
Mindful Bites - Verletzlichkeit als Chance
Sich angreifbar machen, sich verwundbar fühlen... nein, nun wirklich nicht... das ist doch etwas, vor dem wir uns schützen sollten... Denken wir, und richten fatalerweise unser Leben danach aus. Doch in dieser Folge von Mindful Minutes plädiere ich dafür, es anders zu machen. Und erkläre, warum es so wichtig ist, sich auf unsere Verletzlichkeit einzulassen und diese sogar mit anderen zu teilen.
Transkription
Hallo und herzlich willkommen.
Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Mindful Minutes.
Ich bin Dani und ich bin deine Gastgeberin.
Mindful Minutes ist ein Podcast für,
Ja wir können es gar nicht anders sagen,
Für deine Persönlichkeit.
Und wir nutzen Achtsamkeitstechniken,
Meditation und die buddhistische Psychologie,
Dass wir dir ein Leben bereiten können,
Das entspannter ist,
Das sehr viel geerdeter ist,
Sehr viel ruhiger ist und vor allem authentischer.
Also dass es ein Leben ist,
Das du auch gerne leben möchtest.
Heute wollen wir über etwas sehr sehr Wichtiges sprechen und es geht um Verletzlichkeit.
Und warum ist es so wichtig?
Weil es einfach jeden betrifft.
Und es ist deswegen so wichtig,
Dass wir uns damit auseinandersetzen,
Weil wir erst mal,
Wenn wir unseren Geist betrachten,
Beziehungsweise die Art und Weise wie wir denken und wir tun dies auf Autopilot,
Also nicht reflektiert oder regelmäßig in der Auseinandersetzung mit uns selbst,
Dann passiert es,
Dass wir uns mit Verletzlichkeiten nicht auseinandersetzen wollen und sogar so gestrickt sind,
Dass wir die Verletzlichkeiten,
Die wir im Leben erfahren oder was wir spüren,
Aus dem Weg gehen,
Ganz automatisch sie gar nicht sehen und spüren wollen und ein Leben so aufbauen,
Dass wir uns mit diesen Bereichen gar nicht auseinandersetzen müssen.
Keine Frage,
Wenn wir ein Leben so leben,
Also auf Autopilot und da gibt es so eine Parallelwelt,
Eine Schattenwelt,
Carl Jung spricht eben da immer von diesen Schatten,
Die uns tagtäglich begleiten,
Haben die auch Auswirkungen unbewusst auf unser Leben und das Gefühl,
Ob wir zufrieden oder glücklich sind oder nicht.
Was wir mit Meditation und Achtsamkeit tun wollen und das ist ein Weg,
Der zwangsläufig oder ein Weg,
Den wir zwangsläufig beschreiten,
Wenn wir dies tun,
Wir beschäftigen uns mit unseren Schattenseiten.
Wir setzen uns damit auseinander.
Uns wird bewusst,
Was alles noch an Nebenleben,
Nenne ich das mal,
In unserem Leben abläuft,
Was unser direkt empfundenes Leben maßgeblich beeinflusst.
Und Verletzlichkeit und das Empfinden,
Nicht verletzt werden zu wollen,
Gehört hier mit dazu.
Es gab eine Studie über Menschen,
Über Menschen,
Die sich glücklich und ausgeglichen fühlen und welche,
Die es nicht tun.
Und die Studie hat sich gefragt,
Was haben diese Menschen,
Die sich glücklich fühlen,
Die zufrieden sind im Leben,
Denn gemeinsam.
Und sie hat herausgefunden,
Dass sie generell ein gutes Selbstwertgefühl haben und die andere Gruppe,
Die das eben nicht empfindet,
Damit kämpft.
Menschen mit einem guten Selbstwertgefühl glauben,
Dass sie es wert sind,
Geliebt zu werden und dass sie auch dazu gehören.
Und sie glauben,
Dass sie es wert sind,
Dass Menschen Verbindung mit ihnen eingehen.
Was haben also diese Menschen,
Die dieses Selbstwertgefühl haben,
Grundlegend und nicht das Gefühl,
Dass sie sich das irgendwie verdienen müssen gemeinsam.
Es sind,
Wie diese Studie herausgefunden hat,
Menschen,
Die von ganzen Herzen leben und lieben.
Sie haben den Mut,
Unvollkommen zu sein und unvollständig zu sein.
Das heißt,
Ihr Anspruch ist es gar nicht perfekt zu sein.
Und sie können auch dazu stehen,
Dass sie es eben nicht sind.
Diese Menschen fühlen auch in erster Linie eine ganz tiefe Verbindung zu sich selbst.
Also sie schätzen und lieben sich,
Ohne dass sie irgendetwas tun müssen.
Und diese Menschen treten auch sehr authentisch auf,
Wodurch sie,
Wie du dir vorstellen kannst,
Dann auch wirklich wahre und authentische Beziehungen zu anderen eingehen können.
Aber einer der wichtigsten Punkte ist,
Diese Menschen,
Die glücklich sind und sich ausgeglichen im Leben fühlen,
Das sind Menschen,
Die in der Lage sind,
Sich verwundbar und angreifbar und verletzbar zu zeigen und dieses Gefühl auch vollkommen zulassen.
Diese Menschen nehmen es sogar an und sie glauben,
Dass das,
Was sie verletzbar macht,
Dass es das ist,
Was sie ausmacht,
Dass es das ist,
Was sie einzigartig und schön macht.
Und sie haben einfach verstanden,
Dass es zu ihrem Leben eben mit dazu gehört und es notwendig ist.
Doch schau dir mal deine eigene Verletzlichkeit an,
Wenn du zu diesen Menschen nicht mit dazu gehörst.
Und das sind wirklich nur ganz,
Ganz wenige in unserer Gesellschaft.
Dann weißt du,
Dass Verwundbarkeit Angst beinhaltet und auch irgendwie ein Schamgefühl und auch die Angst davor,
Nichts wert zu sein.
Und das ist jetzt die Herausforderung daran.
Auf der einen Seite spüren wir,
Wie sehr Verletzlichkeit uns angreifen kann und auf der anderen Seite zeigt diese Studie,
Dass Verletzlichkeit und Verwundbarkeit und dies zu zeigen,
Erst wirklich eine Möglichkeit ist,
Sich wirklich zu freuen und innig zu lieben und kreativ zu sein und auch sich wirklich dazugehörig zu fühlen.
Warum kämpfen wir denn überhaupt so sehr damit,
Dieses Gefühl von Verletzlichkeit zuzulassen?
Man kann sagen,
Dass wir uns nicht damit auseinandersetzen und es zur Seite schieben,
Weil wir dieses Gefühl,
Verletzlich zu sein,
Irgendwie betäuben wollen.
Wir wollen es,
Wie viele negative Gefühle gar nicht wahrhaben,
Gar nicht spüren wollen.
Was ist denn Verletzlichkeit und Verbundbarkeit für dich?
Ich hatte neulich eine Situation im Sommer.
Da war ich mit einem Paar zusammen,
Das mir sehr nah steht und sie saß bei ihm auf dem Schoß und er hatte seine Hand bei ihr auf dem Bauch gelegt.
Und sie hat seine Hand zur Seite geschlagen,
Will ich nicht sagen,
Aber schon ein bisschen,
Als ob sie das gestört hätte,
Dass er die Hand dort auf den Bauch legt.
Und für ihn war das eine Zurückweisung in dem Moment.
Und was er gesagt hatte,
Sagt viel darüber aus,
Wie eben die Beziehung von den beiden momentan ist.
Er meinte,
Ich darf dich ja gar nicht mehr anfassen.
Wenn wir ein bisschen rauszoomen und uns dieses Paar angucken,
Dann sehen wir,
Dass sie zwei Kinder geboren hat und dass sie mit ihrem Körper überhaupt nicht mehr zufrieden ist.
Und vor allem mit ihrem Bauch,
Weil der Bauch sich nicht mehr so zurückentwickelt hat,
Wie sie sich das gerne gewünscht hätte.
Und vor allem nicht so,
Wie die Frauen auf den Plakaten aussehen in der Werbung.
Und das genau ist es.
Sie fühlt sich verletzlich auf dieser Ebene,
Kann sich allerdings ihrem Partner gegenüber nicht öffnen.
Und wie reagiert ihr Partner darüber?
Er fühlt sich zurückgewiesen,
Weil er nicht spürt oder nicht weiß oder nicht aufnimmt,
Dass die Situation gar nichts mit ihm zu tun hat,
Sondern mit ihrer eigenen Verletzlichkeit.
Doch was ist Verletzlichkeit für dich?
Es ist ja eben zum Beispiel die,
So empfinde ich das,
Die Initiative zu ergreifen.
Zum Beispiel beim Sex oder jemand anderen zu fragen,
Ob man mal was mit gemeinsam unternehmen möchte,
Den man vielleicht noch gar nicht so kennt,
Wo man nur spürt,
Okay man ist auf einer Wellenlänge.
Es ist die Angst,
Abgewiesen zu werden.
Verletzlichkeit entsteht dann,
Wenn wir nach Hilfe fragen und wir Angst haben,
Keine zu bekommen und alleine dazustehen.
Verletzlichkeit entsteht dann,
Wenn wir irgendwie zurückgewiesen werden könnten oder abgewiesen in irgendeiner Art und Weise.
Und dennoch leben wir alle in einer verletzlichen Welt.
Und da wir damit nicht umgehen können,
Betäuben wir diese.
Das macht unser Geist ganz automatisch.
Doch das Schwierige dabei ist,
Dass wir nicht einfach nur die Emotionen wie Trauer und Scham und Angst oder Enttäuschung betäuben können.
Nein,
Das betrifft einfach auch andere Gefühle,
Die wir dadurch einfach zur Seite schieben.
Und das ist Freude und Dankbarkeit und Glück.
Und wenn wir eben dies tun,
Dann fehlt uns etwas.
Wir suchen nach einem Sinn des Lebens.
Wir suchen eben nach authentischen Gefühlen.
Und so fühlen wir uns eben ziemlich taub.
Und das ist hausgemacht.
Und trotzdem geben wir häufig anderen oder eben den Umständen die Schuld.
Wir suchen dann eben auch nach anderen Bildern,
Die uns Glück versprechen könnten oder irgendwelchen Konzepten oder Programmen.
Oder kopieren diese,
Kopieren andere Menschen,
Die scheinbar glücklich sind.
Instagram lässt grüßen.
Und ganz schwierig,
Wir ziehen unsere Kinder auf in dem Glauben,
Sie müssen perfekt sein,
Weil wir unser eigenes Gefühl,
Nicht perfekt zu sein,
Nicht zulassen können.
Anstelle ihnen beizubringen,
Dass sie und wir unvollkommen sein dürfen.
Und trotz dieser Unvollkommenheit es wert sind,
Geliebt zu werden.
Und dass wir trotz der Unvollkommenheit es wert sind,
Dazu zu gehören.
Was können wir also tun?
Betrachte deine eigene Verletzlichkeit.
Schau sie dir an,
Reflektiere sie,
Spüre in sie hinein.
Liebe auch mit deinem vollen Herzen.
Auch wenn es keine Garantie gibt,
Dafür etwas zurückzubekommen.
Zum Beispiel zuerst zu sagen,
Ich liebe dich,
Weil du das so empfindest.
Ohne es erst vom anderen hören zu müssen.
Übe dich auch darin glücklich zu sein.
Zufrieden zu sein.
Und dafür ist eine Meditationspraxis hervorragend geeignet.
Und sei dankbar für das,
Was du hast.
Und gehe das Risiko ein,
Du selbst zu sein.
Finde dein Selbst,
Was auch immer das für dich bedeutet.
Mit dir zufrieden zu sein,
Das ist etwas,
Was irgendwann kommen wird,
Wenn du dich auf diesem Weg begibst.
Dass das,
Was du bist und der,
Der du bist,
Vollkommen genug ist für dich.
Also sei liebevoller zu dir und den Menschen um dich herum.
Wie hätte die Situation von dem befreundeten Paar nun anders aussehen können?
Sie hätte sich öffnen können.
Sie hätte zeigen können und sagen können,
Wie verletzlich sie geworden ist,
Weil sie diesem Körperbild nicht mehr entspricht.
Und dass sie mit diesem Körperbild bisher verbunden hat,
Dass sie angenommen,
Akzeptiert wird,
Geliebt wird,
Gewertschätzt fühlt.
Wie hätte er reagieren können?
Er hätte auf sie eingehen können,
Weil sie sich Preis gibt,
Weil sie sich zeigt,
Wie sie wirklich ist.
Das wäre eine Chance gewesen für sie beide,
Für ihre Beziehung.
Er hätte ihr zeigen können,
Ihr signalisieren können,
Dass seine Wertschätzung und seine Liebe nicht von ihrem Körper,
Ihrer Körperform und ihrem Bauch abhängt,
Sondern das auf ganz,
Ganz anderen Ebenen stattfindet.
Sie hätten eine Chance gehabt,
Sich zu verbinden,
Wenn beide offen gewesen wären,
Anstelle davon,
Sich in dieser Situation ein Stück weit zu trennen.
Was wäre das für eine wundervolle Welt,
Wenn wir uns alle verletzlich zeigen könnten.
Ich danke dir,
Dass du mir heute zugehört hast und ich wünsche dir einen schönen Tag und denke daran,
Ein glückliches Leben ist kein Zufall.
Bis zum nächsten Mal.
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