
Emotions-Special #2: Emotional nicht erreichbar.
Im zweiten Teil unseres Emotions-Specials möchte ich gemeinsam mit dir einen Blick darauf werfen, wie du emotional großgeworden bist. Denn das ist für deine Gefühlsmuster von heute ausschlaggebend, die Fähigkeit, mit Emotionen umzugehen und sie gut regulieren zu können. Wie waren deine Eltern emotional erreichbar und was hättest du als Kind stattdessen gebraucht? Und wie sieht es aus mit Verletzungen und Traumata? Lass uns dafür sorgen, dass du dich besser verstehst.
Transkription
Du hörst Mindful Minutes mit mir,
Daniela Barchasch,
Der Gründerin von Evakuera.
Jede Woche spreche ich mit dir darüber,
Wie du dein Leben bewusster und glücklicher gestalten kannst.
Wie schaffen wir es,
Uns von alten belastenden Prägungen,
Gefühlsmustern,
Verletzungen und Glaubenssätzen zu befreien?
Das Ganze machen wir auf der Basis von Mindful Way.
Das ist Persönlichkeitsentwicklung basierend auf therapeutischen Elementen,
Coaching-Tools und Körperarbeit.
Lass uns ein glückliches Leben leben,
Denn das ist meiner Meinung nach kein Zufall und du kannst das auch und ich bin hier,
Um dir das zu zeigen.
Hallo ihr Lieben,
Herzlich willkommen zum zweiten Teil unseres großen Emotions-Specials,
Denn wir bei Evakuera haben gerade die Emotions-Wochen und hier begleiten wir dich und wollen dich sehr viel tiefer in deine Emotionswelt hinein begleiten.
Das heißt,
Wir haben hier eine vierteilige Reihe im Podcast Mindful Minutes.
Im ersten Teil haben wir uns angeguckt,
Was sind Emotionen überhaupt?
Und zwar zum einen,
Auf welchen drei Säulen beruhen sie und zum zweiten,
Durch welche drei Bereiche,
Sagen wir mal,
Werden sie genährt?
Also unsere Gedanken,
Unsere Bedürfnisse und eben unseren Körper.
Und damit wir wirklich in dieser Podcast-Reihe uns ein großes Verständnis davon verschaffen können,
Oder ich zeige es dir,
Was Emotionen sind,
Wo sie herkommen,
Wie wir groß geworden sind und wie wir dann mit Emotionen arbeiten können,
Ist natürlich der nächste logische Schritt mal zu gucken,
Wie bist du überhaupt zu dem Gefühlsmenschen geworden,
Der du heute bist?
Das heißt,
Wie bist du geprägt worden?
Und hier habe ich drei Aspekte,
Die total wichtig sind und für mich total wichtig sind und was ich mit meinen Klienten ja auch immer anschaue.
Und das eine ist nämlich,
Wir müssen uns das Umfeld anschauen,
Wie wir groß geworden sind.
Dann müssen wir uns als häufigen Kontrast eben auch angucken und uns so ein bisschen eben mit diesem Thema beschäftigen,
Was wir dann eigentlich als Kinder gebraucht hätten.
Und dann müssen wir als drittes eben auch noch einen Blick werfen auf Verletzungen unserer Kindheit,
Auf diese inneren Kinder,
Auf Traumata,
Denen ich vielleicht ausgesetzt gewesen bin,
Die natürlich auch meine Art zu fühlen,
Meine Fähigkeit zu fühlen massiv beeinflusst haben.
Aber schauen wir uns den ersten Punkt an.
Es geht um dein Umfeld.
Wie bist du mit Emotionen groß geworden?
Und hier sind zwei Dinge wichtig.
Und zwar das eine ist,
Wie mit Emotionen gesellschaftlich generell umgegangen worden ist und das andere ist,
Wie waren unsere Eltern überhaupt dazu in der Lage,
Uns emotional gut zu begleiten aufgrund ihrer eigenen Vergangenheit.
Und wenn wir uns anschauen,
Wie wir denn gesellschaftlich mit Emotionen groß geworden sind,
Dann sehen wir,
Dass es eben die Jahre der schwarzen Pädagogik gibt oder eben auch noch vorher,
Wenn wir uns den Wilhelminismus angucken,
Dass Emotionen überhaupt gar keine Rolle gespielt haben.
Emotionen mussten kontrolliert werden.
Emotionen durften nicht einfach so geschehen.
Riesige Herausforderungen gab es dann natürlich durch die beiden Weltkriege.
Aber schauen wir uns mal den ersten Weltkrieg an.
Wir haben eine Gesellschaft,
Die sich mit Emotionen überhaupt nicht auseinandersetzt,
Die in den Krieg ziehen möchte und bereit ist,
Das zu tun und eine Freude empfindet,
Das deutsche Vaterland zu verteidigen und in den Krieg zu ziehen.
Und wir haben eine Gesellschaft,
Die danach eben massiv traumatisiert worden ist.
Das heißt,
Sie haben innerlich keine Kompetenz mitgebracht,
Um all das,
Was dort passiert ist,
Was sie gesehen haben oder was eben dann auch auf die deutsche Gesellschaft hier zugekommen ist,
Um das wirklich gut zu verarbeiten.
Und das heißt,
Sie haben die Techniken genutzt,
Die sie vorher eben auch kannten,
Und zwar wegschauen,
Nicht hineinspüren.
Und dann ging ein bisschen Zeit vorbei und dann kam der zweite Weltkrieg.
Und hier haben wir aber immer noch das Gleiche.
Es gibt ein Bild,
Ein Vorbild,
Wie Menschen zu sein haben.
Und dieses Vorbild ist nicht gefühlsbetont,
Sondern es ist möglichst hart.
Das heißt,
Ich kann mein eigenes Inneres erleben und empfinden,
Steuern,
So wie ich das möchte.
Jetzt wissen wir aber heute,
Dass das eben nicht so einfach ist beziehungsweise überhaupt nicht geht.
Ich kann das dann oberflächlich tun,
Wenn ich diese Strategien in meiner Kindheit eben erlernt habe,
Wenn eine Gesellschaft mir gezeigt hat,
Wie ich eine Distanz zu meinen Gefühlen aufbaue und dissoziiere,
Also nicht wirklich reinspüre in meine Emotionen.
Wir wissen aber immer,
Und das wisst ihr da draußen auch,
Dass jede Emotion irgendwann sich den Raum bahnt auf eine körperliche Art und Weise,
Vielleicht sogar durch eine Art von Krankheit.
Das heißt,
Wir können mal über einen gewissen Zeitraum Emotionen durchaus zur Seite schieben,
Aber es geht nicht unser ganzes Leben.
Wir werden krank,
Wir haben Beziehungsprobleme,
Wir stehen nicht gut mit uns in Verbindung,
Nicht gut mit anderen in Verbindung.
Also eine Menge Symptome,
Auf die wir in der nächsten Podcastfolge eingehen werden,
Die dafür sorgen,
Dass wir kein schönes Leben haben und uns nicht wirklich gut geht in unserem Leben.
So,
Unsere Gesellschaft hatte also diese innere Einstellung,
Emotionen bitte weg,
Gerade die negativen Emotionen,
Die stören einfach nur und wenn wir uns von denen abwenden,
Dann fühlen wir diese auch nicht.
Das ist die eine Seite.
Die zweite Seite ist,
Dass unsere Eltern ja genauso damit auch groß geworden sind.
Das heißt,
Das Bild der Gesellschaft hat sich auch auf unsere Bindungspersonen ausgewirkt,
Was wiederum bedeutet,
Dass wir Eltern hatten,
Die kaum die Möglichkeit hatten,
All ihren Emotionen einen gewissen Raum zu geben.
Das heißt,
Sie haben einfach nur funktioniert.
Sie waren nicht dazu in der Lage,
Darüber zu sprechen und so auch nicht mit uns als Kindern,
Dass wir Gefühle gut einordnen konnten.
Wir haben diesen schönen Satz,
Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt und bei Gefühlen ist es exakt dasselbe.
Wenn ich keine Sprache für Emotionen habe,
Für unterschiedlichsten Gefühlsnuancen,
Bedeutet das,
Dass ich zu diesen Gefühlen auch keinen guten Zugang habe und genau das haben wir eben von unseren Eltern nicht gelernt,
Weil sie selbst keine Sprache dafür hatten.
Und was wir auch nicht gelernt haben,
Ist,
Wir haben nicht gesehen,
Wie unsere Eltern ihre Gefühle gut reguliert haben.
Manch einer hat erlebt,
Dass Eltern eben übergekocht sind,
Danach auch nicht die Verantwortung wirklich dafür übernehmen konnten,
Mit uns nicht drüber sprechen konnten.
Andere haben das andere Extremes eine gewisse Gefühlskälte erlebt.
Wir sind wiederum nicht so groß geworden,
Dass wir Emotionen einen Raum geben können,
Dass wir denen Wörter geben können,
Also wirklich differenzierte Wörter und dass wir diese gut regulieren können.
Weder die Gesellschaft noch unsere Eltern konnten uns damit gut begleiten.
Aber was wir gemerkt haben,
Wie wir groß geworden sind,
Ist,
Dass Emotionen zur Seite geschoben wurden,
Dass Emotionen nicht wichtig waren,
Auch wenn die mit Bedürfnissen verbunden worden sind,
Dass denen keinen Raum gegeben wurde und uns nicht signalisiert wurde,
Hey,
Was du fühlst,
Das ist richtig und das ist wichtig und das können wir verändern.
Sprich,
Wir waren Emotionen immer ausgeliefert.
Wir hatten keinerlei Macht über sie.
Unsere einzige Macht war,
Emotionen zur Seite zu schieben und uns abzuwenden.
Und das macht eine Gesellschaft auf Dauer krank.
Wenn wir jetzt wissen,
Wie wir groß geworden sind,
Dann ist der zweite Punkt,
Was hätten wir denn als Kinder gebraucht?
Und das ist dieses Gefühl,
Eine Emotion eines Kindes darf aufkommen,
Also es darf nur Wut sein,
Unverständnis,
Frust,
Auch wenn wir natürlich nicht wollen,
Dass unsere Kinder total frustriert sind und aus der Haut fahren,
Weil,
Wie jetzt in meinem Fall,
Ich auf einmal den falschen Badeanzug eingepackt habe.
Da würden wir natürlich gerne sagen,
Jetzt komm mal klar,
Ja.
Aber das ist das alte Ich.
Das sind die alten Strukturen,
Die in dem Moment gerne aus mir rausplären wollten,
Um sie eben auf irgendeine Art und Weise wieder zurückzuholen,
Jetzt komm mal klar.
Wenn wir nämlich jetzt wirklich reingucken in diese Situation,
Schauen wir uns das Kind an und wir sehen,
Das Kind kann diese Emotion von Frust noch gar nicht regulieren,
Denn das Gehirn kann es noch gar nicht.
Das heißt,
Es ist tatsächlich ein Drama,
Dass ich den falschen Badeanzug eingepackt habe,
Weil das Bedürfnis des Kindes in diesem Moment etwas anderes war.
Was das Kind jetzt braucht,
Ist nicht einfach ein Deckel drauf,
Ist vielleicht auch noch Beschämung,
So wie du bist gerade,
Bist du nicht gut,
Sondern ein Begleiten dabei.
Und jetzt setzt eine gesunde Gehirnentwicklung ein,
Dem Kind nämlich dabei helfen,
Diese Emotion gesund zu regulieren,
So dass das Kind auch merken kann,
Hey,
Ich lerne Strategien,
Mich damit auseinanderzusetzen,
Sodass diese Emotionen auch wieder gehen können.
Und das ist das,
Wovor viele von uns Angst haben heute,
Dass negative Emotionen so sehr bei uns drin sind.
Wenn wir denen einmal einen Raum geben,
Hauen die uns einfach nur um.
Und wenn wir als Kinder lernen,
Dass auch negative Emotionen bewältigt werden können und auch die eine Berechtigung haben,
Haben wir eine wunderbare Ausgangslage.
Wir lernen also,
Das ist das,
Was wir gebraucht hätten,
Strategien für unsere Emotionen zu finden,
Positiv wie aber eben auch negativ.
Dass wir unsere Emotionen ernst nehmen wollen und müssen,
Weil die uns immer etwas sagen wollen und dass es eben ein Prozess ist,
Durch Emotionen durchzugehen und wir keine Angst vor ihnen haben brauchen oder uns wegducken müssen oder gefühlstaub machen müssen,
Um das bewältigen zu können.
Das ist das,
Was wir als Kinder brauchen.
Und Kinder können das nicht alleine,
Sie brauchen das durch Begleitung ihrer Bindungspersonen.
Vielleicht fragst du dich jetzt auch,
Ob wir das als Erwachsene heute auch noch hinkriegen.
Ja,
Absolut,
Denn das ist ja das,
Was wir bei Evakuera machen.
Es ist halt einfach ein Weg und ein Prozess,
Aber davon profitieren wir unser ganzes Leben lang.
Also wir wissen jetzt,
Wie wir groß geworden sind,
Die Gesellschaft,
Unsere Eltern,
Dann wissen wir,
Was wir gebraucht hätten und jetzt gibt es natürlich noch einen dritten Bereich,
Der einen Einfluss darauf hatte,
Wie wir heute fühlen,
Zu welchen Gefühlsmenschen wir geworden sind,
Welche Gefühlsmuster immer wieder in uns aufkommen.
Und das sind eben unerfüllte Bedürfnisse meiner Kindheit,
Das sind Verletzungen,
Also diese inneren Kinder oder wir sprechen heutzutage auch von Traumata im kleineren Sinne oder im größeren Sinne.
Und hier kann natürlich eine Menge passiert sein.
Was wissen wir heute?
Wir wissen,
Dass Bindung eine ganz wichtige Rolle spielt.
Wenn wir die Bindung nicht auf eine heilsame Art und Weise erfahren haben,
Also wir im großen Stil jetzt bei mir verlassen worden sind oder einfach nur unsere Eltern emotional nicht verfügbar waren,
Weil sie emotional selbst unreif waren,
Dann wurde mit Bindung auch viel gespielt.
Das heißt,
Kindern wurde signalisiert,
Hey,
So wie du bist,
Bist du nicht okay,
Da gehörst du nicht mit dazu oder wenn du jetzt nicht mitkommst,
Dann lasse ich dich hier alleine.
All diese Aspekte haben eben dazu geführt,
Dass wir Bindungstraumata in uns drin haben,
Die wiederum Gefühle auslösen,
Permanentgefühle.
Es gibt aber auch andere Arten von Traumata,
Die ich erlebt habe.
Wenn ich zum Beispiel gesehen habe,
Dass meine Eltern sich extrem viel streiten,
Wenn einer sehr aggressiv wurde in der Wortwahl oder natürlich auch aggressiv mit dem Körper wurde.
Wenn wir gesehen haben,
Dass eine Person ausgeliefert war und die andere in der Machtposition drin war,
Wenn wir narzisstisches Elternteil hatten,
Wenn emotional missbraucht worden ist,
Aber natürlich auch physisch missbraucht worden ist.
All diese Bereiche führen dazu,
Dass wir eben Verletzungen erlitten haben und diese Verletzungen wirken sich darauf aus,
Wie wir heute in der Lage sind zu fühlen.
Viele von euch sind Eltern und ihr merkt,
Dass ihr dann besonders getriggert werdet,
Wenn ihr Kinder bekommt und die zum einen natürlich auf eure Knöpfe drücken,
Aber zum anderen euch auch wieder in eine Position hineinbringen,
In der ihr ausgeliefert seid.
Klar,
Wir hätten gerne das Bild von wir sind die Eltern,
Wir haben das Sagen,
Wir haben die Macht,
Aber wir wissen ja,
Dass es genau das uns nicht gut getan hat,
Denn unser Kind möchte begleitet werden,
Genauso wie das Kind in uns begleitet werden möchte.
Das,
Was immer noch da ist.
Gefühlsarbeit ist enorm wichtig.
Ich muss verstehen,
Welche Gefühlsmuster habe ich aufgebaut.
Ich muss verstehen,
Wie ich funktioniere heute dadurch und dann habe ich die Möglichkeit,
Techniken anzuwenden,
In die Körperarbeit hineinzugehen,
Um mich emotional zu unterstützen und zu stabilisieren.
Was bedeutet das jetzt für dich?
Also wir wissen jetzt,
Wie sind wir überhaupt zu diesem Gefühlstypen geworden,
Gefühlsmenschen,
Die wir heute sind,
Mit diesen Gefühlsmustern,
Die herausfordernd sind.
Was ist denn jetzt aber in unserem Alltag so sehr herausfordernd?
Und das gucken wir uns in der dritten Folge des Emotions Specials in den Gefühlswochen an von Eva Cora.
Danke dir,
Dass du heute so viel deiner wertvollen Zeit mit mir geteilt hast.
Bis zum nächsten Mal.
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