
Kontemplative Übung - Geben und Nehmen
Diese Schlüsselpraxis des Mitgefühls beruht auf der Anwendung achtsamer Einsicht, um die Grenzen unserer Fähigkeit, weises Mitgefühl für andere zu empfinden und zu erweitern. Indem wir unser Gewahrsein für das Leiden anderer tief in unser Herz tragen und es in unsere eigene heilende Einsicht und Fürsorge auflösen, so dass wir anderen gesunde Liebe, menschliche Güte und radikale Akzeptanz zurückgeben können - nah, neutral und fern - ein Herz und einen Geist nach dem anderen.
Transkription
Willkommen zu einer kurzen Übung des Gebens und Nehmens.
Mach es dir zunächst bequem.
Nimm eine ruhige,
Fließende Haltung ein,
Sodass du leicht und tief atmen kannst und dich dabei aufgerichtet führst.
Reinige deinen Atem,
Indem du durch die Lippen einatmest,
Den Atem anhältst,
Während du die Muskeln deines Beckenbodens anspannst und dann den Atem durch die Zähne hinausdrückst und wieder den Atem kurz anhältst.
Nochmals einatmen durch die Lippen,
Atem anhalten,
Beckenboden anspannen,
Durch die Zähne ausatmen und den Atem anhalten.
3,
2,
1.
Den Atem wieder durch die Lippen einsaugen,
Anhalten,
Beckenbodenmuskeln anspannen,
Durch die Zähne rauspressen und einen kurzen Moment den Atem anhalten.
3,
2,
1.
Und lasse nun deinen Körper seinen natürlichen Atemrhythmus finden und versuche nun,
Wenn du die Empfindung deines Atems wahrnimmst,
Einen neuen Ausgangspunkt zu schaffen,
Einen Fokuspunkt,
Eine Heimatbasis,
Zu der du jederzeit zurückkehren kannst.
Erlaube dir,
Dich von allem zu lösen,
Auch von deinen Hoffnungen und Ängsten in Bezug auf andere.
Versuche,
Durch eine Reihe von Ein- und Ausatmungen ganz in diesem Moment bei deinem atmenden Körper zu bleiben.
Jetzt,
Wo dein Geist ein wenig präsenter ist und deine Aufmerksamkeit mehr auf den Puls deines Atemkörpers gerichtet ist,
Lass uns das Licht des Gewahrseins wieder auf sich selbst richten,
Indem wir uns durch das,
Was im Geist ist,
Zu dem leichteren,
Geräumigeren Geist des Gewahrseins bewegen,
Wie eine Lichtung in dir.
Versuche,
Dich so weit wie möglich einen Atemzug nach dem anderen in dieser Lichtung zu versenken.
Versuche dort frei und klar zu ruhen und all den Kram in deinem Geist einfach vorbeiziehen zu lassen.
Jetzt,
Wo du deinen Geist wie ein Labor oder ein Arbeitsbereich gereinigt hast und dein Bewusstsein freier und klarer geworden ist,
Ist es an der Zeit,
Sich wieder voll auf dein soziales Leben einzulassen.
Da sich der grösste Teil unseres Lebens und unseres Stresses um enge,
Neutrale und ferne Beziehungen dreht,
Lade bitte das Bild von jemandem vor dein geistiges Auge,
Den du leicht lieben kannst.
Und wenn du sein oder ihr Gesicht siehst,
Geniesse jede Wärme oder jedes Licht,
Das du in dir spürst.
Erkenne oder stelle dir von diesem Ort der Wärme oder des Lichts aus vor,
Welchen Kummer dein geliebter Mensch fühlen könnte.
Versetze dich nun achtsam in diesen Kummer hinein,
Nimm ihn ganz bewusst wahr und atme ihn sogar in dein Herz ein.
Mein geliebter Mensch ist verletzt.
Achte nun darauf,
Jegliche Reaktion in dir selbst und deine Sorge oder Angst zu beruhigen.
Lass dein Gewahrsein mit der Wärme deiner Fürsorge verschmelzen und heile die Wärme und Liebe,
Die du fühlst,
Mit deinem geliebten Menschen,
Indem du sie mit deinem Atmen zu ihm oder ihr sendest.
Sieh,
Wie dein geliebter Mensch deine Fürsorge und Liebe in sich aufnimmt,
Sich von Sorgen befreit fühlt,
Vor Dankbarkeit sprudelt und diese dann an dich zurücksendet.
Während du so dasitzt,
Die Not deines geliebten Menschen mit Achtsamkeit aufnimmst und deine Fürsorge und Liebe aussendest,
Spüre,
Wie sich die Präsenz und Resonanz vertiefen,
Während du dich mit jedem Atemzug mehr und mehr verbindest.
Bitte nun,
Deinen geliebten Menschen sich vor deinem geistigen Auge nach links zu bewegen und lade vor dir einen Bekannten ein,
Den du nicht gut kennst.
Während du versuchst,
Dein Herz für diese Person im Geiste des gemeinsamen Menschseins zu öffnen,
Erlaube dir jede Not zu spüren,
Die sie oder er fühlen mag und lehne dich ganz achtsam in diese Not hinein.
Nimm sie mit deinem vollen Bewusstsein wahr und atme dieses Bewusstsein sogar in dein Herz.
Achte nun darauf,
Jede Reaktion in dir selbst zu beruhigen.
Jede Reaktion,
Die du vielleicht spürst und vermeide die Angst oder zieh dich von ihr zurück.
Lasse dein Gewahrsein mit dem Gefühl deiner menschlichen Familie verschmelzen und teile dann die Sorge,
Die du empfindest mit deinem Bekannten,
Indem du sie mit deinem Atem zu ihm oder zu ihr sendest.
Siehe,
Wie dein Gegenüber diese Fürsorge und Besorgnis tieferen Menschseins aufnimmt,
Sich erleichtert fühlt und ein Gefühl des Vertrauens entwickelt,
Das er oder sie an dich zurücksendet.
Während du auf diese Weise sitzt,
Die Not deines Bekannten mit Achtsamkeit aufnimmst und deine Sorge mit menschlicher Wärme aussendest,
Spüre,
Wie sich die Präsenz und Resonanz vertieft,
Während du dich mit jedem Atemzug mehr und mehr verbindest.
Bitte als nächstes deinen Bekannten vor deinen geistigen Augen nach rechts zu rücken und lade vor dir eine auch nur leicht schwierige Person ein.
Jemand,
Der dir vielleicht einfach auf die Nerven geht.
Wenn du versuchst,
Diese Person zu akzeptieren und dich auf sie einzulassen,
Erlaube dir,
Ihre Not zu spüren und lehne dich achtsam in diese Not hinein,
Indem du sie mit deinem vollen Bewusstsein aufnimmst.
Diese Person weidet und du atmest dieses Bewusstsein jetzt sogar in dein Herz ein.
Achte nun darauf,
Auf jede Reaktion in dir zu beruhigen,
Jede Irritation oder Verärgerung.
Lass dein Gewahrsein mit dem Mitgefühl verschmelzen,
Das du für diesen anderen Menschen hast und teile jede Akzeptanz,
Die du empfindest,
Mit deinem Herausforderer,
Indem du ihm oder sie mit jedem Atem,
Mit Akzeptanz begegnest.
Ich sehe dein Leiden,
Ich sorge mich.
Schau,
Wie dein Herausforderer deinen Respekt und deine Sorge aufnimmt,
Sich ein wenig erleichtert fühlt und mit einem Gefühl des gegenseitigen Respekt,
Dass er oder sie dir zurücksendet,
Weicher wird.
Während du so sitzt,
Seine oder ihre Not mit Achtsamkeit aufnimmst und deine Sorge mit Vertrauen aussendest,
Lass dich spüren,
Wie sich die Toleranz und Akzeptanz vertieft,
Während du dich mit jedem Atemzug mehr und mehr verbindest.
Bei diesem Experiment,
Bei den verschiedenen Arten von schwierigen Interaktionen,
Die du jeden Tag haben könntest,
Lass uns einen Schritt zurücktreten und darüber nachdenken,
Was die Not,
Die du bei anderen siehst,
Bei dir auslösen kann.
Überlege,
Wie viel einfacher das Leben wäre,
Wenn du diese Notlage verarbeiten könntest,
Ohne dass sie eine eigene Reaktion auslöst.
Lasse nun die schwierige und neutrale Person nach Hause gehen und atme den Geist deines geliebten Menschen in dein Herz,
Vielleicht als Licht.
Erinnere dich an die Kraft,
Die du hast,
Um dem Kummer mit Mitgefühl zu begegnen.
Sie ist immer da,
Zusammen mit dem Geist der Liebe in deinem Herzen.
Sie ist etwas,
Das du jederzeit anzapfen kannst,
Wenn du es brauchst.
Mit dieser Praxis des Gebens und Nehmens,
Vielleicht sogar,
Indem du das Geben und Nehmen auf den Atem überträgst,
Wenn deine Interaktionen eine besondere Auslösung oder Herausforderung darstellen.
Und wenn du bereit bist,
Kehre langsam zu deinem Atem zurück.
Fühle dich zurück in deinen Körper.
Verbinde dich mit deiner äußeren physischen Form,
Deinem Kissen,
Deinem Stuhl,
Der Luft im Raum und öffne in deinem eigenen Tempo deine Augen,
Wobei du die Absicht hast,
Das Geben und Nehmen allmählich bei mehr nahen,
Neutralen und fernen Menschen anzuwenden,
Mit denen du interagierst,
Besonders wenn du proaktives Engagement in jede einzelne Interaktion bringen musst,
Die du in allen Bereichen deines komplexen Lebens hast.
Und bedanke dich bei dir selbst dafür,
Dass du heute praktiziert hast.
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