
Dr. Ralph Skuban über Pranayama als das Herz des Yoga
by YOGA AKTUELL
Der Yogalehrer Ralph Skuban bezeichnet Pranayama als Herz des Yoga. Wie er dazu kommt, erklärt er in diesem kurzen Interview, indem er uns anhand einer kleinen Übung in die Kunst des bewussten Atmens einführt.
Transkription
Wunderbar.
Herzlich willkommen.
Ja,
Herzlich willkommen,
Die Yoga Aktuell-Lese,
Herzlich willkommen Ralf.
Ich freue mich sehr,
Dass du dir Zeit nimmst für dieses Interview.
Danke.
Ja,
Danke für die.
Du schreibst ja regelmäßig für Yoga Aktuell und du hast eine wunderschöne Reihe,
Pranayama,
Das Herz des Yogas.
Ich mag deinen Artikel ja sehr,
Sehr gerne,
Weil für mich der so auch spürbar wird,
Wie du selbst gehört bist vom Pranayama oder vom Yoga.
Auf einer sehr tiefen Ebene.
Ich habe mir da wirklich so die Frage gestellt,
Wann wurde dein Herz vom Herz des Yogas?
Das ist schon sehr lang her,
Sicher über 20 Jahre.
Meine erste Berührung mit Yoga war von Anfang an die meditative Route und ich begann über Bücher in den Kontakt zu kommen.
Und die klassische Idee des Yoga war immer eine in seiner eigenen Tiefe zu spüren.
Die klassischen Werkzeuge dafür in diesen Texten waren immer das Atmen und dann Meditation noch im engeren Sinne.
Und für mich war das ganz natürlich sozusagen die Idee,
Dass Yoga Körperarbeit ist oder sein kann.
Und so wie er im Westen auch gelebt wird,
Auch im populären Yoga,
Das kam bei mir erst ganz am Schluss.
Selbst als ich das erste Mal unterrichtete,
Da war ich vor Yogalehrern,
Als ich das erste Mal unterrichtete,
Sah ich das erste Mal ein Yoga-Studio von innen und ich brauchte Zeit,
Um zu verstehen,
Was im Westen gemacht wird,
Welcher Zugang der Westen zum Yoga hat.
Meiner waren ganz andere.
Das heißt,
Vom ersten Moment an wurde mein Herz,
Wenn du so willst,
Auch von der Atemarbeit vom Pranayama berührt.
Und warum genau spielt das so eine zentrale Rolle?
Ich könnte es dir vom Kopf her natürlich beantworten und ich könnte dir sagen,
Dass das Atmen der vitalste Prozess ist.
Ich könnte dir auch eine biografische Idee dazugeben.
Ich habe viele Menschen sterben sehen und das Ausklingen des Lebens ist am Ende ein Ringen mit dem Atem.
Tiefes,
Starkes Atmen,
Die Krankheit.
Je näher die Menschen dem Tode sind,
Desto tiefer wird die Atmung.
Ich glaube manchmal,
Aber auch vielleicht hat das mit meiner Kindheit zu tun.
Als kleines Kind hatte ich schwere Bronchitis,
Lebensbedrohlich und hatte immer wieder Erstickungsanfälle.
Ich kann mich zum Glück nicht mehr daran erinnern,
Aber so gesehen,
Ich kann dir nicht eine klare Antwort sagen,
Das war das und das und das,
Aber in der Rückschau macht es irgendwie Sinn und ich kann mich gut spüren im Atmen.
Danke,
Jetzt zitiere ich dich mal.
Du hast geschrieben und das hat mich sehr berührt,
Weil du sagst,
Der erste Schritt ist die Zuwendung zu natürlichen Atmen.
Das aber wiederum fällt vielen Praktizierenden schwer.
Warum ist das für dich der erste Schritt?
Witzigerweise ist es für mich auch erst viel später gekommen,
Dieser erste Schritt.
Weil,
Was ja Yoga ist,
In allen Methoden,
Die er uns so an die Hand gibt,
Ich meine,
Dass es völlig ohne eine Wertung ist,
Es ist ein hochgradig manipulativer Weg,
Manipulativ im Sinne,
Wir schauen uns den Menschen an und wir nehmen Veränderungen vor,
Arbeiten mit dem Körper in bestimmter Weise,
Mit dem Atmen in bestimmter Weise,
Mit dem Geist in bestimmter Weise.
Und so viel es leisten mag und so gut es sein mag,
Das ist gar nicht der Punkt,
Aber ich denke mir,
Bevor wir irgendwo hingehen,
Sei es zu uns selbst oder raus in die Natur oder wo immer,
Und bevor wir anfangen,
Die Dinge zu verändern,
Sollten wir verstanden haben,
Wie sie sind.
Und ich glaube,
Dass wir manchmal zu früh an der falschen Stelle anfangen im Yoga.
Das sagt mir die Erfahrung jetzt,
Die noch viele Jahre Unterrichtserfahrung auch.
Und ich erlebe Menschen,
Junge Menschen im Yoga,
Die große Probleme haben mit der Atmung,
Wirklich auch krank sind und mit denen kann ich nicht beginnen und die Bauchdecke flattern lassen und die Brust aufblasen und alle möglichen seltsamen Dinge tun,
Wenn sie noch nicht mal mehr einen natürlichen Atem haben oder überhaupt nur einen Zugang zum natürlichen Atem spüren.
Und das nimmt jetzt immer mehr Raum ein bei mir,
Weil ich auch weiß oder jetzt erlebe,
Wie therapeutisch wirksam das ist,
Natürlich zu atmen und nicht hinzugehen und so viel zu verändern.
Das wäre jedenfalls für mich jetzt natürlicherweise der zweite Schritt immer.
Du hast jetzt gerade gesagt,
Junge Menschen,
Habe ich dich richtig verstanden?
Kommt das häufiger zu bei jungen Menschen,
Kommt das häufiger vor oder wie nennst du das vor?
Ich habe junge Menschen gesagt,
Weil wir natürlich auch viele junge Menschen im Yoga haben.
Und ja,
Es tritt dort auch häufig auf,
Vielleicht auch sogar schon häufiger.
Man weiß es auch aus Studien.
Man weiß zum Beispiel,
Dass mehr als die Hälfte der Kinder in unserer Kultur dysfunktionale Atemmuster haben.
6 und 10 Jahre der Kinder sind alle chronische Mondatmer und das hat eine Vielfalt von fatalen Wirkungen.
Unsere Kultur bringt immer mehr Menschen hervor,
Die immer weniger natürlich sind.
Und diese ja nicht so immer so gesunde Welt,
In der wir sind,
Gerade im Moment auch,
Zerrt an den Menschen.
Und das wird gespiegelt natürlich auch im Atem.
Es ist wie ein Bio-Feedback und der Atem spiegelt alles,
Was geschieht.
Jeder Moment hat seinen Atem.
Und da ist mir wichtig,
Menschen wieder auch zu helfen,
In eine gesunde Atmung zu kommen.
Im Alltag,
Weißt du.
Die eine Stunde im Yoga-Unterricht,
Die ist schön und gut und die genießen wir.
Aber am Ende ist es wichtig,
Wie geht es mir,
Wie bin ich 24 Stunden am Tag.
Kannst du da abschließend so eine kleine Übung einfach jetzt so aus dem Bauch rausgeben?
Hier jetzt gleich?
Ja,
Ganz einfach,
Nur so ganz spontan.
Wir haben aber länger als 30 Sekunden,
Ein bisschen länger.
Ja,
Ja.
Mach es super einfach.
Leg bitte mal deine linke Hand auf den Brustraum.
Leg die rechte Hand auf den Bauchraum.
Und wenn ich jetzt sage Bauchraum,
Dann leg sie oberhalb des Bauchnabels ab,
Sodass deine Hand zwischen Bauchnadel und Brust rein zu liegen kommt.
Und in deinem ersten Moment spür mal nach oben hin,
Da wo die obere Hand liegt und versuch nur für dich wahrzunehmen,
Ob da Atembewegung ist.
Ist da Atembewegung?
Und dann mach das auch mit der Hand,
Die unten ist.
Im unteren Raum kannst du da Atembewegung wahrnehmen.
Und jetzt möchte ich dich bitten,
Dass du versuchst für dich so zu atmen,
Dass im oberen Bereich wenig oder sogar gar keine Bewegung geschieht,
Sondern dass der ganze Atem sich vollzieht über diesen Bereich,
Wir nennen den gerne den goldenen Gürtel.
Das ist der Bereich,
Wo dein Zwerchfell aktiv ist.
Dein Zwerchfell allein besorgt den ganzen Atemprozess.
Lass es ruhig und lasse die Ausatmung hinein los und erlaube dem Einatmen zurückzukommen.
In seiner Zeit,
In seiner Größe,
Lass einfach los ins Ausatmen.
Öffne dich für die Einatmung.
Und je weniger du da machst,
Sondern das geschehen lässt,
Desto mehr wirst du vielleicht erleben,
Dass der Atem sanfter wird,
Weniger wird,
Kleiner wird.
Und in diese Sanfte,
Weniger und Kleine hinein,
Bitte ich dich,
Dich hinein zu entspannen,
Ganz da hinein loszulassen.
So gut es dir gelingt,
Schau sie dann nur noch zu.
Sanft,
Wenig und fein.
Dafür kannst du dir dann ein paar Minuten Zeit geben.
Die Hände kannst du natürlich jederzeit ablegen,
Wenn du dich gut verbunden fühlst mit dem Atmen.
Aber die Idee ist einfach,
Natürliches Atmen,
Physiologisch natürlich,
Und es tut gut mit der Zeit.
Wow,
Super,
Vielen Dank.
Das ist sehr,
Sehr,
Sehr entspannend,
Sehr wohltuend.
Ja,
Vielen Dank,
Lieber Ralf.
Diese schöne Körperwarnung,
Nehmen wir jetzt gar nicht durch mehr Wörter auf.
Ich danke dir sehr,
Und wer interessiert ist an den sehr,
Sehr schönen und hilfreichen Artikeln von Ralf,
Die kann die in der Übung auch erinnern.
Danke,
Namaste.
Danke dir,
Alles Gute.
Ciao,
Tschüss.
Ciao,
Tschüss.
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