
Einschlafmärchen & Meditation: Der Herr Per (Norwegen)
Lasse Dich von mir in den Schlaf begleiten. Nach einer meditativen Entspannungs-Sequenz erzähle ich Dir das Märchen aus Norwegen: "Der Herr Per". Du darfst jederzeit einschlafen, denn Du kannst sicher sein, dass es gut ausgehen wird. Ich wünsche Dir eine gute Nacht und schöne Träume!
Transkription
Mach es dir auf dem Rücken liegend in deinem Bett bequem und recke und strecke dich doch noch mal.
Breite dich in alle Richtungen aus.
Wenn du möchtest,
Dann kannst du auch gähnen oder seufzen.
Und dann immer ein paar ganz tiefe Atemzüge.
Spanne mit dem Einatmen deine Muskeln an und lasse beim Ausatmen los.
Noch einmal einatmen,
Alle Muskeln anspannen und lass los mit dem Ausatmen.
Genauso lege dich wie ein Seestern auf den Rücken.
Arme und Beine haben ihren Platz.
Dein ganzer Körper darf Platz nehmen.
Schließe deine Augen,
Lasse Ruhe einkehren.
Konzentriere dich auf deinen Atem.
Registriere das Ein- und Ausströmen der Luft mit jedem Atemzug.
Entspanne deine Gesichtszüge,
Dein Kinn,
Nacken und Schultern.
Spüre die Schwerkraft.
Versuche für ein paar Momente einfach ganz in Ruhe zu sein.
Versuche alle Gedanken,
Die noch außerhalb unterwegs sind,
Einzuladen,
Auch zur Ruhe zu kommen,
Einzukehren.
Atme und lass los.
Dann lege eine Hand auf dein Herz und die andere auf deinen Bauch.
Spüre dich selbst,
Deinen Herzschlag,
Ein gleichmäßiges Atmen.
Das bist du hier und heute,
Kurz vorm Einschlafen.
Versuche durch dein Herz hindurch zu atmen und die Herzensenergie im ganzen Körper zu verbreiten.
Und dann lege deine Hände wieder auf die Seite,
Rückel dich zurecht und finde eine für dich ganz entspannte Position,
In der du gerne liegen möchtest.
Geborgen,
Gemütlich und sicher.
Lasse die Bilder deines heutigen Tages noch mal vor deinem inneren Auge vorbeiziehen.
Schau einfach,
Welche Bilder sich zeigen.
Was hat dein Tag heute bestimmt?
Welche Gedanken und Gefühle und Ereignisse?
Ab jetzt eine Minute für deine Bilder,
Des Tages.
Und zum Abschluss dieses Tages,
Versuche doch noch mal zusammenzusammeln,
Wofür du heute besonders dankbar bist.
Finde mindestens drei Dinge,
Für die du dankbar bist.
Der Tag ist vorbei und morgen wartet wieder ein neuer Tag auf dich.
Heute gibt es nichts weiter zu tun,
Als immer schwerer und gemütlicher in die Kissen zu sinken,
Einfach zu sein und gemütlich davon zu schlummern.
Und während du immer entspannter in deine Ruhe findest,
Erzähle ich dir eine Geschichte und du darfst dich mitnehmen lassen auf eine wunderbare Reise.
Es war einmal ein armes Ehepaar,
Das hatte drei Söhne.
Wie die beiden ältesten hießen,
Weiß ich nicht mehr.
Aber der jüngste,
Der hieß Peer.
Als die Eltern gestorben waren,
Teilten sich die Kinder die Erbschaft.
Es war nichts da als ein Topf,
Ein Kuchenblech und eine Katze.
Der älteste,
Der das beste haben sollte,
Nahm den Topf.
Wenn ich den ausleihe,
Bleibt noch immer etwas für mich auszuschaben drin,
Sagte er.
Der zweite nahm das Kuchenblech.
Wenn ich das ausleihe,
Bleibt noch immer etwas für mich zum Abkratzen dran,
Sagte er.
Für den jüngsten blieb nichts anderes übrig als die Katze.
Wenn ich die ausleihe,
Bekomme ich nichts dafür,
Sagte er.
Und wenn man ihr auch ein wenig Milch gibt,
So schlägt sie sie selbst.
Aber er nahm die Katze doch,
Denn er wollte sie nicht umkommen lassen.
Hierauf wanderten die Brüder fort in die Welt,
Um ihr Glück zu versuchen.
Und jeder zog seine Straße.
Als der jüngste eine Weile gegangen war,
Sagte die Katze,
Es soll dir nicht leid sein,
Dass du mich nicht in der alten Hütte hast umkommen lassen.
Ich werde in den Wald gehen und allerlei Getier fangen.
Und das sollst du zum König auf das Schloss tragen,
Das du dort siehst.
Und sag ihm,
Du brächtest ihm ein kleines Geschenk.
Und wenn er dich dann fragt,
Von wem das ist,
Dann sagst du,
Das ist von dem Herrn Peer.
Hierauf lief die Katze in den Wald und kam bald mit einem lebendigen Rentier zurück.
Dem war sie auf den Kopf gesprungen und hatte sich zwischen die Hörner gesetzt und gesagt,
Wenn du nicht geradewegs zu das Königsschloss gehst,
Kratze ich dir die Augen aus.
Da wagte das Rentier auch nicht etwas anderes zu tun,
Als die Katze ihm gesagt hatte.
Wie Peer nun zu dem Schloss kam,
Ging er mit seinem Tier in die Küche und sagte,
Ich komme,
Um dem König ein kleines Geschenk zu überbringen,
Wenn er es nicht verschmähen wollte.
Als man das dem König meldete,
Kam er sogleich in die Küche und wie er das große,
Schöne Rentier erblickte,
War er darüber außerordentlich erfreut.
Mein lieber Freund,
Sagte er zu Peer,
Wer ist es,
Der mir ein so schönes Geschenk sendet.
Oh,
Das ist der Herr Peer,
Versetzte der Bursche.
Der Herr Peer?
Fragte der König.
Wo wohnt er doch gleich,
Dieser Herr Peer?
Denn es deuchte ihm eine Schande,
Dass er einen solchen Mann nicht kennen sollte,
Aber der Bursche wollte es ihm nicht sagen.
Sein Herr habe es ihm verboten,
Sagte er.
Darauf gab ihm der König ein gutes Trinkgeld und bat ihn,
Seinem Herrn von ihm zu grüßen und er ließ sich auch vielmals bedanken.
Am nächsten Tag lief die Katze wieder in den Wald,
Sprang einem Hirsch auf den Kopf,
Setzte sich ihm zwischen die Augen und zwang ihn ebenfalls,
Nach des Königs Schloss zu gehen.
Als Peer damit in die Küche trat,
Sagte er wieder,
Er komme,
Um dem König ein kleines Geschenk zu überbringen,
Wenn er es nicht verschmähen wollte.
Der König freute sich über den Hirsch noch mehr als über das Rentier und fragte,
Wer es denn sei,
Der ihm ein so schönes Geschenk sende.
Das ist der Herr Peer,
Sagte der Bursche.
Als aber der König wissen wollte,
Wo der Herr Peer wohne,
Bekam er wieder dieselbe Antwort wie am vorherigen Tag und diesmal gab er Peer ein noch größeres Trinkgeld.
Am dritten Tag kam die Katze mit einem Elch an.
Als Peer in die Küche auf dem Schloss kam und sagte,
Er brächte dem König ein kleines Geschenk,
Wurde es dem König sogleich gemeldet.
Wie dieser nun den großen schönen Elch erblickte,
War er darüber außer sich vor Freude.
Und diesmal gab er Peer ein noch viel größeres Trinkgeld.
Es waren gewiss hundert Thaler.
Nun wollte der König aber durchaus wissen,
Wo der Herr Peer wohne.
Und er forschte und fragte auf alle mögliche Weise,
Aber Peer entgegnete,
Er dürfe es nicht sagen,
Denn sein Herr habe es ihm so streng verboten.
So sage denn dem Herrn Peer,
Ich ließe ihn bitten,
Mich zu besuchen,
Sagte der König.
Ja,
Entgegnete der Bursche,
Er wollte es wohl bestellen.
Als Peer darauf zu der Katze kam,
Sagte er,
Na,
Du hast mich ja in eine solche Patsche gebracht.
Nun will der König,
Dass ich ihn besuchen soll und ich habe ja nichts anderes anzuziehen,
Als diese Lumpen da.
Sei deswegen nicht bekümmert,
Sagte die Katze.
In drei Tagen sollst du Pferde und Wagen und so schöne Kleider bekommen,
Dass das Gold heruntertröpfelt.
Dann kannst du den König damit besuchen.
Aber was du auch beim König siehst,
Du musst immer sagen,
Du hättest es noch weit schöner und prächtiger zu Hause.
Das darfst du nicht vergessen.
Peer wollte es nicht vergessen.
Als nun drei Tage um waren,
Kam die Katze mit Wagen und Pferden und Kleidern und allem,
Was Peer brauchte.
Das alles war so prächtig,
Wie es noch nie jemand gesehen hatte.
Nun fuhr Peer zum Schloss und die Katze lief hinter ihm her.
Der König empfing den Burschen sehr freundlich.
Aber was er ihm auch zeigen und anbieten mochte,
So sagte Peer immer,
Ja,
Das sei alles recht gut,
Aber er hätte es noch weit schöner und prächtiger zu Hause.
Das wollte dem König nun gar nicht gefallen.
Aber Peer blieb dabei.
Zuletzt wurde der König so verdrießlich,
Dass er nicht länger an sich halten konnte.
Nun will ich mit dir reisen,
Sagte er,
Und sehen,
Ob es wahr ist,
Dass du alles so viel besser und schöner hast als ich.
Aber Gnade dir,
Gott,
Wenn du lügst.
Mehr sage ich nicht.
Ja,
Nun hast du mich schön in die Tinte gebracht,
Sagte Peer zu der Katze.
Nun will der König mit in mein Haus kommen.
Aber das ist wohl nicht gut zu finden.
Mach dir keine Sorgen darum,
Sagte die Katze.
Ich werde vorauslaufen und folge du mir dann nur immer nach.
Darauf brachen sie auf.
Die Katze voran,
Danach Peer und dann der König mit seinem ganzen Hofstaat.
Als sie nun ein gutes Ende gefahren waren,
Kamen sie zu einer großen Herde Schafe.
Die hatten so lange Wolle,
Dass sie bis an die Erde hing.
Wenn du sagst,
Dass diese Schafherde dem Herrn Peer gehört,
So gebe ich dir diesen silbernen Löffel hier,
Sagte die Katze zum Hirten.
Den Löffel aber hatte sie mit aus dem Königsschloss genommen.
Ja,
Das wollte der Hirte wohl tun.
Als nun der König gefahren kam,
Rief er,
Ei,
Ei,
Ich habe noch nie eine so große,
Schöne Schafherde gesehen.
Wem gehört diese,
Kleiner Bursche?
Die gehört dem Herrn Peer,
Sagte der Bursche.
Nach einer Weile kamen sie zu einer schönen,
Großen Herde schäckiger Kühe.
Die waren so fett,
Dass sie glänzten.
Wenn du sagst,
Dass diese Herde dem Herrn Peer gehört,
Wenn der König dich fragt,
So gebe ich dir diesen silbernen Handzuber,
Sagte die Katze zu dem Mädchen,
Das das Vieh trieb.
Den Zuber aber hatte die Katze auch aus dem Schloss mitgenommen.
Ja,
Recht gern,
Sagte das Mädchen.
Als nun der König gefahren kam,
Wunderte er sich sehr über die große,
Schöne Herde.
Eine so große Vieherde,
Meinte er,
Habe er noch nie gesehen.
Als er das Mädchen fragte,
Wem das schöne Vieh gehöre,
Sagte sie,
Oh,
Das gehört alles dem Herrn Peer.
Ein Stückchen weiter trafen sie eine große,
Schöne Trift Pferde an.
Es waren die schönsten Pferde,
Die man sich vorstellen konnte.
Aber sie waren sehr groß und fett und von jeder Farbe waren es sechs.
Rote,
Fahle und blaue.
Wenn du sagst,
Dass diese Pferde Trift dem Herrn Peer gehört,
Wenn der König dich fragt,
So gebe ich dir diesen silbernen Becher,
Sagte die Katze zum Hirten.
Den Becher hatte sie auch aus dem Schloss mitgenommen.
Ja,
Der Bursche wollte es wohl sagen.
Als der König nun ankam,
War er ganz verwundert über die große,
Schöne Pferde Trift.
Denn solche Pferde habe er noch nie gesehen,
Sagte er.
Und als er den Burschen fragte,
Wem all die roten,
Fahlen und blauen Pferde gehörten,
Sagte der,
Die gehören alle dem Herrn Peer.
Als sie nun ein gutes Ende weitergereist waren,
Kamen sie zu einem Schloss.
Die erste Pforte war von Messing,
Die zweite von Silber,
Die dritte von Gold.
Das Schloss selbst war von Silber und so blank,
Dass einem die Augen wehtaten,
Wenn man es ansah.
Und als sie ankamen,
Schien gerade die Sonne darauf.
Die Katze hatte den Burschen unbemerkt ins Ohr geflüstert,
Er solle sagen,
Das sei sein Schloss.
Drinnen im Schloss aber war es noch viel prächtiger als draußen.
Alles war hier von Gold,
Die Stühle,
Die Tische und die Bänke.
Als nun der König herumgegangen war und alles von unten und von oben genau betrachtet hatte,
Da wurde er ganz beschämt.
Ja,
Der Herr Peer hat alles viel prächtiger als ich,
Sagte er,
Und damit wollte er wieder fortreisen.
Peer bat ihn jedoch,
Er möchte doch bleiben und bei ihm zu Abend essen.
Und das tat der König auch,
Aber sah die ganze Zeit sauer aus.
Während sie nun bei Tische saßen,
Kam der Troll,
Dem das Schloss gehörte,
Und klopfte an die Pforte.
Wer ist es,
Der mein Essen verzerrt und meinen Mett trinkt,
Als wären Schweine drinnen,
Rief er.
Als die Katze das hörte,
Lief sie sogleich hinaus,
Trat an die Pforte und sprach,
Warte mal,
Ich will dir erzählen,
Wie der Bauer es mit dem Winterkorn macht.
Und darauf erzählte sie dem Troll sehr weitläufig vom Winterkorn.
Wie der Bauer zuerst seinen Acker pflügt,
Danach düngt und dann wieder pflügt und so weiter,
Bis plötzlich die Sonne aufging.
Sieh dich mal um,
Dann wirst du hinter dir die schöne,
Herrliche Jungfrau erblicken,
Sagte die Katze zum Troll.
Da sah sich dieser um,
Erblickte die Sonne und warst mitten auseinander.
Nun gehört alles dir,
Sagte darauf die Katze zu Peer.
Jetzt aber sollst du mich in den See werfen,
Das ist der einzige Lohn,
Den ich für die Dienste verlange,
Die ich dir getan habe.
Das aber wollte Peer durchaus nicht.
Wenn du es nicht tust,
Sagte die Katze,
So kratze ich dir deine Augen aus.
Da musste Peer tun,
Was die Katze wollte,
So sauer es ihm auch wurde und er warf sie ins Wasser,
Während die Katze laut fauchte.
Da trat plötzlich vor ihm die schönste Prinzessin,
Die man je gesehen hatte,
Aus dem Wasser und Peer wurde augenblicklich ganz verliebt in sie.
All diese Herrlichkeit gehörte früher mir,
Sagte die Prinzessin,
Aber der Troll hatte mich verzaubert,
Sodass ich als Katze im Hause deiner Eltern sein musste.
Nun kannst du tun,
Was du willst,
Mich zu deiner Gemahlin nehmen oder nicht,
Denn du bist nun der König über das ganze Reich.
Peer sagte nicht nein und es wurde eine Hochzeit gehalten und ein Gastmahl,
Das dauerte ganze acht Tage lang und wenn sie nicht gestorben sind,
So leben sie auch heute noch und dir wünsche ich eine gute Nacht und schöne Träume.
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