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Ignatianischer Tagesrückblick

by Martin Föhn SJ

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Beim Tagesrückblick oder dem Gebet der liebenden Aufmerksamkeit, wird zusammen mit Gott auf den Tag zurückgeschaut. Mit einem liebevollen Blick auf das eigene Leben schauen, ohne sich selbst zu verurteilen. Es geht darum sich seiner selbst, der eigenen Gefühle und Stimmungen während des Tages immer bewusster zu werden. Sich das Schöne und das weniger schöne vor Augen führen und in Gottes Hände legen. Deshalb wird es eingebettet in einem christlichen Rahmen mit Anfang- und Schlussgebet.

Transkription

Ich setze mich bequem hin und mache mich bereit für den Tagesrückblick.

Ich schaue,

Dass ich die kommenden gut 15 Minuten ganz für mich habe.

Ich setze mich hin und nehme meinen Kopf wahr,

Wie er auf den Schultern sitzt.

Ich nehme meine Schultern wahr und entspanne sie.

Ich entspanne meine Arme und lasse die Entspannung den Armen entlang nach unten zu den Händen fliessen.

Auch die entspannen sich.

Mein Rücken ist aufrecht und entspannt.

Ich nehme mein Gesäss wahr und spüre zur Sitzfläche hin.

Ich gehe mit meiner Aufmerksamkeit den Beinen entlang hinunter zu den Füßen und spüre zum Boden hin.

Ich bin ganz da in meinem Körper und versetze mich in die Gegenwart Gottes,

Indem ich das Kreuzzeichen mache im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Guter Gott,

Ich bin ganz da vor dir und bitte dich,

Schenke du mir dein Licht,

Damit ich meinen Tag betrachten kann.

Schenke du deinen Geist und lasse mich erkennen,

Wie du in meinem Leben gewirkt hast.

Zeige du mir,

Was du mir zeigen möchtest.

Und so gehe ich zurück im Tag bis zum Morgen,

Zu der Stunde,

In der ich aufgestanden bin.

Wie ist es mir ergangen am Morgen früh?

Mit welcher Stimmung bin ich aufgestanden?

Ich bereite mich für den Tag.

Wie bin ich in den Tag gestartet?

Mit einem Frühstück,

Einer Dusche?

Was hat sich da in mir bewegt?

Vielleicht habe ich den Morgen mit jemandem zusammen Frühstück eingenommen.

Was war die Stimmung?

Ich gehe weiter in den Morgen hinein,

Habe mich vielleicht aufgemacht zur Arbeit.

Wie war ich unterwegs?

Mit was für Personen,

Mit was für Tätigkeiten habe ich mich beschäftigt?

Und wie hat sich das in mir angefühlt?

Ich komme gegen den Mittag.

Was habe ich gerade vor dem Mittag noch gemacht?

Und zum Mittagessen selbst.

Mit wem habe ich es eingenommen?

Was hat sich da in mir bewegt?

Ich gehe weiter in den Nachmittag hinein.

Was habe ich da gemacht am frühen Nachmittag?

Ich achte auf meine Gefühle,

Auf meine Stimmung.

Ich gehe weiter in den späteren Nachmittag hinein,

Den frühen Abend.

Wie habe ich mich da gefühlt?

Mit wem war ich unterwegs?

Ich komme zum frühen Abend,

Vielleicht zum Abendessen und zum späteren Abend.

Womit habe ich den Rest des Tages verbracht?

So erhebe ich mich am Schluss des Tages gleichsam wie ein Vogel und schaue den ganzen Tag noch einmal von oben an und lasse wie eine Landschaft unter mir aufsteigen,

Wo die guten Gefühle so Berge bilden,

Wo waren die Hochs des Tages und wo gab es vielleicht das eine oder andere Tief.

Ich schaue mir noch einmal den Tag von oben an und dann schaue ich,

Dass ich eine Sache finde,

Für die ich dankbar bin,

Die ich vor Gott hinbringe und danach spreche in meinem Innern,

Gott,

Ich bin dir dankbar für.

Dann schaue ich in die Täler des Tages,

Ob es Dinge gibt,

Die vielleicht nicht so gut gelaufen sind,

Die schwierig waren,

Die verengt waren.

Und auch die lege ich in Gottes Barmherzigkeit,

Indem ich sage,

Gott,

In deine barmherzigen Hände lege ich.

Und so lege ich den ganzen Tag in Gottes Hände und gehe gleich so über den letzten Berg und schaue auf den nächsten Tag.

Was kommt da auf mich zu?

Noch verschwommen und doch ist schon das eine oder andere da,

Segne ich diesen Tag.

Und auch die lege ich in Gottes Barmherzigkeit,

Indem ich sage,

Gott,

In deine barmherzigen Hände lege ich.

Und so lege ich den ganzen Tag in Gottes Hände und gehe gleich so über den letzten Berg und schaue auf den nächsten Tag.

Was kommt da auf mich zu?

Noch verschwommen und doch ist schon das eine oder andere da,

Segne ich diesen Tag und lege auch den kommenden Tag in Gottes Hände.

Beide Tage in den Händen Gottes kann ich beten,

Wie Christus uns zu beten gelehrt hat,

Vater unser im Himmel.

Geheiligt werde dein Name,

Dein Reich komme,

Dein Wille geschehe wie im Himmel,

So auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld,

Wie auch wir vergeben unseren Schuldigen.

Und führe uns nicht in Versuchung,

Sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Und so beende ich diesen Rückblick im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

© 2026 Martin Föhn SJ. All rights reserved. All copyright in this work remains with the original creator. No part of this material may be reproduced, distributed, or transmitted in any form or by any means, without the prior written permission of the copyright owner.

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