft werden echte Lösungen und echtes Entgegenkommen möglich.
Wir bewegen uns aus innerer Freiwilligkeit viel stärker auf den jeweils anderen zu,
Als wenn wir uns gezwungen oder genötigt fühlen oder gar unter Druck gesetzt.
Bald schon konnten auch Marion und Annick diese Art von Beziehungsgespräch alleine für sich fortsetzen,
Weil sie die Wirksamkeit der Methode für sich erfahren hatten und auch Vertrauen in Erst Verstehen und dann Verstanden Werden gewonnen hatten.
Es war sogar erstaunlich,
Wie viele ihrer heiß umkämpften Themen,
Bei denen sie sich vorher harte Kämpfe geliefert hatten,
Sie auf diese Weise lösen konnten.
Bei manchen Themen einigten sie sich auf eine Zweinigung.
Das ist ein Begriff,
Den ich von der wunderbaren Vera Birkenbehl übernommen habe und der erklärt sozusagen den Umstand,
Dass man sich darauf einigt,
Zwei Meinungen in einer Sache zu haben und das in Akzeptanz so stehen zu lassen.
Beziehungsstärken Strategie Nummer 3 – Das Beziehungskonto auffüllen Hast du schon mal was vom Beziehungskonto gehört?
Was da so strategisch,
Nüchtern,
Nach gegenseitigem Aufrechnen klingt,
Ist in Wirklichkeit eine Metapher,
Um die wichtige Balance zwischen Geben und Nehmen in der Beziehung aufzuzeigen.
Jeder der beiden Partner trägt gleichermaßen dazu bei,
Dass sich der andere in der Beziehung wohlfühlt.
Alles,
Was du aktiv tust,
Damit es eurer Liebe und deinem Partner oder deiner Partnerin gut abgehen kann,
Stellt eine Einzahlung auf das Beziehungskonto dar,
Die eure Verbindung stärkt.
Jede Kritik,
Distanzierung,
Kränkung oder destruktiver Streit ist eine Abbuchung.
Negative Konsequenzen drohen dauerhaft,
Wenn das Konto dadurch irgendwann im Minus ist.
Und wenn du da vielleicht mit dieser Metapher des Beziehungskontos mal auf den Status deiner eigenen Beziehung schaust?
Was denkst du?
Hast du das Gefühl,
Ein dickes Polster auf dem Beziehungskonto zu haben?
Oder sieht es da vielleicht ziemlich mau aus?
Das ist keine kurzfristige Sache.
Wenn ihr beide über längere Zeit immer wieder etwas auf das Beziehungskonto einzahlt,
Dann seid ihr wahrscheinlich im Beziehungsplus und kleinere Schwierigkeiten,
Wie sie in jeder Beziehung vorkommen,
Ändern daran auch nicht so schnell etwas.
Selbst eine größere Auseinandersetzung rüttelt dann nicht gleich an den Grundfesten der Beziehung.
Das dicke Plus fängt euch auf und die Beziehung verkraftet auch mal einen Absturz.
Ist aber euer Beziehungskonto bereits im Minus,
Wirst du ebenso wie deine Partnerin oder dein Partner wahrscheinlich auf jede neue Schwierigkeit verletzt,
Gekränkt oder einfach resigniert reagieren.
Die Empfindlichkeiten wachsen,
Die Verletzungsgefahr ebenfalls.
Der Beziehung fehlt es dann schlichtweg an Substanz,
Es gibt keinen Puffer.
Deshalb reagiert er dann sehr dünnhäutig und verliert schnell das Vertrauen und die Hoffnung.
Dabei ist es wichtig zu wissen,
Dass in Beziehungen negative Erfahrungen viel stärker zu Buche schlagen als positive.
Ganz einfach,
Weil wir das Negative länger und deutlicher in Erinnerung behalten.
Es lohnt sich also,
Den Ist-Stand des eigenen Beziehungskontos einmal zu überprüfen und das Guthaben aufzustocken.
Am besten tut ihr das ganz regelmäßig und ganz bewusst.
Im Grunde ist es ganz einfach,
Das Beziehungskonto aufzufüllen.
Wir zahlen ein in Form von Aufmerksamkeiten unserer Partnerin oder Partner gegenüber,
Mit allem,
Was ihm oder ihr Freude macht,
Sie oder ihn unterstützt und was das Vertrauen untereinander stärkt.
Das können Gesten sein,
Liebevolle Aufmerksamkeiten und Komplimente,
Aber auch kleine Geschenke.
Ein Zettel auf dem Frühstückstisch mit einem Ich-Liebe-Dich,
Das Lieblingsessen des Partners oder der Partnerin,
Ein romantischer Abend,
Den du vorbereitest oder auch eine leidenschaftliche Umarmung,
Toller Sex,
Schöne Gespräche.
Und eben Verständnis,
Anerkennung,
Wertschätzung und Entgegenkommen.
Es gibt viele Währungen,
Mit denen man aufs Beziehungskonto einzahlen kann.
Und wenn du magst,
Hör dir doch dazu nochmal die Episode über die Sprachen der Liebe an,
Da bin ich ganz ausführlich darauf eingegangen,
Was genau die Beziehung stärkt und warum es so wichtig ist,
Seine Liebe in der Sprache von Partner oder Partnerin zum Ausdruck zu bringen,
Wenn sie ihn oder sie auch erreichen soll.
Also,
Es geht darum,
Dass wir etwas einzahlen,
Das in der Liebeswährung unseres Beziehungspartners einen großen Wert hat.
Unser Gegenüber wiederum bemüht sich,
Genauso Einzahlungen vorzunehmen,
Die wir als besonders wertvoll erachten.
Und auch beim Beziehungskonto gilt natürlich Gleichberechtigung.
Beide sollten das Auffüllen des Beziehungskontos wichtig und ernst nehmen,
Wenn die Beziehung gelingen soll.
Das ist das Geheimnis,
Balance.
Marion und Annick,
Deren Beziehung lange Zeit durch die ständigen destruktiven Streits auf der Kippe stand und deren Liebe unter den Kampfhandlungen arg gelitten hatte,
Haben ihre Beziehung von einem Kriegsschauplatz wieder zu einem wirklichen emotionalen Zuhause gemacht.
Und sie haben wirklich beide dabei etwas aktiv getan und es war ebenso mutig wie kraftvoll.
Sind damit alle Probleme vom Tisch?
Nein,
Natürlich nicht.
Aber jetzt wissen sie,
Wie sie den Teufelskreis des destruktiven Streits beenden und den Kreislauf des Gelingens in Gang setzen können.
Mich macht es glücklich,
Zu sehen,
Was möglich ist,
Wenn man es wirklich will.
Genau deshalb liebe ich diese Arbeit so sehr.
Wenn wir es schaffen,
Unsere eigene Komfortzone zu verlassen,
Um dem anderen entgegenzugehen,
Dann kann sich unsere Beziehung auf ein nächstes Level hin entwickeln.
Und wir uns auch.
Eine Win-Win-Situation entsteht.
Müssen wir dabei alles richtig machen?
Nein.
Wir brauchen nur die Bereitschaft,
Aktiv etwas zur Veränderung beitragen zu wollen und echte Verantwortung zu übernehmen und endlich aktiv zu werden.
Und deshalb teile ich das auch so gerne mit Dir.
Und ich hoffe,
Du konntest auch diesmal wieder etwas für Dich und Dein Leben und Deine Beziehung mitnehmen.
Alles Liebe,
Deine Claudia
Treffen Sie Ihren Lehrer
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