14:04

Dem Hund das Herz öffnen

by Biggi Junge

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Meditation
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Möchtest Du eine tiefe Verbindung mit Deinem Hund spüren ? Möchtest Du ihn nicht nur verstehen, sondern tatsächlich mit ihm fühlen ? Dann höre in diese Episode rein und lass mich Dir zeigen, wie Du Deinem Hund Dein Herz öffnest. Du wirst merken, dass Du Dich damit nicht nur Deinem Hund gegenüber zu öffnen lernst, sondern dem Leben selbst.

Transkription

Hallo ihr Lieben,

Herzlich willkommen zur heutigen Episode von Achtsamkeit&Dogs,

Deinem Podcast für emotionale Balance im Zusammenleben mit Hunden.

Ich bin Biggi,

Ich bin Trainerin für Hundehalterinnen und Hundehalter,

Achtsamkeitslehrerin und Coachin.

Danke dir dafür,

Dass du heute mit dabei bist und vor allem danke dir dafür,

Dass du dir die Zeit für deine Selbstfürsorge nimmst.

Denn die ist die Grundlage für das Wohlergehen deines Hundes.

Der Titel der heutigen Episode ist dem Hund das Herz öffnen.

Das klingt jetzt erstmal ein bisschen esoterisch,

Hat aber tatsächlich eine ganz handfeste Bedeutung.

Dazu möchte ich euch kurz eine Begebenheit von Anfang der Woche erzählen.

Montag war ein ziemlich schwieriger Tag.

Irgendwie setzt mir die Hitze gerade zu und ich bin auch seit einer ganzen Weile irgendwie körperlich nicht wirklich auf der Höhe,

Was ziemlich anstrengend ist.

Und dann habe ich auch noch um zwei oder drei Ecken mitbekommen,

Wie jemand ganz nonchalant über eine von mir ziemlich deutlich gesetzte Grenze gelatscht ist.

Was daraufhin passiert ist,

Ihr könnt euch wahrscheinlich vorstellen,

Mit einem Mal entstand in mir eine ziemlich hohe Spannung.

Da war Widerstand,

Da war Unmut und das ist bei mir immer so,

Ganz intensive Angstgefühle.

Und das alles habe ich in mir verkorkt gehalten.

Ich habe da erstmal nichts zugesagt.

Ich war einfach in Gesellschaft,

Wo ich das nicht rauslassen wollte.

Bis zu dem Moment,

In dem Charlie etwas verbellte,

Was irgendwie vorm Fenster herumschamenzelt ist.

Wahrscheinlich war es eine Katze oder so was ähnliches.

Bevor ich auch nur denken konnte,

So schnell konnte ich gar nicht gucken,

Habe ich Charlie in einen ziemlich scharfen Ton vom Fenster weggerufen.

In einem Ton,

Den ich sonst nie ihm gegenüber verwende.

Er kam dann auch,

Aber natürlich verzögert und geduckt und beschwichtigend.

Bei diesem Anblick war meine Wut sofort wieder verraucht und ganz ehrlich,

Ich saß mit Tränen in den Augen da und mir steigen auch jetzt wieder die Tränen in die Augen,

Wenn ich darüber nachdenke und davon erzähle.

Ich bin kein Engel,

Ich bin kein Buddha.

Ich bemühe mich wie ihr um einen liebevollen und achtsamen Umgang mit meinem Hund,

Mit mir selbst und mit allen Lebewesen,

Die mir über den Weg laufen.

Aber ich bin eben auch nur ein Mensch,

Der ab und zu mal explodiert.

Das ist nicht gut,

Aber es ist so.

Im Achtsamkeitstraining geht es darum,

Mit den Dingen zu sein,

Unter anderem darum,

Mit den Dingen zu sein,

Wie sie sind.

Die Dinge sind nicht gut,

Sie sind nicht schlecht,

Sie sind einfach.

Und es gilt auch für Gefühle.

Sie dürfen alle sein und sie dürfen alle Raum haben.

Es geht aber auch darum,

Dass wir uns die Verbindung zwischen diesen Gefühlen und unseren konditionierten Reaktionen auf diese Gefühle bewusst machen,

Um diese Reaktion dann von Mal zu Mal mehr loslassen zu können,

Um einfach mehr Bewusstheit darüber zu haben,

Was da eigentlich passiert.

Das braucht Übung und es braucht Zeit.

Ich arbeite schon länger daran,

Meinen Stress nicht an meinem Hund auszulassen.

Es wird besser,

Aber das Richtige zu tun ist eben ein Prozess.

Was ich gespürt habe in dem Moment,

In dem Charlie um die Ecke geschlichen kam,

War ziemlich viel.

Da war Scham,

Schuld,

Hilflosigkeit,

Selbstverachtung und noch ein paar Gefühle mehr.

Alles in allem war das ein ziemlich schmerzhafter Cocktail,

Den ich hinter meinem Brustbein gespürt habe.

Das Gefühl war heiß und ziehend,

Wie so ein latenter Schmerz mit einem großen Element von Druck.

Traditionell ist das Brustbein der Bereich,

Den wir mit dem emotionalen Herzen verbinden.

Und energetisch arbeitende Therapeutinnen lokalisieren in der Gegend eines der sieben Chakren.

Das sind Energiezentren,

Die entlang der Wirbelsäule angeordnet sind.

Ich persönlich kenne mich mit Energiearbeit nicht wirklich gut aus,

Aber irgendwas ist an dieser Stelle auf jeden Fall passiert.

Ich sage immer wieder,

Dass unser Gehirn den Unterschied zwischen real und vorgestellt nicht kennt.

Deswegen funktioniert es auch im Bereich der Emotionsregulation mit inneren Bildern zu arbeiten.

Und um die Spannung,

Die Hitze und den Schmerz in mir zu reduzieren in diesem Moment,

Habe ich mir vorgestellt,

Dass der Bereich des Brustbeins ganz weit und weich würde.

Da war plötzlich ganz viel Raum,

In dem sich diese Gefühle ausbreiten konnten.

Sie konnten sich verteilen wie ein Gas in einem größeren Raum.

Der Druck sank,

Hitze und Spannung haben abgenommen.

Wenn du magst,

Dann lass uns das doch mal ganz kurz üben.

Falls du den Podcast unterwegs hörst und zu Fuß gehst,

Kannst du die Übung ruhig mitmachen.

Es funktioniert auch im Gehen.

Falls du gerade im Autofahren bist,

Dann höre entweder einfach nur zu oder fahre vielleicht kurz rechts ran.

Stell dir vor,

Du bist eine Marionette.

Du hast einen Zentralfaden am Schädeldach,

Der dich nach oben zieht.

Das Becken kippt so ein bisschen nach vorne.

Die Wirbelsäule streckt sich.

Das Brustbein öffnet sich so ein bisschen.

Das Kinn geht so ein bisschen in Richtung Brust und die Halswirbelsäule wird lang.

Da musst du gar nicht viel drüber nachdenken.

Wenn du dich wie so eine Marionette nach oben ziehst,

Geht das fast wie von selbst.

Wenn du magst,

Leg eine Handfläche aufs Brustbein.

Das ist jetzt nur ein Hilfskonstrukt.

Du kannst es auch ohne Handfläche machen,

Aber wenn du eine nimmst,

Nimm die rechte,

Die linke oder beide,

Wie es sich für dich gut anfühlt.

Und dann konzentriere dich auf dein Herz,

Auf dein physisches Herz.

Versuche es zu spüren.

Nach einem kurzen Moment spürst du auf jeden Fall den Rhythmus des Herzschlags.

Was spürst du noch?

Ist da Wärme,

So eine Art Strömen,

Fließen oder Kribbeln?

Nun stell dir vor,

Dass der Raum um dein Herz herum plötzlich ganz weit würde.

Dein Herz hat plötzlich ganz viel Platz,

Sich auszubreiten.

Es hat allen Raum,

Den es braucht.

Alles ist weit,

Weich und warm.

Und um das zu verdeutlichen,

Stell dir jetzt mal das Gegenteil vor.

Stell dir vor,

Dass die Umgebung deinem Herz so richtig auf die Pelle rückt.

Da ist Enge,

Da ist Druck,

Da ist Härte.

Alles fühlt sich dicht,

Schwer und kalt an.

Kennst du das Gefühl?

Und dann weite den Raum wieder.

Gib dem Herz und wofür es für dich steht Raum.

Gib ihm Weite,

Gib ihm Freiheit.

Wenn du magst,

Kann dein Herz den gesamten Brustkorb ausfüllen oder auch deinen gesamten Körper oder noch mehr Raum.

Nimm dir so viel Raum,

Wie du brauchst.

Und dann lass die Bilder wieder los,

Löse die Hand oder die Hände vom Brustbein,

Kreise die Schultern,

Reck und streck dich ein bisschen,

Gähne,

Wenn es dir gut tut und komm wieder an,

Wo du gerade bist.

Ich habe es mir zur Praxis gemacht,

Jedes Mal,

Wenn ich Charlie ansehe,

Ihm mein Herz zu öffnen.

Das funktioniert mal besser,

Mal schlechter,

Aber es tut uns immer beiden gut.

Insbesondere in Situationen,

Die für uns beide schwierig sind,

Wie zum Beispiel manche Hundebegegnungen.

Sind nicht mehr alle,

Aber eben bestimmte Arten von Hundebegegnungen.

Und übrigens ist es etwas anderes,

Nur dass kein Missverständnis aufkommt,

Meinem Hund das Herz zu öffnen,

Als zu versuchen,

Die Situation aus seiner Perspektive zu betrachten.

Das ist auch eine sehr,

Sehr wertvolle Fähigkeit,

Aber es geht um etwas anderes.

Wenn ich versuche,

Die Situation aus seiner Perspektive zu betrachten,

Sehe ich immer noch durch meine menschlichen Augen und benutze mein menschliches Wissen über Hunde.

Wohingegen,

Wenn ich mein Herz öffne,

Meinem Hund gegenüber,

Beziehungsweise meinen Hund mit dem Herzen sehe,

Gehe ich von unserer emotionalen Gemeinsamkeit als fühlende Lebewesen aus.

Ich denke nicht über ihn nach oder über die Situation,

Sondern fühle mit ihm.

Für viele Menschen ist so ein emotionales Öffnen mit Angst verbunden,

Zum Beispiel der Angst vor Kontrollverlust.

Mir ging das auch lange so und ehrlich gesagt reagiere ich heute noch instinktiv mit Dichtmachen,

Wenn mir etwas zu schnell zu viel wird.

Letztendlich ist es aber immer sehr erlösend,

Doch den Deckel lüften zu können und Druck auf eine konstruktive Art und Weise aus meinem emotionalen System ablassen zu können.

Das Herz hat seine eigenen Gesetze und eins davon lautet,

Ein bisschen offen kann ich nicht.

Entweder ich bin offen oder dicht.

Entscheiden musst du dich schon.

Das soll heißen,

Wenn du anfängst,

Dich gegenüber deinem Hund zu öffnen,

Dann wirst du feststellen,

Dass es dir zunehmend schwerfallen wird,

Anderen Menschen,

Dir selbst und dem gesamten Leben gegenüber unberührbar zu bleiben.

Das Üben von Achtsamkeit und Mitgefühl macht dich insgesamt weicher und damit auch verletzlicher.

Und es gab ehrlich gesagt in meinem Leben auch mal eine Zeit,

In der mir das sowas von zu viel war,

Dass ich monatelang gar nicht meditiert habe,

Weil ich nicht noch verletzlicher werden wollte.

Irgendwann habe ich aber dann doch verstanden,

Dass Dichtmachen nicht die Lösung ist,

Sondern dass Verletzlichkeit die wichtigste Voraussetzung für echtes Wachstum ist.

Nur mit ihr gelingt es,

Aus diesen automatisierten Reaktionsmustern auszusteigen.

Und hier kann also dein Mitgefühl mit deinem Hund und mit dir selbst dir helfen,

Diesen ersten Schritt auf dich selbst und auf ein freieres Leben zuzutun.

Versuch's.

Ihr werdet beide davon profitieren.

So,

Das war's für heute.

Ich hoffe,

Die Übung hat dir gut getan und du bist wieder ein bisschen mehr in Kontakt mit deinem Hund und dir selbst gekommen.

Wenn du mehr Achtsamkeitsübungen speziell für Hundehalterinnen und Hundehalter kennenlernen möchtest,

Dann komm zu meinem kostenlosen Online-Gruppencoaching jeden Donnerstagabend auf Zoom.

Den Anmeldelink findest du unten in den Show Notes.

Dort findest du auch meine Links zur Website und den Social Media Kanälen.

Bis zum nächsten Mal.

Alles Liebe,

Deine Vicky.

Bye,

Bye.

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