
Geleitete Meditation: Einem Schmerz sanft begegnen
by Sylvia Kolk
Diese Meditation führt dich ein in die meditative Kunst, einem körperlichen oder emotionalem Schmerz sanft zu begegnen und ihn nicht mehr abwehren zu müssen. Der Schmerz kann sich auf natürliche Weise verändern, vielleicht sogar auflösen.
Transkription
Es darf wirklich bequem sein,
Die Augen schließen,
Ankommen in dieser Körperhaltung.
Also ein paar mal tief ein- und ausatmen und dabei deinen Körper in dieser Position zur Ruhe kommen lassen.
Und dann lass einmal zu,
Dass da ein Schmerz,
Der entweder psychischer oder physischer Art ist,
Dass der sich dir zeigen darf,
Ein Schmerz mit dem du jetzt arbeiten möchtest während dieser Meditation.
Und dabei lenkst du die Aufmerksamkeit in den Körper hinein und richtest damit die Aufmerksamkeit auf diesen ganzen Bereich der körperlichen Empfindungen.
Und dann schau mal,
Ob du auf diese Weise auf die Spur kommst von einem Schmerz,
Mit dem du jetzt Kontakt aufnehmen möchtest,
Vielleicht eine Angst,
Ein Widerstand,
Ein körperlicher Schmerz,
Ein Unbehagen.
Und dann schau mal,
Wo das im Körper zu finden ist und lass den Körper um diesen Bereich herum,
Die Empfindungen da,
Ganz weich werden.
Oder wenn noch andere Stellen da sind,
Die auch gerade zwicken,
Zwacken,
Drücken,
Eng sind,
All diese Bereiche in deiner Vorstellung zulassen,
Dass sie weich werden und warm.
Alles wird weich,
Die Gewebe werden weich,
Das Fleisch wird weich.
So kann sich nichts mehr am Schmerz verklammern.
Auch die Sehnen werden weich,
Die Muskeln werden weich.
Und dränge den Schmerz nicht zurück und lass ihn einfach vorhanden sein.
Und gestatte dem Körper,
Sich rings um den Schmerz völlig zu entspannen,
Sich zu öffnen und lass ihn einfach so sein,
Wie er ist.
Umklammere ihn nicht,
Leiste keinen Widerstand,
Bist einfach weich und offen.
Lass den Schmerz frei im Körper fließen und fühle die Empfindungen in der unbegrenzten Weite des Gewahrseins.
Und gestatte es dem Körper,
Ganz sanft zu einem offenen Raum zu werden.
Kein Festhalten und keine Anspannung.
Lass alles los,
Was den Schmerz umspannt.
Auch auf der Zellebene wird das Fleisch weicher,
Weicher.
Es wird geschmeidig und öffnet sich.
Keine Anspannung,
Kein Zurückdrängen.
Der ganze Körper ist entspannt,
Selbst die Knochen und die Gewebe,
Weich und offen im gesamten Bereich des Empfindens.
Und befreie auch die Atmung von jeglicher Spannung und lass den Körper einfach sich von selbst atmen.
Der Körper ist ein offener Raum,
Der die Empfindung ohne jede Beeinträchtigung wahrnimmt.
Und wenn Vorstellungen und Gedanken des Schmerzes den Geist verhärten,
Dann löse dich sanft von den Gedanken,
Auch furchteinflößende Gedanken,
Die vielleicht mit einer Diagnose zu tun haben oder was auch immer diesen Schmerz in dir auslöst oder die Angst.
Dann werde um diese Gedanken herum ganz weich.
Löse dich von dieser Angst und lass sie frei im Körper fließen.
Und wenn dort Vorstellungen sind,
Versuche des Entrinnens,
Ängste des eingeschlossenen Seins,
Nimm all das einfach wahr und verschließe dich nicht vor all dem.
Und lass solche beängstigenden oder furchteinflößenden Gedanken von selbst entstehen und auch wieder vergehen und werde um sie herum ganz weich.
Alte Gedanken erschaffen alte Widerstände und lass alle Widerstände des Körpers und des Geistes fallen und lass jegliche Erfahrung im weichen,
Offenen Körper fließen,
In dieser unermesslichen Weite des Geistes.
Und nimm wahr,
Wenn die Angst nach einem Ausweg sucht,
So ungefähr wie,
Wann wird dieser Schmerz endlich enden oder wie ist er entstanden,
Wie kann ich ihn loswerden.
Wenn du genau schaust,
Erkennst du,
Dass solche Gedanken den Schmerz vergrößern.
Sie führen zu Anspannung von Körper und Geist.
Und überprüf einmal,
Ob das stimmt und nimm jeden einzelnen Augenblick ohne Widerstand in dir auf,
Von Moment zu Moment und erlaube dem Geist seine Weichheit,
Seine Offenheit und seine Nachgiebigkeit.
Und welcher Gedanke auch aufkommen mag,
Lass ihn kommen und wieder gehen.
Da ist keine Notwendigkeit,
Dich selbst zu schützen,
Keine Notwendigkeit,
Dich zu verstecken,
Da ist nur der weiche,
Geöffnete Geist durch nichts getrübt.
Lass den Körper zu einem Ozean werden,
Jede Empfindung treibt sanft empor zur Oberfläche,
Alle Härte zerfließt und alle Starrheit löst sich auf im weiten Meer des Gewahrseins und fühle die Wellen der Empfindung im Ozean des Körpers und fühle auch die stillen Tiefen und du bist weich und du bist offen.
Nun lenke die Aufmerksamkeit auf den Schmerz ohne jegliche Anspannung,
Ohne den Versuch,
Dich von dem Schmerz zu befreien und erkunde dieses Etwas,
Was Schmerz genannt wird und was ist das wahre Wesen dieser Erfahrung und wenn der Geist in seiner Annäherung an diese Empfindung ins Wanken gerät,
Dann konzentriere dich von Augenblick zu Augenblick auf den vorüberziehenden Strom der Empfindungen,
Die Empfindungen,
Die in diesem Bereich vorüberziehen und dann kannst du wieder versuchen,
Dich dem Schmerz zu nähern,
Dich zu öffnen dieser unmittelbaren Erfahrung,
Denn der Schmerz ist nicht der Feind.
Erforsche einfach in diesem Moment die Wirklichkeit des Schmerzes,
Wie ist er beschaffen und indem du tief eindringst in die sich von Augenblick zu Augenblick wandelnde Empfindung,
In das Zentrum des Unbehagens,
Prüfst du,
Wie das Gewebe,
Wie die Struktur dieser Empfindung beschaffen ist.
Der Körper und der Geist bleiben weich und offen.
Welche Erfahrung machst du,
Wie sind diese Empfindungen,
Sind sie heiß,
Sind sie kalt,
Beschränken sich auf eine bestimmte Stelle,
Bewegen sie sich die Empfindungen des Schmerzes,
Sind sie rund und hart oder flach und weich und lass die Aufmerksamkeit mit der Empfindung verschmelzen und nimm jede entstehende Empfindung in dir auf,
Als würdest du sehr aufmerksam einer Melodie lauschen und Note für Note vernehmen und stimme dich einfach ein auf den vorüber fließenden Strom der Empfindung.
Bleibt er stabil oder verändert er sich ständig,
Verharrt er an einer Stelle oder verändert er ständig seine Form,
Verändert er seine Intensität von einem Augenblick zum nächsten.
Einfach erforschen,
Sanft,
Offen,
Ist da ein Druck,
Ein Brennen oder Vibration,
Welche Farbe hat der Schmerz,
Die Empfindungen dort,
Was du Schmerz nennst,
Ist er schwer oder ist er leicht,
Alles verändert sich von Moment zu Moment,
Empfindungen entstehen und vergehen,
In jedem einzelnen Augenblick und du tauchst ein in diesen Strom und gibst allen Widerstand auf und du gibst alle Vorstellungen davon auf,
Was du gerade tust und erforsche die Wahrheit für dich selbst,
Die Empfindungen fließen einfach in der Weite des Gewahrseins vorüber,
Wandeln sich von Augenblick zu Augenblick und erforsche weiter mit einem weichen und offenen Geist und erkunde die Erfahrungen mit einem offenen Herzen,
Mit einem Körper und öffne dich sanft dem Zentrum einer Empfindung,
So dass du ihr innerstes Wesen erfährst,
In der unermesslichen Weite des Geistes,
Ohne etwas festzuhalten,
Selbst ohne zu denken,
Du nimmst einfach nur diesen Augenblick in dir auf,
Die direkte Erfahrung dessen,
Was ist,
Alles entfaltet sich von Augenblick zu Augenblick und lenke deine Aufmerksamkeit nun wieder sanft auf den gleichmäßigen Rhythmus des Atems.
Nun öffne wieder sanft deine Augen,
Ohne die Präsenz des reinen Gewahrseins zu verlieren.
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