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Der allererste Weihnachtsbaum - Vorlesegeschichte für Kinder

by Micha Sommer

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Meditation
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Kleinkinder
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"Der allererste Weihnachtsbaum" ist eine Weihnachtsgeschichte für die ganze Familie. Es werden keine Kenntnisse in Entspannungsformen vorausgesetzt. Die Entspannung erfolgt über Musik, atmosphärische Untermalung und den gemütlichen Luxus des Vorlesens einer Geschichte zum Wohlfühlen. Besonderer Dank geht an die Interpreten, die ihre Stücke auf pixabay zur kostenfreien Verwendung angeboten haben: Good_B-Music - Silent night (new version) JuliusH - O Christmas Tree - O Tannenbaum - Piano Christmas Carol Saturn-3-Music - Claire de Lune - Debussy (Piano)

Transkription

Der allererste Weihnachtsbaum Eine Geschichte von Hermann Lönz Der Weihnachtsmann ging durch den Wald.

Er war ärgerlich.

Er hatte nämlich nicht mehr die rechte Freude an seiner Tätigkeit.

Es war alle Jahre dasselbe.

Spielzeug und Süßigkeiten,

Das war auf die Dauer nichts.

Die Kinder freuten sich wohl darüber,

Aber jubeln sollten sie,

Staunen und lachen,

So wollte er es.

Das taten sie aber nur selten.

Den ganzen Dezembermonat hatte der Weihnachtsmann schon darüber nachgegrübelt,

Was er erfinden könne,

Um wieder große Weihnachtsfreude in die Kinderwelt zu bringen.

Eine Weihnachtsfreude,

An der auch die Großen teilnehmen würden.

Kostbarkeiten durften es nicht sein,

Denn er hatte so und so viel auszugeben und mehr nicht.

So stapfte er denn durch den verschneiten Wald bis zum Kreuzweg hin.

Dort wollte er das Christkind treffen.

Mit dem beriet er sich nämlich immer über die Verteilung der Geschenke.

Schon von weitem sah er,

Dass das Christkind da war,

Denn ein heller Schein war dort.

Das Christkind hatte ein langes weißes Pelzkleidchen an und lachte über das ganze Gesicht.

Um es herum lagen große Bündel Kleeheu und Espenzweige und daran taten sich die hungrigen Hirsche und Rehe und Hasen glücklich.

»Na,

Alterchen,

Wie geht's?

« fragte das Christkind.

»Hast du schlechte Laune?

« Damit hakte es den Alten unter,

Und hinter ihnen trabte der kleine Spitz des Weihnachtsmanns.

Er hielt seinen Schwanzkühen in die Luft und sah gar nicht mehr betrübt aus,

Seit er das Christkind wieder gesehen hatte.

Jetzt hatte er nicht mehr nötig,

Mit eingezogener Rute hinter seinem Herrn herzuraufen.

Das Christkind würde ihnen bestimmt alle Sorgen abnehmen,

Und während er lustig bellte,

Redete sein Herr mit dem Christkind.

»Ja,

« sagte der Weihnachtsmann,

»die Sache macht mir nicht mehr so den rechten Spaß.

Das mit den Pfefferkuchen und den Äpfeln und Nüssen,

Das ist nichts mehr.

Das essen sie auf,

Und dann ist das Fest vorbei.

Man müßte etwas finden,

Das nicht zum Essen und nicht zum Spielen ist,

Aber wobei jung und alt singt und lacht und fröhlich wird.

« Das Christkind nickte nachdenklich,

Dann sagte es,

»Du hast recht,

Alter,

Ist mir auch schon aufgefallen.

Aber es ist nicht so leicht,

Etwas so Schönes zu finden.

« »Das ist es ja gerade,

« knurrte der Weihnachtsmann,

»ich bin schon zu alt dazu,

Ich hab schon richtiges Kopfweh von dem vielen Nachdenken,

Und es fällt mir doch nichts Vernünftiges ein.

« Suchend gingen beide weiter durch den weißen Winterwald.

Der Weihnachtsmann mit brummigem,

Das Christkind mit nachdenklichem Gesicht.

Es war so still im Wald.

Kein Zweig rührte sich,

Nur wenn die Eule sich auf einen Ast setzte,

Fiel ein Stück Schneebehang herab.

So kamen die beiden den Spitz hinter sich auf einen Kahlschlag,

Auf dem große und kleine Tannen standen.

Das sah nun wunderschön aus.

Der Mond schien hell und klar,

Alle Sterne leuchteten,

Der Schnee sah aus wie Silber,

Und die Tannen standen darin,

Schwarz und weiß,

Dass es eine Pracht war.

Eine fünf Fuß hohe Tanne,

Die allein ganz vorne stand,

Sah besonders schön aus.

Sie war regelmäßig gewachsen,

Hatte auf jedem Zweig einen Schneestreifen,

An den Zweig spitzen kleine Eissapfen und glitzerte nur so im Mondenschein.

»Sieht das nicht herrlich aus?

«,

Fragte das Christkind.

»Ja,

Sehr,

« sagte der Alte.

»Aber was hilft mir das?

« »Gib ein paar Äpfel her,

« sagte das Christkind.

»Ich habe einen Gedanken.

« Der Weihnachtsmann machte ein dummes Gesicht,

Denn er konnte sich nicht vorstellen,

Dass das Christkind bei der Kälte Appetit auf Äpfel haben sollte.

Er machte sein Tragband ab,

Stellte seine riesige Kiepe in den Schnee,

Suchte darin herum und langte ein paar schöne Äpfel heraus.

»Nun schneid etwas Bindfaden in zwei fingerlange Stücke und mach mir kleine spitze Holzpflöckchen,

« bat ihm das Christkind.

Dem Alten kam das alles etwas ulkig vor,

Aber er sagte nichts,

Sondern holte aus der Tasche sein Messer heraus,

Wetzte es an einem Buchenstamm und tat,

Wie ihm das Christkind gesagt hatte.

Als er fertig war,

Nahm das Christkind einen Apfel,

Steckte ein Holzpflöckchen hinein,

Band den Faden daran und hängte den an einen Ast.

»So,

« sagte es dann,

»nun müssen auch an die anderen welche,

Und dabei kannst du helfen,

Aber vorsichtig.

« Der Alte half,

Obgleich er nicht wußte,

Warum.

Aber es machte ihm schließlich Spaß,

Und als die ganze kleine Tanne voll von rotbäckigen Äpfeln hing,

Da trat er fünf Schritte zurück,

Lachte und sagte,

»sieh mal einer an,

Wie froh das aussieht.

« »Aber was hat das alles für einen Zweck?

« »Braucht denn gleich alles einen Zweck zu haben?

« lachte das Christkind.

»Pass auf,

Das wird noch schöner,

Nun gib erst mal Nüsse her.

« Der Alte kramte aus seiner Kiepe Walnüsse hervor,

Und das Christkind steckte in jeder ein Hölzchen,

Machte einen Faden daran,

Rieb immer eine Nuss an der goldenen Oberseite seiner Flügel,

Dann war die Nuss golden,

Und die nächste an der silbernen Unterseite seiner Flügel,

Und dann hatte es eine silberne Nuss und hängte die zwischen die Äpfel.

»Was sagst du nun,

Alterchen?

« fragte es dann.

»Ja,

« sagte der,

»aber ich weiß immer noch nicht.

« »Das kommt schon noch,

« lachte das Christkind,

»hast du Lichter?

« »Lichter nicht,

« meinte der Weihnachtsmann,

»aber einen Wachsstock.

« »Das ist fein,

« sagte das Christkind,

»nahm den Wachsstock,

Zerschnitt ihn und drehte erst ein Stück um den Mitteltrieb des Bäumchens und die anderen Stücke um die Enden der Zweige,

Und sagte dann,

»Feuerzeug hast du doch?

« »Gewiß,

« sagte der Alte,

»holte Stein,

Stahl und Schwammdose heraus,

Schlug Feuer aus dem Stein,

Ließ den Zunder in der Schwammdose zum Glimmen kommen und steckte daran ein paar Schwefelspäne an.

« Die gab er dem Christkind,

Das damit zuerst das oberste Licht ansteckte,

Und dann alle rund um den Baum.

Da stand nun das Bäumchen im Schnee.

Aus einem halb verschneiten,

Dunklen Gezweig sahen die roten backenden Äpfel,

Die Gold- und Silbernüsse funkelten,

Und die gelben Wachskerzen brannten feierlich.

Das Christkind lachte über das ganze Gesicht und patschte in die Hände.

Der Alte Weihnachtsmann sah gar nicht mehr so brummig aus,

Und der kleine weiße Spitz sprang hin und her und bellte.

Als die Lichter heruntergebrannt waren,

Wehte das Christkind mit seinen goldsilbernen Flügeln,

Und da gingen die Lichter ganz aus.

Er sagte dem Weihnachtsmann,

Er solle das Bäumchen vorsichtig absägen.

Das tat er,

Und dann gingen beide den Berg hinab und nahmen das bunte Bäumchen mit.

Als sie in den Ort kamen,

Schlief schon alles.

Vor einem kleinen Haus machten die beiden Halt.

Das Christkind öffnete leise die Tür und trat ein.

In der Stube stand ein dreibeiniger Schemel mit einer durchlochten Platte.

Da hinein steckten sie den bunten Baum.

Der Weihnachtsmann legte dann noch Spielzeug und Kuchen unter den Baum,

Und dann verließen sie das Haus ebenso leise,

Wie sie es betreten hatten.

Als der Mann,

Dem das Häuschen gehörte,

Am anderen Morgen erwachte und den bunten Baum sah,

Da wusste er vor Staunen nicht,

Was er sagen sollte.

Als er aber am Türpfosten,

Den das Christkinds Flügel gestreift hatte,

Gold- und Silberflimmer hängen sah,

Da wusste er Bescheid.

Er steckte die Lichter an dem Bäumchen an und weckte Frau und Kinder.

Das war eine Freude in dem Haus wie an keinem Weihnachtstag vorher.

Keines von den Kindern sah nach dem Spielzeug und nach dem Kuchen,

Sie sahen nur alle nach dem Lichterbaum.

Sie fassten sich an den Händen,

Tanzten um den Baum und sangen alle Weihnachtslieder,

Die sie wussten.

Die anderen Leute,

Die das erste Weihnachtsbäumchen sahen,

Machten es nach.

Jeder holte sich gleich einen Tannenbaum aus dem Wald und schmückte ihn.

Der eine so,

Der andere so,

Aber Lichter,

Äpfel und Nüsse hängten sie alle daran.

Als der Abend kam,

Brannte im ganzen Dorf,

Haus bei Haus,

Ein Weihnachtsbaum.

Überall hörte man Weihnachtslieder und das Jubeln und Lachen der Kinder.

Von da aus ist der Weihnachtsbaum über ganz Deutschland gewandert und von da über die ganze Erde.

Untertitel der Amara.

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