
Schluss mit dem Drama! Warum Schuldzuweisungen und Opferhaltungen uns nicht weiterbringen
Hast Du Dich auch schon mal wie eine Drama-Queen aufgeführt? Hast geschimpft gemeckert und zurechtgewiesen- den erhobenen Zeigefinger geschwungen und Deinen Partner oder Deine Partnerin kritisiert und belehrt? Oder schlüpfst Du vielleicht schnell mal in die Opferrolle, fühlst Dich klein und machtlos und möchtest einfach nur dass jemand kommt und das Problem für Dich löst? Ertappst Du Dich manchmal dabei, dass Du Dich so tief in die Probleme anderer verstrickst, dass Du Dich selbst verloren hast?
Transkription
Mal Hand aufs Herz.
Hast du dich auch schon mal wie eine Drama-Queen aufgeführt?
Hast geschimpft,
Gemeckert und zurechtgewiesen?
Den erhobenen Zeigefinger geschwungen und deinen Partner oder deine Partnerin kritisiert und belehrt?
Oder schlüpfst du vielleicht schnell mal in die Opferrolle?
Fühlst dich klein und machtlos und möchtest einfach nur,
Dass jemand kommt und das Problem für dich löst?
Oder ertappst du dich manchmal dabei,
Dass du dich so tief in die Probleme anderer verstrickst,
Dass du dich selbst aus dem Blick verlierst?
Willkommen im Drama-Dreieck der Kommunikation.
Einem Psychospiel,
Das wir bewusst oder unbewusst alle ab und zu aufführen und das eigentlich nur Verlierer kennt.
Besonders in Paarbeziehungen sind Dramaspiele an der Tagesordnung.
Täter,
Opfer,
Retter.
Das sind die drei Positionen im Drama-Dreieck und ohne es zu merken,
Switchen wir zwischen den Rollen hin und her,
Ohne dass es irgendwo hinführen würde.
Das Drama-Dreieck ist so etwas wie der fehlgeleitete Versuch einer Lösung.
Eigentlich steckt dahinter eine gute Absicht,
Nur funktioniert die nicht.
Das Dramaspiel sorgt stattdessen für jede Menge emotionalen Zunstoff.
Und genau deshalb ist es so wertvoll,
Das Psychospiel zu durchschauen und zu lernen,
Wie wir aus den Rollen aussteigen können.
Davon können unsere Beziehungen und wir selbst nur profitieren.
Leben lieben lassen.
Der Podcast zum Thema Persönlichkeit,
Beziehung und Selbstliebe.
Von und mit Claudia Bechert-Möckel.
Hallo und herzlich willkommen.
Folge 101 des Leben lieben lassen Podcast.
Schön,
Dass Du dabei bist.
Heute geht es um ein besonders spannendes Thema,
Das gerade in unseren Beziehungen eine wirklich große Rolle spielt.
Opfer,
Täter,
Retter,
Psychospiele zerstören unsere Beziehungen.
Das Drama-Dreieck der Kommunikation und Wiederausstieg gelingen kann.
Warum Schuldzuweisungen und Opferhaltungen uns nicht weiterbringen.
Ich bin Claudia Bechert-Möckel,
Persönlichkeits- und Beziehungscoach und ich unterstütze in meiner Arbeit Menschen dabei,
Sich selbst und andere besser zu verstehen und gelingende Beziehungen zu führen.
Und bevor wir nun etwas tiefer eintauchen in die Kunst des Drama-Spiels,
Muss ich Dich schon mal warnen.
Du wirst nicht ungeschoren aus dieser Podcast-Episode rauskommen.
Das heißt,
Ich glaube,
Auch Du wirst Dich beim Hören dabei ertappen,
Ab und zu Opfer,
Täter oder Retter-Spielchen zu spielen.
Denn wir tun das ganz unabsichtlich und manchmal werden wir auch von anderen in diese Rollen hineingedrängt.
Okay,
Und was hast Du eigentlich davon?
Ganz einfach.
Das Wissen um das Drama-Dreieck hilft Dir zu verstehen,
Wie Konflikte entstehen und wie Du sie auflösen kannst.
Es lässt sich auf alle zwischenmenschlichen Beziehungen anwenden.
Zu Vorgesetzten,
Zu Kollegen,
In der Partnerschaft wie gesagt,
Aber auch bei Freunden oder in der Familie.
Es zeigt Dir auch,
Wo Du besonders für Manipulationen anfällig bist und wie Du das vermeiden kannst.
Auf diese Weise kannst Du Streit und Drama aus dem Weg gehen.
Und wenn Du dieses Drama-Spiel einmal erkannt hast,
Wird es Dir andauernd im Leben begegnen und Du wirst auch andere beim Drama-Spielen ertappen.
Das Beste ist aber,
Du kannst bei Zeiten aussteigen lernen.
Und falls Du Dich fragst,
Wieso heißt denn das eigentlich Spiel,
Wenn es doch nicht lustig ist und nur Schaden anrichtet?
Ja,
Das ist ein Begriff aus der Transaktionsanalyse.
Man könnte aber auch dazu sagen Verstrickung.
Und gemeint ist damit ein bestimmtes Kommunikationsmuster,
Das wie als würde man auf Schienen fahren,
Immer in den gleichen Bahnen abläuft,
Also vorhersehbar und das regelmäßig schief geht.
Eine mögliche Erklärung,
Was dabei wirklich abgeht,
Geht auf den Psychologen Stephen Cartman zurück,
Der dieses Modell des Drama-Dreiecks bereits in den 60er Jahren beschrieben hat.
Für das Drama-Spiel braucht man mindestens zwei Beteiligte.
Es können aber auch noch mehr sein und die springen dann zwischen den drei Rollen Opfer,
Täter und Retter hin und her.
Meistens merken wir gar nicht,
Dass wir so ein Drama-Dings da aufführen,
Weil wir unbewusst diese Rollen übernehmen und sie wie gesagt zwischendurch auch noch wechseln.
Leider hält genau das das Drama am Laufen und verschlimmbessert es auch noch.
Schauen wir uns zuerst mal die drei Positionen in diesem Drama-Spiel genauer an.
Und du musst wissen,
Keine dieser Rollen ist irgendwie besser oder schlechter als die andere.
Alle gehen am Ende als Verlierer aus dem Spiel.
Und eigentlich suchen auch alle diese Rollen nach einer gemeinsamen Sache,
Aufmerksamkeit und Anerkennung.
Die Aufmerksamkeit bekommen sie auch.
Leider in einer negativen Art und Weise.
An den Beispielen wird es deutlich werden.
Also Vorhang auf für die Opferrolle.
Motto ich kann nichts dafür.
Aus der Perspektive des Opfers heraus sind erst mal die anderen schuld.
Wer sich als Opfer fühlt in einer bestimmten Situation,
Der kann nichts dafür.
Das Schlechte passiert ihm einfach.
Es waren die anderen.
Das arme Opfer hat jedenfalls keinen Anteil.
Keine Verantwortung.
Für nichts.
Es ist bemitleidenswert,
Hilflos und überfordert.
Nehmen wir mal an,
Du sitzt im Café und am Nebentisch hörst du eine Frau beim Gespräch mit ihrer Freundin zu.
Ohne Punkt und Komma lässt sie sich lauthals und dramatisch über ihre Beziehungsprobleme aus und klagt über ihren Mann,
Bis du sicher bist,
Dass das der schrecklichste aller Männer ist.
Immer wieder betont sie,
Dass sie schon alles versucht hat und absolut nichts dafür kann,
Dass sie nicht mehr zusammen klarkommen.
Sie weiß einfach nicht,
Was sie noch tun soll und sie weint dramatisch.
Alles sei sinnlos.
Du hörst,
Wie die Freundin ihr rät,
Doch ein ernstes Gespräch mit ihm zu führen oder vielleicht sogar eine Paarberatung aufzusuchen.
Nein,
Das würde sowieso nichts bringen,
Sagt die Frau und Kulatrehen rollen ihre Wangen hinunter.
Als die Freundin noch weitere Lösungsvorschläge macht,
Steigst du genervt aus dem Dialog aus.
Wahrscheinlich hast du es hier mit einem klassischen Fall von Opheritis zu tun.
Menschen,
Die die Opferrolle besetzen,
Geben sich nur schwach und hilflos.
Sie machen sich sozusagen kleiner,
Als sie sind.
Sie tun so vor sich selbst und anderen,
Als wären sie nicht in der Lage,
Sich um sich selbst und ihr Problem zu kümmern.
Irgendwie nach Lösungen zu suchen oder eben Verantwortung zu übernehmen.
Ich kann nichts dafür und ich kann auch nichts ändern.
Das ist das verdeckte Motto.
Und natürlich,
Das sorgt dafür,
Dass wir sehr gerne auf diese Art von Scheinhilflosigkeit eingehen,
Indem wir nämlich in die Retterrolle springen.
Wir werden ja auch förmlich dazu eingeladen.
Dazu kommen wir gleich zu der Einladung,
Aber es lohnt sich,
Nach einem Moment beim Opfer zu verweilen.
Ein Mensch,
Der in die Opferrolle schlüpft,
Ist kein Opfer.
Er benutzt die Rolle nur.
Meist unbewusst.
Er oder sie zieht einen Gewinn aus dieser Rolle.
Es geht um Aufmerksamkeit und es geht um Verantwortung.
Wenn ich mich hilflos und klein mache,
Wenn ich jegliche Zuständigkeit von mir weise,
Dann kommt vielleicht jemand,
Der mich rettet und der sich um mich kümmert und der die Verantwortung übernimmt und alles wieder gut macht.
Ein echtes Opfer dagegen,
Im Gegensatz zum Drama-Opfer,
Hat wirklich keinen Einfluss auf die Situation,
In die es geraten ist.
Wenn dich ein anderer Autofahrer rammt,
Wenn der Sturm dein Dach abdeckt,
Wenn du überfallen wirst,
Dann trägst du natürlich nichts zu dieser Situation bei und du hast auch keinen Einfluss.
Das passiert dir einfach.
Oder,
Hoffen wir mal,
Es passiert dir besser nicht.
Ein Drama-Spiel-Opfer dagegen spielt dieses Ich-kann-nichts-dafür,
Denn natürlich haben wir in einer Beziehung immer irgendeine Art von Anteil durch das,
Was wir tun und auch durch das,
Was wir nicht tun.
Selbst wenn uns der Partner schlecht behandelt,
Dann haben wir immerhin eine Wahl und auch eine Verantwortung für uns selbst.
Wie wollen wir dem Ganzen denn begegnen?
Wie lange werden wir das noch mitmachen,
Bis wir eine Grenze setzen?
Und wollen wir ein wenig in dieser Beziehung bleiben?
Wer Opfer spielt,
Unternimmt keine Anstrengungen,
Aus einer miesen Situation rauszukommen und sieht auch keine Konsequenzen.
Es geht hier gar nicht um den Wunsch nach Veränderung.
Das wird nur nach außen so verkauft.
Es geht in Wirklichkeit um das Generieren von Aufmerksamkeit und dafür muss das arme Opfer hilflos bleiben.
Echte Opfer reagieren auch ganz anders auf Hilfe und Unterstützung.
Sie sind nämlich dankbar,
Wenn ihnen geholfen wird und dann ist es auch notwendig einzugreifen.
Das hat absolut gar nichts mit dem Drama-Dreieck zu tun.
Aus der gespielten Opferrolle heraus fällt es natürlich auch sehr leicht,
Anderen die Schuld zuzuweisen oder diese Schuld auf andere Personen oder Situationen zu projizieren.
So werden dann die anderen schnell zu Tätern bzw.
Werden in dieser Rolle besetzt und manchmal auch manipuliert und bekommen recht schnell ein schlechtes Gewissen.
Je mehr das Opfer aber die Schuld von sich weist,
Umso mehr Macht kann es insgeheim auf alle anderen ausüben und umso mehr Grund gibt es zu jammern,
Zu klagen und sich zu beschweren,
Um noch mehr Aufmerksamkeit zu bekommen.
Das Opfer im Dramaspiel gibt sich so klein und hilflos,
Weil es damit andere beeinflussen kann,
Sich für es zu engagieren.
Unbewusst sucht es nach einem Retter oder einem Bösewicht,
Jemanden,
Auf dem man die Schuld abladen kann oder der alles wieder gut macht.
Eigentlich ein bisschen wie ein kleines Kind.
An der Stelle muss ich nun aber auch mal eine Lanze brechen für das arme Opfer.
Nicht,
Dass du mich falsch verstehst.
Es ist vollkommen menschlich,
Dass wir nach Aufmerksamkeit streben oder dass wir uns mal klein,
Hilflos und überfordert fühlen.
Wenn das Leben uns mal so richtig einen Brocken hinwirft,
Dann fühlen wir uns natürlich erst einmal ohnmächtig und überfordert und wissen überhaupt nicht mehr weiter.
Trennung,
Job verloren,
Krankheit,
Das haut einem die Füße weg.
Ganz klarer Fall und auch völlig normal.
Natürlich brauchen wir dann Hilfe und Unterstützung,
Um uns wiederzufinden.
Und nach einer Weile stehen wir dann auch wieder auf und suchen nach Lösungen aus der Krise,
Nach Möglichkeiten,
Um wieder auf die Beine zu kommen und in unsere Kraft und wir machen das Beste daraus.
Das bedeutet,
Verantwortung zu übernehmen und das ist das Gegenteil vom Opferspiel.
Diese Spielchen gibt es in allen Dimensionen und Schattierungen.
Kinder bringen einen zum Beispiel mit großen Augen und überzeugender Hilflosigkeit dazu,
Ihnen immer wieder die Schnürsenkel zuzubinden,
Obwohl sie es längst alleine können.
Mein Sohn war als Kind ein Meister darin und ich habe ihn immer wieder gerettet,
Während mein Mann insgeheim grinsen musste und mir später erzählt hat,
Wie Max problemlos seine Schnürsenkel zugebunden hat,
Wenn ich nicht da war.
Und jeder kennt natürlich die nette Kollegin,
Die immer wieder die gleiche Frage stellt,
Obwohl man sich schon hundertmal um die Frage gekümmert hat,
Wo denn jetzt dieser Artikel zugeordnet werden müsste.
Nichtwissenschaft Freizeit.
Kennst du den Spruch?
Der gehört in diese Kategorie.
Leider können solche Opferspiele aber auch weniger harmlos und viel mehr manipulativ sein.
So brachte die Mutter einer Klientin sie mit ständigen Vorwürfen,
Schuldzuweisungen,
Klagen,
Jammern und Hilflosigkeitsbezeugungen dazu,
Gegen ihren Willen all die Erwartungen der Mutter zu erfüllen,
Ständig anwesend zu sein und sich zu verausgaben.
Die Mutter zog die Fäden und dirigierte ihre erwachsene Tochter mit dem Opferspiel so lange,
Bis das Retten der Mutter meine Klientin krank machte und sie lernen musste aus dem Drama auszusteigen.
Und natürlich,
In unseren Beziehungen spielen wir alle ab und zu das Opfer.
Im Streit zum Beispiel,
Wenn wir eingeschnappt,
Bockig oder wütend sind,
Uns so richtig ärgern und erst einmal sicher sind,
Das liegt alles nur an ihm oder ihr.
Ich habe überhaupt nichts gemacht.
Das muss meine Partnerin oder mein Partner doch einsehen,
Dass ich keine Schuld habe.
Ich muss selber schmunzeln und ich wette,
Du kennst das auch.
Und natürlich wissen wir,
Dass das bei lichte Besehen Quatsch ist.
So läuft das nicht in Beziehungen.
Sie sind keine Einbahnstraße.
Schauen wir uns doch mal die Täterrolle etwas genauer an.
Du bist schuld.
Das ist die Haltung des Täters oder auch Verfolgers.
Im Gegensatz zum Opfer im Drama Dreieck macht sich der Täter bzw.
Der Mensch,
Der diese Rolle immer wieder gerne einnimmt,
Im Rahmen seiner Rolle größer als er ist.
Mit der Täter- oder auch Verfolgerrolle ist so eine gewisse Überlegenheit verbunden.
Ich weiß Bescheid.
Ich muss die anderen auf ihre Fehler hinweisen.
Ich muss die Dinge in Ordnung bringen.
So ungefähr kannst du dir die Täterposition im Dramaspiel vorstellen.
Der Täter oder wie gesagt auch Verfolger genannt,
Der tut praktisch so,
Als sei er oder auch sie sehr wichtig.
Selbstbewusst.
Jemand,
Der Ansagen macht und in gewisser Weise auch streng ist.
Auf jeden Fall zuständig.
Den Verfolgern ist es wichtig,
Sich überlegen zu fühlen.
Sie wissen genau,
Was richtig oder falsch ist.
Und meist denken sie stark in Schwarz-Weiß-Kategorien.
Dann treten sie so auf wie überkritische Eltern oder auch Lehrer.
Und sie geben Urteile und Bewertungen über alles und jeden ab.
Ungefragt und selbstsicher.
Sie mischen sich ein.
Die Äußerungen von jemandem,
Der die Täter- oder Verfolgerrolle im Dramaspiel übernimmt,
Die können richtig wehtun.
Da wird doch nie was draus.
Das kannst du dir gleich abschminken.
Das sind doch hier alles Schwachmorden.
Kein Wunder,
Dass nichts vorwärts geht.
Das hört man häufig von Menschen,
Deren Lieblingsrolle im Dramaspiel die des Verfolgers ist.
Besserwisserei gehört natürlich auch zum Repertoire.
Nein,
So geht das nicht.
Mach es doch gleich so,
Wie ich es gesagt habe.
Jeder Satz mit eingebautem Ausrufezeichen.
Die Ansprechhaltung ist dabei immer von oben nach unten.
Definitiv keine Augenhöhe.
Der Täter- beziehungsweise Verfolger im Dramaspiel steht über allen anderen.
Egal,
Ob es um die Partnerin geht,
Um den Partner,
Die Kollegen,
Die Freunde,
Alle werden belehrt.
Wenn die Fußballnationalmannschaft mal wieder ein Spiel vergeigt hat und jeder der Millionen Zuschauer es besser wusste als der Trainer,
Dann ist das ganz klar die Verfolgerposition.
Und auch hier natürlich gibt es zahllose Facetten,
Von leichten Spielchen bis hin zu heftigen Manipulationen.
Wenn jemand seine Beziehungspartnerin oder seinen Partner immer wieder mit Schuldgefühlen und Manipulationen in die Ecke treibt,
Mit übermäßiger Kritik,
Bis sie oder er wirklich glaubt,
Schlecht,
Schuldig und wertlos zu sein,
Dann sind das wirklich bösartige Verfolgerspiele.
Halten wir mal fest.
Aus Sicht des Täters- beziehungsweise Verfolgers sind alle anderen unfähig.
Diese Menschen fühlen sich gerne im Recht,
Machen aus ihrer Sicht alles richtig,
Übernehmen auch gerne die Führung,
Auch ungefragt.
Jemand,
Der sich ständig beklagt,
Dass die Leute einfach nicht Auto fahren können und der sich fragt,
Wo alle diese Idioten ihren Führerschein gemacht haben,
Zeigt sich klar an der Verfolgerrolle.
Kontrolle ausüben,
Runtermachen,
Dominieren,
Das sind unschöne Facetten der Täter-Verfolgerrolle.
Auch hier steckt in der Rolle nicht drin,
Was auf der Packung steht.
Verkauft wird nach außen die Haltung,
Ich weiß,
Was richtig ist,
Ich kann es.
Im Grunde geht es aber nicht darum,
Es geht um was anderes.
Der verdeckte Nutzen für den Täter-Rollenspieler ist Macht und Aufmerksamkeit durch Selbstwerterhöhung.
Wer diese Rolle spielt,
Verschafft sich ein gutes Gefühl auf Kosten anderer.
Wer Täterspielchen spielt,
Der möchte gar nicht mit anderen auf Augenhöhe sein,
Ihm oder ihr geht es um,
Ich bin besser als du,
Also dass sich Größer machen auf Kosten anderer.
Bedeutet auch,
Wenn ich mich größer mache,
Da braucht es dann auch ja jemanden,
Der kleiner ist als ich.
Also,
Wo es einen Täter gibt,
Muss es auch ein Opfer geben.
Wer Verfolger spielt,
Findet sein Opfer mit Zielsicherheit und weiß geschickt,
Jemanden zu einem zu machen.
Und wehe,
Es läuft mal etwas nicht so,
Wie Täter oder Verfolgerin es möchte,
Dann wird er oder sie sehr schnell wütend und mitunter auch aggressiv.
Allerdings gilt auch hier,
Wer Täter und Verfolger spielt,
Macht es in der Regel unbewusst,
Fast automatisch.
Oft fühlen sich diese Menschen unverstanden und auch ein wenig isoliert oder allein in ihrer luftigen Höhe.
In Beziehungen,
Besonders beim Streiten,
Spielen wir alle ab und zu wahnsinnig gern Verfolger,
Besonders beliebt ist das Aber-du-aber-du-Spiel.
Kennst du bestimmt auch,
Oder?
Ich habe immer das Gefühl,
Bei diesem gegenseitigen Schlagabtausch von Vorwürfen und Schuldzuweisungen geht es zu wie beim Fechten.
Jeder schaut,
Wo er den nächsten Stich landen kann.
Das kann natürlich nicht funktionieren.
Die Retterrolle.
Ich eile dir zur Hilfe.
Der oder die Retterin ist immer und überall bereit,
Zur Hilfe zu eilen.
Gefragt und ungefragt gibt sie oder er gute Ratschläge,
Schlichtet Streit,
Kümmert sich ohne Ende,
Hat ein übergroßes Verständnis und opfert sich ohne weiteres für die Bedürfnisse anderer.
Ganz selbstlos,
So scheint es,
Ist dieser gute Mensch.
Kein Weg ist zu weit,
Keine Aufgabe zu groß,
Um sich nicht in der wichtigen Rolle des Rettens zu beweisen und zu opfern.
Menschen,
Die häufig die Retterposition besetzen,
Stehen wie Helden und Heldinnen da.
Großzügig und hilfsbereit,
So sehen sie von außen aus.
Und genau darum geht es auch.
Ich helfe,
Also bin ich,
Lautet hier die Devise.
Im Grunde müsste man noch anfügen,
Ich helfe,
Also bin ich wertvoll.
Ich muss etwas für andere tun,
Um akzeptiert und angenommen zu werden.
Das ist die innere Haltung der Retter.
Geben ist seliger denn Nehmen.
Nach dieser Devise leben sie und geben sich meist äußerst bescheiden in ihren eigenen Erwartungen.
Menschen besetzen die Retterposition,
Weil sie gebraucht werden wollen.
Und deshalb tun sie auch vom Guten zu viel.
Sie beziehen ihre Identität aus dem Retten.
Deshalb braucht der Retter zwangsläufig jemanden,
Der hilflos ist,
Damit er retten kann.
Siehst du,
Du brauchst mich.
Ohne mich geht es nicht.
Das ist die verdickte Botschaft,
Die der Retter aussendet.
Denn Menschen,
Die das Retterspiel spielen,
Haben einen Gewinn.
Sie holen sich ihre Anerkennung über ihr anscheinend selbstloses Tun.
Und sie dürfen sich auch ein bisschen überlegen fühlen gegenüber den hilflosen Opfern,
Die sie ja brauchen.
Der Retter oder die Retterin stellt sich im Grunde über andere Menschen,
Indem er ihnen die Fähigkeit aberkennt,
Selber handeln zu können.
So bleiben die Opfer hilflos.
Wirkliche Unterstützung dagegen sieht anders aus.
Sie besteht aus Hilfe zur Selbsthilfe.
Was brauchst du?
Was kann ich für dich tun,
Damit du wieder für dich selbst handeln kannst?
Der Retter dagegen handelt ungefragt,
Ohne direkten Auftrag und ist fokussiert auf die Defizite bei den anderen.
Und auch hier fehlt die Augenhöhe.
Das Opfer bleibt klein und kann nicht wieder in seine eigene Größe kommen.
Der Retter bleibt überlegen,
Denn er braucht das Opfer,
Um seine Hilfe weiter praktizieren zu können.
Das ist alles andere als authentisch,
Denn der Retter hat natürlich auch eigene Bedürfnisse,
Die er durch die Rolle zu befriedigen versucht.
Oft hilft er auch zu viel und macht das Opfer dadurch eben auch kleiner und hilfloser,
Als es normalerweise wäre.
Ich wollte doch nur helfen,
Heißt es dann eingeschnappt,
Wenn irgendwem die ganze ungefragte Helferei zu viel wird.
Richtig klebrig kann das werden.
Auf Dauer kann das nicht gut gehen.
Der Retter bleibt am Ende oft mit einer Enttäuschung zurück,
Denn er oder sie fühlt sich oft nicht genug wertgeschätzt bei all diesen Bemühungen.
Und dann werden die Rettungsbemühungen gleich noch mal verstärkt.
Das übertrieben gut gemeinte Helfersyndrom der Retter wird oft als übergriffig empfunden.
Bei Paaren kann man das auch häufig beobachten,
Wenn einer der beiden Partner zum Beispiel für den anderen spricht,
Ohne darum gebeten worden zu sein.
Was mein Mann sagen will,
Ist eigentlich,
Sagt die Frau in der Paarberatung zu mir,
Weil sie die Pause,
Die ihr Mann macht,
Um seine Antwort zu finden,
Nicht ertragen kann.
Sie hält das für ungenügend.
Sie muss für ihn einspringen.
Der Mann,
Der sich wie ein Kind behandelt fühlt,
Wird rebellisch.
Was regst du dich denn auf?
Ich wollte dir doch nur helfen.
Jetzt reagiert sie sauer und versteht die Welt nicht mehr.
Und auch die überaus nette Kollegin,
Die sich gerne in alle Streitigkeiten einmischt und ungefragt die Vermittlerin gibt,
Ist eine Retterin.
Ich füge zusammen,
Was auseinandergetrifftet ist,
Lautet das Motto,
Ob ihr das wollt oder nicht,
Die Welt will schließlich gerettet werden.
Übrigens,
Auch in Beziehungen,
Wo Sucht eine Rolle spielt,
Finden sich häufig Menschen,
Die gerne,
Versehentlich,
Retterrollen übernehmen.
Warum eigentlich sind die Dramaspiele so faszinierend?
Dramaspiele üben eine unglaubliche Faszination auf uns aus.
Die meisten von uns sind mit allen Rollen vertraut und wir springen munter zwischen den verschiedenen Rollen hin und her.
Mal gefallen wir uns als Retter,
Mal winken wir als Verfolgerin mit dem Zeigefinger und auch die Opferrolle kennt wahrscheinlich jede und jeder.
Und doch haben die meisten von uns auch eine Lieblingsrolle.
Mit wirklich authentischer Kommunikation,
Mit Echtheit haben diese Psychospiele nichts zu tun.
Aber die Muster sind uns so herrlich vertraut und sie sind eine einfache und sehr bewährte Weise Zustimmung zu erheischen und Aufmerksamkeit zu bekommen,
Unseren Selbstwert und unser Ansehen zu erhöhen.
Oft haben wir das schon in unsere Kindheit eingeübt oder es wurde uns vorgelebt.
Die magische Wirkung der Dramarollen entsteht aber auch,
Weil wir von anderen sehr häufig in diese Rollen hineingezogen werden.
Es ist sehr verführerisch.
Denn damit Täter,
Opfer und Retter ihre Belohnung,
Also Bestätigung für ihre Rolle auch bekommen,
Brauchen sie ja unbedingt weitere Mitspieler.
Allein funktioniert das Dramaspiel nicht.
Mindestens zwei Personen braucht das Schauspiel,
Gerne auch mehr.
Um ein Opfer zu spielen,
Brauche ich einen Bösewicht,
Der die Schuld hat.
Will ich auf Retter machen,
Brauche ich jemanden,
Der meine Hilfe braucht.
Und für das Verfolgerspiel brauche ich jemanden,
Auf den ich herunterschauen und den ich abwerten kann.
Allerdings geht das auch sehr viel diffiziler.
Zum Beispiel beschweren sich ja viele Menschen gerne über die da oben.
Die Regierung,
Vielleicht das Finanzamt,
Die Politik.
Die da oben und wir hier unten.
Ein herrliches Opferspiel.
Es ist ja nicht so,
Dass ich alles toll fände,
Was in unserem Land passiert.
Aber diese Geschichte vom kleinen Mann,
Der das alles ertragen muss und gar nichts tun kann.
Ehrlich,
Das finde ich lächerlich.
Da macht sich jemand kleiner und hilfloser als er ist,
Weil man dann so herrlich meckern und klagen kann.
Ohne selbst irgendetwas zu tun.
Interessant ist ja dann auch die Reaktion auf die kleiner Mann-Beschwerde.
Fallen wir in das Klagen,
Jammern und Beschweren nämlich mit ein,
Eilen wir dem Opfer als Retter zu Hilfe.
Und bestärken diese Ich-bin-der-kleine-Mann-Haltung noch.
Wenn das mal keine Solidarität ist.
Also Schluss mit dem Drama.
So gelingt der Ausstieg aus dem Rollenspiel.
Zum Glück gibt es ja den Ausstieg auch beim Drama-Dreieck.
Wir müssen nicht immer weiter das ewige Drama aufführen.
Wenn wir die Rollenspiele erkennen,
Können wir lernen,
Diese typischen Verhaltensweisen zu durchbrechen und das Drama aufzulösen.
Authentisch zu sein.
Vielleicht gelingt es nicht immer,
Uns von Spielchen fernzuhalten,
Aber wenn du anfängst,
Dich und andere zu beobachten,
Bekommst du ein immer besseres Gespür dafür,
Wann und wo Drama-Dreieck-Verstrickungen drohen und wo bestimmte Einladungen lauern.
Ich werde zum Beispiel immer mal wieder eingeladen,
Die Retterin zu geben,
Wenn sich jemand an mich wendet,
Der oder die sich in ihrem Problem oder Leid so verfahren hat,
Dass er oder sie nicht mehr weiter weiß.
Dann kann es schon mal vorkommen,
Dass jemand glaubt,
Ich könne ihn retten.
Das ist dann so wie eine Idealisierung.
Als hinge von mir die Lösung ab.
Das ist die Hoffnung.
Ich weiß natürlich,
Dass dieser Mensch mich aus der Not heraus und dem eigenen Gefühl von Kleinheit in die Retterrolle besetzt.
Und es ist verlockend,
Der gute Samariter zu sein.
Ich weiß aber auch,
Dass genau das diesem Menschen nicht helfen wird.
Denn wenn ich zur Retterin werde,
Bleibt dieser Mensch dauerhaft hilflos.
Deshalb stelle ich durch Verständnis,
Aber auch durch gezielte Fragen Augenhöhe her.
Ich stelle mich nicht auf das angebotene Podest,
Sondern quasi hinter meine Klienten,
Damit sie einen Schritt nach vorne ins Gelingen machen können.
Natürlich im übertragenen Sinne.
Was müsste denn passieren,
Dass es dir in dieser Situation wieder besser geht?
Was möchtest du verändern?
So eine Frage impliziert nämlich zum einen die Möglichkeit einer Lösung und gleichzeitig dann auch noch die Fähigkeit dieses Menschen,
Selber einen Beitrag dazu zu leisten und das auch zu können.
Damit bekommt Klient und Klientin ihre Verantwortung zurück und auch die Selbstermächtigung.
Sie oder er wird unterstützt,
Ohne gerettet werden zu müssen.
So verstehe ich die Hilfe zur Selbsthilfe.
Und im Grunde ist es ja auch so,
Wir können gar niemanden retten.
Wir können für jemand da sein und den unterstützen,
Das selbst zu tun.
Erkenne dich selbst und finde deine Lieblingsrolle im Drama Dreieck und wechsle die Positionen.
Superspannende Übung?
Dazu brauchst du 3 A4 Blätter und einen Stift.
Schreibe auf jedes der Blätter eine der Rollen.
Opfer,
Täter,
Wetter.
Und dann legst du diese Blätter so als großes Dreieck auf dem Boden aus.
Nun hast du ja dein eigenes Drama Dreieck.
Jetzt stellst du dich mal auf das Blatt,
Auf dem Opfer steht.
Probier doch mal diese Rolle aus,
Indem du dir vorstellst,
Was du aus der Opferrolle heraus sagen würdest,
Wenn zum Beispiel dein tolles Angebot von einem potenziellen Kunden abgelehnt wurde.
Oder vielleicht auch,
Wenn deine Projektidee von deinem Chef gecancelt wurde.
Wie würdest du aus Sicht eines Opfers auf diese Situation reagieren?
Vielleicht würdest du sagen,
Das war ja klar,
Ich kriege es einfach nicht hin.
Egal was ich tue,
Es reicht ja einfach nicht.
Ich hätte mir die Mühe auch schenken können.
Probier es selbst mal aus.
Was würdest du auf die Ablehnung deiner Ideen oder deines Angebotes aus der Perspektive der Kleinheit sagen?
Wenn du deine Sätze gefunden hast,
Spüre mal in dich hinein,
Wie sich diese Haltung in dir anfühlt.
Jetzt schüttelst du mal kräftig deine Arme und Beine,
Um die Gefühle und die Haltung des Opfers wieder abzuschütteln.
Und stellst dich auf die Täter-Verfolger-Position im Drama Dreieck.
Was würdest du aus Täter-Perspektive zur Ablehnung deines Projektes oder Angebotes sagen?
Vielleicht ja das.
Dieser Typ hat doch keine Ahnung.
Wenn man so ein Angebot,
So ein Projekt ablehnt,
Dann ist einem nicht mehr zu helfen.
Ich hätte mir gar nicht erst die Mühe machen sollen.
Das ist wie perlen vor die Säue.
Selbst schuld,
Wenn dieser Nichtsköldner diese großartige Chance verpasst hat.
Finde bitte auch hier deine eigenen Worte und spüre in die Energie hinein,
Die diese Haltung in dir auslöst.
Jetzt wechselst du auf die Position des Retters der Retterin und betrachtest die Situation noch einmal aus dieser Perspektive.
Was könnten typische Rettersätze sein?
Oh,
Das kannst du auf gar keinen Fall so stehen lassen.
Weißt du,
Ich kenne diesen Mitarbeiter von XY.
Den rufe ich jetzt gleich mal an.
Der muss noch mal mit seinem Chef reden,
Damit er noch mal über seine Entscheidung nachdenkt.
Der hat sich bestimmt geirrt.
Gib mir doch gleich mal das Angebot oder die Projektidee und ich kümmere mich darum.
Finde auch hier deine eigenen Rettersätze und spüre in die Energie hinein,
Die sich dabei in dir zeigen will.
Ich fand es sehr krass zwischen den Rollen zu switchen.
Du kannst diese Übung des Perspektivwechsels für alle möglichen Situationen ausprobieren.
Eine Partnerin hatte eine Affäre zum Beispiel.
Oder dein Freund kommt zu einer Verabredung zu spät.
Das Opfer sagt,
Nicht mal mein Freund nennt mich mehr ernst und hat Respekt vor mir.
Wahrscheinlich bedeute ich ihm gar nichts.
Täter sagt,
Was bildet der sich denn ein,
Mich hier einfach fünf Minuten warten zu lassen.
Dem werde ich aber eine Ansage machen.
Retter sagt,
Sicher ist ihm etwas passiert.
Hoffentlich nichts Schlimmes.
Ich muss gleich mal anrufen.
Am Anfang ist es vielleicht gar nicht so leicht,
Die Perspektiven zu wechseln.
Aber mit etwas Übung geht es immer einfacher.
So erkennst du dann sehr schnell,
Welche dieser drei Rollen dir bekannt vorkommt.
Und wenn du dann jetzt einmal so die letzten Ereignisse und Situationen in deinem Leben betrachtest,
Was stellst du dann fest?
Wann hast du das letzte Mal aus der Opferrolle reagiert?
Wann aus der Täterrolle?
Und wann war es das Retterspiel?
Das Erkennen deiner persönlichen Lieblingsrolle ist entscheidend.
Kannst du das konkrete Verhalten zum Ausdruck bringen oder benennen,
Wie du dich in deine Rolle einladen lässt und wie du dann in dieser Rolle reagierst?
Okay,
Dann wird es Zeit,
Die Rollen zu brechen.
Raus aus den Mustern,
Das Ende des Dramaspiels.
Um die automatischen Dramamuster aufzuweichen und aufzulösen,
Ist es für den Verfolger in dir wichtig,
Wohlwollender zu sein und Kritik konstruktiv anzubringen.
Sich nicht so sehr einzumischen in Dinge,
Die dich gar nichts angehen,
Ist auch sehr hilfreich.
Spielst du häufiger Opfer,
Dann ist es Zeit,
Sich aus der Kleinheit zu befreien,
Mehr Verantwortung zu übernehmen und selber aktiv zu werden,
Anstatt zu warten,
Dass jemand kommt.
Bist du gern der Retter?
Dann löst die Probleme mit anderen zusammen und überlasst den anderen,
Wofür sie doch eigentlich selber zuständig sind.
Denk bitte auch mal an deine eigenen Bedürfnisse.
Versuche,
Einladungen ins Dramaspiel zu ignorieren.
Wie schon gesagt,
Das Drama funktioniert nur,
Wenn die Rollen auch gespielt werden.
In dem Moment,
Wo nur einer aus seiner Rolle aussteigt,
Kollabiert oft das gesamte System,
Da sich diese Aufeinanderbezogenheiten auflösen.
Sei dir allerdings auch darüber bewusst,
Dass die anderen Mitspieler versuchen werden,
Dich wieder in deine angestammte Rolle zurück zu drängen.
Schließlich ist ab dem Moment,
Wo du aussteigst,
Auch ihre eigene Position im Spiel in Frage gestellt oder sogar bedroht.
Kurz gesagt,
Sie brauchen dich für ihr eigenes Drama.
Deshalb ist es auch so,
Wenn du dich nicht in die Rolle begibst und aktiv mitspielst,
Dann wird es deinen Mitspielern erst einmal nicht gefallen.
Es ist aber auch eine indirekte Einladung an sie,
Selbst das Drama aufzugeben und authentischer zu werden.
Das Geheimnis ist,
Je mehr du zu dir stehst,
Umso mehr wirkt sich das auch auf alle anderen aus.
Du triffst deine Freundin und dir wird schon ganz mulmig,
Weil du weißt,
Sie wird nun gleich wieder eine halbe Stunde lang sich bei dir ausheulen,
Weil sie es mit ihrer Chefin nicht mehr aushält.
Haarklein erzählt sie dir die neuesten Schikanen.
Das ist auch wirklich unschön,
Nur du hast die Litanei schon hunderte Male gehört.
Und während du sonst als Retterin die Opferrolle deiner Freundin noch bestärkt hast,
Indem du für sie nach Lösungen suchst,
Vorschläge machst,
Dir sie stets unter Tränen ablehnt,
Weil sie eigentlich gar nichts unternehmen möchte,
Sondern Opferaufmerksamkeit generiert,
Hörst du nun damit auf und sagst,
Ja,
Das verstehe ich,
Es ist sicher nicht so einfach da,
Für sich eine Grenze zu ziehen.
Dann wechselst du das Thema.
Du kannst ihr nicht helfen,
Wenn sie selbst nichts an ihrer Situation ändern will.
Du bist ja schließlich kein emotionaler Mülleimer.
Setze deine Kraft dort ein,
Wo wirklich deine Unterstützung gefragt ist.
Das kommt dir hart vor?
Kann ich gut verstehen.
Es lohnt sich aber wirklich,
Authentizität zu üben,
Anstatt sich in Rollen pressen zu lassen,
Die man mit zusammengebissenen Zähnen einfach nur spielt.
Manchmal hat man auch am Anfang Schuldgefühle oder Gewissensbisse,
Wenn man übt,
Aus den Dramarollen auszusteigen.
Das ist ganz normal,
Denn es zeigt ja an,
Dass du dich entwickelst und die angestammten automatischen Kommunikationsmuster verlässt.
Deswegen fühlt es sich so komisch an.
Du versuchst etwas Neues.
Und wenn es dir dann doch wieder mal passiert,
Dass du ins Dramadreieck einsteigst und eine dieser Rollen übernimmst,
Macht nichts.
Beobachte,
Was passiert und wie es sich anfühlt.
Ist es wirklich das,
Was du möchtest?
Auf was wirst du beim nächsten Mal besser achten?
Wo genau war hier die Einladung?
Auf was hast du reagiert?
Wir lernen durch Versuch und Irrtum und ich möchte dir gerne dafür Mut machen.
So,
Nach so viel Drama wünsche ich dir nun einen ganz entspannten und dramatischen Tag.
Sicher werden dir noch einige Gedanken dazu durch den Kopf gehen und ich bin gespannt,
Was du dabei für dich entdeckst.
Ich freue mich natürlich sehr,
Wenn du Lust hast,
Deine Erfahrungen aus dem Dramaspiel mit mir zu teilen auf Instagram,
Wenn du magst,
Unter dem Post zu dieser Podcast-Folge.
Du findest mich unter adlebenliebenlassenpodcast,
Zwischen jedem Wort ein Unterstrich.
Nachlesen kannst du diese Episode als Blogartikel auf leben-lieben-lassen.
De,
Meiner Website.
Bis zum nächsten Mal.
Alles Gute bis dahin,
Deine Claudia.
Treffen Sie Ihren Lehrer
4.8 (20)
