
Warum Du nicht immer alles "musst", was Du kannst, um erfolgreich zu sein
Eine Geschichte übers Loslassen. Immer wieder in unserem Leben gibt es Situationen, in denen wir aufgefordert sind uns zwischen Fremd- und Selbstbestimmung zu entscheiden. Zu uns selbst zu stehen und Mut zu haben, einen individuellen, ganz eigenen Weg einzuschlagen ist gar nicht so leicht. Aber es ist wichtig und das wertvollste Geschenk, dass wir uns selbst machen können. Wie Du die Erlaubnis findest, ganz Du selbst zu sein, darum geht es in dieser Podcastfolge.
Transkription
Leben lieben lassen,
Der Podcast zum Thema Persönlichkeit,
Beziehung und Selbstliebe.
Von und mit Claudia Bechert-Möckel.
Jo,
Schön,
Dass du da bist.
Ich bin Claudia und heute geht's bei Leben lieben lassen um eine sehr,
Sehr,
Sehr persönliche Angelegenheit.
In dieser Folge verrate ich dir,
Wie ich mich selbst unglaublich unter Druck gesetzt habe,
Um erfolgreich zu sein und wie ich mich mit drei einfachen Fragen davon befreit habe.
Und wenn ich mir mein Leben so anschaue,
Dann ist das so,
Dass ich auf meine Beharrlichkeit eigentlich immer stolz gewesen bin.
Ich probiere gerne Sachen aus,
Ich kann sehr gut durchhalten und das hat mich in meinem Leben sehr oft Grenzen überwinden lassen und meine Ziele habe ich eigentlich auch immer erreicht.
Wenn ich wirklich was will,
Dann kann ich mich ganz ordentlich reinhängen und das macht natürlich auch sehr viel Sinn,
Sich ins Zeug zu legen,
Denn schließlich will man ja vorwärts kommen.
Und wir alle haben ja so Werte und grundsätzliche Überzeugungen und bei mir gehört dazu auch das Wissen,
Dass eigentlich in jedes Menschenleben jeden Tag neue Möglichkeiten,
Neue Inspirationen und Chancen vorkommen,
Man muss sie eigentlich nur wahrnehmen und ergreifen.
Und weil ich daran glaube und weil ich weiß,
Dass das so gut funktioniert,
Habe ich ehrlich gesagt mir nie wirklich erlaubt,
Mich vor irgendetwas zu drücken oder mal irgendeine Möglichkeit auszulassen,
Die sich dann eben im Hinblick auf mein jeweiliges Zielgerade bot.
Auf diese Weise habe ich fast immer alles geschafft,
Was ich mir vorgenommen habe.
Klingt nach einer Erfolgsstory,
Oder?
Aber ehrlich,
Das ist nur die halbe Wahrheit,
Mach das bitte nicht nach.
Die Sache hat nämlich einen ganz gewaltigen Haken.
Um ganz ehrlich zu sein,
Habe ich mich mit meiner Erfolgsstrategie immer wieder auch sehr sehr stark unter Druck gesetzt und manchmal habe ich es noch nicht einmal bemerkt.
Der Grund dafür war,
Dass ich mich immer wieder zu Sachen gezwungen habe,
Die ich eigentlich gar nicht wirklich wollte.
Ich habe mir einfach gar nicht erlaubt,
Irgendetwas abzulehnen,
Eine Möglichkeit mal auszulassen oder eine Chance zu verpassen,
Denn schließlich hatte ich ja immer irgendein wichtiges Ziel.
Ganz oft habe ich dabei auch meine innere Stimme bewusst übergangen,
Wenn sie mir sagte,
Mach das nicht,
Das ist nichts für dich,
Das ist nicht dein Weg.
Mein kritischer Verstand,
Der hatte nämlich ein ganz ganz anderes Motto.
Der sagt stets,
Wo die Angst ist,
Ist der Weg und rat mal,
Was ich gemacht habe.
Ich habe natürlich auf meinen Verstand gehört.
Vor ein paar Monaten kam dann wieder mal so ein Moment voller Chancen.
Auf Empfehlung einer Klientin bekam ich überraschend das Angebot,
Ein Seminar zu leiten.
Es ging um Persönlichkeit und Beziehung,
Also Bingo,
Genau mein Thema,
Mit dem ich arbeite.
Und es hat auch einfach von den Rahmenbedingungen alles gestimmt.
Das Honorar war super,
Der Auftraggeber war toll und es waren auch Folgeaufträge in Aussicht gestellt.
Ich brauchte eigentlich nur noch zuzusagen.
Wow,
Dachte ich im ersten Moment,
Was ne super Chance,
Ne?
Doch die richtige Freude wollte nicht wirklich aufkommen.
Und auch dafür gibt es einen Grund,
Und ich sage das wirklich nicht gerne,
Aber es ist nun mal die Wahrheit.
Ich gebe nicht gern Seminare.
Mit einer größeren Gruppe Menschen zu arbeiten,
Das ist einfach nicht mein Ding.
Das war es noch nie.
Ich fühle mich am wohlsten,
Wenn ich mit Einzelpersonen oder Paaren im Coaching oder in Beratung arbeiten kann.
Ja,
So ist es.
Und ich weiß,
Was du jetzt sagen willst.
Bei diesem Statement,
Da denkt man sofort an innere Blockaden,
An irgendwelche Ängste,
An Selbstzweifel.
Und genau an sowas habe ich natürlich auch gedacht.
Glaub mir,
Ich habe damit immer wieder gearbeitet.
Mit meinen Glaubenssätzen,
Mit meinem inneren Kind und mit allen möglichen anderen Methoden.
Und ich habe mich ganz ganz bewusst konfrontiert,
Ich habe extra Vorträge gemacht und Seminare gegeben.
So nach dem Motto,
Ne?
Tschaka,
Du schaffst das.
Klar,
Ich hab's immer geschafft.
Ganz gut sogar,
Glaube ich.
Jedenfalls,
Wenn es um die Außenwirkung ging oder darum,
Die Teilnehmer zufriedenzustellen,
Den Auftraggeber und natürlich meine eigenen Ansprüche.
Aber habe ich das gerne gemacht?
Hatte ich Freude dabei?
Kam da irgendetwas in mir ins Fließen?
Ganz ehrlich?
Nein.
Es war immer anstrengend,
Ich habe mich immer angespannt gefühlt und nicht wirklich wohl.
Das war ich einfach nicht.
Also habe ich dann irgendwann beschlossen,
Das auch zu lassen,
Schluss mit dieser Quälerei und dem ständigen Anlauf nehmen.
Es kann ja schließlich nicht jeder eine Rampensau sein,
Oder?
Und ich kam damit auch ganz gut klar.
Alles Bestens.
Bis zu dem Tag,
An dem mir dieses ganz besondere Angebot ins Haus flatterte.
Und nun?
Ich muss das einfach machen,
Dachte ich.
Das heißt,
Mein kritischer Verstand dachte das.
Er sagte,
Du wirst das für immer bereuen,
Wenn du jetzt Nein sagst.
Von so einem Seminar,
Da träumt doch jeder Coach,
Das ist doch ein riesiger Schritt nach vorne.
Mach es nicht,
Sagte meine Intuition,
Eine sehr leise Stimme.
Sie hatte keine Chance.
Ich nahm also den Auftrag an und anfangs war ich sogar stolz auf mich,
Mich mal wieder überwunden zu haben.
Ja,
Erst einmal passierte auch nichts,
Außer dass die Zeit verging.
Der Termin rückte näher und ich begann das Seminar vorzubereiten.
Und plötzlich befiel mich eine Art lähmende Stache.
Zweifel plagten mich.
Ich wollte das nicht,
Ich hatte sogar richtig Angst.
Ein enormer innerer Widerstand.
Es war wirklich zum Ausreißen.
Ich habe in Gedanken dann schon alle möglichen Ausflüchte durchgespielt,
Eine plötzliche Erkrankung,
Ein familiärer Notstand.
Ich war ziemlich kreativ.
Aber das half natürlich nichts,
Denn Kneifen oder mich drücken kam sowieso nicht in Frage für mich.
Und so wurde es immer schlimmer.
Und damit meine ich wirklich schlimm.
Ich konnte an nichts anderes denken,
Als an dieses blöde Seminar.
Ich habe mich gefühlt wie ein Opferlamm auf dem Weg zur Schlachtbank.
Hilflos,
Machtlos und klein,
Kein Entrinnen möglich.
Als ich nachts nicht mehr schlafen konnte,
Habe ich dann irgendwann begriffen,
Dass hier was komplett aus dem Ruder gelaufen ist.
Also habe ich mich hingesetzt und habe mir die Fragen gestellt,
Die ich eigentlich auch jedem Klienten in so einer Situation stellen würde.
Nämlich,
Tue ich das,
Was ich tue,
Aus Angst,
Aus Liebe oder aus Hoffnung?
Wenn ich dieses Seminar mache,
Was habe ich denn dann für mich?
Wird es mich glücklicher machen?
Und muss ich wirklich immer alles,
Was ich kann?
Und wer sagt,
Dass ich das muss?
Auf der Suche nach ehrlichen Antworten auf meine Fragen bin ich dann auf ziemlich unliebsame innere Haltungen gestoßen.
Man könnte sie auch als gute alte Bekannte bezeichnen und vielleicht kennst du sie ja auch.
Da war zum einen die Angst,
Loszulassen.
Der innere Drang nach Perfektion.
Ich habe die Absicht entdeckt,
Fremde Erwartungen und Vorstellungen zu erfüllen.
Eine unglaublich große Angst vor Fehlern und Versagen und die Befürchtung abgelehnt oder bewertet zu werden.
Tja,
Ich gebe es ehrlich zu,
Es ist nicht ganz einfach,
Sich seiner eigenen Wahrheit zu stellen.
Aber als ich mir darüber klar wurde,
Dass meine eigentliche Motivation zu diesem Auftrag nur das Resultat meiner Ängste und Zweifel war und eben nicht die Liebe und die Leidenschaft zu meinem Job,
Da wurde es mit einem Mal einfacher.
Und so habe ich mir dann folgende Erlaubnisse gegeben.
Ich muss nicht alles machen,
Nur weil ich es kann.
Ich darf auch mal Nein sagen.
Ich darf das tun,
Was sich mit meiner innersten Freude und Leidenschaft verbindet.
Und ich darf unperfekt sein.
Ich fühle mich jetzt noch gut,
Wenn ich das sage.
Und ehrlich,
Von da an war alles total einfach.
Ich habe nämlich Stimmigkeit in mir gefühlt.
Ich wusste einfach jetzt,
Was zu tun war.
Ich habe den Auftraggeber angerufen und habe einfach abgesagt.
Und da habe ich noch nicht mal irgendwelche Ausreden verwendet,
Ich habe einfach genau das gesagt,
Was wirklich meiner innersten Wahrheit entsprach.
Ich habe gesagt,
Dass ich mich herzlich bedanke,
Aber wahrscheinlich nicht die richtige für diesen Auftrag sei,
Dass ich mich nicht wirklich wohl vor großen Gruppen fühle und dann wohl auch nicht die Beste für diesen Job sein könne und dass ich ihm gerne eine Kollegin empfehlen würde.
Tja,
Und was soll ich dir sagen?
Es war gar nicht so schwer.
Ich musste mich nicht mal anstrengen.
Denn diese Worte,
Die kamen aus meiner innersten Überzeugung und so konnten wir dann auch das Gespräch mit einem Lachen beenden.
Wow,
Und was dann kam,
Das ist einfach unbeschreiblich.
Ich habe mich so was von frei gefühlt,
So als wären Tonnen von Steinen von meinen Schultern genommen worden.
Ich war glücklich und fröhlich wie schon lange nicht mehr,
Dabei hatte ich mir gerade einen gut sortierten Auftrag durch die Lappen gehen lassen.
Aber ich stand mir endlich nicht mehr selbst im Weg und das war ein großartiges Gefühl.
Und was hat das alles mit dir zu tun?
Es ist ganz einfach,
Ich möchte dir Mut machen.
Es gibt ja in jedem Leben immer wieder Situationen,
In denen wir aufgefordert sind,
Uns zwischen Fremd- und Selbstbestimmung zu entscheiden.
Zwischen unserem wahren Selbst und unseren eigenen Ansprüchen.
Zwischen dem,
Was wir sind und zwischen dem,
Was wir glauben,
Sein zu müssen.
Zu uns selbst zu stehen und Mut zu haben,
Einen individuellen,
Ganz eigenen Weg einzuschlagen,
Ist gar nicht so leicht.
Aber es ist wichtig und es ist das wertvollste Geschenk,
Das wir uns selbst machen können.
Deshalb ist es manchmal besser,
Abzusteigen,
Als einen toten Gaul ewig weiterzureiten.
Das kann zum Beispiel bedeuten,
Menschen loszulassen,
Die dir nicht mehr gut tun.
Es kann aber auch um deine eigenen erhöhten Ansprüche an dich selbst gehen oder um die Vorstellungen anderer Menschen in Bezug auf dich.
Wer A sagt,
Muss eben nicht immer B sagen.
Das ist nichts weiter als eine starre Vorstellung,
Mit der wir uns unnötig quälen.
Das Leben aber ist nicht starr,
Es verändert sich ständig,
Es ist lebendig,
Es fließt,
Es bewegt sich.
In dir,
Mit dir und um dich herum.
Und deswegen reicht es nicht,
Starre Wertvorstellungen und Regeln über alles zu stülpen und uns selbst darin einzusperren.
Unser Leben,
Das gelingt nämlich immer dann,
Wenn wir flexibel und situativ spüren und erkennen,
Was jetzt gerade für uns richtig und wichtig ist.
Anzuerkennen,
Dass ich nicht alles muss,
Was ich kann,
Das ist mir wirklich schwergefallen,
Aber am Ende hat mich dieses Problem freigemacht.
Der wirkliche Erfolg war das Loslassen,
Es hat mich frei und glücklich gemacht.
Und wenn ich das kann,
Dann kannst du das auch.
Und deshalb interessiert mich auch,
Welche Erfahrungen DU mit diesem Thema gemacht hast.
Was ist deine ganz persönliche Schwierigkeit,
Etwas loszulassen?
Und wie hast du das geschafft?
Vielleicht magst du deine ganz eigenen Erfahrungen dazu in der Kommentarfunktion mit mir teilen.
Ja,
Und wenn dir diese Podcast-Folge von Leben,
Leben lassen gefallen hat,
Dann vergiss nicht,
Sie zu teilen.
Und natürlich freue ich mich auch über deine Bewertung auf iTunes.
Bis zum nächsten Mal.
Bei Leben,
Leben lassen.
Deine Claudia.
Treffen Sie Ihren Lehrer
4.7 (198)
Neueste Bewertungen
Ähnliche Meditationen
Trusted by 35 million people. It's free.

Get the app
