
Die Salzprinzessin| Meditation & Märchen zum Einschlafen
Eine entspannende Abendroutine (geführte Meditation mit Tagesreflexion & Dankbarkeitspraxis) und ein Märchen, frei nach den Brüdern Grimm zum Einschlafen. Was im Märchen passiert: Als die jüngste Prinzessin sagt, sie liebe ihren Vater wie das Salz, verstößt er sie in seinem Zorn. Sie findet, als Mann verkleidet, im benachbarten Königreich eine Anstellung als Koch und lernt den jungen Prinzen kennen. Wie immer, so wird auch dieses Märchen am Ende gut ausgehen, Du kannst also jederzeit beruhigt einschlafen Sanft. Warm. Beruhigend. Start Märchen: 11:00
Transkription
Die Salzprinzessin,
Meditative Abendentspannung und ein Märchen,
Frei nach den Brüdern Grimm.
Mach es dir in deinem Bett bequem,
Rückel und regel dich zurecht.
Wenn du willst,
Dann bring noch mal ein bisschen Bewegung in deinen Körper,
Kannst dich auch recken und strecken,
Dabei gähnen oder befreit seufzen.
Dann nimm einen tiefen und bewussten Atemzug ein und lass los mit dem Ausatmen.
Wenn nicht schon getan,
Dann schließe jetzt deine Augen.
Spür nach,
Dein Atem,
Ganz natürlich,
Gleichmäßig,
Strömt ein und aus.
Spüre,
Wie du dort liegst,
Die Matratze unter dir,
Die Decke auf dir.
Und wenn du möchtest,
Dann fühl dich doch mal durch deinen Körper hindurch.
Was fällt dir auf,
Was ist gerade wahrnehmbar?
Vielleicht möchtest du eine Hand auf dein Herz,
Die andere auf deinen Bauch legen und das Heben und Senken deiner Brust und deines Bauches mit jedem Atemzug beobachten.
Spür auch deinen Herzschlag.
Das bist du.
Einzigartig,
Wertvoll,
Besonders.
Du,
Jetzt und hier,
Am Ende dieses einmaligen Tages.
Lege deine Hände gerne wieder neben dich,
So,
Wie es für dich bequem ist.
Ich lade dich ein,
Gleich,
Wenn ich es sage,
Den heutigen Tag nochmal wie einen kleinen Film vor deinem inneren Auge vorbeiziehen zu lassen.
Schau mal,
Welche Bilder so auftauchen,
Wenn du an heute denkst,
Und betrachte sie ganz freundlich und zugewandt.
Ab jetzt eine Minute für deinen Film des heutigen Tages.
Nun lasse nochmal die besonders schönen Momente vor deinem inneren Auge auftauchen und sammle mindestens drei Dinge zusammen,
Für die du heute besonders dankbar bist.
Nimm einen etwas tieferen Atemzug ein und wieder aus.
Lass die Gedanken den Himmel steigen,
Nach oben,
Zu den weißen Schäfchenwolken.
Stell dir vor,
Du schaust zu,
Wie die schönen weißen Wolken am Himmel vorbeiziehen.
Möglicherweise taucht in deiner Vorstellung auch ein wundervoller Sonnenuntergang auf.
Der Himmel färbt sich gold und rot und die letzten Sonnenstrahlen streicheln dein Gesicht.
Es ist alles da und tief in dir spürst du,
Dass alles gut werden wird,
Morgen,
In den nächsten Tagen,
Aber jetzt gibt es gerade nichts weiter zu tun,
Als einfach nur zu entspannen.
Und das darf sich gut anfühlen.
Vielleicht spürst du schon,
Wie du immer schwerer und immer schläfriger in die Matratze singst,
Müde,
Entspannt,
Ruhig und friedlich.
Und ganz nebenbei lese ich dir eine kleine Geschichte vor.
Und du darfst gemütlich und geborgen,
Weich und warm eingekuschelt,
Beobachten,
Was dort so vor sich geht.
Es war einmal ein König,
Der hatte drei Töchter,
Doch er war schon alt und des Herrschens müde.
Und so sah er oft darüber nach,
Welche seiner Töchter nach seinem Tode Königin werden sollte.
Die Wahl wurde ihm schwer,
Denn er liebte alle drei gleichermaßen.
Endlich,
Nach reiflichem und langem Erwägen,
Entschloss er sich,
Diejenige zur Herrscherin zu bestimmen,
Die ihn am innigsten liebte.
Er berief die Prinzessinnen vor seinen Thron und sprach zu ihnen.
Meine lieben Töchter,
Ich bin alt und schwach geworden und werde vielleicht nicht mehr lange unter euch weilen.
Doch bevor ich sterbe,
Will ich eine von euch zu meiner Nachfolgerin ernennen.
Vorerst aber will ich prüfen,
Welche von euch mich am liebsten hat.
Also sagt mir,
Wie sehr liebt ihr euren Vater?
Die Älteste sprach ohne zu zögern.
Ach,
Vater,
Ich liebe dich mehr als alles Gold.
Die Zweite sagte,
Und ich liebe dich mehr als alle Edelsteine und Perlen der Welt.
Nun weilten alle Augen auf der jüngsten Tochter.
Sie schwieg,
Denn ihre Liebe war größer,
Als Worte es fassen konnten.
Schließlich aber sprach sie leise.
Vater,
Kein Gericht schmeckt mir ohne Salz,
Und ohne Essen können wir nicht leben.
So sehr,
Wie ich das Salz brauche,
So sehr liebe ich euch.
Da gerat der König in Zorn.
Du liebst mich wie das Salz,
Rief er.
Mehr bin ich dir nicht wert?
Er wies die Diener an,
Der jüngsten Prinzessin ihre prächtigen Kleider zu nehmen,
Gab ihr einen groben Sack voller Salz und ließ sie an die Grenzen des Reiches führen.
Da hast du dein Salz,
Fort mit dir,
Rief er ihr hinterher.
Die Prinzessin weinte,
Doch sie beklagte sich nicht,
Sondern zog mit dem Salz von Dannen.
Sie lief und lief,
Bis sie in einer großen Stadt des Nachbarreiches zu einem bunten Markt kam.
Dort tauschte sie den Sack Salz gegen Männerkleidung.
So bin ich sicherer unterwegs,
Dachte sie,
Denn in der Fremde ist es gefährlich.
Sie erkundigte sich bei den Marktleuten nach einer Arbeitsstelle,
Und sie erfuhr,
Dass der König einen neuen Koch suchte.
Doch die Aufgabe wäre nicht leicht,
Denn der König hatte einen feinen Gaumen,
Und kein Koch war ihm bisher gut genug.
Die Prinzessin,
Nun als junger Mann gekleidet,
Ging dennoch zum Schloss,
Trat vor die Wachen und sprach.
Lasst mich in der Küche arbeiten,
Ich verstehe mich im Kochen und Würzen.
Und tatsächlich,
Man stellte sie zur Probe ein.
Und nicht lange,
So sprach das ganze Schloss von den köstlichen Speisen,
Die seit neuestem von dem jungen,
Fremden Koch,
Der nicht viel sprach,
Zubereitet wurden.
Bisher ahnte keiner,
Dass sich unter den Kleidern die jüngste Prinzessin des Nachbarreiches befand.
Eines Abends kam der Sohn des Königs in die Küche.
Er wollte sehen,
Wer seit Wochen so herrlich kochte,
Dass es ihm das Herz weitmachte.
Er trug jedoch bürgerliche Kleidung und gab sich nicht zu erkennen.
Die verkleidete Prinzessin und der Prinz redeten stundenlang über Speisen,
Gewürze und Kräuter.
Sie zeigte ihm,
Wie man mit einer Prise Salz und einem Hauch Muskat den Geschmack vieler Speisen zum Leuchten bringt.
Von nun an kam der Prinz fast jeden Abend,
Nachdem alle zu Bette gegangen waren,
In die Küche und ließ sich von dem vermeintlichen Koch in die Künste des Kochens einweihen.
Doch eines Tages,
Als sie so zusammen kochten,
Fielen ihm die zarten Hände seines jungen Koches auf.
Und da war ein goldener Ring an seinem Finger,
Der zu wertvoll schien für einen einfachen Koch.
Der Prinz sprach schließlich,
Du bist nicht,
Wer du vorgibst zu sein.
Sprich,
Sag mir die Wahrheit,
Wer bist du?
Die Prinzessin erschrak.
Sie spürte,
Dass sie ihr Geheimnis nicht länger bewahren konnte.
Also legte sie die Männerkleider ab.
Ihr Haar floss golden über die Schultern.
Und sie erzählte dem Prinzen ihre Geschichte.
Der Prinz aber verliebte sich sogleich in sie und auch er gab sich zu erkennen.
Noch am gleichen Abend bat er sie um ihre Hand.
Zuerst will ich meinen Vater wiedersehen,
Sprach sie sanft.
Er nickte und stimmte zu.
Bald schon sollte sich eine Gelegenheit ergeben,
Den Vater wiederzusehen.
Die älteste Schwester der Prinzessin kündigte ihre Hochzeit an und auch die Königsfamilie des Nachbarlandes war zur Hochzeit eingeladen.
Gemeinsam mit dem Prinzen reiste die jüngste Prinzessin also zum Schloss ihrer Eltern.
Dort angekommen,
Schlich sie sich in die Gemächer der Königin,
Ihrer Mutter.
Als diese sie erblickte,
Erkannte sie ihre Tochter sofort und fiel ihr weinend um den Hals.
Man hat im Wald ein Stück deiner Kleidung gefunden,
Schluchzte sie.
Und wir glaubten dich tot.
Dein Vater hat dich überall suchen lassen.
Seit du fort bist,
Ist er unglücklich und das ganze Reich ist in Trauer.
Bald kamen auch die Schwestern herein.
Und ihr Jubel und die Freude,
Sie wiederzusehen,
War unbeschreiblich.
Noch aber wollte sich die junge Prinzessin dem Vater nicht zeigen.
Erst während des Hochzeitsmahls sollte es geschehen.
Der König saß bei Tische,
Doch alle Speisen,
Die man ihm vorsetzte,
Waren ohne Salz bereitet.
Dies hatte die Königin so angeordnet.
Da wurde er verdrießlich,
Legte die Gabel nieder und sprach.
Lieber will ich nicht leben,
Als solche Speisen essen.
In diesem Augenblick erhob sich die Königin und sprach.
Jetzt willst du nicht leben ohne Salz.
Und doch hast du einst unsere Tochter vom Hof gejagt,
Weil sie sagte,
Sie liebe dich wie das Salz.
Da trat die jüngste Tochter hervor und dem König schossen die Tränen in die Augen.
Er stand auf,
Schloss sie in die Arme,
Küsste sie und bat sie um Vergebung.
Nun weiß ich,
Was du damals gemeint hast,
Sprach er.
Und es ist mir lieber als mein Reich und alle Edelsteine der Welt,
Dass du am Leben bist.
Bald darauf wurde auch die Vermählung zwischen der jüngsten Prinzessin und dem Prinzen des Nachbarreichs gefeiert.
Und so lebten sie und die beiden Königreiche in Glück und Frieden.
Und wenn sie nicht gestorben sind,
So leben sie auch heute noch.
Und dir wünsche ich eine gute Nacht,
Einen tiefen und erholsamen Schlaf und schöne Träume.
Treffen Sie Ihren Lehrer
5.0 (18)
Neueste Bewertungen
More from Alexandra Matthes
Ähnliche Meditationen
Trusted by 36 million people. It's free.

Get the app
