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Meine inneren Anteile - Praktische Einführung

by Alexandra Bothe

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Meditation
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In dieser Mini-Lektion wirst du praxisnah in die Anteilsarbeit eingeführt. Anhand eines von dir gewählten Beispiels wirst du angeleitet, welche Anteile in dieser Situation einen Einfluss auf deinen inneren Konflikt haben und wie du eine Entscheidung in dieser bestimmten Situation treffen kannst. Photo by Green Chameleon on Unsplash

Transkription

Die Arbeit mit meinem inneren Team oder meinen inneren Anteilen.

Die Anteilsarbeit beziehungsweise Teilearbeit wird vor allem in der systemischen Psychotherapie und im systemischen Coaching eingesetzt,

Um sich kniffligen Situationen zu stellen,

Wo man merkt,

Dass man einen inneren Konflikt hat und mit sich selbst dringt und deswegen vielleicht keine Entscheidung treffen kann oder die Situation gerade so nicht verändern kann.

Aber bevor wir jetzt zu sehr in die Theorie reingehen,

Möchte ich sofort mit dir in die Praxis.

Überleg dir doch mal eine Situation in deinem Leben,

Wo du vielleicht gerade an so einem Punkt bist,

Wo du sagst,

Du möchtest eine Entscheidung treffen.

Das kann natürlich etwas tiefergreifendes sein,

Ein starker innerer Konflikt,

Aber es kann auch einfach eine kleine Entscheidung sein,

Die du für den morgigen Tag treffen möchtest.

Das heißt,

Du kannst gerne die Audiodata einfach kurz pausieren und dir überlegen,

Welche Entscheidungssituation möchtest du jetzt in diesem Audio mit mir durchspielen.

Okay,

Wenn du dich jetzt entschieden hast,

Dann nimm dir auch noch Zettel und Stift zur Hand und dann kann es schon losgehen.

Bevor wir jetzt ins Aufschreiben gehen,

Möchte ich dich einmal bitten,

Kurz die Augen zu schließen und dich in eine Umgebung zu versetzen,

Wo du dich wohl fühlst.

Vielleicht draußen in der Natur,

Vielleicht in deinem Zimmer und atme tief ein durch die Nase und tief aus.

Versuche dich jetzt erstmal zu entspannen und in der Situation anzukommen.

Und jetzt stell dir vor,

Wie die Entscheidungsmöglichkeiten,

Zwischen denen du dich nicht entscheiden kannst,

Vor dir stehen.

Visuell,

Vielleicht ist es eine Person,

Vielleicht ist das ein Gegenstand,

Vielleicht ist das die eine oder die andere Wohnung.

Guck sie dir erstmal genau an.

Schau,

Wie du sie visualisiert hast,

Wie sie durch dein Gehirn visualisiert wurden und dann widme dich erstmal der ersten Möglichkeit.

Spür mal rein,

Wie fühlt sich da dein Körper an,

Was spürst du?

Vielleicht spürst du gar nichts,

Das ist auch nicht schlimm.

Vielleicht spürst du in einem,

In einer Körperregion irgendeine Wahrnehmung,

Vielleicht zieht es,

Vielleicht kribbelt es.

Und jetzt überleg dir mal,

Was würde denn dafür sprechen,

Sich dafür zu entscheiden?

Dafür möchte ich dir jetzt kurz Zeit geben,

Um dich da ein bisschen rein zu denken und rein zu fühlen.

Wenn du noch mehr Zeit brauchst,

Dann drück gerne nochmal auf Stop.

Dann überleg dir doch mal,

Was hat jetzt dafür gesprochen?

Was hat dir dein Gehirn,

Dein Herz,

Dein Körper gesagt?

Und schau mal,

Sind es vielleicht entgegengesetzte Argumente,

Die aus ganz unterschiedlichen Richtungen kommen?

Vielleicht ist was Rationales dabei,

Vielleicht was Emotionales,

Vielleicht etwas,

Das dem anderen,

Der anderen Möglichkeit gegenüber kritisch gestimmt ist.

Und jetzt kannst du aus diesen Aussagen,

Die du für dich rausgefunden hast,

Mal versuchen,

Deine Anteile,

Die dadurch sprechen wollen,

Herauszufiltern.

Wir haben häufig einen sehr rationalen Anteil,

Wir haben mehrere rationale Anteile auch häufig,

Die uns zum Beispiel schützen wollen und die dann sagen,

Für diese erste Variante spricht es,

Dass ich nichts an mir verändern muss.

Es spricht dafür,

Dass ich sicher bleibe.

Das heißt,

Das wären schon mal vielleicht zwei Anteile.

Ich möchte nichts verändern.

Das wäre vielleicht so jemand,

Der stagniert,

Der stagnierende oder es ist jemand,

Der vielleicht zu faul ist,

Die Faule.

Und die zweite Aussage könnte von einer Person getroffen worden sein,

Die sehr sicherheitsbedürftig ist.

Also ich möchte in Sicherheit bleiben.

Ich möchte,

Dass es sich nichts ändert,

Weil ich nicht weiß,

Was sich bei Veränderungen ergibt.

So könntest du jetzt schon mal zwei Anteile herausarbeiten aus deinen Aussagen oder vielleicht fallen dir auch noch mehr ein.

Also pausiere einfach mal kurz und überlege,

Welche Aussage steckt denn hinter dem Vorteil,

Den du gerade genannt hast.

Also du möchtest dich für Version A entscheiden.

Version A könnte sein,

Alles beim Alten zu behalten.

Und warum möchtest du alles beim Alten behalten?

Ja,

Weil es dir Sicherheit gibt,

Weil es einfacher ist,

Weil du nicht weißt,

Was sonst noch so kommt,

Weil du dir vielleicht selbst nicht vertraust,

Das Ganze in Zukunft stemmen zu können.

Versuche diese Aussagen hinter den Vorteilen herauszuarbeiten und dann dir jeweils einen Anteil daraus zu kreieren.

Und wie du ihn benennst,

Das ist ganz dir überlassen.

Pausier hier gerne kurz die Audiodatei und schreib auf deinen Zettel,

Welchen Vorteil oder welche Vorteile bringt Option A,

Die ich gerade durchdacht habe.

Welche Aussage steckt hinter diesem Vorteil und welcher Anteil könnte diese Aussage sagen?

Und nachdem du dieses Modell jetzt angewendet hast auf die Möglichkeit 1,

Also die Entscheidungsmöglichkeit 1 oder A,

Kannst du das Ganze jetzt für alle anderen Entscheidungsmöglichkeiten auch noch durchspielen und dir überlegen,

Welcher Anteil sitzt eigentlich da am Steuer?

Welcher Anteil will,

Dass ich diese Entscheidung treffe?

Vielleicht ist es dir gerade ganz einfach gefallen,

Die Anteile herauszuarbeiten,

Aber vielleicht brauchst du auch einfach noch ein bisschen Zeit,

Um dir über die verschiedenen Möglichkeiten Gedanken zu machen.

So oder so ist das völlig in Ordnung.

Jeder und jede macht es in dem eigenen Tempo und manche Entscheidungen sind einfach schwerer zu treffen und schwerer deswegen auch zu reflektieren.

Also mach dir keine Sorgen,

Egal ob du jetzt deine Anteile schon hast,

Die jetzt in dieser Situation reinspielen oder nicht.

Werden wir jetzt noch einen Schritt weiter gehen und gucken,

Wie könnte man mit Hilfe dieses Wissens,

Dass man diese Anteile jetzt hat,

Die Entscheidung vielleicht besser treffen.

So also wir setzen jetzt einfach mal voraus,

In einer Situation,

In einer Entscheidungssituation gibt es zwei Entscheidungsmöglichkeiten und fünf Anteile,

Die reinspielen.

Kann auch 20 sein,

Kann auch 25 sein,

Aber der Einfachhalber bleiben wir jetzt mal bei fünf Anteilen.

Und du kannst für dich jetzt diese fünf Anteile,

Die beiden Entscheidungsmöglichkeiten durchdiskutieren lassen.

Um das Ganze etwas visueller zu gestalten,

Ist es möglich,

Dass du zum Beispiel dir kleine Karten malst,

Wo du entweder etwas drauf malst oder einfach nur den Namen des Anteils drauf schreibst und diesen vor dir auf dem Tisch irgendwie auslegst oder auf den Boden oder du malst es dir einfach auf einen,

Auf einen,

Auf ein Blatt Papier.

Das heißt,

Du malst dir vielleicht die zwei Antwortmöglichkeiten,

Einfach nur einen Kreis mit A und B und außenrum sitzen deine Anteile,

Die du benennst und darüber diskutieren.

Dann fokussierst du dich auf Antwortmöglichkeit A und lässt jeden Anteil mal kurz sprechen.

Du lässt sie sozusagen miteinander diskutieren.

Vielleicht hat es dann schon gereicht,

Wenn du einmal jeden Anteil sprechen hast lassen,

Einmal im Kreise oder vielleicht muss auch noch mal eine zweite Runde oder eine dritte oder vierte Runde passieren,

Bis die Anteile zu einem Konsens kommen.

Kann natürlich auch sein,

Dass das noch Jahre dauert,

Bis sie bei dieser Entscheidung zu einem Konsens kommen.

Aber das ist sozusagen das Konzept,

Was man einmal durchspielen kann,

Um zu gucken,

Wie reden denn über diese eine Entscheidung meine Anteile?

Wie viele Anteile sind denn dafür?

Wie viele dagegen?

Welche Argumente haben die verschiedenen Anteile und sprechen sie aus Angst oder ist es vielleicht etwas,

Was man tatsächlich als gutes Argument nehmen kann,

Wo man diesen Anteil sehr gut verstehen kann.

Also immer reflektieren,

Woher der Anteil kommt.

Ist es Angst oder will der Anteil,

Dass du dich weiter entwickelst?

Und dann machst du es mit Option B ganz genauso.

Du lässt alle sprechen und mal miteinander diskutieren und dann guck mal,

Was rauskommt.

Das ist jetzt sozusagen die erste Anleitung,

Wie du mit deinen inneren Anteilen arbeiten kannst.

Das Ganze ist natürlich noch sehr komplex oder noch viel komplexer und du kannst noch viel,

Viel mehr verschiedene Dinge mit diesen Anteilen machen,

Aber fürs Erste ist das gut so und oder reicht das aus und ich würde mich freuen,

Wenn du mir einen Kommentar da lässt,

Ob das schon mal hilfreich für dich war und vielleicht in welche Richtung eine weitere Aufnahme,

Ein weiterer Vortrag beziehungsweise ein weiterer Podcast gehen soll,

Was dich noch interessiert in Richtung Anteilarbeit.

Dann viel Spaß bei der Arbeit und noch einen wundervollen Tag.

Mach's gut!

4.0 (7)

Neueste Bewertungen

Marion

October 16, 2022

Was für eine herrliche Möglichkeit, mit so eindrücklich Bildern, seine Entscheidung zu treffen! Das macht gleich richtig Spaß!!!

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