
Dein inneres Kind und seine Angst (Teil 1)
Hast Du auch schon mal von Deinem inneren Kind gehört und Dich gefragt, was genau das eigentlich sein soll? Irgendein esoterischer Kram oder vielleicht sogar irgendwas krankhaftes und muss weg? Vielleicht hast Du auch schon mit ihm Bekanntschaft gemacht, denn unser inneres Kind ist etwas ganz reales, es ist unser jüngeres Selbst. Ein Anteil von dem, was wir als unser Ich bezeichnen. Wie unser inneres Kind unser Leben als Erwachsene beeinflusst, wie wir es kennen- und lieben lernen, es annehmen.
Transkription
Hast Du auch schon mal von Deinem inneren Kind gehört und Dich gefragt,
Was genau das eigentlich sein soll?
Irgendein esoterischer Kram vielleicht?
Oder sogar irgendetwas krankhaftes,
Das weg muss?
Vielleicht hast Du auch schon mal mit ihm Bekanntschaft gemacht,
Denn unser inneres Kind ist etwas ganz Reales.
Es ist unser jüngeres Selbst.
Ein Anteil von dem,
Was wir als unser Ich bezeichnen.
Wie unser inneres Kind unser Leben als Erwachsene beeinflusst,
Wie wir es kennen und lieben lernen,
Es annehmen und trösten können und welche wunderbare,
Heilende Wirkung das auf unser Leben im Jetzt und Hier hat,
Darum geht es in der neuen Ausgabe meines Leben lieben lassen Podcasts und ich freue mich,
Dass Du wieder mit dabei bist.
Leben lieben lassen,
Der Podcast zum Thema Persönlichkeit,
Beziehung und Selbstliebe.
Von und mit Claudia Bechert-Möckel.
Hallo ihr lieben Podcast-Hörer da draußen,
Hier ist Claudia vom Leben lieben lassen Podcast.
Heute machen wir uns auf zu einer Reise in die Vergangenheit,
Um unser inneres Kind kennenzulernen.
Dieses Thema liegt mir ganz besonders am Herzen,
Weil ich aus eigener Erfahrung und auch aus der Arbeit mit vielen meiner Klienten weiß,
Wie wichtig es wirklich ist,
Unserem jüngeren Selbst endlich die Aufmerksamkeit und die Liebe zu geben,
Die seine Ängste und Verletzungen heilt.
Damit wir als Erwachsene heute im Hier und Jetzt glücklicher,
Kraftvoller und entspannter sein können.
Und das ist es doch,
Was sich die meisten Menschen wünschen,
Oder?
Und mir ist aufgefallen,
Dass die Sache mit dem inneren Kind ein immer häufigeres Thema ist,
Was ich wunderbar finde,
Aber manche der Erklärungen greifen mir einfach zu kurz,
Deswegen möchte ich heute ein bisschen weiter ausholen.
Stell Dir Dein Leben doch einmal wie auf einem Zeitstrahl vor.
Irgendwann wurdest Du geboren,
Dann warst Du 5 Jahre alt,
10,
20,
40 oder vielleicht sogar auch 50.
In jedem Deiner Lebensphasen warst Du Du selbst.
Aber Du warst auch immer wieder eine neue Ausgabe von Dir.
Also mit 5 Jahren warst Du ohne Zweifel Du selbst,
Aber Du warst eine ganz andere Version dieses Selbst,
Als Du zum Beispiel heute bist.
Komisch,
Oder?
Je mehr man sich in diesen Gedanken hineindenkt,
Umso erstaunlicher ist er,
Finde ich.
Unser Wesenskern bleibt immer der gleiche,
Der verändert sich nie,
Aber er findet in jedem Lebensalter einen anderen Ausdruck.
Worauf ich aber eigentlich hinaus will,
Ist die Tatsache,
Dass die Version von Dir,
Die Du in Deiner Kindheit warst,
In Dir prägende Spuren hinterlassen hat.
Und auch wenn wir uns selbst nicht an alles erinnern,
Ist jede Minute unseres Lebens in unserem Unterbewusstsein und auch in unseren Körperzellen gespeichert.
Und damit alle Erfahrungen und Gefühle,
Die guten und die,
Die uns Angst gemacht haben.
Und zwar genau aus dieser kindlichen Perspektive heraus.
Heute siehst Du rückblickend betrachtet vielleicht vieles,
Was Du als Kind erlebt hast,
Anders.
Aber als Kind ist die Welt groß und Du bist klein.
Ein Kind bezieht alles auf sich.
Es denkt,
Wenn ich nicht aufesse,
Kriege ich nichts vom Weihnachtsmann.
Wenn ich immer lieb gewesen wäre,
Wäre der Papa nicht gegangen.
Oder ähnliches.
Kleine Kinder nehmen alles,
Was in der Welt passiert,
Persönlich,
Im wahrsten Sinne des Wortes.
Sie beziehen alles auf sich,
Weil sie ein magisches Denken haben.
Ein Kinderdenken eben.
Okay,
Das Kind,
Das wir einmal waren,
Hat also aus seiner kindlichen Perspektive heraus Rückschlüsse aus den gemachten Erfahrungen gezogen,
Die es dann als Realität abgespeichert hat.
Also als wahr.
Dabei entstanden in uns Glaubenssätze wie Du bist nicht gut genug,
Nicht wichtig,
Nicht liebenswert oder Du wirst nur geliebt,
Wenn Du Dich anstrengst,
Gute Leistungen hast oder das tust,
Was andere von Dir wollen.
Tatsächlich spielt es keine so große Rolle,
Ob die Eltern das auch so gemeint haben oder nicht.
Wir haben abgespeichert,
Was bei uns angekommen ist und aus unserem kindlichen Denken heraus geschlussfolgert,
Was das für uns bedeutet.
Wenn Deine Eltern also zum Beispiel wenig da waren,
Weil sie viel arbeiten mussten,
Dann heißt das nicht,
Dass Du das als Kind verstanden hast,
Denn dieses Verstehen kann nur der Erwachseneanteil in Dir.
Das Kind in Dir hat die Nicht-Anwesenheit Deiner Eltern mit Sicherheit auf sich selbst bezogen und Zusammenhänge entdeckt wie,
Wenn ich nur lieb bin und alles richtig mache,
Dann hat die Mutti auch Zeit für mich.
Deshalb ist es mir an dieser Stelle nochmal ganz wichtig zu sagen,
Dass es bei der Arbeit mit dem inneren Kind nicht darum geht,
Den Eltern die Schuld in die Schuhe zu schieben,
Dafür,
Dass es uns heute schlecht geht.
Die meisten Eltern,
Davon bin ich wirklich überzeugt,
Machen ihren Job immer so gut sie können.
Dass das nicht heißt,
Dass es immer das Beste für uns war,
Steht auf einem ganz anderen Blatt.
Aber heute sind wir Erwachsenen und selbst verantwortlich für unser Leben.
Wir selbst sind die Einzigen,
Die es ändern können.
Wir können tun,
Was wir als Kind nicht konnten,
Nämlich erkennen,
Verändern,
Uns neu erleben.
Proaktiv sein.
Deswegen müssen wir uns entscheiden,
Ob wir Opfer oder Gestalter unseres Lebens sein wollen.
Vielleicht kennst Du auch Menschen,
Die permanent in der Opferhaltung verweilen,
Die immer die Verantwortung dafür,
Wie es ihnen heute geht,
Anderen in die Schuhe schieben.
Ihren Eltern,
Ihren Freunden,
Ihrem Ehemann.
Mir geht es schlecht,
Weil XY sich so und so verhält.
Weil meine Eltern mir nicht das gegeben haben,
Was gut für mich war.
Dieses Erkennen,
Wie wir so geworden sind,
Ist außerordentlich wichtig.
Dafür ist die Vergangenheit ganz wunderbar.
Aber Du darfst den zweiten Schritt nicht vergessen,
Nämlich zu verstehen,
Dass Du in jeder Minute Deines Lebens neu entscheiden kannst,
Wie Du mit diesen Erfahrungen umgehen möchtest und Dein Leben selbst gestaltest.
Die Vergangenheit ist vergangen,
Wir können sie nicht mehr ändern.
Aber wir können die dort entstandenen Denkgefühls und Verhaltensmuster ändern,
Und deshalb ist es so wichtig,
Zu erkennen,
Warum wir genau so geworden sind,
Wie wir sind.
Denn nur dann können wir die Weichen auch neu stellen.
Die Prägungen,
Die wir in unserer Kindheit erfahren haben,
Sind unsere ersten Lebenserfahrungen.
Diese bilden so eine Art Blaupause fürs Leben,
Ein Vorbild dafür,
Wie man es macht in dieser Welt.
Und auch wie die Welt ist und wer wir selbst sind.
Diese frühen Lebenserfahrungen werden so tief in unserem Unterbewusstsein verankert,
Dass sie Auswirkungen auf unser gesamtes weiteres Leben haben.
Das haben Entwicklungspsychologen und Neurobiologen bewiesen.
Diese frühen Prägungen steuern uns,
So wie unbewusste Programme,
Und wir merken häufig noch nicht einmal etwas davon,
Weil das an unserem bewussten Verstand vorbei passiert.
Ich sage dazu gerne,
Es passiert unterm Radar.
Das betrifft förderliche Lebenseinstellungen,
Genauso wie destruktive,
Also hinderliche oder einengende.
Stell es Dir einfach so vor,
Dein Nervensystem war wie frisch gefallener Schnee.
Und jede Deiner frühen Erfahrungen hat in ihm tiefe Abdrücke hinterlassen.
Der Teil von Dir,
Der diese frühen Erfahrungen,
Die Du in Deinem kindlichen Sein gemacht hast,
Gespeichert hat,
Wird in der Psychologie das Kind-Ich oder das Kindheits-Ich genannt.
Der Einfachheit halber und weil man sich so ein besseres Bild machen kann,
Spricht man auch vom inneren Kind.
Und dieses innere Kind ist heute noch ein Teil von Dir.
Wenn ich meinen Klienten dieses innere Kind-Ich erkläre,
Ist mir immer besonders wichtig,
Dass dieses innere Kind die Welt nicht mit den Augen eines Erwachsenen sieht,
Der Du bist,
Sondern immer noch mit den Augen des Kindes aus Dir herausschaut in die Welt.
Es hat also eine ganz andere Perspektive als der erwachsene Teil von Dir.
Es hat seine eigenen Ängste,
Gefühle und Wahrnehmungen.
Und Dein Kind-Ich besteht genau genommen aus zwei Teilen.
Es gibt ein fröhliches Kind-Ich und ein verletztes Kind-Ich.
Im fröhlichen Kind sind Deine glücklichen Gefühle und Erfahrungen verankert.
Deine Kreativität,
Deine Neugierde,
Deine Abenteuerlust.
Das fröhliche Kind in Dir will die Welt entdecken und umarmen.
Es ist offenherzig,
Es spielt gerne,
Es kann sehr ausgelassen sein und albern und möchte am liebsten die ganze Welt umarmen.
Wenn Du zum Beispiel mit Deinen Kindern im Spiel vertieft bist,
Wenn Du mal alles um Dich herum vergisst und wenn Du Deinen Kreativität Raum gibst,
Wenn Du Spaß hast und ausgelassen bist,
Wenn Deine Augen leuchten und wenn Du die Wunder der Welt bestaunst,
Dann zeigt sich Dein fröhliches Kind-Ich in Dir.
Man könnte sogar sagen,
Dieser Anteil Deines Selbst übernimmt dann das Steuer.
Das merkst Du daran,
Dass Du Dich glücklich und frei fühlst und das Leben liebst.
Dein Herz hüpft und Du bist in der Freude.
In diesem Modus tanken wir auf.
Wenn wir im fröhlichen Kind-Ich sind,
Haben die Alltagssorgen Pause.
Vernunft und Pragmatismus spielen dann kaum eine Rolle.
Und?
Erinnerst Du Dich,
Wann Du Dich das letzte Mal so gefühlt hast?
Wann Du das Leben einfach mal nur staunend erlebt hast?
Wann Du all die kleinen Wunder um Dich herum entdeckt hast und Du Dein Leben in vollen Zügen genießen konntest?
Ganz im Jetzt und Hier?
Ich hoffe wirklich für Dich,
Das ist noch nicht allzu lange her.
Und wenn doch,
Dann möchte ich Dich jetzt dazu ermutigen,
Dein fröhliches Kind-Ich wieder zum Leben zu erwecken.
Das tust Du,
Indem Du Dich begeisterst,
Deiner Freude folgst,
Spaß hast,
Den Moment genießt,
Hüpfst,
Tanzt oder springst,
Malst oder Musik machst,
Intuitiv und spontan bist.
Kurzum,
Indem Du einfach tust,
Was Dir gefällt,
Ohne dass das immer vernünftig und zielorientiert sein muss.
Neben dem fröhlichen Kind-Ich trägt jeder von uns aber auch ein verletztes Kind-Ich herum.
Dieser Ich-Anteil ist der Träger Deiner größten emotionalen Schmerzen,
Deiner seelischen Verletzungen und Deiner emotionalen Kränkungen.
Jeder von uns hat in seiner Vergangenheit solche Kränkungen erfahren,
Auch wenn die Eltern noch so lieb waren.
Denn,
Und das möchte ich auch nicht außer Acht lassen,
Nicht nur die Eltern haben Einfluss auf die Erlebnisse unseres Kindheits-Ichs,
Sondern eben auch Freunde,
Schulkameraden,
Großeltern,
Kurzum alle Menschen,
Die irgendeinen Einfluss auf Dich hatten,
Als Du noch klein warst.
Und aufnahmefähig wie ein Schwamm.
Wie ich also eingangs schon sagte,
Das verletzte Kind-Ich hält sich für nicht gut genug,
Nicht lebenswert.
Es fühlt sich einsam und verloren,
Hilflos und ängstlich.
Es will getröstet und beschützt werden.
Du kannst Dir dabei ein ganz reales,
Kleines,
Trauriges,
Überfordertes Kind vorstellen.
Wenn das verletzte Kind-Ich in Dir das Steuer übernimmt,
Dann reagierst Du keineswegs vernünftig,
Sondern genau wie das Kind,
Das Du einmal warst,
Überfordert,
Hilflos,
Ohnmächtig.
Du fühlst Dich klein und die Welt ist riesengroß.
Das Problem ist nicht zu bewältigen und einen Ausweg kannst Du nicht erkennen.
Und dazu möchte ich nochmal wiederholen,
Die Erfahrungen Deines Kind-Ich sind in Deinem Unterbewusstsein gespeichert.
Von hier aus agiert Dein inneres Kind.
Im Gegensatz zu Deinem bewussten Verstand kennt Dein Unterbewusstsein nicht die Unterscheidung von Vergangenheit,
Gegenwart und Zukunft.
Für Dein Unterbewusstsein ist immer JETZT.
Was es damit auf sich hat,
Wäre sicher ein Thema für einen weiteren Podcast,
Heute allerdings reicht es einfach zu verstehen,
Dass für Dein Kind-Ich die Vergangenheit eben nicht vergangen ist.
Wenn Dein Kind-Ich glaubt,
Nicht wichtig oder nicht geliebt zu sein,
Dann reagiert es auf eben diese Kränkung,
Heute noch genauso stark wie damals.
Denn das Damals dauert für das Kind-Ich immer noch an.
Unsere Vergangenheit schaut also auf diese Weise immer mit uns in die Welt hinein.
Wenn man das hört,
Dann könnte man glauben,
Dass es keine Chance gibt,
Irgendwas an unserem leidvollen Erleben zu verändern.
Wenn doch eh schon alles so früh entschieden wird und so früh geprägt,
Dann hat es ja gar keinen Sinn.
Zum Glück ist es anders.
Wir können uns verändern.
Und dazu müssen wir uns verstehen.
Wir können unsere Denk-,
Gefühls- und Verhaltensmuster erkennen und bewusst gestalten.
So,
Dass wir zu anderen Ergebnissen in unserem Leben kommen.
Denn wir haben das wunderbare Bewusstsein.
Und dieses Bewusstsein hilft uns,
Die unbewussten Steuerprogramme unserer Kindheit ans Licht zu holen und neue Muster zu erlernen.
Das ist anstrengend,
Ich weiß,
Aber es geht.
Es ist so,
Als würde man eine neue Sportart lernen.
Denn unser Hirn ist neuroplastisch.
Es kann,
Das haben Forscher bewiesen,
Bis wir sterben,
Neues lernen,
Indem neue Verschaltungen zwischen Nervenzellen angelegt werden.
Das nennt man neuronale Vernetzungen.
Werden diese neuronalen Vernetzungen öfter benutzt,
Verstärken sie sich.
Und so können Informationen schneller übertragen werden.
Stell dir also vor,
All deine früheren Prägungen sind wie eine Datenautobahn.
Breit und schnell.
Wenn zu deinen frühen,
Unbewussten Erfahrungen gehört,
Ich bin nicht gut genug,
Ist das eine Einstellung deines inneren Kindes und die steuert dein Hirn automatisch immer wieder auch heute noch in diese Richtung,
Sodass du immer wieder die dazu passende negative Erfahrung machst.
Auch heute in deinem Erwachsenenleben.
Wenn du das erkennen und eine neue Einstellung lernen willst,
Etwa ich bin gut genug so wie ich bin,
Dann bilden sich neue Nervenbahnen und du legst quasi eine Trampelpfad an neben der Datenautobahn.
Diesen Trampelpfad musst du nun also immer wieder begehen,
D.
H.
Ein neues Denken und Handeln ausprobieren,
Um neue Erfahrungen zu machen.
Bzw.
Die Erfahrung,
Ich bin gut genug so wie ich bin,
Neu zu bestätigen.
Ganz bewusst.
So wird der Trampelpfad zum Weg,
Zur Straße und immer breiter.
Die einstige Datenautobahn beginnt zu verwittern und nach und nach verlernst du die alten einschränkenden Muster und befreist damit das innere Kind von seiner alten Angst.
Wenn in deinem Leben jetzt jemand gemeint zu dir ist,
Wenn jemand deine Grenzen überschreitet oder dich verletzt,
Dann triggert das möglicherweise einen wunden Punkt in dir,
Der aus einer früheren Verletzung stammt und nun aktiviert wird.
Dein verletztes Kind-Ich fühlt sich nun auf den Plan gerufen.
Es übernimmt die Steuerung in dir,
Ohne dass du das merkst und reagiert auf die gleiche Weise wie früher,
Oder so wie du früher vielleicht gerne reagiert hättest.
Es wird wütend,
Es stampft mit dem Fuß auf oder flippt aus,
Anstatt angemessen und vernünftig sachlich zu argumentieren.
Oder es reißt aus und versteckt sich,
Anstatt dass du dich positionierst und für dich einstehst.
Oder es passt sich übermäßig an und macht sich klein,
Nur damit es gemocht wird und nicht verstoßen.
Wahrscheinlich kennst du irgendeine dieser Verhaltensweisen auch von dir.
In diesem Moment ist dein verletztes Kind-Ich am Werke.
Deshalb reagierst du so stark emotional und immer wieder auf eine ähnliche Weise in bestimmten Situationen.
Wie erkennst du also,
Wann dein inneres Kind die Steuerung in dir übernimmt?
Dafür gibt's eine ganz einfache Regel.
Immer wenn deine innere Reaktion sehr viel stärker ist als das Auslösen der Ereignis,
Dann ist es dein inneres Kind,
Das sich bemerkbar macht.
Und du als Erwachsener in deinem Hier und Jetzt fragst dich möglicherweise ganz ratlos,
Warum dir das jetzt so wehtut,
Was irgendjemand sagt?
Warum wirst du so entsetzlich wütend?
Warum könntest du sofort losheulen?
Du könntest dich einfach nur ärgern,
Aber nein,
Du weinst oder wirst laut.
Oder du erstarrst innerlich zur Salzsäule und fühlst dich ganz blockiert.
Diese Beobachtungen sind von nun an deine Erkenntnismomente.
Beobachte dich und deine Reaktionen auf bestimmte Situationen.
Erkennst du ein Muster?
Passen deine Reaktionen zu den auslösenden Ereignissen?
Sind sie angemessen oder geht es irgendwie mit dir durch?
Ein sehr guter Tipp,
Um dem inneren Kind auf die Spur zu kommen,
Ist auch die Frage,
Wie alt fühle ich mich gerade?
Probier das einfach mal aus,
Du wirst staunen.
Du hast zum Beispiel gerade Streit mit deinem Partner und bist vollkommen verzweifelt?
Du hast Angst,
Dass er oder sie dich verlässt und fühlst dich ganz hilflos und verloren?
Vielleicht auch gelähmt oder innerlich erstarrt?
Dann halte kurz mal inne und frag dich mit deinem Bewusstsein,
Wie alt fühle ich mich jetzt in diesem Moment?
Wenn ich mich das selbst in schmerzlichen Situationen frage,
In denen meine Reaktion stärker ist als das auslösende Ereignis,
Dann bin ich nie älter als 5 oder 6 Jahre.
Dieser Anteil in uns,
Also das jüngere Selbst,
Das mal 5 oder 6 Jahre alt war,
Erlebt dann den Streit mit dem realen Partner im Jetzt und Hier oder die Auseinandersetzung mit unserem Chef.
Die Wahrheit ist,
Das Kind in uns wird das Problem im Außen nie lösen können,
Denn das kann nur ein Erwachsener.
Aber unser inneres Kind ist eben auch ein Kind und nicht in der Lage,
Erwachsen zu reagieren und zu handeln.
Dieser Anteil in uns kann einfach nicht so gut argumentieren.
Er fühlt sich klein,
Hilflos und überfordert.
Deswegen dürfen wir das verletzte Kindich nicht immer wieder den gleichen Situationen aussetzen,
Denn es wird immer überfordert sein.
Stattdessen,
Wenn wir etwas verändern wollen,
Müssen wir lernen,
Unser verletztes Kindich zu erkennen,
Es zu trösten und es nachzubeeltern.
Das ist ein merkwürdiges Wort,
Aber es bedeutet,
Sich selbst eine gute Mutter oder ein guter Vater zu sein,
Denn das innere Kind braucht unseren Schutz und unsere Geborgenheit.
Es braucht all unsere Liebe.
Es braucht,
Dass wir uns um es kümmern.
So kann es heilen und sich beruhigen.
Es kann wachsen und gedeihen.
Und der Erwachsene Teil in uns,
Der kann die Steuerung übernehmen und vernünftig handeln.
Das Erwachsenen-Ich und das Eltern-Ich,
Das sind zwei weitere Anteile unseres Selbst.
Über diese beiden Anteile und wie sie in uns wirksam werden,
Werde ich in der nächsten Leben lieben lassen Folge mehr verraten,
Denn das würde heute den Rahmen sprengen.
Wenn du dich näher mit diesen Themen beschäftigen willst,
Könnte es hilfreich sein,
Sich mit der Transaktionsanalyse oder der Schematherapie zu befassen.
Heute aber soll es ja beim Leben lieben lassen Podcast um das innere Kind gehen und hier ist noch einmal die Zusammenfassung.
In unseren ersten Lebensjahren bilden sich aufgrund unserer kindlichen Erfahrungen Denkgefühls und Verhaltensmuster heraus,
Die uns bis ins Erwachsenealter hinein steuern,
Ohne dass wir das wirklich merken.
Diese Prägungen und die dazu gehörenden Gefühle sind in unserem Kind-Ich gespeichert.
Es gibt ein fröhliches Kind-Ich und ein verletztes Kind-Ich.
Zusammenfassend kann man vom inneren Kind sprechen.
Um dein inneres Kind kennenzulernen,
Ist es wichtig,
Dich selbst genau zu beobachten.
Wann fühlst du dich klein,
Hilflos und zerrissen?
Ausgeliefert,
Nicht gewachsen,
Ohnmächtig?
Wann bist du blockiert,
Wann machtlos und eingeschränkt?
Und wie alt fühlst du dich in diesem Moment?
Stell dir dabei einfach das kleine Kind vor,
Das du einmal warst,
Hilfreich kann es auch sein,
Ein Bild von sich selbst von früher zur Hand zu nehmen.
Jetzt kennst und erkennst du dein inneres Kind.
So wird dir im Alltag immer wieder auffallen,
Wann es sich zeigt.
Der nächste Schritt ist nun konsequenterweise,
Dass du anfängst,
Dich um dein verletztes Kind zu kümmern,
Wenn es leidet.
Wie soll ich denn das machen,
Höre ich dich fragen.
Ja,
Das ist ein Prozess und es gibt sehr hilfreiche Tools und Übungen,
Die dir dabei helfen können.
Der erste und wichtigste Schritt ist allerdings,
Dein inneres Kind endlich zu sehen und wahrzunehmen.
Solange du das nicht tust,
Wird es sich immer wieder lauthals bemerkbar machen.
Oft wird dieser Teil des inneren Kindes in uns verdrängt,
Weggeschoben und unterdrückt,
Einfach aus dem Grund,
Weil wir die verletzten Gefühle und das unverarbeitete Leid nicht spüren wollen.
Doch dein verletztes Kind,
Ich,
Will gesehen werden.
Es braucht ja gerade deine Hilfe und Aufmerksamkeit und deine Annahme.
Sonst wird es wie ein reales Kind,
Dem die Aufmerksamkeit fehlt,
So lange toben und schreien,
Bis du es nicht mehr übersehen kannst.
Aber fängst du an,
Dich um dein verletztes Kind,
Ich,
Liebevoll zu kümmern,
Dann kann es sich beruhigen.
Es muss nicht mehr immer im Mittelpunkt stehen.
Dann wird dein ganzes Selbst ruhiger,
Entspannter und glücklicher.
Denn es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit.
Und so nimmst du Kontakt zu deinem inneren Kind auf.
Stell dir dazu dein inneres Kind vor.
Wenn dir das schwerfällt,
Nimm eine Kinderfotografie,
Wie schon gesagt,
Von dir zur Hand und schau dich an.
Schließe dann deine Augen.
Stell dir vor,
Dass dieses Kind ein Teil von dir ist und irgendwo in dir wohnt.
Frage dich,
Wie geht es dem inneren Kind gerade?
Was braucht es?
Was wünscht es sich?
Lausche einfach nach innen und höre seine Antwort.
Vielleicht möchte dein inneres Kind umarmt werden,
Vielleicht getröstet oder einfach nur verstanden und geliebt.
Stell dir vor,
Wie du dein inneres Kind im Arm hältst.
Spüre das feste Band zwischen euch,
Wie eine starke Verbindung aus goldenem,
Leuchtendem Licht.
Versprich deinem inneren Kind,
Dass du von nun an für es da sein wirst,
Um es zu beschützen,
Zu lieben und gut für es zu sorgen.
Sag ihm,
Dass es nie wieder alleine sein muss.
Lass dich ganz auf diesen Prozess ein und spüre dabei in dich hinein,
Welche Gefühle das in dir auslöst.
Ich bin sicher,
Da passiert etwas in dir.
Um wirklich intensiv und langfristig mit dem verletzten Kind-Ich zu arbeiten,
Habe ich eine halbstündige geführte Meditation entwickelt,
In der du deinem inneren Kind begegnen und seine alten Wunden heilen lernen kannst.
Diese Meditation heißt,
Das innere Kind heilen und hat schon vielen meiner Klienten geholfen,
Dem früheren Ich das zu geben,
Was es wirklich braucht.
Du findest diese geführte Meditation in meinem Audioshop auf Leben lieben lassen zum MP3-Download.
So kannst du die Meditation regelmäßig und wann immer es nötig ist anhören.
Da diese geführte Meditation sehr tief geht und hypnotisch wirkt,
Solltest du sie niemals beim Autofahren anhören.
Alles,
Was du dafür brauchst,
Ist eine halbe Stunde Ruhe und natürlich Kopfhörer.
Aber Achtung,
Ich möchte dich warnen.
Regelmäßig gehört könnte diese Meditation dein Leben verändern.
Eine andere wertvolle Methode,
Dein verletztes Kind-Ich aus seinem Leid zu befreien,
Möchte ich dir auch noch mitgeben.
Und die hat mit dem vorhin erwähnten fröhlichen Kind-Ich zu tun.
Indem du diesen Teil in dir bewusst aktivierst,
Kann sich dein verletztes Kind-Ich ebenfalls entspannen und beruhigen.
Je mehr du also die Freude in dein Leben holst,
Je mehr du Spaß hast,
Kreativ bist,
Angenehme und glückliche Gefühle in deinem Leben erlebst,
Indem du Dinge tust,
Die du gerne machst und dich mit Menschen umgibst,
Die dir gut tun,
Umso mehr stärkst du auch dein inneres Kind,
Beziehungsweise das Gleichgewicht zwischen dem fröhlichen und dem verletzten Kind-Ich.
Und darum geht es ja schließlich immer im Leben.
Um die innere Balance.
Und das wünsche ich dir von Herzen.
Deine Claudia In der nächsten Podcast-Folge von Leben leben lassen gibt es eine Fortsetzung zum Thema heute.
Dann werde ich dir mehr zum Eltern-Ich in dir und dem wunderbaren Erwachsenen-Ich erzählen,
Wie auch diese Ich-Anteile in dein Leben hineinwirken und wie du sie bewusst nutzen kannst,
Um freier,
Glücklicher und selbstbestimmter zu sein.
Ich freue mich auf dich und wie immer findest du mehr zum Thema Persönlichkeit,
Beziehung und innerer Balance,
Sowie meinen Audioshop mit den geführten Meditationen auf meinem Blog leben-lieben-lassen.
De Und als kleinen Bonus gibt es heute von mir noch eine Geschichte.
Sie ist von Jorka Bokei und sie handelt genau von dem Thema dieser einschränkenden Glaubensmuster und ich möchte sie dir nicht vorenthalten.
Sie heißt Der angekettete Elefant und ich lese sie dir einfach vor.
Als ich ein kleiner Junge war,
War ich vollkommen vom Zirkus fasziniert und am meisten gefielen mir die Tiere.
Vor allem der Elefant hatte es mir angetan.
Wie ich später erfuhr,
Ist er das Lieblingstier vieler Kinder.
Während der Zirkusvorstellung stellte das riesige Tier sein ungeheures Gewicht,
Seine eindrucksvolle Größe und seine Kraft zur Schau.
Nach der Vorstellung aber,
Und auch in der Zeit bis kurz vor seinem Auftritt,
Blieb der Elefant immer am Fuß an einem kleinen Pflock angekettet.
Der Pflock war allerdings nichts weiter als ein winziges Stück Holz,
Das kaum ein paar Zentimeter tief in der Erde steckte.
Und obwohl die Kette mächtig und schwer war,
Stand für mich ganz außer Zweifel,
Dass ein Tier,
Das die Kraft hatte,
Einen Baum mitsamt der Wurzel auszureißen,
Sich mit Leichtigkeit von einem solchen Pflock befreien und fliehen konnte.
Dieses Rätsel beschäftigt mich bis heute.
Was hält ihn zurück?
Warum macht er sich nicht auf und davon?
Der Zirkuselefant flieht nicht,
Weil er schon seit frühester Kindheit an einem solchen Pflock gekettet ist.
Ich schloss die Augen und stellte mir den wehrlosen,
Neugeborenen Elefanten am Pflock vor.
Ich war mir sicher,
Dass er an diesem Moment schubst,
Zieht und schwitzt und sich befreien möchte.
Und trotz aller Anstrengung gelingt es ihm nicht,
Weil dieser Pflock zu fest in der Erde steckt.
Ich stellte mir vor,
Dass er erschöpft einschläft und es am nächsten Tag gleich wieder probiert,
Am nächsten wieder und am nächsten,
Bis eines Tages,
Eines für seine Zukunft verhängnisvollen Tages,
Das Tier seine Ohnmacht akzeptiert und sich in sein Schicksal fügt.
Dieser riesige,
Mächtige Elefant,
Den wir aus dem Zirkus kennen,
Flieht nicht,
Weil der Ärmste glaubt,
Dass er es nicht kann.
Allzu tief hat sich die Erinnerung daran,
Wie ohnmächtig er sich kurz nach seiner Geburt gefühlt hat,
In sein Gedächtnis eingebrannt.
Und das Schlimmste dabei ist,
Dass er diese Erinnerung nie wieder ernsthaft hinterfragt hat.
Nie wieder hat er versucht,
Seine Kraft auf die Probe zu stellen.
Wir bewegen uns in der Welt,
Als wären wir an Hunderte von Pflöcken gekettet.
Wir glauben,
Einen ganzen Haufen Dinge nicht zu können,
Bloß weil wir sie ein einziges Mal vor sehr langer Zeit,
Damals,
Als wir noch klein waren,
Ausprobiert haben und gescheitert sind.
Wir haben uns genauso verhalten wie der Elefant,
Und auch in unser Gedächtnis hat sich die Botschaft eingebrannt.
Ich kann das nicht,
Und ich werde es niemals können.
Mit dieser Botschaft,
Der Botschaft,
Dass wir machtlos sind,
Sind wir groß geworden,
Und seitdem haben wir niemals mehr versucht,
Uns von unserem Pflock loszureißen.
Manchmal,
Wenn wir die Fußfesseln wieder spüren und mit den Ketten klirren,
Gerät uns der Pflock in den Blick und wir denken,
Ich kann nicht,
Und ich werde es niemals können.
Und genau das Gleiche haben auf die ein oder andere Weise alle Menschen erlebt.
Dein Leben ist von der Erinnerung in eine frühere Erfahrung geprägt,
Die heute gar nicht mehr wahr ist.
Der einzige Weg herauszufinden,
Ob du etwas kannst oder nicht,
Ist,
Es auszuprobieren,
Und zwar mit vollem Einsatz,
Aus ganzem Herzen.
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