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Seemeditation

by Frederik Torhorst

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4.9
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Meditation
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Bei dieser Meditation wird das Bild eines Sees wachgerufen und verkörpert. Der See wirkt als Sinnbild für das Bewusstsein in seinen vielfältigen Zuständen und kann uns auch im Alltag unterstützen. Er kann uns daran erinnern, dass es neben der Ebene der Gedanken und Gefühle auch einen grösseren und weiteren Raum gibt.

Transkription

Für diese Sehmeditation lasse ich dich ein,

Bequem heranziehen.

Das Gesicht,

Die Schultern,

Die Arme und die Hände,

Die Beine und die Füsse,

Den ganzen Körper lassen locker sein.

Spannungen wahrnehmen und loslassen.

So gut wie es gerade geht.

Atmen lassen fliessen,

So wie es gerade kommt.

Beim Einatmen Wachheit einladen.

Beim Ausatmen den Brustkorb sinken lassen.

Den Bauch weichen lassen.

Das Gewicht an der Unterlage abgeben.

Dich vom Boden tragen lassen.

Wenn das für dich geht,

Kannst du die Augen für die Übung zutun.

Und sonst kannst du mit einem weichen Blick Richtung Decke schauen,

Ohne etwas zu fokussieren.

Dann lade ich dich ein,

Dir einen See vorzustellen.

Das Bild von einem See in deinem Bewusstsein entstehen.

Ein See,

Den du kennst und den dir gefällt.

Oder ein See,

Den du dir einfach vorstellst.

Ein grosser See oder ein kleiner See.

Viel Wasser,

Das von einem Bach oder einem Fluss zusammengeströmt ist und einen See gebildet hat.

Wasser,

Das von der Erde gehäbt wird und sich ganz von selber ausgleicht.

Mal mit mehr,

Mal mit weniger Wasser.

Dann lade ich dich ein,

Den See vorzunehmen.

Die Farbe,

Je nach Licht eher blau oder eher grün.

Die Oberfläche,

Vielleicht glatt wie ein Spiegel,

Der alles reflektiert.

Der Himmel,

Die Wolken,

Vielleicht die Bäume und die Felsen,

Die Matte am Ufer,

Ein Strand.

Oder die Vögel,

Die über den See fliegen.

Wenn ein wenig Wind aufkommt,

Glitzert der See im Sonnenschein.

Und in der Nacht im Mondlicht und im Licht der Sterne.

Vielleicht fallen auch Regentropfen auf den See und formen Kreise,

Die sich ausdehnen.

Vielleicht liegt auch gerade Nebel über dem See.

Der See wandelt sich ständig und ist doch immer der gleiche See.

Als nächstes lade ich dich ein,

Den See in deinen Körper zu bringen,

Selber zum See zu werden.

Einfach da liegen,

Gehäbt werden vom Boden,

Wie ein See in seiner Mulde,

In seinem Becken.

Immer mehr zum See werden und mit dem See atmen.

Das Körpergewicht immer mehr loslassen und sich tragen lassen.

Dabei wach bleiben und offen sein.

Und wie die ruhige Oberfläche des Sees bei Windstille alles reflektieren,

Was gerade jetzt da ist.

In Stille und Klarheit.

Vielleicht erlebst du Augenblick von Ruhe und Frieden.

Das Wasser durchsichtig und klar bis zum Grund.

Oder vielleicht wird der See gerade von einem starken Wind aufgewühlt.

Es hat schon Krone auf der Welle und das Wasser ist trüb.

Die Ruhe ist vorbei,

Nichts ist mehr klar und es ist laut.

Ob es gerade einen heftigen Sturm hat oder für ein Weile gar kein Wind oder irgendetwas dazwischen.

Der ständige Wechsel einfach mal von Moment zu Moment mitbekommen.

Grosse Wellen,

Dann wieder kleine Wellen.

Und dann vielleicht ein See,

Wo wieder ganz spiegelglatt ist,

Wenn der Wind nicht mehr bläst.

Und Wasser,

Wo wieder klar wird,

Wie der aufgekühlte Schlamm sich langsam wieder setzt.

Und genauso wie die Wellen auf dem See,

Kannst du auch das Spiel der verschiedenen Energien in deinem Bewusstsein einfach mal beobachten.

Die Gedanken,

Die Bilder,

Die Gefühle,

Die Stimmungen,

Die Impulse,

Die Reaktionen.

Die kommen alle und gehen auch alle wieder.

Genauso wie die Wellen auf einem See.

Du kannst im Kontakt mit deinem Innenleben sein.

Du kannst merken,

Was sich dort alles abspielt.

Was für Ereignisse,

Was für Folgen haben.

So wie die Wirkungen der Energien,

Die auf dem See wirken.

Wind,

Regen,

Strömungen,

Kälte,

Wärme und Licht.

Was sind gerade jetzt für Gedanken und Gefühle da?

Sind sie unruhig und aufgewühlt?

Wie wirken sie auf dein Bewusstsein?

Machen sie wilde Wellen,

Erzeugen sie Schaum und machen sie das Wasser trüb?

Oder ist es gerade eher ruhig und still?

Oder ist da einfach sanfter Wellengang,

Der fein ans Ufer deines Bewusstseins plätschert?

Und dürfte das alles einfach so sein,

Wie es jetzt gerade ist?

Ist das okay für dich?

Gehört nicht all das auch zu einem See?

Wellen,

Schaum,

Trübs,

Wasser,

Plätschern.

Und vielleicht magst du jetzt Kontakt mit der Stille unten im See aufnehmen.

Dort,

Wo sich das Wasser nur noch langsam bewegt,

Wenn überhaupt.

Du kannst deine Aufmerksamkeit in die Tiefe des Sees sinken und dort eine Zeit in Ruhe verweilen.

Und dann lade ich dich als nächstes dazu ein,

In Kontakt zu kommen mit dem See als Ganzem.

Mit einer Ganzheit,

Die die bewegte Oberfläche und auch das ruhigere Wasser tiefer unten im See einschliesst.

Das Wasser im See,

Das gleichzeitig mühelos bewegt wird von den äusseren Kräften und von den inneren Strömungen.

Gleichzeitig bewegt und still.

Der ganze See,

Eine ausgleichende Kraft,

Die von alleine da ist und in sich ruht.

Ohne Anstrengung,

Einfach so.

Mitbekommen,

Was gerade jetzt im Bewusstsein passiert.

Das Kommen und Gehen von Körperempfindungen,

Von Gedanken,

Von Bildern,

Von Gefühlen,

Von Stimmungen und auch von Geräuschen.

In jedem Augenblick neu und frisch.

Nichts machen,

Einfach dooligen wie ein See.

Einen schnuffenden See verkörpern.

Getreid von der Erde,

Aufgehoben im Sein.

Jenseits von Wort,

Eine fliessende Präsenz.

Alles was dir begegnet,

Von Moment zu Moment wahrnehmen und annehmen.

Ständige Veränderung,

Die Aufmerksamkeit bleibt die gleiche.

Wenn dir das Bild vom See passt,

Wenn du Resonanz damit hast,

Dann kannst du es in deine Meditationspraxis aufnehmen und dich so mit den Qualitäten eines Sees und dieser tiefen inneren Stille verbinden.

Und vielleicht erinnert dich das Bild vom See auch im Alltag immer mal wieder daran,

Nicht nur an der Oberfläche,

Auf der Ebene von Gedanken und Gefühlen zu leben,

Sondern gleichzeitig auch verbunden zu sein mit dem grossen Reservoir von Stille in dir,

Mit dem Gewahrsein,

Umfassend und tief wie ein See.

Diese Seemeditation kann uns lehren,

Uns an den See in uns selber zu erinnern.

Die ruhige Präsenz,

Die immer da ist,

Getreid und gehabt von der Erde,

Genau wie ein See.

Zum Abschluss von dieser Übung lade ich dich ein,

Das Bild vom See wieder zu ziehen und mit der Aufmerksamkeit zurückzugehen zum Körper,

Zum Kontakt vom Körper mit der Unterlage,

Zum Körper als Ganzem und zum Atmen,

Zum Warnen,

Wie sich das Atmen anfühlt,

Gerade jetzt.

4.9 (29)

Neueste Bewertungen

Nicole

November 1, 2023

Danke für die schönen Seebilder

Susanne

July 3, 2023

Gefällt mir super gut, ich habe die Ruhe des Sees richtig gespürt 😊

hügli

August 21, 2021

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