
MBSR: Freundlichkeit & Nichtwissen
Angeleitete Meditation zur Kultivierung von Freundlichkeit und Nichtwissen. (Die eigenständige Nutzung der Audioübungen ohne angeleitete Kursteilnahme erfolgt auf eigene Verantwortung. Ausreichend gute körperliche und psychische Stabilität sind empfohlen. Bitte nicht beim Autofahren anhören.)
Transkription
Der erste Schritt in die Achtsamkeitspraxis ist,
Dass wir innehalten.
Wir beenden alle Dinge,
Die wir zuvor getan haben.
Ich möchte dich also einladen,
Innezuhalten.
Natürlich gibt es viele wichtige Dinge,
Die zu bedenken oder zu erledigen sind,
Aber in dem Moment,
Wo wir beginnen,
Achtsam zu sitzen,
Können wir innehalten.
Und wir tun dies,
Indem wir unsere Aufmerksamkeit auf den Atem lenken.
Die Aufmerksamkeit auf den Atem zu lenken,
Kann uns dabei helfen,
Zur Ruhe zu kommen und letztendlich innezuhalten.
Ich lade dich also ein,
Was auch immer es ist,
Beiseite zu schieben und deine Aufmerksamkeit liebevoll auf deine Atmung zu lenken.
Da es in der Natur unseres Geistes liegt,
Sich ablenken zu lassen,
Wirst du wahrscheinlich immer wieder erneut deine Aufmerksamkeit auf deine Atmung lenken müssen.
Und dann gehen wir einen Schritt weiter.
Der zweite Schritt ist das Schauen.
Sitze also hier,
Atme und beobachte einfach,
Was passiert.
Und wenn du beobachtest,
Wirst du bemerken,
Dass du vielleicht ruhig bist oder du bist angespannt oder abgelenkt.
Und was immer du bemerkst,
Beobachte es einfach.
Und jedes Mal,
Wenn dir bewusst wird,
Dass du dich in deinen Gedanken verloren hast oder dir klar wird,
Dass du abgelenkt bist,
Kannst du zu deinem Atem zurückkehren und ihn wieder beobachten.
Und ich möchte nun zwei wichtige Aspekte des Beobachtens hervorheben.
Zuerst möchte ich dich einladen,
Im Geiste der Freundlichkeit zu beobachten.
Während du also hier sitzt,
Atmest und beobachtest,
Kann alles Mögliche hochkommen.
Angenehme Dinge,
Unangenehmes,
Gute oder schlechte Dinge,
Sachen,
Auf die du stolz bist oder Sachen,
Für die du dich vielleicht schämst,
Alles Mögliche kann hochkommen.
Beobachte also bitte alles mit Freundlichkeit,
Ohne zu urteilen.
Diese Freundlichkeit kann dir auch dabei helfen,
Schwierige Dinge anzuschauen.
Du kannst dich dafür entscheiden,
Mit Freundlichkeit zu beobachten.
Du kannst dich entscheiden,
Zu sitzen und dabei denken,
Ich beobachte all dies mit Freundlichkeit,
Ohne zu urteilen.
Und in dem Moment,
Wo du dich dabei ertappst,
Über dich zu urteilen,
Geh einen Schritt zurück und beobachte mit Freundlichkeit,
Ohne zu urteilen.
Und während du sitzt und schaust und dir klar wird,
Wie viel Unfreundlichkeit dir gegenüber in dir hochkommt,
Vielleicht eine Menge Ärger,
Druck,
Überhohe Ansprüche,
Anklagen,
Bewertungen oder was auch immer,
Dann gehe einen Schritt zurück und mit Freundlichkeit,
Mit grenzenloser Freundlichkeit beobachte genau diese Unfreundlichkeit.
Und ich möchte dich nochmal einladen,
Mit unendlicher Freundlichkeit zu sitzen,
Grenzenloser Freundlichkeit allem gegenüber,
Das kommt.
Diese grenzenlose Freundlichkeit schließt jede Art von Unfreundlichkeit,
Die da sein könnte,
Mit ein.
Und es kann sein,
Dass du vielleicht irgendwann merkst,
Dass du nicht mit Freundlichkeit sitzen kannst.
Dann gehe einen Schritt zurück und beobachte dieses Gefühl des Scheiterns mit unendlicher Freundlichkeit,
Mit grenzenloser Freundlichkeit.
Und die zweite Qualität dieses Schauens ist zu sitzen und nicht zu wissen.
Ich lade dich also auch ein,
Zu sitzen,
Zu schauen und nicht zu wissen.
Sitze also bitte mit Freundlichkeit und ohne zu wissen,
Was als Nächstes passiert.
Häufig produziert das Gefühl des Nichtwissens Angst.
Aber im Achtsamkeitstraining kultivieren wir dieses Nichtwissen.
Wenn du mit Freundlichkeit und Nichtwissen sitzt,
Hast du keine Ahnung,
Was das nächste Geräusch sein wird.
Und du hast keine Ahnung,
Was dein nächster Gedanke sein wird.
Keine Ahnung,
Was die nächste Ablenkung sein wird.
Du weißt es einfach nicht.
Es gibt keinen Weg zu wissen,
Wie der nächste Moment aussehen wird.
Also lade ich dich ein,
Zu sitzen,
Mit Freundlichkeit zu beobachten und einfach nicht zu wissen,
Welche Gefühle,
Ideen oder was auch immer hochkommen mag.
Ich lade dich ein,
Sie mit Freundlichkeit und Nichtwissen zu empfangen,
Zu beobachten,
Nicht zu wissen,
Wie der nächste Moment sein wird und dieses Nichtwissen umarmen,
In diesem Nichtwissen heimisch werden,
Nur sitzen und beobachten.
In der Meditation mit Freundlichkeit und Nichtwissen sitzen und mehr und mehr die Kontrolle loslassen können und so auch Schritt für Schritt sich für das Leben und das Unbekannte zu öffnen.
Mit Freundlichkeit und Nichtwissen sitzen.
Und dann stelle dich langsam darauf ein,
Diese Meditation wieder zu beenden.
Orientiere dich wieder hin zu den Punkten,
An denen dein Körper Kontakt hat,
Zur Sitzfläche,
Zur Unterlage und versuche diese Qualitäten von Freundlichkeit und Nichtwissen,
So gut es dir gelingt,
Hinüber zu befördern in deinen Alltag.
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