27:55
27:55

Emotionale Nichtverfügbarkeit und der Hunger nach Nähe

by Claudia Bechert-Möckel

rating.1a6a70b7
Bewertet
4.8
Group
Aktivität
Meditation
Geeignet für
Alle
Aufrufe
248

Es gibt es jede Menge Beziehungen und Partnerschaften, in denen Menschen zwar zusammenleben, und sich dennoch einsam und allein fühlen. Sie leben mit Partnern oder Partnerinnen, die emotional nicht verfügbar sind und leiden unter einer unerfüllten Sehnsucht nach Nähe. Das ist eine doppelbödige Angelegenheit. Deshalb ist das Problem der emotionalen Nichtverfügbarkeit oft gar nicht so leicht zu erkennen. Denn von außen betrachtet sieht alles ganz normal aus: gemeinsames Leben, zusammen an einem Strang ziehen, sich gegenseitig unterstützen. Dass es sich dabei so anfühlt, als würden zwei Planeten nebeneinander auf ihren Umlaufbahnen durchs All sausen mit Lichtjahren Abstand zueinander, das wird erst sichtbar, wenn man auf die Gefühlsebene der Beziehung schaut.

Transkription

Wenn ich endlich den Partner fürs Leben gefunden habe,

Dann werde ich mich nie wieder einsam fühlen.

So in der Art stellen sich das manchmal Menschen vor,

Die Single sind und die sich nichts sehnlicher wünschen,

Als dass da endlich mal jemand an ihrer Seite sein sollte,

Mit dem sie ihr Leben teilen können.

Und obwohl nicht alleine sein wollen jetzt nicht gerade die allerbeste Motivation für eine Beziehung ist,

Kann ich so eine Vorstellung vollkommen verstehen.

Aber das ist eine Fehlannahme,

So ganz hart muss ich das ja mal sagen.

Da draußen gibt es jede Menge Beziehungen und Partnerschaften,

In denen Menschen zwar zusammenleben und sich dennoch einsam und allein fühlen,

Mit einer riesen Kluft zwischeneinander.

Sie leben mit Partnern oder Partnerinnen,

Die emotional nicht verfügbar sind und leiden unter einer unerfüllten Sehnsucht nach Nähe.

Dabei ist dieses Problem der emotionalen Nichtverfügbarkeit oft gar nicht so leicht zu erkennen.

Und das macht es so schwierig.

Denn von außen betrachtet sieht eigentlich alles ganz normal aus in so einer Beziehung.

Gemeinsames Leben,

Zusammen an einem Strang ziehen,

Sich gegenseitig auch unterstützen im Alltag,

Das alles ist vorhanden.

Dass es sich dabei aber so anfühlt,

Als würden zwei Planeten nebeneinander auf ihren Umlaufbahnen durchs All sausen,

Mit lichtjahren Abstand zueinander,

Das wird erst sichtbar,

Wenn man auf die Gefühlsebene der Beziehung schaut.

Und das tun wir in dieser Folge,

Die unsichtbare Distanz in Beziehungen,

Nichtverfügbarkeit und der Hunger nach Nähe.

Du erfährst,

Wie emotionale Nichtverfügbarkeit eines Partners dazu führt,

Dass man trotz physischer Nähe irgendwie isoliert voneinander bleibt und einsam in der Beziehung.

Wir werden uns die verborgenen Ursachen anschauen,

Die Rolle von Kindheitstraumata und Bindungsmustern und wie das die Dynamik der Partnerschaft prägt.

Und natürlich gibt's wie immer den Schritt zur Veränderung.

Praktische Tipps und Übungen,

Wie man emotionale Nähe aufbauen an die Verbindung in der Beziehung stärken kann.

Und ich zeig Dir auch eine Übung,

Mit der Du Dir ein Bild von der emotionalen Verbundenheit in Deiner Beziehung machen kannst.

Leben,

Lieben,

Lassen.

Der Podcast zum Thema Persönlichkeit,

Beziehung und Selbstliebe.

Von und mit Claudia Bechert-Möckel.

Hallo und herzlich Willkommen bei Leben,

Lieben,

Lassen,

Deinem Selbstcoaching-Podcast mit Herz und Verstand.

Schön,

Dass Du da bist.

Jede Woche gibt's hier Inspirationen für Dich,

Dein Leben und Deine Beziehungen und ich bin Claudia Bechert-Möckel,

Persönlichkeits- und Beziehungscoach.

Ich unterstütze Menschen dabei,

Sich selbst und andere besser zu verstehen,

Um gelingende Beziehungen zu führen.

Er ist da und irgendwie auch nicht.

Ich weiß gar nicht,

Wie ich das sagen soll.

Das sagt Saskia zu mir,

Du wirst sie in dieser Folge noch näher kennenlernen.

Saskia und ihr Mann Franz sind Klienten aus der Paarberatung.

Sie kommen gut miteinander klar,

Sagt sie,

Und Franz war ihr noch nie untreu,

Da ist sich Saskia ganz sicher.

Was sie nicht weiß ist,

Was sie ihm eigentlich bedeutet,

Was er empfindet für sie und auch,

Was sonst so in ihm vorgeht.

Franz ist für sie ein Buch mit sieben Siegeln,

Denn er redet nicht gern über seine Gefühle oder über das,

Was ihn tief drinnen in sich selbst bewegt.

Hat er noch nie getan.

Und wenn Saskia versucht,

Irgendetwas über seine Innenwelt und seine Befindlichkeit herauszufinden,

Dann macht er dicht.

Er verschließt sich in sich selbst und Saskia bleibt draußen,

Allein,

Obwohl Franz da ist,

Direkt neben ihr.

Er ist körperlich anwesend,

Aber emotional nicht verfügbar.

Ein Phänomen,

Das ich immer wieder in meinen Beratungen erlebe und das für Menschen wie Saskia mit einem großen Leid verbunden ist.

Dazu ist es auch noch schwierig,

Das Ganze zu erkennen.

Denn Franz,

Der tut ja Saskia nichts an.

Er macht nichts Böses oder irgendwas Verletzendes.

Es ist viel subtiler.

Es ist nämlich das,

Was Franz nicht tut,

Was nicht vorkommt in ihrer Beziehung,

Was Saskia so leiden lässt.

Sie spürt keine oder eben nicht genug emotionale Verbundenheit.

Diese echte Nähe,

Aufmerksamkeit,

Interesse,

Tiefer Austausch und Gespräche und kleine Gesten liebevoller körperlicher Nähe wie Umarmungen und Streicheln,

Das alles fehlt ihr.

Es ist Mangelware in ihrer Beziehung.

Man könnte also auch sagen,

Das Bemühen um sie fällt mau aus.

Zeit für die Beziehung oder Verzweisamkeit gibt es viel zu wenig.

Immer ist irgendwas anderes wichtiger für Franz,

Vor allem die Arbeit.

Für Saskia fühlt sich das nach einer Riesendistanz an zwischen ihnen.

Und das hat sie auch immer wieder beklagt.

Nach ihrer Meinung leben sie nur nebeneinander her,

Wie auf Schienen.

Das ist aber ziemlich zuverlässig.

Aber sie sind nicht wirklich in Kontakt.

Jedenfalls nicht so,

Dass Saskia das spüren kann.

Sie fühlt sich dabei unsicher und ängstlich,

Wie auf wackeligem Grund.

Sie ist nicht sicher,

Ob sie geliebt wird.

Aber es hat sehr,

Sehr lange gedauert,

Bis sie sich das eingestehen konnte.

So wie Saskia geht es vielen Menschen,

Inklusive der Unsicherheit.

Oft sind es Frauen,

Die unter der emotionalen Nichtverfügbarkeit ihrer Partner leiden.

Aber das Problem ist keineswegs nur ein rein männliches.

Und wenn du dich fragst,

Ob das vielleicht auch in deiner Beziehung vorkommt,

So fühlt es sich an.

Der andere ist da,

Aber du spürst keine Verbindung.

Du weißt,

Da ist jemand neben dir,

Mit dir.

Aber es bleibt seltsam leer in eurem Beziehungsraum.

Da ist so eine Kühle oder eine Distanz spürbar.

Ein Abstand.

Obwohl der Mensch,

Mit dem du lebst,

Jeden Tag neben dir aufwacht und dir auch euer Leben teilt.

Du spürst einen Schmerz,

Einen Mangel.

Aber du bist nicht sicher,

Ob du dir das nicht vielleicht nur einbildest.

Du sagst oft,

Was du dir wünschst.

Rede doch mal mit mir.

Manchmal fühlst du dich einsam und hast vielleicht auch noch ein schlechtes Gewissen deswegen.

Er ist doch da.

Er kann nicht anders.

Er gibt sich doch Mühe.

Er war doch schon immer so.

So versuchst du dich vielleicht zu beruhigen.

Bis dich der Mangel wieder einholt und du dich wieder so seltsam entfernt fühlst von dem Menschen,

Der dir doch eigentlich am Nächsten sein sollte.

Lebst du mit einem emotional nicht verfügbaren Partner,

Dann hast du das Gefühl,

Dass du emotional am ausgestreckten Arm verhungerst,

Obwohl der andere da ist.

Und dann nörgelst du vielleicht,

Weinst manchmal,

Kritisierst immer wieder.

Aber egal,

Was du versuchst,

Du dringst nicht durch zu ihm oder zu ihr.

Eigentlich weißt dein Gegenüber gar nicht,

Was du willst.

Was soll denn das sein mit der emotionalen Verbundenheit,

Hörst du?

Ich weiß nicht,

Was du meinst.

Was hast du denn immer?

Du übertreibst mal wieder.

Nun hab dich doch nicht immer so.

Und wenn du das hörst,

Dann bist du wieder ruhig gestellt.

Du gibst auf.

Tja,

Vielleicht hast du wirklich nur übertrieben.

Stimmt vielleicht was mit dir nicht?

Und so drehst du Runde um Runde in der Beziehung und das Drama wiederholt sich immer aufs Neue.

Was passiert hier eigentlich?

Zuerst einmal,

Wenn du das kennst,

Möchte ich dir zurufen,

Nein,

Du hast keine Macke und du bist auch nicht übertrieben.

Dein Bindungssystem,

Das will am anderen andocken,

Will sich verbinden.

Es ist so wie unendlich viele kleine Emotionsfühler,

Die wir haben,

So stelle ich mir das gerne vor.

Und die strecken sich zum anderen hin aus und suchen nach Resonanz auf emotionaler Ebene.

Und wenn dir da auf emotionaler Ebene nichts entgegenkommt,

Wenn du dich mit deinen Fühlern ins Leere hineintastest und hineinrufst,

Aber dann kommt nichts zurück,

Dann kann das Angst und Stress in uns auslösen.

Dann fühlen wir uns im wahrsten Sinne des Wortes abgekoppelt,

Verloren,

Eben nicht verbunden.

Und aus Sicht des Nervensystems ist das ein bisschen wie sterben.

Weil das,

Was du dir wünschst,

Vor deiner Nase ist und trotzdem ist es nicht da.

Und das fühlt sich nach Ablehnung an.

Aber auf faktischer Ebene lässt sich das kaum belegen,

Denn der andere ist ja da,

Rein körperlich.

Scheint widersprüchlich,

Oder?

Ist es aber nicht.

Die emotionale Verbundenheit zwischen Menschen ist etwas,

Das man nicht unbedingt sieht.

Diese Verbundenheit existiert auf einer anderen,

Der Gefühlsebene.

Man spürt sie.

Sie steckt in der Aufmerksamkeit,

Die man sich schenkt,

Dem tiefen Interesse an den Gefühlen und Befindlichkeiten im Anderen,

Den Berührungen,

Dem sich vielleicht tief in die Augen schauen,

Den kleinen Gesten,

Der gemeinsamen Zeit und Aufmerksamkeit.

Emotionale Verbundenheit ist wie eine warme Decke,

Die einen miteinander einhüllt.

Bei Saskia und Franz und anderen Paaren,

Die in einer emotionalen Nicht-Verbundenheit gefangen sind,

Da bleibt die Beziehung auf der praktisch-rationalen Oberfläche,

Also auf einer strukturellen Ebene.

Dort wird sie schon gelebt.

Das ist so ein bisschen,

Als ob man zusammen in einem Haus lebt,

Aber keinen gemeinsamen Raum bewohnt.

Die Partner sind nebeneinander,

Aber nicht miteinander.

Jeder bleibt auf eine seltsame Weise für sich.

Zwei Kreise in einem Raum,

Aber es gibt keine Überschneidung.

Da ist eine Entfernung.

Sehr oft sind es die Nähesucher,

So wie Saskia,

Oder Menschen mit unsicher abhängigem Mündungsstil,

Die unter diesem Mangel an emotionaler Verbundenheit leiden und die immer wieder darauf hinweisen.

Sie haben den Problemdruck,

Denn ihnen fehlt ja etwas.

Und deswegen stehen sie auch so da,

Als würden sie nur nörgeln oder meckern,

Als wären sie ewig unzufrieden.

Und sie werden immer wieder abgewürgt.

Was hast du denn?

Ich bin doch da.

So kann ein ewiger Kreislauf von Mangel und Zurückweisung entstehen,

Wenn Paare sich darüber nicht verständigen können.

Näheflüchter dagegen oder Menschen mit ängstlich vermeidendem Bindungsstil sind die,

Die am häufigsten emotional nicht verfügbare Partner sind,

Auch wenn man das nicht pauschalisieren kann.

Denn der emotional nicht verfügbare Partner spürt oft gar nicht,

Dass etwas fehlt.

Das sind oft Menschen,

Die haben keinen Zugang zu ihren tieferen Gefühlen,

Zu sich selbst.

Die nehmen die Verbundenheit in einer Partnerschaft eher auf einer strukturellen Ebene wahr.

Dass man nicht alleine ist,

Zusammen den Alltag lebt,

Sich unterstützt.

Dass es da noch jemanden anders gibt.

So ging es auch Franz.

Für ihn erfüllte sich in der Beziehung das,

Was ihm wichtig war.

Franz und Saskia hatten viel erreicht.

Sie waren stolz auf ihre Kinder,

Sie standen zueinander,

Alles war grundsolide,

Von außen ein Dreamteam.

Sie waren strukturell und familiär und durch die geliebte Gewohnheit verbunden.

Bei gleichzeitiger emotionaler Distanz.

Was niemand sah und Franz die ganze Zeit nicht sehen wollte,

Saskia fühlte sich außen verbunden und innen einsam und leer.

Sie versuchte,

Mehr Nähe zu bekommen,

Indem sie sich an ihn kuschelte.

Worauf Franz jedes Mal flüchtete.

Und sie versuchte auch mehr Nähe zu bekommen,

Indem sie Franz kritisierte.

Ihn immer wieder bat,

Erzähl mir doch was von dir.

Ihm Vorwürfe machte,

Eigentlich bist du gar nicht richtig hier,

Nie machen wir was zusammen.

Oder indem sie wütend bockte und nicht mehr mit ihm redete und manchmal schob sie ihm auch Bücher zu,

Die er nie las oder schickte ihm Podcast-Folgen,

Die ihn nicht interessierten.

Klingt hart,

Aber Franz hatte keine bösen Absichten.

Er hatte einfach den Problemdruck nicht.

Die Beziehung,

Die sie zusammen lebten,

Franz und Saskia,

Entsprach ihm und seiner tiefen Bindungslosigkeit,

Die er schon seit Kindertagen kannte.

Er war aufgewachsen in einer Familienstruktur ohne liebevolle Verbundenheit.

Und so fehlte ihm nicht nur der Zugang zu seinen eigenen Emotionen,

Zu seiner eigenen gefühlten Innenwelt,

Er konnte sich auch nicht in Saskia einfühlen.

Und deshalb funktionierte es,

Wenn er Saskia sagte,

Was hast du denn immer,

Uns geht es doch gut,

Wir haben doch alles.

Warum bist du denn immer so unzufrieden?

Sei doch nicht so empfindlich,

Du übertreibst einfach nur.

Man kann nicht alles haben.

So sah er das und so beharrte er darauf und dabei blieb es dann auch.

Er dachte ernsthaft,

Wenn sie doch endlich aufhören könnte zu nerven,

Dann wäre alles gut.

Und Saskia,

Die fühlte sich dann sofort schuldig.

Denn sie traute ihrer eigenen Wahrnehmung nicht.

Naja,

Vielleicht hat er recht.

Er gibt sich ja Mühe,

Er ist ja ein guter Mann.

Wahrscheinlich muss ich einfach nur ein bisschen zufriedener sein.

Und so entstand eine seltsame Einigkeit.

Saskia und Franz glaubten nämlich beide,

Dass wenn sie sich nicht so anstellte,

Eigentlich alles in Ordnung war.

Ihre Bedürfnisse wurden also vom Tisch genommen und es ging genauso weiter wie immer.

Und was auch blieb,

War die innere Leere in ihr,

Für die sie sich dann auch noch schuldig fühlte.

Das hatte sie schon in ihrer Kindheit getan,

Als der geliebte Papa,

Der nie Zeit hatte und seine Liebe auch nicht so gut zeigen konnte,

Zu ihr sagte,

Jetzt stell dich doch nicht so an Mädchen.

Ich hoffe,

Du verstehst,

Dass dieser Mechanismus aufgebrochen werden muss,

Um der Beziehung überhaupt irgendeine Chance zu geben.

Und als Saskia für sich gewachsen war und zu ihren Nähebedürfnissen stand,

Da gab sie sich nicht mehr damit zufrieden,

Wie es zwischen ihnen lief.

Und damit,

Durch ihre Haltungsänderung,

Kam Franz in eine Zwickmühle.

Denn Saskia war ihm wichtig.

Also ließ er sich dann zusammen mit meiner Unterstützung auf wirkliche Gespräche über ihre Beziehung ein.

Und auch seine eigenen verdrängten Emotionen und Schmerzen kamen dabei ans Licht.

Ganz langsam machte er das Türchen zu seiner Innenwelt auf.

Es war lange verschlossen.

Und Saskia erfuhr Dinge,

Die sie noch nie gehört hatte.

Gefühle tauchten auf,

Die nie zuvor sichtbar waren,

Auch für Franz nicht.

Der sonst so abgeklärte Mann hatte Tränen in den Augen.

Hinter Franz' emotionalen Vermeidungsstrategien steckte der Versuch,

Den Schmerz seiner lieblosen Kindheit nie wieder spüren zu müssen.

Das war ihm gar nicht bewusst,

Aber diese Schutzstrategie des Nicht-Fühlens hatte ihm auch Saskia vom Hals gehalten.

Dabei hatte er in dem Leben mit ihr doch endlich das erfahren,

Was er sich immer gewünscht hatte,

Ein emotional warmes Zuhause.

Franz begann eine Therapie.

Das hatten wir zusammen besprochen.

Er brauchte eine Begleitung,

Bei der überwältigenden Erfahrung mit sich und seiner Innenwelt in Berührung zu kommen,

Damit ihn das alte Verdrängte nicht überflutete.

Und Saskia ist froh darüber,

Dass er sich auf den Weg macht.

Sie hätte das nie gedacht.

Und das alles macht eine vollkommen neue Art von Kontakt zueinander möglich.

Aber Saskia ist sich nicht sicher,

Wohin sie das beide führen wird.

Denn sie hat sich versprochen,

Nie wieder so dermaßen über ihre eigenen Gefühle und Bedürfnisse hinwegzutrampeln.

Das Ende der Geschichte ist also noch offen.

Aber es ist definitiv etwas in ihnen in Bewegung gekommen und auch zwischen den beiden.

Da ist etwas aufgebrochen,

Nämlich die alten starren Muster.

Und das schafft Möglichkeiten für Neues.

Und das ist gut so,

Bei aller Unsicherheit.

Und übrigens ist es auch der einzige Weg,

Um aus solchen Mustern rauszukommen.

Tja,

Vielleicht kennst du ja solche Situationen auch und du spürst,

Dass du in deiner Beziehung emotional nicht satt wirst.

Dann bitte,

Leide nicht einfach still vor dich hin oder denke,

Du bildest dir das alles nur ein.

Es gibt verschiedene Arten von Verbundenheit in Beziehungen.

Dazu habe ich eine ganze Folge gemacht und da kannst du mal reinhören und prüfen,

Was in deiner Beziehung davon gelebt werden kann und was nicht vorkommt.

Ich verlinke dir die Folge in den Show Notes.

Und ja,

Es gibt auch eine ideelle und eine praktische Form der Verbundenheit.

Natürlich,

Aber ohne emotionale Verbundenheit wird sich keine Erfülltheit,

Kein wirkliches Zuhausegefühl in deiner Beziehung einstellen.

Dann wirst du unruhig,

Ängstlich und unsicher bleiben.

Dein Bindungssystem,

Deine vielen kleinen Fühler,

Die brauchen Resonanz und Widerhall vom anderen.

Und wenn es das nicht gibt,

Ist das der Grund für dein Mangelgefühl.

Und nicht etwa,

Dass es daran liegt,

Dass du nicht liebenswert bist oder nicht wichtig genug.

Das,

Was dir dein Partner in dieser Beziehung nicht geben kann,

Das hat dieser Mensch vielleicht für sich selbst nicht.

Schau da bitte mal genau hin.

Hier kommen ein paar Hinweise auf Verhaltensweisen von emotional nicht verfügbaren Menschen.

Du kannst diese Hinweise natürlich auch nutzen,

Wenn du dich fragst,

Bin ich selbst vielleicht emotional gar nicht verfügbar?

Frag dich doch mal,

Spreche ich eigentlich über Gefühle und Emotionen,

Über das,

Was in mir vorgeht?

Kann ich mich verletzlich zeigen oder bleibe ich lieber hinter einer Schutzwand aus Sachlichkeit oder Sarkasmus,

Damit ich mich sicherer fühle?

Mache ich die Dinge am liebsten mit mir selbst aus und lasse mir von außen nicht so viel anmerken?

Kann es sein,

Dass ich vielleicht sogar aus Versehen Intimität und echte Nähe vermeide,

Indem ich mich immer wieder ablenke oder einfach gar nicht da bin,

Zum Beispiel,

Weil ich viel auf Arbeit oder unterwegs bin?

Habe ich Geheimnisse,

Weil ich mich für etwas schäme?

Weil ich mich aufgrund bestimmter Dinge,

Die mich betreffen,

Nicht liebenswert fühle?

Ist es mir lieber,

Auf rationaler,

Pragmatischer Ebene zu bleiben in meinen Gesprächen?

Beklagt sich meine Partnerin,

Mein Partner öfter darüber,

Dass ich emotional nicht erreichbar bin?

Fühle ich mich hilflos oder überfordert,

Wenn meine Partnerin weint oder traurig ist?

Sind Gefühle vielleicht für mich prinzipiell ein unsicheres Gelände?

Emotionale Nichtverfügbarkeit hat viele Ausdrucksformen,

Aber vielleicht kommst du jeder ein oder anderen Sache auf die Spur.

Und wenn du dich dabei erkennst,

Bitte erschreck nicht gleich.

Du bist ein fühlendes Wesen,

Auf jeden Fall.

Aber wenn es in deinem Leben Gründe gab,

Warum du dich emotional verschließen musstest,

Dann heißt es noch lange nicht,

Dass du diese innere Tür nicht wieder öffnen könntest.

Nur eins dürfen wir verstehen.

Der weniger von etwas braucht in einer Beziehung,

Hat die Macht darüber,

Wie viel der andere davon bekommt.

Auch wenn er diese Macht vielleicht gar nicht haben will,

Bestimmt der emotional nicht verfügbare Partner über das Maß an Nähe,

Das in der Beziehung generell gelebt wird.

Das ist tragisch.

Und oft sind diese unerreichbaren,

So wie Franz,

Menschen,

Die schon in der Kindheit mit emotional nicht verfügbaren Elternteilen aufgewachsen sind.

Natürlich ist es keine pauschale Regel,

Es ist eher so eine Tendenz,

Aber sie fällt mir auf.

Sie hatten oft Eltern,

Die sie versorgt haben,

Die sich gekümmert haben,

Also Struktur war da.

Aber diese Eltern hatten eben oft selbst keinen wirklichen Zugang zu ihrer Gefühlswelt,

Weil es auch in ihrem Leben und aufwachsen Gründe gab,

Besser nicht zu fühlen.

Und da sind wir dann auch wieder beim Thema transgenerationale Vererbung,

Auch von Traumata.

Frag dich vielleicht mal,

Wie war das emotionale Klima in deinem Elternhaus?

War es warm und herzlich oder eher kühl und nüchtern?

Wurde über Gefühle gesprochen?

Und ist da jemand auf deine Gefühle eingegangen,

Auf dein Befinden?

Hat dich vielleicht getröstet,

Wenn du traurig warst und sich mit dir gefreut,

Wenn alles gut gelaufen ist?

Zu wem bist du mit deinen kindlichen Problemen gegangen,

Wenn du Angst hattest?

Wo gab es Sicherheit?

Meine Eltern haben mich geliebt,

Das weiß ich.

Nur spüren konnte ich das nie so richtig.

Sie waren halt eher nicht so feinfühlig.

Sowas habe ich schon öfter gehört.

Und in diesem Satz steckt wirklich das ganze Dilemma.

Ich weiß,

Dass sie mich geliebt haben,

Aber ich konnte es nicht spüren.

Verstehst du?

Emotionale Verbundenheit ist nichts Strukturelles oder Vernünftiges.

Es ist ein Gefühl von Nähe und Schutz,

Von Verbundensein und von der Sicherheit,

Die dadurch entsteht,

Dass man spürt,

Ich bin gehalten.

Jemand legt die Arme um mich.

Kinder brauchen das.

Wenn die Eltern das nicht geben können,

Weil sie zu sich selbst keinen guten emotionalen Zugang haben,

Also von ihrer Innenwelt entfremdet sind,

Dann ist das nichts,

Das ihnen bewusst ist.

Diese Menschen lieben ihre Kinder auf die Weise,

Die ihnen zur Verfügung steht.

Aber sie können ihnen nichts geben,

Das sie für sich selbst nicht haben.

Es fehlt eben dann der emotionale Ausdruck,

Der das Kind auch erreicht,

Auf Gefühlsebene.

Und dadurch entsteht eine Unsicherheit,

Eine tief spürbare.

Die Angst,

Nicht okay oder nicht lebenswert zu sein.

Und das Kind hat keine Wahl,

Es richtet sich darin ein,

In dieser Angst.

Es muss sich anpassen an die wenig herzliche und zugewandte Umgebung,

In der das doch alles normal scheint.

Und oberflächlich ist es das ja auch.

Und diese Verunsicherung in einem,

Die nimmt man mit in sein Leben und sie sagt dann später noch,

Vielleicht bilde ich mir alles nur ein.

Mein Bedürfnis nach Verbundenheit ist vielleicht einfach zu groß.

Ich sollte mich nicht so haben.

Das ist Self-Gaslighting.

Und so gehen diese Menschen wie Saskia mit hungrigen Kinderaugen in ihre Paarbeziehungen immer auf der Suche nach jemandem,

Der diesen Mangel endlich ausgleichen soll.

Aber ihr Bindungsprogramm,

Das früh geprägte,

Das zieht sie immer wieder zum vertrauten Beziehungsmuster,

Nämlich hin zu den emotional nicht verfügbaren.

Und es passiert so lange,

Bis man das im ganzen Licht der Bewusstheit endlich versteht und anfängt,

Die Dinge zu ändern.

Und so ist es Saskia ergangen und sie ist froh,

Dass sie das für sich erkannt hat.

Ich habe dir noch eine Übung versprochen.

Es ist eine Visualisierungsübung.

Wenn es dir gerade möglich ist,

Schließ doch mal für einen Moment deine Augen und atme tief ein und wieder aus.

Und stell dir jetzt mal einen für dich wichtigen Menschen vor.

Vielleicht ist es ja deine Partnerin,

Dein Partner,

Der Mensch,

Den du liebst.

Und nun stell dir doch mal die Verbindung zwischen euch wie ein Band aus Licht vor.

Ein Band aus Licht zwischen euch beiden als Symbol eurer Beziehung zueinander.

Vielleicht siehst du dieses Band aus Licht oder vielleicht spürst du so auch die Verbindung zwischen euch.

Was siehst du,

Wenn du dir das vorstellst?

Was spürst du?

Wie steht es um eure Verbindung?

Ist es ein starkes Band?

Ist es hell und warm zwischen euch?

Oder ist es eher dünn und brüchig,

Euer Band?

Bist du unsicher,

Ob es trägt?

Lass dir einen Moment Zeit für diese Visualisierung und lass die inneren Bilder und Gefühle zu,

Die nun ganz von allein in dir aufsteigen wollen.

Und dann atmest du wieder tief ein und erholst und öffnest deine Augen.

War es dir möglich,

Dir ein Bild von eurer Verbundenheit zu machen?

Und was müsste passieren,

Damit sich euer Band in deiner Wahrnehmung verstärken könnte?

Was brauchst du,

Um dich wirklich emotional verbunden zu fühlen?

Und was ist es ganz konkret?

Nimm diese Frage ruhig mal mit und denk in Ruhe darüber nach.

Schreib dir das auf und wenn möglich,

Besprich das mit deiner Partnerin oder deinem Partner.

Ja,

Du hast ein Recht darauf,

Dich emotional verbunden zu fühlen.

Das bedeutet Beziehung.

Ich weiß nicht nur,

Dass der andere da ist,

Ich spüre auch diese Nähe zwischen uns.

Wichtig ist,

Dass du dir das zugestehst und erlaubst und dafür eintrittst.

So wie Saskia.

Wenn dir etwas fehlt und du das anerkennst,

Wirst du dich nicht mehr abspeisen lassen mit Aber was hast du denn?

Ich bin doch da.

Denn auch dein Partner,

Der nicht verfügbare,

Braucht,

Dass du sagst,

Was du genau meinst.

Zum Beispiel,

Ich fühle mich verbunden,

Wenn wir miteinander reden,

Lachen,

Wenn du mich etwas fragst,

Wenn du mir liebe Sachen sagst,

Mir zuhörst,

Was immer es auch für dich ist.

Es ist immer gut,

Wenn man dem anderen dabei so konkrete Beispiele nennt.

In der Psychologie nennt man das die Arbeit mit den Ausnahmen.

Das sind oft ganz kleine Dinge.

Erinner dich mal,

Wann hast du schon mal emotionale Verbundenheit mit deinem Partner,

Deiner Partnerin gespürt?

Zum Beispiel,

Als wir im Auto da und dahin gefahren sind,

Da hatten wir so ein schönes Gespräch.

Es fing mit Politik an und dann hast du mir von dir erzählt.

Sachen,

Die ich noch nie gehört habe.

Zum Beispiel,

Wie du dich fühlst.

Und du hast mir auch zugehört.

Und ich konnte merken,

Dass du wirklich interessiert warst an dem,

Was in mir vorging.

Da habe ich gespürt,

Wie nahe wir uns sind.

Und wie nahe wir uns sind,

Davon wünsche ich mir mehr.

Überleg also mal,

Wie sich bei dir in deiner Beziehung sowas schon mal gezeigt hat.

Was brauchst du,

Um dich emotional zu Hause in dieser Beziehung zu fühlen?

Teile das mit,

Unbedingt.

Mir fehlt schon lange was in der Beziehung.

Mir fehlt echte Verbundenheit und Nähe zwischen uns.

Gespräche.

Mir fehlt,

Dass du mir etwas von dir erzählst,

Wie es dir wirklich geht.

Und auch,

Dass du dich für mich interessierst und für das,

Was mich beschäftigt.

Ich weiß ehrlich gesagt kaum,

Was in dir vorgeht.

Wir funktionieren gut.

Du bist da.

Aber ich habe Sehnsucht nach innigen Gefühlen zwischen uns.

Ich glaube schon,

Dass ich dir wichtig bin,

Aber ich spüre es nicht.

Ich habe schon oft versucht,

Das zum Ausdruck zu bringen.

Und ich bin so wütend darüber,

Dass ich mich neben dir einsam fühle und das auch noch aushalte.

Dass ich immer wieder um deine Liebe bettle.

Ich bin nicht mehr bereit,

So auf einer innerlichen Distanz zu leben.

Ich möchte auch nicht mehr nörgeln und meckern oder ständig eingeschnappt sein.

Können wir darüber reden?

So ein Aufbruch,

Der braucht Mut,

Das weiß ich,

Aber das Einstehen für die eigenen Bedürfnisse der emotional Verhungerten kann wirklich dazu führen,

Dass Bewegung in die Sache kommt.

Ich habe das schon bei einigen Paaren erlebt.

Eine Sicherheit dafür gibt es allerdings nicht.

Aber der Versuch,

Der lohnt sich allemal.

Und das wünsche ich dir von Herzen.

Alles Liebe,

Deine Claudia.

4.8 (22)

Neueste Bewertungen

Frank

July 13, 2025

Vielen Dank für diese Gedanken, ich gehöre wohl zu den Männern, die sich mehr emotionale Verbindung in der Beziehung wünschen

Anette

January 8, 2025

Unglaublich! Das hat mir so aus der Seele gesprochen! Auch wenn ich es bisher nicht geschafft habe, meinen Partner zu einer Öffnung zu bewegen - wie tröstlich, dass ich mit meinen Gefühlen offenbar nicht alleine bin! Danke!! 🙏

© 2026 Claudia Bechert-Möckel. All rights reserved. All copyright in this work remains with the original creator. No part of this material may be reproduced, distributed, or transmitted in any form or by any means, without the prior written permission of the copyright owner.

Trusted by people. It's free.

Insight Timer

Get the app

How can we help?

Sleep better
Reduce stress or anxiety
Meditation
Spirituality
Something else