
Hochsensibilität | Empathie und Psychopathie
by Ingo Komenda
Heute möchte ich einige Gedanken zum Thema Empathie, Psychopathie und Hochsensibilität teilen. Dabei stelle ich eine Technik vor, die ich den Hypnodrift nenne. Der Hypnodrift ist eine zentrale Technik in meiner Praxis und kann von allen Menschen ab fünf Jahren bis ins hohe Alter leicht erlernt werden. In diesem Beitrag finden Sie eine Anwendung. Der Hypnodrift hat viele Facetten, eine davon ist es, Fremdgefühle zurück zu geben. Die Technik ist eine sehr einfache, aber chirurgische Form der Selbsthypnose. Es ist ein komplexes Thema, welches hier angeschnitten werden wird.
Transkription
So,
Hallo und herzlich willkommen.
Mein Name ist Ingo Kommender.
Ich bin Psychologe und Hypnotherapeut und möchte heute ein bisschen was zu Empathie,
Psychopathie und Hochsensibilität sagen.
Es ist ja eine Diagnose,
Die in dem Sinne noch keine Diagnose ist,
Aber Menschen grundsätzlich,
Die eine sehr,
Sehr hohe Wahrnehmung haben,
Bewusste Wahrnehmung von Reizen,
Dazu gehört auch ADHS mit Sicherheit,
Die also sehr stark auf Reize reagieren und die Reize dann oft als sehr unangenehm empfinden.
Es gibt mehrere Versuche,
Das vielleicht auch zu systematisieren,
Aber das Erste,
Was ich so für mich selber gefunden habe,
Ist eben Empathie und die hochsensible Persönlichkeit erstmal ein bisschen auseinander zu dividieren.
Menschen mit einer sehr hohen Empathie können natürlich sehr,
Sehr gut andere Menschen fühlen und haben auch oft Probleme,
Sich tatsächlich von anderen Menschen emotional abzugrenzen.
Also wir wissen auch,
Dass über die Neurozeption und die Spiegelneuronen,
Dass wir tatsächlich sehr stark auf die Gefühle von anderen Menschen reagieren,
Die übernehmen und uns dann auch ein Stück weit eben auch so fühlen,
Wie die Menschen,
Denen wir begegnen.
Menschen mit einer sehr hohen Empathie bis hin zum Empathen,
Also zu einem Menschen,
Der im Prinzip sehr viel in sich aufnimmt von anderen,
Ja die können manchmal gar nicht so wirklich gut unterscheiden,
Was ist eigentlich mein Gefühl und was wurde woanders getriggert.
Das sind oft auch Menschen,
Das weiß ich aus eigener Erfahrung auch,
Die sozusagen die emotionale Signatur oder die emotionale Ausstrahlung anderer Menschen,
Vor allem der Eltern,
Lehrer,
Freunde,
Geschwister,
Aus der Familie eben auch oft übernehmen und dann auch später gar nicht mehr unterscheiden,
Wo habe ich denn das eigentlich her.
Und andere Menschen triggern das.
Das genaue Gegenteil zum Empathen ist im Prinzip der Psychopath.
Auch das ist ein Wort,
Was nicht ganz so klar abgegrenzt ist.
Per se ist das ein Mensch mit einer Persönlichkeitsstörung,
Wo eben die Empathie vor allem darum dreht,
Sich selbst und andere zu manipulieren.
Also wo die Empathie tatsächlich benutzt wird,
Um Aufmerksamkeit oder emotionale Reibung zu produzieren.
Das heißt einerseits ist diese empathische Fähigkeit schon da,
Aber sie wird eben benutzt,
Um die Welt um sich herum zu manipulieren,
In dem eigenen Interesse das Ego eben zu stärken oder immerhin das Ego zu fühlen.
Es gibt auch Menschen,
Die sehr schwach wirken und trotzdem gleichermaßen sehr viel die Puppen um sich herum tanzen lassen.
Oft spielen die Täter Opfer-Retter-Spiele.
Also Spiele,
Wo sie selber Helfer sind oder Retter und andere sind oft die Täter.
Meistens ist ein Opferhaltung auch dabei.
Und diese Psychopathie oder diese Persönlichkeitsstörung oder auch Ich-Sucht.
Ich würde es eigentlich immer gerne Ich-Sucht nennen.
Psychopathie,
Also die Krankheit der Psyche passt auch,
Aber das kann manchmal auch subtiler sein.
Aber das ist der Unterschied.
Also der Empath ist jemand,
Der letztendlich sich auf jemanden einschwingt,
Der etwas in sich hinein strahlen lässt,
Also der sozusagen aufnehmender ist und in Verbindung geht.
Und der Empath spielt per se eben auch ein anderes Spiel als der Psychopath.
Denn der Empath,
Der ist eher auf Verbindung und Harmonie und Miteinander bis hin zu Ich-Abgrenzung oder Ich-Auflösung,
Also bis zu fehlenden Abgrenzungen.
Wenn der Psychopath ist letztendlich immer damit beschäftigt,
Sein Ich abzugrenzen und durch die Aufmerksamkeit anderer oder der eigenen zu stärken.
Das ist erstmal grundsätzlich der Unterschied.
Und das zeigt auch die Schwierigkeit,
Bei hochsensiblen Persönlichkeiten gibt es eben auch beides.
Also es gibt die Empathen,
Die sehr,
Sehr empathisch bis zu Ich-Auflösung sind,
Die also viel mehr andere spüren oder die Verbindung zu anderen.
Und es gibt eben die,
Die letztendlich narzisstisch gekränkt sind und deshalb hochsensibel wirken,
Weil sie eine sehr hohe Kränkbarkeit haben.
Das sind oft dann die hochsensiblen Persönlichkeiten,
Die sehr oft weinerlich oder dann auch schnell mal aggressiv werden,
Weil sie sich überfordert fühlen,
Aber ständig ihre Gedanken sich um sich selber drehen.
Und ich glaube,
Das ist die Schwierigkeit bei der Formulierung hochsensible Persönlichkeiten,
Dass man es da entweder mit Empathen oder mit Psychopathen zu tun haben kann.
Und beides bedarf einfach einer unterschiedlichen Behandlungsweise.
Also der Empath,
Für den ist es wahnsinnig wichtig zu lernen,
So was ist meins und was ist nicht meins.
Das heißt,
Er muss für sich einfach Wege finden,
Erstmal überhaupt zu erkennen,
Viel von dem,
Was ich fühle,
Ist gar nicht meins.
Das habe ich für mich selber bei meiner Angst erlebt.
Als ich meine Angst bearbeitet habe,
Hat das sehr lange gedauert.
Angst war ein großes Thema in unserer Familie aufgrund des Flüchtlingshintergrunds und anderer Geschichten.
Und ich hatte aber sehr,
Sehr viel gemacht und irgendwann hatte ich den Eindruck,
Hey,
Angst,
Ne,
Habe ich jetzt eigentlich,
Dürfte ich jetzt so gar nicht mehr haben.
Und trotzdem hatte ich so eine permanente Angstschwelle.
Bis ich halt verstanden habe,
Ich nehme auch,
Also mich triggert die Angst anderer Menschen und ich fühle dann auch Angst.
Also man könnte sagen,
Ich fühle die Angst anderer Menschen.
Und ich habe dann begonnen,
Für mich selber zu sagen,
Okay,
Ich akzeptiere,
Sehe,
Dass diese Angst nicht meine ist.
Und schon alleine die Willensentscheidung zu sagen,
Okay,
Ich gebe sie wieder dahin zurück,
Wo sie herkommt,
Ist ein ganz,
Ganz mächtiger Schritt,
Der auch insofern nicht schwierig ist,
Denn wenn es meine ist,
Behalte ich sie trotzdem,
Werde ich sie trotzdem fühlen.
Aber wenn es eine fremde Angst ist,
Dann kann ich sie nicht auflösen,
Weil diese fremde Angst sozusagen in mir getriggert ist,
Aber letztendlich keinen Ursprung in dem Sinne hat.
Ich bin allerdings vulnerable für das Gefühl anderer.
Ich kenne ein paar,
Die sind eher vulnerable für das Gefühl von Leid anderer Menschen oder für Traurigkeit oder für Angst oder Hilflosigkeit und die werden wahrscheinlich aufgrund ihrer persönlichen Geschichte eben getriggert.
Und dann spüren sie eben viel stärker das Gefühl anderer Menschen,
Über die Neurozeption und nehmen das auf.
Und also natürlich ganz wichtig,
Mal zu schauen,
So von wem habe ich als Empath eigentlich überhaupt dieses Gefühl übernommen.
Und das wissen wir bewusst sogar oft.
Was ich immer mache,
Ich nehme eine Hand hoch,
Stelle die auf eine Unterlage ab,
Sodass der Ellenbogen aufliegt und dann schließe ich kurz die Augen und dann frage ich mich eben,
Wer fällt mir jetzt gerade ein,
Von wem habe ich das.
Und wenn mir diese Person einfällt,
Dann versuche ich die Farbe von diesem Gefühl,
Was die Person mir übermittelt hat,
Zu finden.
Und dann drifte ich mit dem Hypnodrift sozusagen die Hand nach unten.
Die Hand geht von alleine nach unten und bis sie unten ist und dann habe ich das abgegeben.
Dann habe ich das wieder dahin zurückgegeben,
Wo es herkommt.
Ich mache das mal ein Beispiel.
Also ich sitze jetzt auf einem Stuhl.
Neben mir links ist eine Lehne.
Auf dieser Lehne habe ich meinen Ellenbogen abgestützt.
Der Arm steht im 90-Grad-Winkel nach oben und ich schaue mal,
Okay,
Von wem habe ich jetzt die Angst.
Die Angst,
Die mir jetzt gerade einfällt,
Habe ich zuerst bei meiner Mutter erlebt.
Das ist so eine Angst nach Vereinsamung.
Dann schaue ich einfach mal,
Okay,
Was ist das für eine Farbe und dann warte ich kurz.
Also ich konstruiere die Farbe nicht,
Sondern schaue,
Was ist das eigentlich.
Und die Farbe,
Die mir einfällt,
Ist jetzt so ein dunkelrot,
Schwarz,
Grau Matsch.
Das ist gut genug.
Ich tauche jetzt einfach ein,
Lasse das einfach zu und dann lasse ich meine Hand unbewusst ganz langsam nach unten gehen und gebe dieses Gefühl meiner Mutter zurück,
Bis die Hand ganz unten ist.
Das ist die Technik,
Mit der ich selber sehr,
Sehr viel arbeite.
Das ist auch von mir größtenteils selber entwickelt.
Sie basiert auf dem Emotionsdrift,
Aber sie heißt Hypnodrift,
Weil damit kann man einiges anfangen.
Also ich arbeite sehr viel so,
Weil sie einerseits keine tiefe Hypnose voraussetzt und andererseits kann man tatsächlich damit Gefühle sehr,
Sehr gut sortieren.
Und die Gefühle,
Die meine sind,
Die kann ich auch driften.
Das würde ich in einem anderen Kontext einfach mal zeigen.
Aber das ist ein Weg,
Mit dem man sehr,
Sehr weit kommen kann.
Was dann für den Empathen wahnsinnig wichtig ist,
Das werde ich dann in der nächsten Sitzung dann vielleicht noch mal klarer machen oder sicher sogar klarer machen,
Ist die Abgrenzung,
Also auch die Bereitschaft sozusagen die eigene Reizschwelle höher zu legen.
Denn warum übernehme ich eigentlich Gefühle?
Natürlich aus Liebe oder Unsicherheit.
Und auch da kann man etwas machen.
Das wäre aber etwas für die nächste Sitzung.
Menschen,
Die eben eher ich-süchtig sind,
Also die hochsensibel sind,
Weil sie im Prinzip alles zu einem Drama oder einer Hysterie oder einer Schwierigkeit für sich und andere machen,
Für die funktioniert diese Technik zwar auch,
Aber sie geht nicht an die Ursache.
Die Ursache in der Psychopathie ist natürlich eine sehr,
Sehr tiefe,
Frühe Kränkung und damit einhergehend eine Entzündung des Egos,
Wenn man so will.
Also das Ego ist einfach überbetont.
Und da das Ego de facto nicht existiert,
Sondern im Prinzip ein System ist,
Was neurologisch irgendwo eine Entsprechung hat,
Ist das halt ein Prinzip,
Was nie aufhört.
Und diese Kränkungen triggern diese Menschen halt sehr,
Sehr stark.
Aber alles findet dann im Spiel der Reizung,
Der Reibung produzieren,
Der Manipulation auch statt.
Und wenn man davon sozusagen befallen ist,
Wenn das Ego da so entzündet ist,
Im Rinnensinne von Narzissmus oder irgendeiner anderen Persönlichkeitsstörung,
Einer abhängigen Persönlichkeitsstörung oder was anderem,
Dann ist erstmal der wahnsinnig erste Schritt,
Das überhaupt zu erkennen.
Und woran man das sehr gut erkennt,
Oft ist einfach die Schuldzuweisung.
Also wer hat Schuld?
Und oft Menschen mit Psychopathie haben eigentlich selten selber entweder nie Schuld oder auf einmal alles.
Also so eine Mitte gibt es da selten.
Das ist so das eine.
Davon kann man das sehr,
Sehr gut erkennen.
Das andere ist häufig ein starker destruktiver Charakter.
Also der Wunsch dann zu vernichten.
Entweder sich selber,
Also ein sehr starker innerer Feind,
Oder andere.
Und da ist tatsächlich,
Das ist eine andere Behandlung.
Denn da muss man also erstmal erkennen,
Dass man da Anteile hat.
Massive Anteile,
Also wichtige Anteile.
Und natürlich überhaupt bereit sein von dieser Ich-Sucht erstmal Abstand zu nehmen.
Also das zu erkennen und zu sagen,
Ich bin ich-süchtig,
Das tue ich.
Und sich dann tatsächlich in einer intensiven Behandlung zu begeben.
Das tun sehr wenig,
Also naja,
Das tun sehr wenig Menschen,
Weil letztendlich benutzen sie dann auch die Psychotherapie zur Stärkung ihres Egos.
Was ja an sich auch keine schlechte Sache wäre,
Weil Ego per se in meiner Welt nicht schlecht ist,
Weil es eine Maske ist oder eine Rolle oder eine Funktion hat.
Aber der Unterschied ist halt,
Dass das eben nicht die Hauptsache wird.
Der Empath ist ja im Prinzip jemand,
Der etwas in sich aufnimmt.
Und der Psychopath,
Der nimmt von anderen,
Der nimmt von anderen ungewollt.
Und diese Erkenntnis,
Die Sucht,
Die anderen zu brauchen,
Sie zu benutzen für eigene Reibung.
Die ist einfach ein wahnsinnig wichtiger erster Schritt.
Und eben raus aus dem Täter-Opfer-Retter-Spiel,
Raus aus den Ego-Spielen.
Genau,
Das ist sehr,
Sehr wichtig.
Das ist auch ein eigener Bereich.
Aber das ist jetzt hier mein Vorschlag,
Auch mal kurz diesen Bereich hochsensible Persönlichkeiten mal zu trennen.
Ich freue mich auch,
Dass ich heute den HypnoDrift mal vorstellen konnte.
Und dieser HypnoDrift ist wirklich sehr,
Sehr,
Sehr mächtig und sehr,
Sehr stark.
Damit kann man wirklich sehr,
Sehr viel anfangen.
Und ja,
Ich freue mich erstmal vielleicht,
Dass ihr damit ein bisschen experimentiert,
Sie mal ein bisschen schaut.
Und werde mich dann zum zweiten Teil,
Zum Thema Empathie und Abgrenzung wieder melden.
Dankeschön,
Euer Ingo.
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