
Achtsam kommunizieren (Teil 1) - Die vier Ebenen - Schulz von Thun
Wenn die Kommunikation mit anderen Menschen schwierig ist oder nicht funktioniert, leidet die Beziehung und jeder einzelne darunter. Denn wir alle wollen verstanden werden. Achtsam kommunizieren ist, keine Frage, der Schlüssel zu einer harmonischen Beziehung, in der sich jeder gehört und gesehen fühlt, verstanden und deswegen auch wertgeschätzt. Wollen wir zufrieden sein, müssen wir hier ansetzen.
Transkription
Hallo,
Hier ist Dani von ebacura und das ist endlich eine neue Folge von Mindful Minutes.
Diese Folge musste sehr lange auf sich warten lassen,
Weil ich momentan mit Gedanken bei allem möglichen bin,
Aber nicht bei diesem Podcast hier,
Was daran liegt.
Es ist jetzt über ein Jahr her,
14,
5 Monate her,
Dass meine Tochter geboren wurde und sehr,
Sehr krank geboren wurde und momentan jähren sich diese ganzen Tage,
Also es gibt immer wieder Jahrestage,
Die einfach sehr herausfordernd und sehr besonders im Leben von mir und meinem Mann und auch von meiner Tochter Clara waren und zum Beispiel vor zwei Tagen hatten wir den Tag der großen OP,
Wir hatten mehrere OPs,
Doch das war eben eine ganz,
Ganz wichtige und eine ganz,
Ganz schwierige und ein ganz,
Ganz schwieriger Tag für mich und meinen Mann,
Ja und das sind so,
Was alles passiert ist,
Vieles konnten wir einfach nicht aufarbeiten,
Weil dafür die Zeit nicht da war und sich ein Ereignis eines anderen gereiht hat und da eignen sich Jahrestage perfekt für,
Wenn man dann auf einmal zusammensitzt und sagt,
Ja weißt du noch letztes Jahr die und die Situation und wie es uns da und da ging und schön momentan mit dem Blick auf Clara und momentan zu sehen,
Dass es ihr gut geht und deswegen hatte ich mich so ein bisschen zurückgezogen,
Aber diese Folge heute lohnt sich für alle,
Es geht um das Thema Kommunikation und es geht damit um das Thema Interaktion mit anderen Menschen und wie verbinde ich mich mit anderen Menschen.
Wenn die Kommunikation mit anderen Menschen schwierig ist oder eben nicht funktioniert,
Leidet die Beziehung,
Das wissen wir und wenn die Beziehung leidet,
Leidet jeder Einzelne darunter,
Denn wir alle wollen verstanden werden und Kommunikation ist ein Weg,
Den anderen zu erreichen und uns mit ihm zu verbinden und die Verbindung mit anderen ist ein wichtiges Grundbedürfnis eines jeden Menschen.
Dabei ist unter Kommunikation nicht nur das zu verstehen,
Was wir sagen,
Also was aus unserem Mund rauskommt,
Denn wir kommunizieren mit sehr viel mehr,
Wir kommunizieren mit unserer Mimik und Gestik und Körperhaltung und unserer Tonart,
Man kann sagen wir kommunizieren verbal und wir kommunizieren nonverbal.
Ganz oft höre ich immer wieder Menschen sagen und es passiert auch mir und meinem Mann,
Hast du mir nicht zugehört und das ist ein Satz,
Der viel zu oberflächlich ist,
Denn wenn Kommunikation schief läuft,
Hat das mit sehr viel mehr zu tun,
Als wenn der andere die einzelnen Wörter,
Also das Gesagte nicht aufgenommen hat.
Wenn wir achtsam sind und achtsam kommunizieren,
Fällt es uns immer leichter,
Die einzelnen Ebenen der Kommunikation mit anderen zu erkennen und auch im Gespräch,
Denn also in der unmittelbaren Situation selbst wahrzunehmen und selbst zu erkennen.
Ich kann als Beobachter die Situation erfassen und mich und meine womöglich aufkommenden Gefühle zurücknehmen und dafür den anderen voll und ganz sehen und voll und ganz hören.
Ich kann also mehr aufnehmen,
Als einfach nur die einzelnen Wörter und somit dem Gesagten und dem ganzen Gespräch und somit der ganzen Beziehung eine ganz andere Tiefe verleihen.
Ich höre nicht nur,
Hast du mir nicht zugehört,
Um dann in ein,
Also es würde bei mir passieren,
In einen Verteidigungsmechanismus zu verfallen und auf einem Autopiloten,
Auf dem ich ja so oft bin,
Den Teil meines Drehbuches runterzurattern,
Der quasi schon so gut einstudiert ist in mir und der mich immer wieder in dieselben Einbahnstraßen führt.
Ich sehe dann stattdessen,
Was dahinter steckt.
Ich sehe die Körperhaltung,
Ich sehe,
Ja,
Ich höre die Tonart,
Ich kann in den anderen auf eine ganz andere Art und Weise hineinfühlen und antworte auf eine Art und Weise,
Die uns beiden dann auch wieder eine Chance gibt.
Achtsam kommunizieren ist,
Und das ist keine Frage,
Der Schlüssel zu einer harmonischen Beziehung,
In der sich jeder gehört fühlt und jeder gesehen fühlt und jeder verstanden fühlt und deswegen auch wertgeschätzt fühlt.
Und wollen wir zufrieden sein und eine zufriedene Beziehung führen,
Müssen wir ganz genau hier ansetzen.
Achtsame Kommunikation ermöglicht oft eine ungeahnte Tiefe in der Beziehung,
Das ist die Erfahrung,
Die ich gemacht habe,
Selbst wenn der Graben zwischen beiden vermeintlich schon sehr,
Sehr groß ist.
Das Schöne ist,
Dass wir das Rad nicht neu erfinden müssen,
Denn es gibt unzählige sinnvolle und erfahrungsgemäß auch sehr gut funktionierende Kommunikationskonzepte,
Derer wir uns auch hier bedienen können.
Achtsamkeit im Umgang mit anderen und dir,
Die du ja stetig lernst und deren Fähigkeiten du weiter ausbaust und ausbauen möchtest,
Ist dabei der Schlüssel zu einer erfolgreichen Umsetzung von diesen Kommunikationsmodellen.
Im ersten Teil heute möchte ich auf das sehr bekannte Konzept des Psychologen Schulz von Thun eingehen,
Der in unseren Auseinandersetzungen mit anderen vier verschiedene Ebenen der Kommunikation erkannt hat.
Und dieses sehr anschauliche Modell ist auch unter dem Namen Vier-Ohren-Modell bekannt.
Dabei geht Schulz von Thun davon aus,
Dass wenn ich etwas sage bzw.
Von mir gebe,
Ich auf vierfache Weise wirksam bin.
Das bedeutet,
Jede meine Äußerung,
Ob ich will oder nicht,
Enthält vier Botschaften gleichzeitig.
Er unterscheidet dabei unter einer Sachinformation,
Also worüber möchte ich informieren.
Er unterscheidet dann auch noch eine Selbstoffenbarung,
Also was ich von mir zu erkennen gebe,
Indem ich das und das sage.
Er gibt einen Beziehungshinweis,
Also was ich von dir halte und wie ich zu dir stehe.
Und es gibt auch noch ein Appell,
Also was ich mit meinem Gesagten erreichen möchte.
Das klingt jetzt etwas kompliziert,
Doch lass uns doch mal jedes Einzelne nochmal durchgehen.
Es gibt also erstens eine Sachebene des Gesprächs.
Und dabei geht es darum,
Welche Informationen durch die Nachricht übermittelt werden.
Es geht dabei nur um die reinen Daten und Fakten.
Dann die Seite der Selbstoffenbarung gibt folgendes wieder.
Egal,
Welche Nachricht der Sender übermittelt,
Er gibt immer auch etwas von seiner Persönlichkeit preis,
Also seinen eigenen Emotionen,
Werten,
Ansichten und Bedürfnissen.
Das ist die zweite Ebene.
Die dritte Ebene,
Die Beziehungsebene.
Und auf dieser Ebene erfährt der Empfänger,
Wie der Sender zu ihm steht.
Also Mimik und Gestik unterstützen das Gesagte.
Ein Stirnrunzeln oder vielleicht ein Augenaufschlag,
Ein koketter Augenaufschlag vermitteln,
Ob jemand irritiert ist oder mit uns flirtet oder wie steht er eigentlich zu uns.
Ein Augenrollen,
Boah,
Das ist,
Augenrollen gehört in meiner Beziehung zu einem No-Go.
Also wir lachen darüber,
Wir sagen immer,
Das ist ein No-Go,
Genauso wie den anderen Nachäffen.
Und doch passiert es immer wieder im Kleinen,
Manchmal auch im Größeren,
Aber dadurch,
Dass wir dann so ein Label drauf haben,
Das ist ein No-Go,
Holt es uns beide sehr schnell raus und wir können über die Situation lachen.
Je nachdem,
Ob ein Empfänger eine Nachricht auf der Beziehungsebene hört,
Kann er sich wertgeschätzt oder eben auch kritisiert fühlen.
Und die Appellseite,
Also die vierte Seite,
Verdeutlicht,
Was der Sender vom Empfänger möchte.
Und das können an den Empfänger gerichtete Bitten oder auch Befehle oder Wünsche oder Ratschläge sein.
In irgendeiner Form wird mit einer Nachricht versucht,
Einfluss auf den Empfänger auszuüben.
Und der Empfänger wird sich anschließend fragen,
Was genau er tun oder unterlassen soll.
Gehen wir das Ganze doch mal an einem ganz bekannten Beispiel durch.
Und der Mann sagt zu seiner Frau im Auto sitzend,
Die Frau sitzt am Steuer und beide warten an der Ampel,
Er sagt einfach nur,
Es ist grün.
Auf der Sachebene,
Für beide ganz einfach.
Die Tatsache ist,
Es ist jetzt grün.
Die Ampel hat auf grün geschaltet.
Schauen wir uns jetzt die zweite Ebene,
Die Selbstoffenbarung an.
Denn hier wird es schon etwas kniffliger,
Etwas schwieriger.
Der Mann könnte damit ausdrücken und sagen wollen,
Ich habe es eilig und möchte daher,
Dass du sofort fährst.
Und die Frau könnte auf dieser Ebene hören,
Ich bin es leid,
Immer warten zu müssen.
Jetzt nur als Beispiel.
Die dritte Ebene,
Die Beziehungsebene ist jetzt besonders interessant.
Der Mann könnte damit meinen,
Es wäre wohl besser gewesen,
Wenn ich gefahren wäre.
Du reagierst viel zu langsam.
Und die Frau könnte auf dieser Ebene verstehen,
Du kannst kein Auto fahren.
Und auf der Appellebene,
Also der vierten Ebene,
Könnte der einfache Satz,
Es ist grün,
Für den Mann bedeuten,
Nun fahr doch endlich.
Und die Frau könnte unter diesem einfachen Satz,
Es ist grün,
Verstehen,
Dass er doch das nächste Mal wieder fahren möchte.
Auch wenn dieses Beispiel erstmal sehr klischeehaft klingt,
Hat es seine Berechtigung,
Dass so oder so ähnlich in allen möglichen Arten von Beziehung immer wieder vorkommt.
Und das ist nicht nur in unserer Partnerschaft der Fall,
Sondern auch in Freundschaften oder auch in unserem Berufsleben,
Wenn wir mit Klienten oder Vorgesetzten oder Kollegen sprechen.
Wir hören mehr als das,
Was gesagt wurde.
Wir interpretieren mehr rein und wir sagen auch mehr als das,
Was aus dem Mund in Form von Wörtern rauskommt.
Kommunikation ist etwas sehr Komplexes.
Sich dessen bewusst zu sein und hier immer achtsamer zu werden,
Ist Gold wert.
Und das passiert automatisch,
Wenn wir Achtsamkeit trainieren.
Denn ganz oft hören wir,
Wenn wir hier von dem Vierohrenmodell sprechen,
Auf einem Ohr besonders gut.
Und das bringt Diskrepanzen in der Kommunikation mit sich.
Denn es kann ganz schnell sein,
Dass wir überhaupt nicht situationsangemessen reagieren und das Gespräch damit in eine Ecke lenken,
Die niemanden gut tut.
Gerade wenn wir zum Beispiel der Beziehungsebene besonders viel Raum geben.
Der Mann vermittelt mit dem Satz,
Es ist grün,
Wäre ich doch besser gefahren?
Und die Frau hört,
Sie könne nicht Auto fahren.
Der Konflikt ist damit also vorprogrammiert.
Achtsamkeit bei der Kommunikation,
Also beim Sender und Empfänger,
Ermöglicht es uns,
Aus dem Autopilotenprogramm auszusteigen.
Das Drehbuch,
Was wir immer wieder oder dem wir immer wieder folgen,
Einfach zu verlassen.
Und voller Verantwortung für das,
Was ich sage,
Ob es verbal oder nonverbal ist.
Ob es verbal oder nonverbal ist.
Wir übernehmen die Verantwortung und nehmen es selbst wieder in die Hand und das hoffentlich erfolgreich.
Das war der erste Teil zum Thema Kommunikation.
Danke für deine Zeit heute.
Ich wünsche dir einen schönen restlichen Tag oder restlichen Abend und bis zum nächsten Mal.
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