
destressU - Wie Du mit positiver Psychologie Deine Zufriedenheit steigerst
by Nadine Horn
Als Organisationspsychologin begleite ich Menschen in Unternehmen mithilfe von Achtsamkeit und Natur in einen selbstbestimmten Umgang mit Stress. In meinem Interview-Podcast bin ich im Gespräch mit anderen Experten, die mit ihrer Arbeit Menschen auf dem Weg zu mehr Wohlbefinden und Gelassenheit unterstützen. Damit möchte ich Dir fundierte Impulse liefern, die Du ganz einfach im Alltag umsetzen kannst. In meiner ersten Podcast-Folge spreche ich mit Sonja Zillinger, positive Psychologin und Diagnostikerin. Sie erzählt, was es mit positiver Psychologie auf sich hat und wie Du sie für Dich nutzen kannst, um mehr Gelassenheit in Dein Leben zu bringen. Viel Spaß beim Reinhören!
Transkription
Hallo und herzlich willkommen bei De-Stress-You,
Deinem Interview-Podcast für mehr Gelassenheit im Leben.
Ich bin Nadine Kurz,
Expertin für modernes Stressmanagement durch Achtsamkeit und Natur.
In meinem Podcast spreche ich mit anderen Experten,
Die mit ihrer Arbeit Menschen auf dem Weg zum Mehrwohl befinden und Gelassenheit unterstützen.
In meiner ersten Podcast-Folge ist bei mir Sonja Zillinger im Gespräch,
Positive Psychologin und Diagnostikerin.
Sie erklärt,
Was es mit der positiven Psychologie auf sich hat,
Wie du die positive Psychologie für mehr Wohlbefinden nutzen kannst und welche Rolle Achtsamkeit dabei spielt.
Ich wünsche dir ganz viel Spaß beim Zuhören und würde mich total freuen,
Wenn du mir einen Kommentar zum Thema hinterlässt oder mich auf meiner Facebook-Seite oder bei Instagram besuchst.
Und nun viel Freude mit Sonja.
Heute ist Sonja in meinem Podcast zum Thema Achtsamkeit und modernes Stressmanagement.
Ich freue mich sehr,
Dass du da bist.
Ich freue mich auch sehr.
Ich bin sehr gespannt.
Was ich total interessant fände,
Im heutigen Teil mit dir mal gemeinsam zu beleuchten,
Wie das Thema positive Psychologie und Achtsamkeit zusammenhängt.
Das ist nämlich dein Steckenpferd.
Vielleicht magst du kurz erzählen,
Was dich so umtreibt,
Was dich beschäftigt,
Was so dein Arbeitsfeld ist und wie du dazu gekommen bist.
Ja,
Sehr gerne.
Vielleicht fange ich dann damit an,
Wo die positive Psychologie eigentlich gefehlt hat.
Ich bin Diplopsychologin vom Werdegang her,
Habe mich also in einem Studium fünf Jahre mit Psychologie beschäftigt,
Was ein unglaublich spannendes Studium war.
Aber was sich eben hauptsächlich damit beschäftigt hat,
Was zeichnet uns als Menschen aus?
Wahrnehmungspsychologie,
Aber auch differenzielle Psychologie,
Sprich was ist unsere Persönlichkeit und was macht uns krank?
Was ich glaube ich schon zu Studienzeiten gebraucht hätte,
Wäre die positive Psychologie,
Die auch ein Bereich der Psychologie ist,
Aber sich relativ jung erst entwickelt hat.
So in den letzten,
Also in den 80er Jahren kam Martin Silligmann damit auf als einer der Gründerväter der positive Psychologie,
Der wirklich auch beleuchtet hat,
Moment mal,
Warum gucken wir uns nur diesen Negativbereich an?
Warum gucken wir nicht auch auf das,
Was uns gesund macht,
Was uns glücklich macht?
Wie können wir denn unsere Lebensqualität steigern im Normbereich?
Warum gucken wir immer nur auf das Reparieren und nicht auf das gesunde Erhalten?
Das ist in vielen deutschen Unis noch nicht vertreten als einen Bereich der Psychologie,
Der Lehre für die Studenten und es war bei mir eben auch so,
Ich habe in Gießen und Köln studiert,
Dass das überhaupt kein Thema war und ich habe mich erst in den letzten Jahren damit beschäftigt und bin darauf gestoßen und das war für mich so ein Aha-Erlebnis,
Weil ich dachte,
Das ist doch so ein wichtiger Teil des Erlebens und Verhaltens des Menschen und habe für mich da aber auch erst mal ganz viel persönlich für mein Leben rausgezogen.
Ich habe sehr viel an meinem eigenen Glücksempfinden,
Also im Englischen sagt man ja Happiness,
Im Deutschen ist Glück ja sowohl glücklich sein,
Als auch Glück haben,
Das ist immer ganz irreführend,
Was ja auch schon viel für uns Deutsche sagt,
Dass wir nicht mal einen gesonderten Begriff für Happiness haben.
Also für mich dieses Thema Glück und Wohlbefinden,
Damit habe ich mich erst mal persönlich beschäftigt,
Bevor ich das auch zu meinem Beruf oder einen Teil meines Berufs gemacht habe.
Und wie sieht dieser Teil deines Berufs jetzt aus?
Wie siehst du das aus?
Also heutzutage bin ich jetzt Coach und Trainer in der Entwackterwachsenenbildung und mache auch viel Diagnostisches,
Dass ich Menschen begleite,
Um zu schauen,
Was zeichnet mich aus,
Was sind meine Motivatoren,
Was begeistert mich,
Was sind meine Stärken,
Was sind meine Fähigkeiten und wie kann das zum Job passen.
Also welcher Job kann gut zu mir passen oder wie kann ich das besser an meinen Job einbringen,
Das sind so die Themen,
Die ich begleite.
Da begleite ich Unternehmen,
Aber auch Individuen und da passt die Positivpsychologie wunderschön rein,
Weil es geht da zum Beispiel um das Thema Stärkenorientierung.
Die Gesellschaft ist sehr auf Defizite getrimmt.
Das kriegen wir schon ab Kindestagen an irgendwie beigebracht,
Auch in der Schule.
Das und das,
Da musst du besser werden.
Das kannst du noch nicht so gut,
Da musst du besser werden.
Und die positive Psychologie sagt jetzt nicht,
Wir müssen uns davon abkehren und nur auf Stärken fokussieren,
Aber wir müssen ein bisschen mehr Balance wiederfinden,
Mehr auch noch auf Stärken zu gucken,
Nicht nur auf Schwächen.
Und das ist einfach ein Teil,
Den ich total schön mit meiner diagnostischen Arbeit auch verknüpfen kann.
Wenn ich über meine eigenen Stärken weiß und mir diese natürlich auch nutze,
Dann kann ich viel besser mit negativen Situationen und Rückschlägen umgehen.
Da gibt es ganz viele Forschungsergebnisse zu und das ist vielleicht noch wichtig zu sagen.
Die positive Psychologie ist eben wirklich eine Wissenschaft,
Die wirklich ganz harte Forschung betreibt und die in wissenschaftlich nachvollziehbaren Experimenten prüft,
Was einen positiven Effekt hat und was nicht.
Und das sind eben ganz gesicherte Ergebnisse.
Ich merke,
Ich könnte noch die ganze Zeit mit der Leidenschaft arbeiten,
Die manchmal den Job brennt.
Das ist leider so.
Du sprachst vorhin vom roten Bereich.
Die Psychologie hat sich nach deiner Erfahrung aus dem Studium sehr viel damit beschäftigt,
Wie kriegt man den roten Bereich so gut wie möglich wieder runtergefahren,
Um auf Null zu kommen.
Und ich höre da jetzt gerade so raus,
Dass du diesen grünen Bereich ganz groß machst.
Also den grünen Bereich sozusagen nutzt,
Um dem den roten Bereich entgegenzusetzen,
Beziehungsweise zu gucken,
Dass der rote Bereich gar nicht erst groß werden kann.
Kann man das so beschreiben?
Ja,
Das kann man definitiv so beschreiben.
Und am Ende des Tages ist das Ziel,
Dass wir alle ein erfüllteres und glücklicheres Leben führen möchten.
Also wenn du jemanden auf der Straße fragen würdest,
Möchtest du in deinem Leben Glück und Zufriedenheit erleiden oder möchtest du,
Wenn du alt bist,
Auf dein Leben zurückblicken und sagen,
Genauso hat es sein sollen und es war gut und ich war glücklich.
Dann würdest du,
Glaube ich,
Niemanden treffen,
Der sagt,
Nee,
Das möchte ich nicht.
Aber wir sind im Alltag auch sehr,
Sehr verhaftet in vielen Dingen,
Die einfach Ersatzbefehlungen sind,
Die uns gar nicht glücklicher machen.
Und genau,
Das ist dieser grüne Bereich.
Wie komme ich in diesen grünen Bereich?
Ich glaube,
Wir alle streben danach,
Aber wir haben viele,
Viele Strategien gelernt im Leben,
Aufgrund von Erziehung,
Aufgrund von Dingen,
Die uns die Werbebranche im Fernsehen vorgaukelt.
Kauf dir dies,
Dann bist du glücklicher.
Ich will nicht so lange übertragen,
Die uns manchmal auf falsche Fährten lenkt.
Wenn man dieses Endziel vor Augen hat,
Dieses ich möchte glücklich und zufrieden in dein erfülltes Leben führen,
Dann gibt es einfach gewisse Strategien,
Die dahin führen können,
Ganz effektiv,
Und andere,
Die das auf Umweg tun oder eben nicht tun.
Und ja,
Stärkung ist eines,
Was da ganz wichtig ist.
In Positivpsychologie gibt es aber auch ganz viele Tipps,
Wie man seine Haltung verändern kann,
Seine innere Einstellung zu nehmen.
Forschung hat halt ergeben,
Und das ist eines meiner Lieblingsergebnisse,
Die mich sehr berührt und erschüttert hat,
Als ich das am Anfang mit dem Thema erfahren habe,
So extrinsische Faktoren sind nur zu einem ganz kleinen Teil verantwortlich für unser Glück.
Also zur Hälfte sind das mal die Gene.
Wenn wir selbst in einer Familie groß geworden sind,
Wo alle sehr ausgeglichen sind und sehr zufrieden sind,
Dann ist es wahrscheinlicher,
Dass wir auch so werden.
Aufgrund der Gene,
Aber natürlich dann auch aufgrund der Umwelt,
Die wir da erfahren haben.
Und extrinsische Faktoren wie das neue Auto,
Das schicke Haus,
Der statusorientierte Job,
Das sind Dinge,
Die uns kurzfristig glücklicher machen.
Aber dann fallen wir wieder zurück auf unsere Happiness-Baseline sozusagen.
Und das ist unser psychologisches Immunsystem,
Nennt man das.
Es ist also wertvoll,
Dass das so ist.
Es bedeutet aber auch,
Wenn wir extrinsischen Faktoren hinterherhechten im Leben,
Und das tun viele,
Dann bringt uns das nicht dauerhaft Glück.
Wenn man das mal so nachvollzieht,
Wir haben ja viele Ziele im Leben.
Man sagt so,
Wenn ich meinen Studiumabschluss habe,
Dann bin ich glücklicher.
Dann habe ich das ja erreicht,
Dann ist dieser ganze Stress vorbei im Studium.
Aber dann kommt der Job und dann kommt das nächste Ziel.
Also wenn ich einen Job gefunden habe,
Dann bin ich glücklich.
Und wenn man an einem Job ist,
Dann fangen die Probleme erst an.
Also das Glück liegt in einem selbst und kommt aus dem Inneren heraus.
Genau,
Ganz genau.
Und sich damit zu beschäftigen,
Wie ich das von innen heraushole,
Da gibt die Positiv-Psychologie eben ganz,
Ganz konkrete Ansätze,
Die einem da helfen,
Und sich nicht so auf das Externe zu fokussieren.
Und ich finde auch,
Mit der Achtsamkeit oder mit regelmäßiger Achtsamkeitspraxis übt man sich ja auch in einer inneren Haltung und Einstellungsverarbeitung.
Ich finde,
Das geht da so ganz gut zusammen.
Wie würdest du das sehen?
Ja,
Absolut.
Also das Gegenteil von Achtsamkeit ist ja auch,
Auch externen Faktoren hinterherzuhechten und immer in der Vergangenheit oder der Zukunft zu sein.
Und im Grunde genommen ist durch diese Zivilisationskrankheiten,
Denen wir so ausgesetzt sind heutzutage,
Dieses wenig Bewegung,
Viel Hektik,
Das aber dann auch nicht körperlich abbauen können,
Viel Sitzen,
Viele Erwartungen von allen Seiten,
Viele,
Viele Termine.
Im Grunde genommen sehe ich es so,
Dass die Achtsamkeit Teil der Positiv-Psychologie werden musste.
Um heutzutage in der heutigen Welt mit ihren Anforderungen glücklich zu sein und dafür das Leben zu führen,
Muss man sich oder sollte man sich in Maßnahmen trainieren,
Die eben Achtsamkeit beinhalten.
Vor 500 Jahren wäre das vielleicht gar nicht Teil der Positiv-Psychologie gewesen.
Weißt du,
Was ich meine?
Aber es ist ein sehr,
Sehr großer Teil.
Also es ist eine sehr große Überschneidung.
Also ein Teilbereich beschäftigt sich tatsächlich damit oder beziehungsweise,
Man kann es ja auch andersrum sagen,
Die Achtsamkeit führt ja auch zu mehr Glück und Wohlbefinden,
Ganz offensichtlich.
Hat dann die Achtsamkeit auch Platz in deinem persönlichen Leben?
Ja,
Einen riesengroßen.
Also ich würde sagen,
Ich bin von der Positiv-Psychologie zur Achtsamkeit gekommen,
Weil ich mir ganz typisch der Strukturtyp,
Der strukturierte Psychologiestudent in mir,
Hat dann geguckt,
Okay,
Was sind denn so die Faktoren,
Die herausgefunden,
Wo man herausgefunden hat,
Dass sie glücklicher machen.
Ich habe mir das ganz systematisch angeguckt.
Was sind die Studienergebnisse,
Die am gesichertsten sind aus der Positiv-Psychologie?
Und ein ganz großer ist Meditation.
Und ich muss sagen,
Ich habe mich schon lange so mit dem Thema Meditation irgendwie so am Rande beschäftigt,
Dass man immer wieder hört von Menschen,
Die meditieren und darauf schwören,
Dass das so effektiv ist.
Aber es war für mich doch,
Obwohl ich Psychologin bin und obwohl ich mich mit Weiterentwicklung so viel beschäftigt habe,
Es war irgendwie dann doch immer so ein Thema,
Wo ich Abstand genommen habe und mich nicht herangetraut habe.
Warum nicht?
Ja,
So unter uns.
Ganz unter uns.
Für mich war es irgendwie behaftet.
Ich dachte direkt an Räucherstäbchen und ich musste am Schneidersitz sitzen und das können nur Mönche.
Du musst zur Erleuchtung kommen.
Und ich muss da still sitzen und zur Erleuchtung kommen.
Genau das.
Und das hat mich abgeschreckt und das hat mich entmutigt,
Würde ich sagen.
Es brauchte für mich ironischerweise jemand,
Der sagt,
Das ist ein gesichertes Forschungsentwicklung.
Es gibt so drei,
Vier Dinge,
Die die effektivsten und die Dinge sind,
Die am schnellsten zu einem gesteigerten Glücksempfinden führen.
Und da ist Meditation eine davon.
Und derjenige schrieb so in seinem Buch,
Ich habe ein sehr schönes Buch gelesen,
The Happiness Hypothesis heißt das.
Er schrieb darin so,
Wenn dir jemand sagen würde,
Es gibt eine Methode,
Die sie jeden Tag einsetzen können,
Egal wo sie sind,
Sie brauchen da kein Equipment für kaufen,
Das ist eine kostenlose Methode,
Sie brauchen niemand anderen dafür,
Sie brauchen keine Grundskills und die steigert ihr Glücksempfinden und ihr Wohlbefinden.
Würden sie das dann nicht ausprobieren?
Und das war für mich der Wendepunkt.
Genau,
Das war für mich der Wendepunkt,
Total.
Welche Art des Klicks habt ihr mitgemacht?
Ich habe mit angeleiteter Meditation angefangen und witzigerweise mit einer App,
Die du mir empfohlen hast,
Die ich sehr schön finde.
Also für mich ist es nichts,
Sich hinzusetzen und ganz ohne Anleitung,
Ohne Timer da reinzukommen.
Also ich finde es sehr schön,
Das mit einer Anleitung und einer Form zu machen.
Könnte man sagen,
Es ist schon so eine Art Routine geworden für dich?
Ja,
Es ist vor allen Dingen so eine Art,
Es gehört zu meinem persönlichen Toolkit,
Was ich mache,
Wenn ich merke,
Mir geht es nicht gut und ich bin gestresst.
Das können ja viele Sachen sein.
Also kürzlich war mein Sohn jetzt mehrere Wochen krank und dann war ich krank und ich habe gemerkt,
Ich kam nicht mehr dazu mit allen anderen Verpflichtungen,
Um mich sehr zu kümmern.
Und ich weiß dann aber,
Sobald ich wieder solche Dinge mache,
Wie mehr in die Natur gehen,
Licht tanken,
Gerade in dieser Jahreszeit gerade,
Yoga ist für mich ganz wichtig,
Auch körperlich,
Um mich körperlich wieder fit zu bringen.
Das sind ja alles Formen der Achtsamkeit.
Ja,
Auch,
Witzigerweise.
Mich mehr mit Freunden treffen,
So dieses Menschen,
Die mir Energie geben,
Ist für mich ein ganz wichtiges Thema und eben Meditation.
Und ich weiß dann,
Ich muss wieder meinen Toolkoffer rausholen und mich mehr damit beschäftigen und diese mentalen Zähneputzen,
Aktivitäten mehr machen.
Gibt es da eine präferierte Tageszeit,
Die du verwendest,
Um zu meditieren?
Das ist eine gute Frage,
Weil ich weiß,
Dass ich es eigentlich zu einer anderen Tageszeit machen soll.
Also ich mache es oft abends und schlafe nie.
Da habe ich das Gefühl,
Dann kommt irgendwie die ganze Familie zur Ruhe und ich komme zur Ruhe.
Aber manchmal schlafe ich dann auch dabei ein.
Ich kenne auch die Empfehlung,
Es nicht abends zu machen,
Damit man eben nicht einschläft,
Sondern sich eben in dieser Konzentration schult.
Wobei meine persönliche Präferenz auch abends ist.
Aktuell,
Mich würde jetzt noch mal interessieren,
Wenn du sagst,
Die Meditation ist so eine Art Routine geworden.
Zu bestimmten Tageszeiten,
Gibt es noch andere Routinen,
Die du hast,
Die du anwendest,
Um aufzutanken?
Also jetzt abgesehen von in die Natur gehen,
Wenn es sich anbietet,
Sondern ich meine,
Es ist wirklich so eine Tagesroutine.
Vielleicht auch mit Blick auf die positive Psychologie.
Ein extrem effektives Tool aus der positiven Psychologie ist das Dankbarkeitstagebuch.
Das schreibe ich sehr regelmäßig.
Ich habe damit angefangen in einer Zeit,
Wo ich im Beruf unglaublich unzufrieden war.
Ich wusste auch genau,
Woran es lag,
Ganz der Diagnostik.
Aber ich konnte es in dem Fall nicht ändern,
In dieser Phase.
Und dachte so,
Okay,
Ich kann die äußeren Gegebenheiten nicht ändern.
Ich muss mich mit dem Inneren beschäftigen.
Und da fing das Thema positive Psychologie bei mir auch an.
Da las ich dann das erste Buch,
Das zweite Buch,
Das dritte.
Und da kam ich auf das Dankbarkeitstagebuch unter anderem.
Und nur um das kurz zu erläutern,
Was das ist,
Dass man seinen Wahrnehmungsfilter trainiert,
Auf die Dinge,
Die positiven Dinge,
Die bei uns allen da sind,
Die wir oftmals nicht mehr sehen.
Unsere Wahrnehmung ist ja unglaublich selektiv.
Bei all diesen Dingen,
Die auf uns einströmen jeden Tag.
Ich weiß jetzt die aktuelle Prozentsalung nicht,
Aber es war irgendwie weniger als ein Prozent,
Nehmen wir bewusst wahr.
Es war auch viel weniger.
Viel weniger,
Genau.
Ganz viele Nullen.
Null,
Null,
Eins,
Drei Prozent oder so.
Es ist ja auch egal,
Was das für ein Wert ist.
Aber die Quintessenz ist,
Dass unser Gehirn ein unglaublicher Meister darin ist,
Auszufiltern.
Es muss unser Gehirn bei der Fülle anreizen.
Und diesen Filter können wir trainieren.
Und das ist unglaublich spannend.
Und das Dankbarkeitstagebuch bedeutet,
Dass man sich zum Beispiel jeden Tag drei Dinge raussucht,
Für die man dankbar ist und die aufschreibt.
Das habe ich angefangen vor so zwei Jahren.
Und auch das,
Ähnlich wie die Meditation,
Hatte einen unglaublichen Effekt.
Ich merkte,
Nach sechs Wochen stellte sich bei mir ein richtiger,
Nachhaltiger Effekt ein.
Und hörte plötzlich in Gesprächen Leute erzählen,
Wofür ich dankbar bin.
Oder wenn jemandem etwas Negatives kam und das erzählte auf meinem Leben.
Ich sagte,
Ja,
Aber dafür ist ja etwas Positives.
Es switcht ganz schnell.
Die Erfahrung habe ich auch gemacht.
Es ist so automatisch,
Dass es passiert.
Es kommt so eine Situation,
In der man vor wenigen Jahren vielleicht noch total gereizt,
Aggressiv,
Hilflos,
Ohnmächtig reagiert hatte.
In jeder Situation steckt ja auch irgendwo ein Fünkchen,
Was wieder eine neue Qualität bringt.
Absolut,
Ja.
Wie du das sagst.
Man setzt einfach diese neue Brille auf.
Und die Erfahrung habe ich persönlich auch gemacht.
Zu sagen,
Ja,
Aber das ist ja auch gut.
Und es ist so vieles gut.
Und wir haben so verloren,
Darauf zu gucken,
Was gut ist.
Und ich glaube,
Wir sind ja auch gar nicht so gebaut,
Auf das zu gucken,
Was gut ist.
Sondern auf das,
Was negativ ist.
Weil wir ja irgendwie überleben müssen.
Und unser Gehirn uns vor Gefahren warnen muss.
Deswegen scannen wir unser Umfeld nach Gefahren und nach negativen Dingen ab.
Absolut.
Und so können wir aber trainieren,
Einfach unseres Wohlbefindens wegen,
Wieder den Blick auf so schöne Momente und dankbare Momente zu verwenden.
Genau.
Ich persönlich empfinde das auch so,
Dass die Dankbarkeit auch ein sehr,
Sehr starker,
Also wenn man sich so richtig in diesem Gefühl badet,
Das auch einen sehr,
Sehr starken,
Positiven Effekt auf so eine innere Wärme hat.
Und Ausgeglichenheit und Zufriedenheit.
Und es strahlt so aus einem heraus.
Total,
Ja.
Ja,
Ich finde das unglaublich toll.
Ja,
Das gibt einem so viel.
Und auch das,
Es kostet nichts.
Es kostet keinen Cent.
Und auch nicht mal eine Minute Zeit am Tag,
Das man sozusagen zu schärfen lässt.
Genau.
Und das mögen auch manche Leute sagen,
Naja,
Aber da habe ich einfach keine Zeit für oder so.
Und ich habe für mich die Regel eingeführt,
Wann immer ich am Handy bin und überlege,
Ach,
Jetzt hast du irgendwie gerade so eine Minute leer,
Dann gehst du mal auf Facebook.
Dann habe ich eigentlich nichts zu tun.
Und auch da werde ich keinen großartigen Sinn jetzt erfüllen,
Diese Minute da kurz auf Facebook zu scrollen,
Was meine Freunde machen.
Und ich habe mir halt dann die Regel gesetzt,
Wann immer ich diesen leeren Moment habe,
Wo ich sage,
Welche App könnte ich jetzt mal aufmachen.
Und ich wette,
Dass jeder diese Momente hat,
Dass ich dann ein Dankbarkeitstagebuch schreibe.
Also sprich,
Einfach in die Notizenfunktion von meinem Handy gehe.
Also auf meinem Handy ist mein Dankbarkeitstagebuch.
Das ist kein dickes Buch,
Wo ich mit einem Füller reinschreibe,
Sondern das ist auf dem Handy.
Es geht ja nicht darum,
Wie das hinterher aussieht,
Sondern es geht um diesen Filter,
Den zu trainieren.
Und wie du auch sagst,
Dieses warme Gefühl,
Das hat bei mir so eine nachhaltige Veränderung gebracht.
Das war wirklich enorm.
Und ich habe das dann auch gemerkt in Phasen,
Wo äußere Gegebenheiten erstmal anstrengend waren oder stressig,
Dass ich damit viel besser umgehen kann,
Dass ich das Positive in gewissen Situationen sehe.
Oder wenn ich nach Hause komme und ich sehe meinen lachenden Sohn und ich habe sofort diesen Gedanken,
Boah,
Ich bin so dankbar,
Dass ich ein gesundes Kind habe,
Was lachend auf mich zureifen kann.
Weil Gesundheit ist so ein Aspekt,
Wenn wir krank sind,
Dann wollen wir nichts anderes als gesund werden.
Und sobald wir gesund sind,
Vergessen wir das Ganze wieder.
Aber sich dem mal bewusst zu werden,
Was es bedeutet,
In gewissen Teilen des Lebens einfach positiv durchs Leben gehen zu dürfen und eben nicht unendliche Schicksalsschläge zu haben,
Das ist schon unglaublich wertvoll.
Absolut.
Du sagtest eben gerade schon,
Dass dir das sehr geholfen hat mit Blick auf stressige Situationen,
Die dir so bevorstanden.
Das ist jetzt auch das,
Was ich dich eigentlich gerne noch mal gefragt hätte.
Wie siehst du das als Prävention,
Als Thema Achtsamkeit und auch das Thema positive Psychologie als Prävention für dieses schnelldrehende Leben um uns herum?
Wie können wir uns damit ganz konkret auch noch mal stark machen,
Vielleicht auch noch mal so als Tipp oder Tipps für die Zuhörer?
Ich denke auf zweierlei Art und Weisen.
Das eine ist,
So ein bisschen Prävention zu betreiben,
Indem man sich fragt,
Wie viel von diesem Schnelllebigen möchte ich haben und in welcher Form.
Ich habe mich zum Beispiel in meiner Ausbildung,
Ich habe eine Ausbildung zum positiven Psychologen jetzt gemacht,
Eine knapp einjährige,
Und ich habe mich in dieser Zeit sehr intensiv damit auseinandergesetzt,
Was meine Werte sind,
Was mir wichtig ist im Leben,
Was meine Ziele sind und meine Interessen,
Was mich begeistert.
Das ist auch ein wichtiger Teil der positiven Psychologie und es hat mir ganz viel geholfen,
Mich damit auseinanderzusetzen,
Was will ich denn auch nicht im Leben.
Ich habe zum ersten Mal auch den Mut in gewissen Bereichen im Beruflichen gehabt,
Zu sagen,
Nee,
Das und das möchte ich nicht und in dem und dem Karussell fahre ich gar nicht erst mit.
Wenn man das macht,
Kann man auch stressigere Phasen leichter überstehen,
Weil man bewusst die Entscheidung trifft,
Ich mache das,
Weil mir meine Arbeit,
Die dahinter steht,
Sinn gibt zum Beispiel.
Ich mache zum Beispiel jetzt viel mehr Arbeit,
Die mir Sinn stiftet,
Die mir Spaß macht und dann habe ich ein ganz anderes Empfinden,
Was Stress für mich ist,
Was viel Positiveres.
Und ich denke,
Das andere ist,
Das eine ist diese Prävention und das andere ist,
Wie man dann auf Stress reagiert.
Und da finde ich die Achtsamkeit auch unglaublich wichtig,
Dass man erkennt,
Es ist gerade eine hektische Zeit und dass man diese Monkey Mind sieht oder hört und weiß,
Okay,
Jetzt drehe ich wieder mal an meinem Rad und denke nur an To-Dos zum Beispiel.
Und eigentlich sitze ich hier in meiner Familie und habe ein schönes Abendessen,
Aber ich denke nur daran,
Was ich nachher noch machen muss und welchen blöden Termin ich morgen auf der Arbeit habe und wie viele Weihnachtsgeschenke ich noch kaufen muss,
Dass man auch besser sozusagen sich entlarvt.
Weißt du,
Was ich meine?
Ich habe das Gefühl,
Dass man früher die Reißleine ziehen kann.
Ja,
Und dann vor allen Dingen auch so einen konkreteren Zugang zu sich findet und zu dem,
Was so da ist,
Was man braucht und was sozusagen auch destruktiv auf das eigene Wohl befindet.
Ja,
Genau.
Und das meinte ich,
Glaube ich,
Auch mit diesem Toolkoffer,
Den ich da jetzt habe.
Und das würde ja auch so gehen,
Man weiß viel besser,
Was einem gut tut und was einem nicht gut tut und kann viel bewusster diese Entscheidungen treffen und hinterher dann auch gegensteuern mit diesen schönen Tools wie eben der Waldspitzgang oder die Achtsamkeitsübung,
Weil man weiß,
So,
Das setze ich jetzt ein und das mache ich jetzt den nächsten Tag mal wieder mehr und dann geht es mir wieder besser.
Und ich finde,
Damit ist man viel mehr auch in Kontrolle.
Man hat viel mehr Kontrolle über sein Leben und wie man es leben möchte oder wie ich es leben möchte.
Ja,
Danke dir.
Also ich finde,
Du hast jetzt nochmal einen sehr,
Sehr schönen Überblick gegeben,
Auch über das Thema positive Psychologie und wo das so herkommt und auch schon ganz konkrete Hinweise,
Wie man das so in den Alltag integrieren kann.
Jetzt noch eine Frage zum Abschluss.
Welchen Appell hast du nochmal an die Zuhörer oder irgendwas,
Was du noch loswerden möchtest,
Was vielleicht auch noch nicht gesagt wurde?
Ich glaube,
Was so ein bisschen mitgeschwungen hat in unserem Gespräch,
Ist so das Thema,
Was sind wir uns selber wert?
Unser eigenes Wohlbefinden.
Und ich habe viele Menschen in meiner Umwelt und das ehrt sie total,
Das beeindruckt mich auch immer wieder,
Die sich unglaublich viel um andere kümmern,
Die ihr Leben am Laufen halten,
Die wahnsinnig beschäftigt sind mit vielen Dingen,
Die wichtig sind,
Die aber manchmal ein bisschen vergessen,
Sich um sich selber zu kümmern.
Und ich habe jetzt da einen lieben Kollegen zum Beispiel gehabt in meinem Umfeld,
Der unglaublich ausgepowert war und ich dachte,
Das ist so ein toller Mensch,
Der anderen so viel gibt,
Der muss sich jetzt erstmal wieder mehr um sich selbst kümmern.
Und dieses,
Was bin ich mir selber wert und wie kann ich mich auch mal wieder mehr auf mich besinnen,
Das geht manchmal bei uns runter in einer Gesellschaft.
Und wir geben so viel Geld aus für Dinge,
Die auch wichtig sind,
Die aber nichts mit unserem eigenen Wohlbefinden zu tun haben.
Was ich manchmal mir wünschen würde,
Abgesehen von dem teuren Haarschnitt und dem neuen schicken Anzug oder wie auch immer,
Auch ein bisschen mehr Zeit oder auch Geld investieren für Dinge,
Die Ihnen auch sehr,
Sehr gut inhaltlich tun würden.
Das wäre so mein Appell,
Dass sich jeder damit mal so auseinandersetzt.
Was brauche ich,
Um glücklicher zu sein,
Dass es mir besser geht,
Dass ich mich wohlfühle im Leben und was kann ich da investieren?
Vielen Dank,
Sonja,
Für deine Antwort.
Sehr gerne,
Schön,
Dass du da warst.
Vielen Dank,
Alles Gute für dich.
Danke,
Für dich auch.
Ich hoffe,
Dir hat mein Gespräch mit Sonja gefallen.
Ich wünsche dir ganz,
Ganz viel Spaß beim Ausprobieren der Impulse,
Die du heute erhalten hast.
Und wenn du neugierig auf Sonjas Arbeit geworden bist,
Dann besuch doch ihre Website www.
Sonjazillinger.
Com.
Du fandest die Folge interessant?
Dann zeig mir das doch gern und vergib Herzen Sterne oder Likes,
Je nachdem,
Wo du den Podcast hörst.
Ich wünsche dir alles,
Alles Liebe,
Eine gute Zeit.
Vielen Dank fürs Reinhören und bis zum nächsten Mal.
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