
Achtsame Essmeditation
Diese Essmeditation ist eine Achtsamkeitsübung, durch die der Vorgang des Essens — das Kauen, der Geschmack der Nahrung und das Schlucken — bewusst wahrgenommen wird. Während des Essens kann der Geist zur Ruhe kommen und die Freude und Ruhe des konzentrierten Geistes entstehen.
Transkription
Achtsam mit unseren Bedürfnissen und Wünschen umgehen.
Die Essmeditation.
Wenn wir an den Vorgang des Essens denken,
Der ja ein ganz zentraler Vorgang in unserem Leben ist,
So kann uns das Essen Leiden oder Glück bringen,
Je nach unseren Gewohnheitsenergien und dem Grad unserer Achtsamkeit.
Wenn ich zum Beispiel Nahrung ganz gierig hinunterschlinge und immer mehr davon haben will,
Dann kann diese Art und Weise des Essens zu Problemen führen,
Wie Übergewicht und allen damit verbundenen Krankheiten.
Wenn ich hingegen ganz achtsam esse und dabei wirklich das Kauen,
Den Geschmack der Nahrung und das Schlucken spüre,
Dann ist das Essen ein ganz wunderbarer Vorgang,
In dem sich mein Geist sammeln kann und die Freude und die Ruhe des konzentrierten Geistes entstehen kann.
Und danach fühle ich mich auch wohl in meinem Körper und auch in meinem Geist.
Dann reicht mir auch ein Keks oder ein Stück Schokolade als Dessert,
Wenn ich das ganz achtsam und langsam esse,
Um mein Bedürfnis nach Süßen zu stillen und ich brauche dann auch nicht gleich eine ganze Tafel Schokolade oder eine ganze Schachtel mit Keksen hastig und mit schlechtem Gewissen zu verzehren.
Immer wenn ich rechtzeitig merke,
Dass ich so etwas gierig in meiner Art des Essens werde und dann so mein Anhaften an diesem Objekt meines Begehrens,
Essen,
In diesem Fall unterbreche,
Dann kann ich eine große Erleichterung empfinden und dieser Augenblick ist dann so ein kleiner oder sogar ein größerer Augenblick der Freiheit von meiner Gier oder von meinem Begehren.
Beim Essen spüren wir einfach,
Wie wir auf dem Stuhl sitzen,
Nehmen wahr,
Wie das Gesäß sich in den Stuhl eindrückt,
Spüren die Füße auf dem Boden und spüren unseren ganzen Körper mit der Ein- und mit der Ausatmung und wir sind uns jetzt bewusst,
Dass wir essen wollen.
Wir haben vielleicht schon ein kleines oder größeres Hungergefühl bemerkt im Magen.
Wir nehmen die Gabel in die Hand und schauen erst mal so auf den Teller,
Was sich da alles versammelt hat.
Vielleicht gibt es da Reis und Gemüse und Tofu und dann sind wir uns der Absicht bewusst,
Dass wir jetzt mit der Gabel uns ein bisschen aufladen wollen,
Vielleicht etwas Tofu und diese Absicht geht dann der Handlung voraus und wir laden uns nun ein Stückchen Tofu auf die Gabel und werden uns ganz des Weges der Gabel bewusst vom Teller aus in Richtung unseres Mundes und spüren dann,
Wie wir dieses Stück Tofu in den Mund hineinlegen und erst mal nur hineinlegen,
Nicht gleich kauen und spüren,
Was da jetzt im Mund passiert.
Der Speichel jetzt zusammenfließt,
Wir spüren den Atem,
Wir nehmen den Geschmack wahr und fangen dann langsam an zu kauen,
Spüren diese Bewegung des Kauens,
Zähne,
Die die Nahrung immer kleiner machen,
Die Nahrung so weit zerstören,
Bis das Stück Tofu ganz flüssig ist und wir lassen uns der Zeit dabei,
Nehmen immer wieder auch den Geschmack wahr,
Spüren unseren Atem,
Spüren,
Wie wir sitzen und wenn das Stück Tofu dann ganz flüssig ist,
Dann spüren wir,
Wie dieser Nahrungsbrei hinunter fließt durch unsere Speiseröhre und wie er unten ankommt und so können wir dann einfach weiter essen und immer mal wieder auch innehalten,
Spüren,
Wie wir sitzen,
Den Atem spüren und uns bewusst werden,
Wie so allmählich die Nahrung anfängt uns zu sättigen und dann können wir auch in Kontakt kommen mit diesen vielen Energien,
Die da sich auf unserem Teller versammelt haben,
Wenn das jetzt Zucchini und Karotten und Tofu und Reis sind,
Dann können wir zum Beispiel daran denken,
Wie der Samen von den Zucchini und den Karotten wieder ausgesät wurde oder in die Erde eingepflanzt wurde und wir wissen,
Das Erdelement ist also wichtig,
Das Wasserelement,
Das Sonnenelement,
Das Luftelement,
Damit dieser Kleine in Zucchini oder Karottensamen wachsen kann und natürlich sind die Menschen wichtig,
Die dieses Stück Land kultivieren,
Ihre Arbeit,
Denken an die Landarbeiter und Landarbeiterinnen und die nachher auch die Pflanze,
Wenn sie ausgewachsen ist,
Dann ernten sie fertige Zucchini oder die Karotten.
Wir sehen jetzt die Menschen bei der Ernte und dann wissen wir,
Aha,
Die werden die in große Körbe und Kasten und dann in einen Lastwagen laden.
Gibt es einen Lastwagenfahrer oder eine Lastwagenfahrerin,
Die die zu den großen Verteilerzentren bringen,
Supermärkten oder in unseren Bioladen,
Sind also auch beteiligt,
Um diese Nahrung zu uns zu bringen und dann sehen wir,
Wie eine Verkäuferin oder ein Verkäufer die Ware einordnet in den Markt,
Supermarkt oder in den Bioladen und sie dann an uns verkauft,
Nachdem wir sie ausgewählt haben.
Und so sehen wir,
Dass unzählig viele Energien sich da auf unserem Teller versammelt haben,
Bevor wir diese Karotte oder diese Zucchini essen können.
Und wir bedanken uns bei diesen ganzen Energien.
Der Buddha hat uns auch die fünf Betrachtungen zum Essen gegeben,
Die könnten wir am Anfang der Mahlzeit sprechen.
Da heißt es,
Liebe Freundinnen und Freunde,
Erinnern wir uns daran,
In Achtsamkeit zu essen und uns der Nahrung und der Gemeinschaft ganz bewusst zu sein und uns nicht von unnützen Gedanken davontragen zu lassen.
Nach dem nächsten Ton der Glocke hören wir die fünf Betrachtungen zum Essen.
Diese Nahrung ist das Geschenk des ganzen Universums,
Der Erde und des Himmels und das Ergebnis von viel Liebe und Mühe.
Mögen wir dieses Geschenk in Achtsamkeit und Dankbarkeit empfangen.
Mögen wir unsere schwierigen Geisteszustände,
Besonders unsere Gier,
Umwandeln und genügsam im Essen sein.
Mögen wir nur solche Nahrung zu uns nehmen,
Die uns näher und uns selbst,
Andere Wesen und unseren Planeten nicht schädigt.
Wir nehmen diese Nahrung an,
Sodass wir den Weg des Verstehens und der Liebe verwirklichen können.
Wir lassen uns so viel Zeit mit dem Essen,
Bis wir uns satt fühlen und bis wir uns wirklich wohlfühlen mit dem,
Was wir zu uns genommen haben und freuen uns dann über diese Möglichkeit,
Auch beim Essen mit uns selbst und wenn wir mit anderen zusammen essen,
Mit anderen zusammen zu praktizieren.
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