
Ansporn, Motivation und Inspiration für die Praxis
In diesem Dharma-Vortrag sprich Fred von Allmen über einige Reflektionen, die erstellt wurden, um uns in unserer Praxis zu inspirieren. Sie werden als die vier Kontemplationen, welche Herz und Geist transformieren, bezeichnet: die Kontemplation über die wertvolle Situation, die Kontemplation über die Vergänglichkeit, die Kontemplation über Ursache und Wirkung unseres Tuns, die Kontemplation über die Leidhaftigkeit des unbefreiten Zustands.
Transkription
Heute Abend möchte ich über einige Reflexionen oder Kontemplationen sprechen,
Die designt wurden,
Um uns in unserer Praxis zu inspirieren und uns zu helfen,
Hier,
Aber auch im Alltag,
Möglichst konsequent zu praktizieren.
Diese Reflexionen oder Kontemplationen werden in der tibetischen Tradition sehr regelmässig geübt,
Aber in etwas anderer Form auch in anderen buddhistischen,
Auch in christlichen Traditionen.
Sie werden die vier Kontemplationen,
Welche Herz und Geist transformieren,
Genannt.
Die Kontemplation über die wertvolle Situation,
Die wir haben als Mensch,
Die Kontemplation über die Vergänglichkeit,
Die Kontemplation über Ursache und Wirkung unseres Tuns und die Kontemplation über die Leidhaftigkeit des unbefreiten Zustandes oder Samsara.
Meine tibetischen Lehrer haben über die Jahre und Jahrzehnte immer wieder über diese Punkte gesprochen,
Und zwar immer wieder,
Und uns ermutigt,
Regelmässig darüber zu reflektieren.
In langen Retreats meditieren die Yogis und Yoginis täglich über diese Punkte,
Um sich immer wieder neu zu motivieren und anzuspornen.
Je länger ich selbst praktiziere,
Je klarer sehe ich,
Dass ohne diese Grundlage und Voraussetzung,
Das ist jetzt nicht genau die Kontemplation,
Aber ohne diese Motivation und Ausrichtung,
Praxis oft gar nicht wirklich stattfindet.
Die erste Reflexion ist diejenige über die wertvolle Situation,
Die wir haben als Menschen,
Die ernsthaft in einer spirituellen Praxis engagiert sind.
Dabei reflektiert man über die Tatsache,
Dass wir Interesse haben am tieferen Verstehen des Lebens.
Das haben nicht alle Menschen.
Hier wird nicht einfach vom Menschsein gesprochen,
Sondern von dieser Situation,
In der wir hier gerade in diesem Raum uns alle befinden.
Dass wir Interesse haben an der Frage nach dem Sinn,
Der Frage nach Leiden und der Frage nach den Möglichkeiten der Befreiung von Leiden,
Fragen der Erfüllung,
Fragen von Weisheit,
Mitgefühl.
Dann sich immer wieder darüber klar zu werden,
Dass wir die materielle Situation haben,
Die uns ermöglicht zu praktizieren.
Wir leben in einer Gesellschaft,
Die äusserst privilegiert ist,
Verglichen mit den meisten Menschen in dieser Welt.
Anderswo sterben 10.
000 Menschen täglich,
Weil sie kein sauberes Trinkwasser haben.
Tausende Kinder verhungern täglich.
Während wir genug haben,
Können wir auswählen,
Wo wir hinwollen,
Was wir tun möchten,
Was wir essen möchten.
Wir haben eine enorme Freiheit.
Wir können sagen,
Ich fahre dorthin und dann können wir uns leisten,
Dorthin zu fahren,
Zwei Wochen dort zu sein oder sechs Wochen dort zu sein.
Das ist eine äußere Freiheit,
Die wir haben.
Auch,
Dass wir lesen können,
Schreiben können,
Drucken können,
Reden können,
Kommunizieren können,
Sagen können,
Was wir wollen.
Wir können glauben oder nicht glauben,
Was wir wollen.
Belehrungen stehen zu unserer Verfügung,
Ganze Ladengeschäfte voller spiritueller Bücher,
Internetvolle Infos über Dharma-Praxis,
Vorträge,
Seminare,
Retreats stehen zu unserer Verfügung.
Das ist überhaupt nicht selbstverständlich.
Wir hören auch immer wieder aus Ländern,
Wo Leute froh sind,
Wenn sie ein Buch haben,
In dem zum Beispiel Dharma beschrieben wird.
Oder jemand aus der Ukraine,
Der diese Zeitschrift Inquiry Mind einmal aus irgendeinem Grund gekriegt hat und dann geschrieben hat und gesagt hat,
Wir lesen jeden Artikel da drin und lesen ihn untereinander vor.
Bei uns denkt man,
Ja,
Noch eine Zeitschrift.
Im Moment liegen da drinnen etwa sechs rum,
Alles voller wertvoller buddhistischer Texte.
So viel ist man schon fast nicht mehr lesen mag.
Wenn wir etwas lesen möchten,
Hören möchten,
Dann steht es zu unserer Verfügung und ist außerordentlich wertvoll.
Unterstützung ist da,
Menschen,
Die lehren,
Leute,
Die Kurse oder Abendvorträge oder was immer organisieren,
Kursorte und Meditationszentren,
Kirchen und Tempel jeder Art sind vorhanden.
Wir brauchen nur zu wählen und hinzugehen.
Es ist wertvoll und nicht selbstverständlich,
Sehr selten und rar,
Dass das alles zusammenkommt,
Dass das Interesse da ist,
Die Möglichkeiten da sind,
Die materielle Situation,
Die äußere Situation und dass alles zur Verfügung steht.
Allzu oft sehen wir es als selbstverständlich an.
Buddha selbst hat ein Bild gegeben,
In dem er gesagt hat,
Dass diese Situation,
Die wir haben,
So selten ist wie,
Wenn wir uns vorstellen würden,
Ein Ring würde,
Ein goldener Ring würde irgendwo auf den sieben Ozeanen schwimmen und von Wind und Wellen und Strömung hin und her getrieben werden und irgendwo am Grunde eines dieser Ozeane lebt eine blinde Schildkröte und die kommt einmal alle hundert Jahre hoch.
Sie muss Luft haben oder was immer.
So groß wie die Wahrscheinlichkeit ist oder so selten wie es ist,
Dass sie hochkommen würde mit dem Kopf genau durch diesen Ring hochkommen würde,
So selten ist die Chance,
Dass man in dieser Situation als Mensch sich wiederfindet.
Irgendwie haben wir uns darin wiedergefunden.
Giongla Rathore in Poche,
Der ab und zu aus den USA in die Schweiz kommt oder kam,
Hat gesagt,
Er war an der Reiterstraße,
Er hat gesagt,
Er lebt in Amerika,
In Manhattan,
Er hat gesagt,
Wenn jemand aus Amerika kommt in die Schweiz und weiß,
Jetzt muss er all die interessanten Orte besuchen in der Schweiz,
Das Matterhorn und die Jungfraujoch und Heidi Land und die Banken in Zürich,
Darauf gezählt,
Das ist der Moment,
Wenn man in die Schweiz reist,
Dann ist das der Moment,
Wenn man wieder zurück ist in den USA,
Ist es zu spät.
Shantideva sagt,
Jetzt verfügst du über das Boot deines menschlichen Körpers,
Also überquere den Strom des Leidens.
Träumer,
Dies ist nicht die Zeit zu schlafen.
Dieses Boot findest du schwerlich ein weiteres Mal.
Träumer heisst natürlich auch geschäftig sein und alles,
Was es so gibt,
Was uns davon abhält zu praktizieren.
Eine Situation,
Die sehr wertvoll ist,
Eine Situation,
Die sehr zerbrechlich ist.
Alles ist vergänglich,
Auch unser Leben,
Auch wir selbst.
Wie ein Pfeil,
Der abgeschossen wurde und auf die Zielscheibe zufliegt,
Unaufhaltsam,
So geht unser Leben dem Tod entgegen.
Ein Bild wird gebraucht,
Dass unser Leben ist wie ein Wasserfall,
Wie die einzelnen Tropfen,
Die im Wasserfall runterkommen.
Und ich finde es immer faszinierend,
Da drüben im Lauterbrunnental gibt es viele sehr hohe Wasserfälle.
Es kommt nicht ganz schnell das Wasser,
Die Tropfen schweben fast runter,
Und eine Weile,
Wenn man ihnen nachschaut,
Wenn sie von hoch oben kommen,
Haben sie einen recht weiten Weg.
Aber es ist völlig unaufhaltsam,
Es gibt keinen,
Der nochmal wieder zurück geht,
Ein bisschen nochmal vorne anfängt.
Es ist eine eindeutige Richtung.
Ganz wesentlich,
Dass wir uns das immer wieder klar machen.
Und irgendwo möchten wir es halt auch nicht wissen.
Im Mahabharata fragte Indra den Yadishthira,
Was er denn das größte Wunder findet bei den Menschen,
Oder das Erstaunlichste unter den Menschen,
Und er antwortet,
Dass es sei zu sehen,
Wie alle Menschen sterben müssen,
Und immer noch zu glauben,
Dass man selbst irgendwie verschont bleiben würde.
Und zwar ist es nicht eine intellektuelle Überlegung,
Das wissen wir schon,
Dass es so ist.
Das ist ganz klar,
Jedem klar.
Und doch ist es so schwer,
Wirklich,
Vielleicht für euch nicht schwer,
Aber für mich,
Für viele,
Schwer wirklich,
Es ist ganz klar zu wissen,
Es ist sehr endlich.
Lama Gentrin Rinpoche,
Der Lehrer von Dorje Drilma,
Die hier auch Kurse gibt,
Ist vor zehn Jahren oder so gestorben,
Hat ein großes Retreatzentrum in Frankreich,
Wo eigentlich zu jeder Zeit Dutzende,
Manchmal Hunderte von Leuten in langen Retreats sind,
Also westliche Leute.
Ich war mit Carol Wilson vor einem Jahr dort,
Vor eineinhalb Jahren,
Und da waren gerade einige neu ins Retreat gegangen,
Und zwar einige etliche ins Dreijahresretreat,
Andere ins zweite Dreijahresretreat,
Und andere ins Zwölfjahresretreat.
Und im Ganzen waren hundert im Retreat,
So ungefähr.
Ein Ort,
Wo viel praktiziert wird.
Und Gentrin Rinpoche sagt,
Wenn wir nicht der Vergänglichkeit,
Der Wahrheit,
Des Entstehens und Vergehens gewahr sind,
Bleiben wir in unseren Wünschen und damit dem Daseinskreislauf gefangen.
Wir versuchen,
Dinge zu erlangen und zu erwerben,
Ohne uns klarzumachen,
Dass sie unwirklich und vergänglich sind.
Sie wandeln sich von Moment zu Moment,
Selbst wenn es uns schließlich gelingen sollte,
Die Dinge zu erreichen,
Nach denen uns verlangt,
Werden wir sie nicht lange behalten.
Dieses Nicht-Gewahrsein der Vergänglichkeit führt zu großer Frustration,
Teils,
Weil es uns nicht gelingt,
Umstände und Situationen der erwünschten Weise zu beeinflussen,
Und teils,
Weil es uns völlig unmöglich ist,
Sie zu bewahren.
Wir verhalten uns wie ein Kind,
Das in seiner Faszination für einen Regenbogen,
Diesem hinterherläuft.
Es möchte ihn besitzen und glaubt,
Dieser existiere wirklich.
Aber das Kind hat keinerlei Möglichkeit,
Den Regenbogen zu erhaschen,
Weil er von Natur aus unwirklich ist.
Unsere Haltung dem täglichen Leben gegenüber ist genau wie die des Kindes.
Wir glauben,
Dass die Dinge,
Die Welt,
Die Reichtümer und Situationen wirklich sind.
Wir denken,
Dass sie stabil sind und dass wir sie erlangen und behalten könnten.
Wir verwenden viel Zeit und Energie darauf.
Aber unser Wunschdenken und die wirkliche Natur der Dinge stimmen oft nicht überein und die Folgen sind Unzufriedenheit und Leiden.
Immer dann,
Wenn uns der Wert dieser Situation,
Die wir haben,
Und die Vergänglichkeiten,
Die uns wirklich bewusst sind,
Werden wir sehr ernsthaft praktizieren.
Sonst geht es uns vielleicht wie Bung Dhar Rinpoche,
Der,
Soviel ich weiß,
Ein großer Lama ist.
Der sagt,
Ich verbrachte 20 Jahre ohne Lust auf Dharma-Praxis.
Ich verbrachte die nächsten 20 Jahre im Glauben,
Später dann richtig,
Wirklich praktizieren zu können.
Ich verbrachte weitere 20 Jahre mit anderen Aktivitäten und bedauerte,
Dass ich mich nicht mit der Praxis befasst hatte.
Das ist die Geschichte meines sinnlosen Menschenlebens.
Solange uns diesbezüglich Klarheit fehlt,
Mangelt es uns immer wieder an Willenssein,
Uns genügend lang von den Dingen der Welt abzukehren,
Um Dharma zu praktizieren.
Und Lama Gendun erläutert diese Schwierigkeit.
Nachdem jemand bereits den Unterweisungen Buddhas begegnet ist,
Kommt es vor,
Dass er nicht die Zeit findet,
Sie in die Praxis umzusetzen.
Der Grund hierfür ist verhaftet sein an weltliche Werte.
Von attraktiven Wohlstandsgütern in vielerlei Formen und Farben umgeben,
Lässt man sich von ihnen davontragen und es gelingt einem nicht,
Diesen Aspekt des Lebens loszulassen.
Mitunter findet man sogar das gewöhnliche Leben,
Das ist auch Lama Gendun,
Der war 30 Jahre im Retreat.
Das gewöhnliche Leben im Daseinskreislauf sei definitiv angenehm.
Wenn wir so denken,
Richtet sich unser Bemühen darauf aus,
Die materielle Lebensqualität zu verbessern und zu erhöhen.
So sind unsere Anstrengungen weltlicher statt spiritueller Art.
Wie viel auch immer jemand von den Belehrungen gehört haben mag,
Mit einer Geisteshaltung der mangelnden Abkehr findet er weder die Zeit noch die Möglichkeit,
Sich wirklich der Praxis zu widmen.
Und das ist immer wieder eine Frage auch im Leben,
Im Alltag,
Aber irgendwo auch im Retreat,
Jedenfalls für mich auch.
Das ist sogar auch relevant im Retreat,
Das sind die Reflexionen,
Die diese Yogis und Yoginis in ihren langen Retreats jeden Tag machen,
Um immer noch wieder klar zu sein,
Was will ich hier.
Manchmal sind es ein innerer Wohlstand,
Spiritueller Wohlstand,
Also psychologischer Wohlstand,
Den wir im Retreat suchen.
Angenehme Zustände,
Endlich die angenehme Erfahrung,
Die dann bleibt.
Irgendwo warten wir ja manchmal darauf.
Ich hoffe,
Ich habe die nicht versprochen.
Ich praktiziere und irgendwann macht es Bingo und dann wird es immer angenehm sein.
Das ist klar,
Dass das nicht funktioniert.
Und doch zu schauen,
Wie weit wir interessiert sind,
Versuchen,
In Moment-zu-Moment-Praxis das hinzukriegen.
Wie weit wir damit beschäftigt sind,
Zutiefst loszulassen,
Zutiefst anzunehmen,
Zutiefst loszulassen.
Loslassen sieht es genau gleich aus.
Mit Achtsamkeit zu tun,
Mit Sammlung.
Und gleichzeitig kann man all das auch falsch verstehen.
Wenn wir als westliche Menschen diese Reflektionen machen oder das hören,
Reflektionen,
Die uns zur Praxis anspornen sollen,
Müssen wir auch sorgfältig damit umgehen.
Eine mögliche Tendenz ist,
Wenn wir das wirklich ernst nehmen,
Dass es wirklich wertvoll ist und wirklich sehr vergänglich und sehr zerbröchlich,
Beginnen wir,
Uns Druck zu machen.
Dann schrauben wir die Ansprüche hoch oder es kommt Ehrgeiz und Leistungszwang rein oder schlechtes Gewissen,
Wenn wir nicht wirklich alles reinlegen.
Und dann auch,
Wenn das passiert,
Die Gefahr,
Dass wir entweder mit Aversion reagieren,
Von dem Album mag ich gar nichts hören,
Zu verdrängen oder mit zu viel Anstrengung und dann mit Streben und Kämpfen und zu viel Ehrgeiz.
Es ist mir oft aufgefallen in Asien,
Gerade auch mit meinem Lehrer,
Geschraubten in Dharmsala,
Wenn wir Europäer all das hören,
Dann gehen wir in die Startlöcher.
Dann müssen wir handeln,
Dann müssen wir was tun.
Wenn die Tibeter das hören,
Dann macht es etwas anderes mit ihnen.
Dann macht es etwas für sie.
Okay,
Moment,
Moment,
Innehalten.
Also anstatt so,
Machen die so.
Weil es ja ganz wertvoll ist und ganz vergänglich.
Relax,
Anhalten,
Weil die Situation so wertvoll ist.
Ich finde das interessant,
Wenn wir uns wirklich in dieser Art und Weise motivieren,
Auch zu schauen,
Was wir dann innerlich damit machen,
Was das dann heisst,
Motiviert sein.
Sobald wir nun motiviert sind zu praktizieren oder immer zusätzlich,
Wenn wir motiviert sind zu praktizieren,
Müssen wir versuchen,
Das Gesetz von Karma zu verstehen.
Und das ist die dritte Art der Kontemplation.
Ganz einfach aus dem Grund,
Dass wenn wir wirklich inspiriert sind zu praktizieren,
Ist es wichtig,
Dass wir uns immer wieder klar machen,
Was ist denn Praxis,
Worum geht es dann.
Und das Gesetz von Karma,
Was heisst Ursache und Wirkung unseres Tuns,
Im Denken,
Im Reden und im Handeln,
Besagt heilsame Handlungen,
Also innere Haltung,
Denken,
Reden und Tun,
Die heilsam sind,
Erzeugen angenehme,
Heilende Ergebnisse für uns selbst.
So wie der wagende Moxenfolk,
Der ihn zieht,
Unweigerlich,
Sagt Buddha.
Und unheilsame,
Akusala oder lebensfeindliche Handlungen von Denken,
Reden und Tun erzeugen leidvolle,
Mühsame,
Schmerzhafte Ergebnisse in einem selbst.
So wie der Schatten der Person folgt,
Die ihn wirft,
Unvermeidlich,
Sagt Buddha.
Dabei ist es die Motivation,
Die Absicht hinter der Tat,
Ist das was zählt,
Was ausmacht,
Ob eine Handlung heilsam oder unheilsam ist.
Und ich finde das immer wieder auch,
Es macht es besonders schwierig.
Es macht es klarer,
Eindeutiger und gleichzeitig auch schwierig.
Heisst,
Dass ich kann beschließen,
Mich hinzusetzen,
Zu meditieren und das noch keine heilsame Handlung ist.
Je nachdem,
Was meine Absicht dahinter ist.
Dass ich Dinge verschenken kann und das heisst noch lange nicht,
Dass es heilsam ist,
Wenn ich meine Absichten andere sehe,
Als einfach reines Geben.
Das heisst,
Wie Zitronenkerne eben saure Früchte geben und Mangokerne süße Mangos geben,
Ist das,
Was uns motiviert in einem Gedanken,
Im Reden,
Im Tun,
Das was die Resultate für uns selbst schafft.
Rumi sagt,
Du bist kalt,
Aber erwartest Güte.
Dein Tun kommt zurück in derselben Form.
Gott ist barmherzig,
Aber wenn du Gerste pflanzt,
Erwarte nicht,
Weizen ernten zu können.
Kann man auch umkehren,
Wenn wir Güte sehen,
Dann ist es hilfreich,
Heilend und eine positive Erfahrung in uns.
Unser Tun wirkt.
Nichts geschieht in einem Vakuum.
Ist wie ein Stein,
Der ins Wasser geworfen wird,
Der wirft Wellen in jede Richtung und auch später in der Zeit,
Wenn der Stein hier landet,
Sind die Wellen nach einer längeren Zeit sehr viel weiter weg,
Wirkt in die Zukunft.
In diesem Sinne haben wir auch unsere Zukunft in unserer Hand.
Wir wissen nicht,
Was uns alles geschehen wird und nicht geschehen wird,
Abhängig davon,
Welche Tendenzen wir in uns schaffen und welche Qualitäten wir stärken,
Dementsprechend werden wir sein können mit dem,
Was kommt.
Und darum ist es so relevant.
Und macht so einen großen Unterschied,
Ob wir Anhaften,
Verlangen oder Ärger praktizieren oder ob wir Zuwendung,
Metta,
Mitgefühl loslassen,
Annehmen,
Loslassen,
Annehmen,
Üben.
Darum ist es so relevant,
Die Frage,
Ob wir unser Leben verschlafen und verträumen,
Nicht im Sinn von Schläfrigkeit,
Aber im Sinn von nicht wirklich wach sein für das,
Was in uns passiert oder uns üben,
Aus dem Traum zu erwachen.
Und deshalb üben wir wirklich Erwachen hier.
Merken,
Was läuft und nicht so sehr darin gefangen zu sein.
Auch merken,
Was die Meditationsabläufe und all die inneren Meditationshoffnungen,
Erwartungen und Dinge sind,
Die wir ständig verfolgen.
Das alles zu sehen und sich nicht darin zu verlieren,
Freier zu sein in all dem.
Es ist auch interessant darüber zu reflektieren,
Dass was wir tun,
Innerlich und äußerlich,
In jedem Moment wirkt auf uns selbst.
Und zwar wirkt es eben nicht ab und zu und nicht nur die eine oder andere Tat,
Sondern jede Tat,
Jede Reaktion und jede innere Haltung eines jeden Moments wirkt.
Das ist auch ein bisschen beängstigend.
Ich praktiziere nicht nur die drei,
Vier Stunden am Tag,
Die ich praktiziere,
Sondern den ganzen Tag,
Auch wenn ich keine Sekunde mehr an die Praxis denke,
Praktiziert es.
Wenn wir 14 Tage im Retreat sind,
Praktizieren wir,
Aber die anderen 50 Wochen praktizieren wir auch.
Immer das,
Was eben in dem Moment gerade von mir praktiziert wird.
Wenn ich mich ärgere,
Praktiziere ich ärger.
Ob jetzt das in der Meditation ist oder nicht,
Ob das im Retreat ist oder nicht,
Das hat eine Wirkung.
Und wenn ich liebevolle Güte praktiziere,
Dann hat das eine Wirkung.
Jede Zeit.
Es ist gut,
Toll zu wissen,
Es gibt große Möglichkeiten,
Aber es ist auch ein bisschen daunting.
Es ist aber auch klar,
Wir möchten Glück,
Wir möchten Freude,
Wir möchten Frieden.
Und deshalb ist es wichtig,
Dass wir uns darin üben.
Und aber schonen,
Verlangen,
Festhalten,
Neiden.
In dem Sinne,
Uns frei werden davon,
Dass wenn sie da sind,
Dass wir ihnen begegnen,
Sie klar erkennen sehen und nicht damit so sehr identifiziert sind.
Samsara und das Leiden in Samsara sind eigentlich unsere schlechten Gewohnheiten.
Trungpa Rinpoche wurde gefragt mal und er war bekannt für untraditionelle Antworten.
Und jemand hat gesagt,
Trungpa Rinpoche,
Wie entsteht Wiedergeburt und was ist es,
Was wiedergeboren wird?
Er hat gesagt,
Deine schlechten Gewohnheiten.
Ein bisschen vereinfacht.
Und wir üben in dem Sinne auch gute Gewohnheiten.
Und das ist Praxis.
Das ist eigentlich was Praxis bedeutet.
Einerseits gute Gewohnheiten zu üben und andererseits all die Gewohnheiten und all das so durchschauen,
Dass wir nicht mehr gebunden sind,
Dass wir immer weniger gebunden sind.
Von Gutem und von dem Schlechten.
Gentrin Rinpoche sagt,
Wollen wir den Unterweisungen des Buddha folgen,
Müssen wir uns zunächst darüber klar werden,
Warum es überhaupt notwendig ist zu praktizieren und was die Früchte solcher Praxis sein werden.
Das Ergebnis des Anwendens der Unterweisungen Buddhas ist völlige Befreiung von allem Leiden,
Das wir im Ozean des Daseinskreislaufes erfahren.
In dem Moment,
Wo wir von Leiden befreit sind,
Eröffnet sich uns die letztendliche Wirklichkeit und Erleuchtung,
Ein Zustand des tiefen Glücks und des tiefen Friedens,
Der nichts,
Was auch immer,
Beeinflussen oder zum Versiegen bringen kann.
Dies ist das Ergebnis und eigentliche Ziel der Praxis.
Das heißt,
Die Übung ist wirklich hier und jetzt Frieden schließen.
Also auch,
Ich weiß nicht,
Wer das gesagt hat,
Friede ist nicht das Ziel,
Sondern der Weg.
Das klingt viel besser,
Wie es gesagt worden ist.
Aber das wir nicht vergessen,
Wir können uns nicht durchkämpfen,
Um dann einmal Frieden zu erlangen.
Wir müssen uns ständig darin üben,
Frieden zu schließen mit allem,
Was kommt,
Von Moment zu Moment.
Man spricht auch von Gelassenheit,
Aber ist nochmal anders ausgedrückt.
So entsteht Friede.
Auch nicht,
Also die ersten drei Tage,
Die sind schwierig,
Mit die haben wir nicht gern,
Die wollen wir nicht,
Aber das wissen wir ja jetzt schon,
Besser wird es dann nachher.
Und dann kommen die nächsten drei,
Da kommen dann vielleicht allerlei Emotionen,
Das wissen wir auch schon,
Aber wenn die vorbei sind,
Dann wird es dann besser.
Und wenn es dann mal besser ist,
Dann hoffen wir,
Dass wir es behalten können.
Und das ist schon tatsächlich,
Es gibt so Muster im Retreat,
Ganz eindeutig.
Und der Nachteil,
Wenn wir das alles schon kennen,
Ist,
Dass wir denken,
Es kommt dann schon.
Und die Praxis kann nur immer hier in dem Moment stattfinden,
Weil wir keinen anderen Moment haben.
Und so ist es so entscheidend.
Wertvolle Situation,
Die wir haben als Menschen,
Die eine befreiende Praxis haben,
Vergänglichkeit und Zerbrechlichkeit dieser Situation und auch unseres Lebens,
Karma,
Unser Tun wirkt.
Wenn wir nicht wirklich praktizieren,
Erschaffen wir Moment zu Moment das,
Was Samsara genannt wird.
Und wenn wir wirklich praktizieren,
Bauen wir das ab.
Samsara,
Das sind die endlosen Runden des Leidens.
Und gerade in der buddhistischen Kosmologie sind das auch Bereiche,
In die man wiedergeboren wird.
Aber eigentlich ist es unser Geist,
Der sich diese Runden des Leidens schafft.
Und das ist die vierte dieser Reflexionen.
Und ich gehe kurz durch diese sechs Daseinsbereiche,
Die traditionell genannt werden,
In die man hineingeboren wird,
Immer und immer wieder,
Sind diejenigen der Wesen in den Höllen,
Den hungrigen Geistern,
Den unintelligenten Tieren,
Den eifersüchtigen Dämonen,
Den Menschen und den lichten Göttern.
Möglicherweise glauben wir nicht an die Idee der Wiedergeburt oder sind nicht einmal interessiert daran.
Ist okay.
Ich versuche nicht,
Euch das anzudrehen.
Ich weiss es auch selbst nicht.
Aber es ist sehr interessant und aufschlussreich,
Diesen Prozess zum Beispiel auf einer Tag-um-Tag-Basis oder sogar Moment-zu-Moment in Action zu sehen.
Wir werden wütend und hasserfüllt und zornig und schon sind wir in einem Höllenbereich geboren.
Zu hinzufühlen,
Zu schauen,
Wie sich das anfühlt,
Wenn wir wirklich ärgerlich,
Wütend sind oder Hass haben auf etwas,
Ist die Hölle.
Wir sind dumpf,
Unklar,
Verwirrt,
Unachtsam und schon befinden wir uns im Bereich der Tiere.
Könnte einem ja auch sogar in der Meditation passieren.
Wir können das Mittagessen kaum erwarten oder wir unterhalten sexuelle Fantasien und schon sind wir hungrige Geister.
Diese Peta oder Preta.
Die haben einen ganz kleinen Mund und enorme Mägen,
Die sie nie vollkriegen.
Die Münde sind so klein und die Mägen sind so groß,
Dass es nie genug gibt.
Essen wird zu Feuer und wenn sie es gegessen haben,
Wenn sie es irgendwie dann doch essen konnten,
Es ist das Feuer der endlosen Gier und das Feuer des Verlangens,
Was hiermit gemeint ist.
Oder wir sind eifersüchtig auf unsere Nachbarn,
Die intelligenter sind als wir oder reicher sind als wir oder besser aussehen als wir oder die in der Meditation länger still sitzen können als wir und schon sind wir wiedergeboren als neidische Dämonen.
Oder wir fühlen Metta,
Liebevolle Güte,
Wir sind offen und grosszügig,
Wir sind gesammelt,
Wir sind in Frieden und sind somit in einem der Bereiche der Götter,
Der Devas gelandet,
Wo grosse Freude und Wohlergehen herrscht.
Oder wir sind gegenwärtig und recht klar offen und gelassen und wir sind wieder in der Welt der Menschen.
Hier in dieser Welt erfahren wir beides,
Schmerz und Lust,
Leiden und Freude,
Gerade genug,
Dass manche von uns aufgeweckt werden und zu lernen beginnen,
Längst nicht alle.
Deshalb ist es die Beste der Welten,
In der wir sein können.
Deshalb sprechen wir auch von einer wertvollen Situation.
Ich kann mich nicht mehr genau erinnern,
Was mich eigentlich motiviert hat zu praktizieren.
Ich glaube,
Es war schon das Leiden,
Aber als man vom Leiden sprach,
Hat es mir keinen großen Sinn gemacht,
Weil ich leide doch nicht.
Also ich will irgendwelche tollen Zustände,
Das schon,
Aber dass ich leiden sollte,
Das war mir wirklich komisch.
Und wenn ich zurückschaue,
Das hätte eigentlich offensichtlich sein sollen.
Die vier Aspekte,
Wenn wir den unendlichen Wert dieser Situation voll erkannt haben,
Wenn wir die Zerbrechlichkeit und Flüchtigkeit dieser Situation realisieren,
Wenn wir sehen,
Dass unsere Zukunft in unserer eigenen Hand liegt,
In der Art und Weise,
Wie wir denken,
Reden und handeln,
Und sehen,
Dass unser Leiden,
Aber auch unser Wohlergehen von uns selbst abhängt,
Dann schauen wir nach einer Praxis,
Nach einem Weg und wenn wir bereits einen haben oder bereits praktizieren,
Dann schauen wir noch wieder genauer hin,
Um was geht es wirklich.
Wir schauen,
Auf was wir uns ausrichten können,
Wo die Prioritäten dann liegen,
Schauen uns nach einer klaren Motivation zur Praxis um.
Das ist Zuflucht,
Die Bedeutung von Zuflucht und von der altruistischen Motivation von Bodhichitta.
Die Zuflucht hat mit dem zu tun,
Was wir wollen,
Mit der Richtung in unserem Leben,
Mit dem sich anvertrauen,
Während Bodhichitta,
Die altruistische Motivation,
Damit zu tun hat,
Warum wir es tun,
Für was und für wen wir es tun.
Wenn man die Zuflucht als Buddha,
Dharma und Sangha bezeichnet,
Heißt das,
Wir nehmen aus unserer Richtung und Ausrichtung wirkliches Erwachen,
Erwachen aus dem Verlorensein in unseren Geschichten und Gedanken und Emotionen und all dem.
Sich ausrichten auf unser Potential der Innenfreiheit,
Könnte man sagen,
Unserer Buddha-Natur.
Das bedeutet,
Es hat mit unseren zentralen Anliegen zu tun im Leben.
Also die Frage,
Ist es meine Karriere,
Ist es Beförderung,
Ist es mein Haus und Heim,
Ist es mein Auto,
Ist es das Einkaufszentrum,
Sogar ist es Familie und Freunde oder ist es Weisheit und Erkenntnis selbst und das Mitgefühl und die liebevolle Güte,
Die daraus entstehen,
Was natürlich allem im Menschen einschliesst.
Das ist eine Ausrichtung,
Die letztlich die Wesentlichste ist.
Wir vertrauen dem Dharma,
Den Dingen,
So wie sie wirklich sind,
Entsprechend den Gesetzmäßigkeiten des Daseins.
Das ist ein wichtiger Teil im Vipassana,
Immer wieder zu sehen,
Wie weit wir denken,
Dass es darum geht,
Dass wir wirklich die Dinge unter Kontrolle kriegen,
Dass wir die Erfahrungen,
Die kommen und gehen,
So hinkriegen,
Wie sie sein sollten und nicht so,
Wie sie jetzt sind und noch nicht richtig sind.
Und das ist außerordentlich anstrengend.
Ich behaupte mal,
Wir brauchen sehr viel Energie immer wieder,
Um es richtig hinzukriegen.
Als ob die Dinge nicht gesetzmäßig bedingt entstehen würden,
Sondern irgendwie zufällig entstehen würden und wenn ich es nur richtig mache,
Kriege ich alles ganz richtig hin,
So wie ich denke,
Es sein müsste.
Oder sind wir immer wieder klar und willens zu sehen,
Was immer kommt und geht,
Das ist die Gesetzmäßigkeit dieses Daseins.
Also es ist nicht etwas falsch,
Was jetzt kommt,
Sondern an allem,
Was kommt,
Kann ich da sehen,
Was es zu sehen gibt.
Es ist veränderlich,
Es ist nicht festhaltbar,
Es ist ein dynamischer Prozess.
All das zu sehen,
Wenn ich mich darin verliere,
Wird es leidvoll,
Wenn ich daraus erwache,
Werde ich frei,
Was zu sehen.
Anvertrauen,
Sich dem Dharma anvertrauen.
Rumi sagt,
Drei Gefährten für dich.
Gefährte Nummer eins,
Dein Besitz.
Er verlässt das Haus nicht einmal wegen einer Gefahr,
In der du dich befinden magst.
Er bleibt zu Hause.
Nummer zwei,
Dein guter Freund.
Er kommt immerhin an dein Begräbnis.
Er steht am Grab und redet,
Mehr nicht.
Der dritte Gefährte,
Wie du handelst,
Dein Tun,
Geht mit dir in den Tod und wird mit dir sein,
Um dir zu helfen,
Wie du handelst,
Dein Tun.
Nimm zu tief Zuflucht zu diesem Gefährten im Voraus.
Buddha erwachen Dharma,
Die Dinge,
Wie sie wirklich sind und alles,
Was uns hilft,
Sie zu erkennen und richtig zu verstehen.
Wir vertrauen unseren spirituellen Freunden oder Freundinnen,
Sangha.
Wir vertrauen dem,
Was heilsam ist.
Wir setzen uns positiven Einflüssen aus,
Anstatt umgekehrt.
Ganz hilfreich,
Mindestens jeden Tag einmal über Zuflucht,
Über unsere eigene persönliche Zuflucht nachzudenken,
Zu reflektieren.
Auch vor jeder grösseren Unternehmung,
Wann immer wir Entscheidungen zu treffen haben.
Es klärt unser Leben,
Setzt eindeutige Werte und Prioritäten,
Immer wieder von Neuem und ist eine sehr starke Praxis.
Und in dem Maße,
Wie die Zufluchtnahme in uns sich vertieft,
In dem Maße werden wir eine Zuflucht für andere.
Jemand,
Der wirklich interessiert ist am Erwachen,
Am Verstehen,
Jemand,
Der wach ist,
Jemand,
Der aus Weisheit und Mitgefühl handelt,
Ist eine Zuflucht für andere,
Wird mehr und mehr zur Zuflucht für andere.
Und dann betrachten wir auch unsere Motivation,
Das ist der letzte Punkt.
Der Grund,
Warum wir praktizieren,
Warum wir tun,
Was wir tun in unserem Leben,
Also nicht so sehr die Richtung,
Sondern woher wir kommen und was unsere Perspektive vielleicht ist.
Und hier ist damit gemeint,
Zu beginnen,
Unsere Entscheidungen und Handlungen nicht mehr einfach im Licht unseres persönlichen Interesses zu betrachten.
Ich tue das,
Weil es mir hilft,
Ich tue das,
Weil es mir gut tut,
Das tut mir nicht so gut,
Das ist anstrengend,
Das bringt mir nichts.
Sondern vielmehr oder zumindest vermehrt motiviert durch Mitgefühl,
Aus der Verbundenheit,
Aus der zunehmenden Verbundenheit für alles,
Was um uns herum lebt.
Shantideva beschreibt diese Motivation,
Diesen altruistischen Wunsch in poetischer Weise und auch in sehr idealer Weise.
Ich weiß,
Dass gerade die Texte von Shantideva sehr inspirierend sein können,
Aber dass es manchmal so viel ist,
Dass man fast damit aufhören muss,
Weil der Anspruch dann wieder so groß werden kann.
Einmal mehr ein Problem für uns Westliche.
Ich habe lange Zeit von Shantideva nicht viel wissen wollen,
Weil es mir zu viel war im Sinn von dem Gefühl,
Ich müsste so sein und ich bin es nicht und deshalb bin ich nicht okay.
Möge ich Beschützer der Verlassenen sein und Führer der Wanderer.
Möge ich Schiff,
Boot oder Brücke sein für jene,
Die ans andere Ufer gelangen wollen.
Eine Insel für diejenigen,
Die eine Insel suchen und eine Lampe für die,
Die eine Lampe brauchen.
Ein Knecht für die,
Die einen Knecht brauchen,
Sagt er auch.
Möge die Erde und die anderen Elemente,
Den unzähligen Wesen,
Die den unendlichen Raum erfüllen,
Zu verschiedenem Gebrauch dienen,
So möge ich in vielfacher Weise den Wesen von Nutzen sein,
Solange bis alle befreit sind.
Und es heißt natürlich auch nicht,
Dass wir uns vormachen müssen oder wollen,
Wir täten nun alles aus reinem Uneigennutz und Nächstenliebe und wir brauchen auch nicht ein schlechtes Gewissen zu haben,
Denn jedes Mal,
Wenn wir etwas für uns selbst tun,
Ist es ein weiteres Missverständnis,
Dem man zum Opfer fallen kann.
Vielmehr immer und immer wieder ein offenes Herz zu üben,
Eine weite Perspektive zu behalten und es immer wieder zu finden von Neuem,
Eine Perspektive,
Die alles,
Was lebt,
Inklusive sich selbst,
Mit einschließt.
Es ist etwas,
Was unserer Praxis Offenheit und Weite verleiht.
Es schaltet die Kleinlichkeit und die Enge aus in unserem Leben.
Es ist eine großartige und inspirierende Haltung.
Es heißt manchmal nur,
Der Gedanke an Bodhichitta ist schon wie ein Splitter von einem Diamant,
Offenbar,
Ich kenne mich nicht aus mit Diamanten,
Glänzt schon,
Der kleinste Splitter hat schon die Eigenschaften des Diamantes.
Wenn wir uns nur denken,
Dass wir das möchten und uns in diesem Gedanken öffnen,
Ändert das schon sehr viel in der Art und Weise,
Wie unsere Praxis ist.
Je offener und weiter unsere Motivation ist,
Je mehr wir andere Menschen mit einschließen,
Andere Lebewesen mit einschließen,
Desto wirkungsvoller wird unsere Praxis.
Die Praxis der Meditation,
Des Gewahrseins,
Der Achtsamkeit,
Praxis der Großzügigkeit und Liebe und Mitgefühl,
Praxis der Erkenntnis,
Der vergänglichen,
Nicht festhaltbaren,
Nicht fassbaren Natur aller Dinge,
Die letztlich zur Befreiung von allem Leiden führt.
Ich möchte nochmal mit Lama Gendren Rinpoche abschliessen,
Was er zu sagen hat über die Meditation.
Ich finde es äusserst interessant,
Diese Verse spricht über diese Art von Glück,
Die letztlich möglich ist,
Wenn wir frei sind,
Wenn wir uns vom selbstgeschaffenen Leiden befreit haben.
Er sagt,
Glück findet sich nicht mit dem Willen oder durch große Anstrengung.
Es ist immer schon da,
Vollkommen und fertig im Entspannen und Loslassen.
Beunruhige dich nicht,
Es gibt nichts zu tun.
Alles,
Was im Geiste scheint,
Hat keinerlei Bedeutung,
Weil es keinerlei Wirklichkeit besitzt.
Halte an nichts fest,
Bewirte nicht.
Lass das Spiel von selbst ablaufen.
Entstehen und vergehen,
Ohne irgendetwas zu ändern.
Alles löst sich auf und beginnt wieder,
Von Neuem,
Unaufhörlich.
Allein dein Suchen nach Glücklichsein hindert dich daran,
Es zu sehen,
Wie bei einem Regenbogen,
Den du verfolgst,
Ohne ihn je zu erreichen.
Weil das Glücklichsein nicht existiert und doch immer schon da war und dich jeden Moment begleitet.
Glaube nicht,
Die guten und schlechten Erfahrungen seien wirklich.
Sie sind wie Regenbögen.
Im entlangen Wollen des Nichtzufassenden erschöpft du dich vergeblich.
Sobald du dieses Verlangen loslässt,
Ist Raum da,
Offen,
Einladend und wohltuend.
Also nutze ihn.
Alles ist bereits da für dich,
Suche nicht weiter.
Gehe nicht im undurchdringlichen Dschungel den Elefanten suchen,
Der schon ruhig zu Hause ist.
Nichts tun,
Nichts forcieren,
Nichts,
Was zu wünschen bliebe und nichts,
Das fehlt.
Immerhoch,
Wunderbar und alles geschieht von selbst.
Das ist eine Meditationsanleitung,
Okay?
Nicht eine Lebensanleitung.
Noch einen Moment still sitzen.
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