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Achtsam kommunizieren (Teil 2) - Gewaltfrei - Marshall Rosenberg

by Daniela Barchasch

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Meditation
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Wir reden, doch hören wir uns nicht, als würden wir in unterschiedlichen Sprachen sprechen. Und genau das tun wir. Die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg gibt dir in vier einfachen Schritten ein Modell an die Hand, mit dem du es schaffst, deine Konflikte friedvoll zu lösen. Sein Ansatz ermöglicht es dir, deine Bedürfnisse so auszudrücken, dass du wirklich gehört wirst, ohne den anderen in eine Ecke zu drängen. Das ist die Grundlage für eine konstruktive Streitkultur.

Transkription

Wenn wir achtsam sind in der Art und Weise,

Wie wir kommunizieren,

Bekommen wir ganz schnell ein Gefühl dafür,

Was das,

Was ich denn sage,

Bei dem anderen wirklich bewirkt.

Im ersten Teil dieser Mini-Reihe hatten wir uns mit den vier Ebenen der Kommunikation auseinandergesetzt,

Also vier Ebenen der Sprache,

Die in jedem Dialog vorhanden sind.

Und dieses Konzept von Schulz von Thun ist wichtig,

Wenn wir verstehen wollen,

Wie das Gesagte beim anderen ankommt und dass es eben mehr als nur eine Bedeutung haben kann.

Wir verstehen dadurch sehr leicht,

Dass es nicht nur eine Wahrheit gibt,

Und das ist ja ein essentieller Weg in der Meditation,

Und ein Gespräch gibt und die Interpretation davon sehr stark von den einzelnen Personen abhängig ist,

Die daran beteiligt sind.

Doch wie ist es denn möglich,

Ein Gespräch von mir aus bewusst so zu lenken,

Dass ich auch das zu verstehen geben kann,

Was ich wirklich sagen will,

Dass ich vielleicht auch schwierige Gespräche führen kann,

Ohne dass der andere sich angegriffen fühlt und es ganz leicht eskalieren kann?

Das System,

Über das ich heute sprechen möchte,

Passt perfekt zur Achtsamkeit und der buddhistischen Psychologie.

Denn es geht um das Thema Gewaltfreiheit in meiner eigenen Sprache,

Es geht um die gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg.

Viel von dem,

Was Rosenberg gelehrt hat,

Orientiert sich an meditativen Grundsätzen,

Wie zum Beispiel,

Ich höre zu,

Ich bleibe auf der Beobachter-Ebene,

Ich reagiere nicht einfach blind,

Auch wenn ich mich angegriffen fühle,

Ich bleibe bei mir,

Ich kommuniziere in Ich-Botschaften.

Rosenberg hat ein System entwickelt,

Mit dem wir durch eine einfache Kommunikation und einfache Kommunikationsregeln auch in schwierigen Situationen uns so ausdrücken,

Dass wir dem anderen Wertschätzung entgegenbringen können und trotzdem das sagen,

Was uns auf dem Herzen liegt,

Auch wenn es etwas ist,

Was sich erstmal wie ein Vorwurf anhört.

Mit seinem System ist es möglich,

Diese Konflikte,

Die wir tagtäglich haben,

Friedlich zu klären.

Und Konflikte entstehen zwangsläufig,

Wenn zwei oder mehrere Menschen aufeinandertreffen.

Denn jeder Mensch hat unterschiedliche Bedürfnisse,

Von denen er möchte,

Dass sie erfüllt werden.

Und diese sind nicht immer unbedingt mit den Bedürfnissen der anderen zu vereinbaren.

Und unser Ziel ist es auch in der Meditation nicht,

Unsere Bedürfnisse so weit zurückzuschrauben,

Dass wir keine Auseinandersetzung mehr haben,

Dass wir da in nichts mehr hineingeraten.

Das ist nicht im Sinne von Achtsamkeit und Meditation.

Unser Ziel ist es,

Uns so zu reflektieren und dann auch ausdrücken zu können,

Und zwar eben gewaltfrei ausdrücken zu können,

Dass wir friedlich mit dem anderen ohne Streit eine Lösung finden können.

Denn das nennt man auch eine konstruktive Streitkultur.

Und du kannst dich ja selbst mal fragen,

Wie sieht es denn mit deiner Streitkultur in deinem Leben aus?

Bist du eher der Typ,

Der Konflikte vermeidet oder rutschst du regelmäßig hinein und wie verhältst du dich dann?

Wie reagierst du denn dann?

Mit welchen Auswirkungen auf deine Beziehungen zu Freunden und Partnern und Arbeitskollegen?

Und auch ganz interessant,

Mit welcher Streitkultur bist du denn groß geworden?

Wie haben sich denn deine Eltern oder auch unmittelbare Bindungspersonen um dich herum in Streitfällen verhalten?

Und hast du irgendetwas davon womöglich auch übernommen oder tust vielleicht das totale Gegenteil?

In der Familie meines Mannes zum Beispiel ist es üblich,

Die Situation aufbrausend zu verlassen,

Sich also dem Ganzen zu entziehen,

Den anderen stehen zu lassen oder vielleicht am Telefon auch einfach aufzulegen.

Und ich glaube,

Wir brauchen nicht darüber zu reden,

Dass das schwierig für alle Beteiligten ist und für die Lösung des Konfliktes überhaupt nicht dienlich ist.

Und das wollen wir eben mit der GFK anders angehen.

GFK heißt Gewaltfreie Kommunikation.

Denn wenn wir anfangen,

Uns hier achtsam zu beobachten und zu hinterfragen,

Können wir aus diesen destruktiven Verhaltensweisen,

Die wir womöglich aufzeigen,

Aussteigen und so Beziehungen mit einer Streitkultur führen,

In der wir die Dinge auf eine konstruktive Art und Weise lösen können.

Und zwar so lösen,

Dass sie dann auch wirklich bearbeitet sind,

Ohne immer wieder aufzukommen oder an der Oberfläche auf unsere Knöpfe drücken.

Marshall Rosenberg hat also mit der GFK,

Also der Gewaltfreien Kommunikation,

Ein Modell entwickelt,

Uns genau hierin zu unterstützen.

Gewalt in der Kommunikation hat nichts mit körperlicher Gewalt zu tun,

Sondern wie ich mein Gesagtes verwende,

Was will ich damit noch ausdrücken,

Und zwar indem ich den anderen zum Beispiel auch beleidige oder bedrohe oder seine Gefühle und Bedürfnisse verletze.

Nur allzu oft geschieht das sehr unbewusst im Alltag und genau hieraus resultieren Konflikte.

Dabei sind Empathie und Wertschätzung Eigenschaften,

Die uns helfen,

Im Alltag gut miteinander auszukommen.

Schon durch die Art zu kommunizieren können wir dies erreichen und Achtsamkeit ist wirklich ein Weg dahin,

Unser empathisches Vermögen zu verbessern.

Bei der GFK geht es darum,

Inhalte dem Empfänger so zu vermitteln,

Dass meine Empathie deutlich wird und der andere sich verstanden fühlt.

Es geht aber auch darum,

Die eigenen Bedürfnisse thematisch in den Vordergrund zu stellen,

Also was möchte ich eigentlich und nicht vermeintliche Verfehlungen des anderen.

Ich möchte also nicht sagen,

Ja aber du hast doch,

Sondern ich rücke den Fokus auf mich und stelle mein Bedürfnis in den Vordergrund.

Bestimmt hast du ja auch schon einmal von den Ich-Botschaften gehört,

Die in einer Auseinandersetzung sehr hilfreich sein können.

Denn wenn ich sage,

Du hast mich verletzt,

Kommt etwas ganz anderes rüber,

Als wenn ich sage,

Ich fühle mich gerade verletzt.

Die Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg nimmt auch das auf,

Geht aber noch viel weiter.

Sie basiert dabei im Wesentlichen auf vier Schritten.

Diese Schritte,

Diese vier Schritte bestehen als erstes aus der Beobachtung,

Das zweite aus den Gefühlen,

Das dritte sind die Bedürfnisse und das vierte ist eine Bitte.

Gehen wir sie mal auch an Beispielen durch.

Bei der Beobachtung steht eine möglichst objektive Beschreibung des Sachverhaltes im Vordergrund.

Hierbei muss man sich auch bewusst machen,

Dass solche Phrasen wie immer tust du das oder nie tust du das oder alle oder keiner von euch sehr in eine andere Richtung gehen und den anderen eher in ein defensives Verhalten führen,

Als dass er sich mit mir wirklich auseinandersetzt.

In der Beobachtung im ersten Schritt konzentriert man sich also rein auf die Beobachtung der konkreten Handlungen,

Die in dieser Situation auch wirklich geschehen ist.

Dabei wollen wir bewusst auf Bewertungen und Interpretationen verzichten.

Stell dir vor,

Dass ein Mann nach Hause kommt und seine Frau hat ein Anliegen an ihn.

Und zwar sagt sie,

In der letzten Woche hast du dein Geschirr dreimal nach dem Essen auf die Spüle gestellt und es stand dort jeweils bis zum Morgen,

Dann habe ich es abgespült.

Das ist die Beobachtung im Sinne der GFK.

Es ist keine Bewertung mit drin,

Es ist keine Schuldzuweisung drin,

Sondern sie beschreibt einfach nur die konkrete Handlung.

Sie sagt nicht,

Du verhältst dich in der Küche total schlampig.

Im nächsten Schritt geht sie auf ihr Gefühl ein.

Sie hinterfragt sich,

Welche Gefühle durch diese Handlung ihres Mannes,

Dass er das Geschirr nicht weggeräumt hat,

Ausgelöst werden.

Und zwar sie sagt,

Ich bin frustriert.

Sie sagt nicht,

Ich fühle mich provoziert und es ist dir total egal,

Dass hier so ein Dreck in der Wohnung ist.

Im nächsten Schritt drückt sie ihr Bedürfnis aus.

Und Bedürfnisse sind Werte oder Wünsche,

Die jeder von uns hat.

Und wir wollen gerne alle,

Dass sie erfüllt werden.

Die einen sind stärker und die anderen sind weniger stark.

In diesem Schritt erarbeitet man,

In diesem dritten Schritt,

Welche Bedürfnisse in der Situation erfüllt oder eben bei negativen Gefühlen nicht erfüllt wurden.

Sie sagt weiter,

Da ich,

Wenn ich in das Haus komme,

Eine Ordnung vorfinden möchte,

Die mir eine Entspannung möglich macht.

Und als allerletztes formuliert sie die Bitte.

Eine Bitte,

Mit der sie beim Konfliktpartner,

Ihrem Mann,

Um eine konkrete Handlung anfragt,

Um das eigene und unerfüllte Bedürfnis zufriedenzustellen.

Sie sagt also als letztes,

Sage mir bitte,

Ob du bereit bist,

Dein Geschirr gleich nach dem Essen abzuspülen oder gemeinsam mit mir nach einem Weg zu suchen,

Wie unser beider Bedürfnis nach Ordnung erfüllt werden kann.

Was dazu führt,

Dass der,

Sagen wir mal,

Gesprächsball nun beim Mann liegt.

Was hat sie also getan?

Das erste war die reine Beobachtung,

Das zweite war sie drückt ihr Gefühl aus,

Das dritte ihr Bedürfnis,

Was auch mit dem Gefühl verbunden ist und als viertes eine Bitte an ihren Mann.

Sie sagt,

In der letzten Woche hast du dein Geschirr dreimal nach dem Essen auf die Spüle gestellt und es stand dort jeweils bis zum Morgen.

Dann habe ich es abgespült.

Ich bin einfach frustriert,

Da wenn ich in das Haus komme,

Wirklich eine Ordnung vorfinden möchte,

Die mir ein Entspannen erst möglich macht und sag mir bitte,

Ob du bereit bist,

Dein Geschirr gleich nach dem Essen abzuspülen oder gemeinsam mit mir nach einem Weg zu suchen,

Wie unser beider Bedürfnis nach Ordnung erfüllt werden kann.

Wichtig ist bei der GFK,

Dass es ein Modell ist,

Das wir erst einmal üben müssen,

Also diese einzelnen Schritte müssen erstmal in unseren Kopf kommen.

Keiner schafft das von jetzt auf gleich,

Weil wir allzu schnell wieder in bestimmte und vor allem alte eingefahrene Verhaltensmuster hineinfallen.

Ganz schnell kommen wir auf diese Vorwurfsebene,

Uns verteidigen zu wollen bzw.

Ja,

Den anderen vielleicht sogar anschreien zu wollen.

Ein Konflikt ist immer eine Stresssituation und im Stress handeln wir so,

Wie wir es gewohnt sind.

Und deswegen ist der Weg der Achtsamkeit und Deine Meditation so sehr von Bedeutung,

Auch in Deiner Kommunikation,

Denn damit schaffen wir die Grundlage beobachten zu können.

Und das ist der Weg zu permanenten Veränderungen,

Schritt für Schritt.

Ich bin Dani von Evakuera und lass uns Dein Denken gemeinsam verändern und Deine Welt wieder bewusster machen.

Danke,

Dass Du heute Deine wirklich wertvolle Zeit mit mir geteilt hast und genieße den restlichen Tag oder den Abend und bis zum nächsten Mal.

4.7 (42)

Neueste Bewertungen

Bernadette

July 18, 2023

Sehr gut erklärt. Viele Dank.

ChrisTine

April 23, 2021

Super erklärt, jetzt müssen wir es nur noch umsetzen 😃

Anette

August 18, 2019

Sehr klare und gute Darstellung von Rosenbergs Kommunikationsmodell. Wenn doch viele Menschen diese Art des miteinander Kommunizierens nutzen würden. Vielen Dank. Ich werde üben :)

Lothar

August 17, 2019

Sehr gute Hilfe..🙏

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