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Die buddhistische Geschichte vom Mönch & dem Kind

by Daniela Barchasch

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Gelassenheit — eine der Hauptanliegen von Meditierenden. Einfach das alles mal annehmen können, was uns so passiert, ohne sich innerlich immer wieder dagegen zu wehren. Einfach mal entspannt die Rechnung der Werkstatt fürs Auto zahlen, oder gelassen montagmorgens im Regen zur Arbeit gehen. Lass dich inspirieren, von der buddhistischen Geschichte vom Mönch und dem Kind.

Transkription

Hallo,

Hier ist Dani von Evakuera und ich möchte dir heute gerne eine Geschichte erzählen.

Es gibt eine Geschichte aus dem Zen-Buddhismus und die geht wie folgt.

Ein buddhistischer Mönch lebte allein in einem Kloster,

Einer nahegelegenen größeren Stadt.

Und sein fantastischer Ruf war weit und breit bekannt und viele Menschen kamen immer wieder zu ihm,

Um sich Rat bei ihm zu holen.

Eines Tages klingelte es an seiner Tür und als er aufmachte,

Stand ein sehr verärgertes und wütendes Paar vor ihm.

Ihre Teenager-Tochter war schwanger und sie beschuldigten ihn,

Der Vater zu sein,

Da das Mädchen ja immer wieder zu ihm ins Kloster gekommen sei.

Der Mönch,

Der seine durchaus aussichtslose Lage erkannte,

Erwiderte darauf bloß die Worte,

Ist das so?

Und während die Eltern ihre Wut bei ihm abluden und anschließend wieder gingen,

Wusste er,

Dass er gar nichts tun konnte,

Die Geschichte würde sich von alleine verselbstständigen.

Und das war auch so.

Die Eltern erzählten von den Ereignissen in der Stadt und der Ruf des Mönches war zerstört.

Von nun an kam so gut wie niemand mehr zu ihm ins Kloster.

Er lebte sein Leben weiter,

So wie er es immer getan hatte.

Ein paar Monate zogen ins Land und auf einmal klingelte es wieder an seiner Tür.

Und wieder öffnete der Mönch die Tür und fand am Fuße seiner Treppe ein kleines Neugeborenes,

Ein kleines Bündel.

Und auf einem Brief daneben standen nur die Worte,

Das ist dein Sohn.

Und der Mönch nahm das Kind und erwiderte nur,

Ist das so?

Nach ca.

Einem Jahr,

Während der Junge bei ihm gelebt hatte,

Klingelte es wieder an seiner Tür.

Vor ihm stand die Mutter des Kleinen,

Zusammen mit dem eigentlichen Vater,

Und beide waren total aufgelöst mit trennenden Augen.

Die Mutter bat den Mönch,

Ihnen ihr Kind zurückzugeben,

Da sie solche Sehnsucht nach ihm hatte.

Sie hatte mittlerweile auch allen erzählt,

Wer der richtige Vater war,

Ein Mann vom Markt,

Und die Hochzeit würde auch bald stattfinden.

Nun wollten die beiden ihr Kind zurück.

Und der Mönch antwortete nur darauf,

Ist das so,

Und gab ihr den Kleinen zurück.

Und er lebte sein Leben weiter,

So wie er es immer getan hatte.

Sein Ruf war wieder hergestellt und die Leute kamen wieder scharenweise zu ihm ins Kloster.

Was will uns diese Geschichte sagen,

Was will sie uns lehren über Gelassenheit und Akzeptanz und Annahme?

Darüber,

Wie wir mit den Widrigkeiten des Lebens umgehen sollen?

Gerade ist eine Freundin von mir gestorben,

Und wir haben sie letzte Woche erst beerdigt.

Seit über zwei Jahren litt sie unter ihrer Krebserkrankung,

Und zuletzt ging es ihr wirklich so schlecht,

Dass sie von sich aus die Behandlung abgebrochen hatte,

Um endlich zu sterben.

Was mir besonders zu denken gibt,

Was mich besonders belastet ist,

Dass ich bedauerlicherweise verpasst habe,

Mich von ihr zu verabschieden.

Etwas,

Das mir sehr am Herzen lag und auch immer noch liegt,

Denn etwas fehlt nun in mir.

Und ich habe sie auch tatsächlich nur um fünf Tage verpasst,

Denn anstelle davon,

Dass eine andere Freundin mich angerufen hatte,

Um auszumachen,

Wie und wann wir sie besuchen,

Musste diese andere Freundin mir erzählen,

Dass sie zwei Tage vorher gestorben war.

Heißt es nun in Anlehnung an den Mönch und diese Geschichte,

Dass ich genauso der Situation und genauso meinen Gefühlen begegnen soll,

Also gelassen und stolz mit der inneren Einstellung,

Vielleicht sogar nach außen hin so ein bisschen kühl wirkenden Einstellung,

Mit dieser Einstellung ist das so?

Oder wenn uns anderes großes Leid widerfährt,

Wir Menschen verlieren oder andere der Enge,

Die uns so wichtig sind,

Wie steht es denn hier rum?

Sollen wir auch hier soweit kommen,

Dass wir auch hier gelassen sein können und ja irgendwie ich finde abgeklärt,

Passt ganz gut,

Mit eben dieser Einstellung,

Mit dieser ist das so Einstellung?

Nein,

Das will uns die Geschichte nicht sagen.

Denn das wird kaum möglich sein.

Wir alle sind Menschen und damit von Natur aus und evolutionär bedingt mit Gefühlen ausgestattet und einem Sinn und Verlangen nach Gemeinschaft und nach der Verbindung zu anderen.

Wir sind alle Kinder von jemanden,

Wir sind Enkel und wir sind womöglich auch Selbsteltern.

Wir sind Freunde und wir sind beste Freunde und wir sind Bekannte und Kollegen und sehr gute Kollegen.

Und wir brauchen einander und wir wollen einander und da sind Menschen nicht einfach austauschbar.

Und ein Kind weggenommen zu bekommen,

Wie dies in der Geschichte diesem Mönch passiert,

Löst etwas in uns aus,

Das ist von Natur aus so vorgesehen.

Wollen wir nun in dieser Gemeinschaft leben,

Wie wir es tun,

Haften wir natürlich automatisch an,

An anderen Menschen,

Wir wollen sie,

Wir brauchen sie.

Es gibt eine Geschichte aus dem Yoga von Krishnamacharya.

Er hatte einen Schüler,

Der lange Zeit im Wald in Klausur gelebt hatte,

Völlig alleine irgendwo in der Hütte gelebt,

In Frieden mit sich selbst und seiner Umwelt.

Als er irgendwann mal Krishnamacharya an der Stadt besucht hatte,

Wollte Krishnamacharya ihm eine angenehme Unterkunft anbieten.

Doch sein Gast lehnte ab.

Er bräuchte nur eine einfache Hütte im Garten,

Mit nichts Besonderem.

Er sei mit dem zufrieden,

Was er bekäme und Krishnamacharya gab ihm,

Wonach er verlangte.

Doch nach ein paar Wochen kam dieser besagte Freund zu ihm zurück und bat um ein Gespräch.

Es hätte sich etwas in seinem Leben verändert.

Denn auf einmal brauchte und wollte er doch eine größere Behausung,

Mit mehr Komfort und mit mehr Platz und einer Küche zum Kochen.

Krishnamacharya war gespannt und wollte wissen,

Was sich auf einmal verändert hätte.

Und der Freund antwortete.

Er erzählte ihm,

Dass er sich verliebt hätte und heiraten wolle,

Eine Familie gründen wolle und seiner zukünftigen Frau etwas bieten möchte.

Zudem möchte er ein Umfeld schaffen,

In dem Kinder gut groß werden können.

Und genau das ist es.

Für Menschen weit ab von anderen Menschen,

Im Kloster,

Im Wald,

In der Klausur,

Stellt sich die Welt anders dar,

Als für diese,

Die mittendrin leben,

Die mitten in der Gesellschaft leben.

Es ist einfach zu entsagen,

Wenn man den Versuchungen nicht ausgeliefert ist.

Und noch mehr,

Es ist einfacher,

Etwas zu entsagen,

Wenn wir es gar nicht wirklich brauchen.

Kommen wir zurück zur ersten Geschichte vom Mönch und dem Kind.

Keiner verlangt von einem Vater,

Dass er innerlich bereit sein sollte,

Sein krankes Kind widerstandslos,

Nennen wir es mal,

Gehen zu lassen.

Keiner verlangt von einer Mutter,

Dass sie gelassen und voller Vertrauen wegschaut und innerlich,

Naja,

Ist das so,

Wenn das dreijährige Kind Richtung Straße läuft.

Worum geht es denn also?

Dieses,

Ist das so,

Wann hat das in unserem Leben Geltung und seine Berechtigung?

Und ich finde,

Ständig und immer.

Denn es geht um diese kleinen Ereignisse,

Die immer überall sind,

In denen wir dazu tendieren,

Uns innerlich aufzubauen,

Eine Spannung aufzubauen und uns zu wehren,

Gegen das Leben,

Wie es eh passiert.

Wenn wir zum Beispiel einen Strafzettel bekommen oder geblitzt werden und uns immens ärgern über 30 Euro,

100 Euro oder noch schlimmer,

Eine Schramme ins Auto fahren,

Ist einer Freundin von mir gerade passiert,

Dann ärgern wir uns über die Selbstbeteiligung,

Die dann etwas höher ausfällt.

Oder wenn der Mann hinter uns im Auto anfängt zu hupen,

Weil wir nicht schnell genug nach rechts gefahren sind,

Vorher schon Lichthupe gegeben hat,

Wir ärgern uns,

Wir fühlen uns doof.

Oder wenn es regnet oder kalt ist oder es Montagmorgen ist.

Ja,

Und wir ganz dringend Sonne,

Wärme bräuchten und Freitagnachmittag.

Wenn wir uns ärgern,

Dass die Bahn zu spät kommt,

Sogar ausfällt oder dass irgendein Verkehrsbetrieb streikt,

Ich habe ja lange für Lufthansa gearbeitet und habe viele Streiks mitgenommen,

Ich kenne das nur zu gut.

Oder wenn wir gerne etwas kaufen wollen oder das regelmäßig kaufen und es teurer geworden ist.

Und der Benzinpreis,

Ja,

Der Benzinpreis verursacht für ganz viele Menschen Bauchschmerzen.

Oder wenn etwas kaputt gegangen ist und da ist keine Garantie mehr drauf oder was mir passiert ist,

Ich habe meinen absoluten Lieblingsohrringe verloren,

Auch noch in einem Yoga-Studio,

Die ich mir,

Ich glaube das war 2007,

Auf dem Southside gekauft habe und ich war verliebt in diese Ohrringe.

Ich habe den echt lange nachgetrauert.

Oder wenn der Postbote gar nicht da war und nicht an deiner Tür geklingelt hat und das Paket gleich ins Zentrum bringt,

Ins Paketzentrum bringt und du aber zu Hause warst und trotzdem bekommst du die Benachrichtigung,

Du warst nicht zu Hause.

Unsere ganzen Ereignisse eben,

Wenn wir uns innerlich aufbauen und gegen das Leben und seine Geschehnisse und Situationen wehren,

Etwas das jedes Mal Energie und vor allem Raum für Gedanken fordert und Negatives in uns erzeugt,

Wenn wir uns darauf einlassen und das geschieht unbewusst,

Aber wir müssen das bewusst ändern,

Dann nimmt es uns unsere Gelassenheit und damit Lebensqualität.

Es erzeugt eine Spannung in uns auf jeder Ebene,

Anstelle davon,

Dass wir entspannen.

Ist das so?

Ja,

Das ist so.

Es liegt nicht in unserer Hand,

Also akzeptieren und annehmen,

Weitergehen und weiterleben.

Wie dieser bekannte sehr weise Spruch,

Gibt mir die Gelassenheit Dinge hinzunehmen,

Die ich nicht ändern kann,

Den Mut Dinge zu ändern,

Die ich ändern kann und die Weisheit das eine vom anderen zu unterscheiden.

Meditation führt uns genau hier hin,

Genauso wie Achtsamkeit.

Sie führt uns auf diesen Weg der,

Ich nenne es mal Weisheit,

Ich greife ganz hoch den Weg der Weisheit.

Denn mit Gelassenheit zieht eine innere Ruhe ein,

Ein innerer Frieden und Zufriedenheit und damit ein Glücksgefühl.

Wir hören auf,

Uns ständig über Dinge zu ärgern,

Über andere Menschen,

Unseren Chef und Politiker oder die Baustellenarbeiter,

Die vor der Straße nicht schnell genug sind und fangen an,

Anzunehmen,

Was ist.

In diesem Sinne,

Was ist es denn in deinem Leben,

Dem du mit dieser Einstellung,

Ist das so,

Begegnen könntest,

Wo kannst du entspannter und gelassener werden?

Sicherlich ist die Annahme des Todes einer Freundin eine wirklich riesige Herausforderung.

Und was ich gerade mache ist,

Ich wende meinen Blick auf das,

Was alles da war.

Weg vom Verlust,

Vom Loch,

Das da geblieben ist und hin zu der immensen Bereicherung meines Lebens,

Die ich durch diese Freundin erfahren durfte.

Und die nächste Meditation in der nächsten Folge von Mindful Minutes folgt genau diesem Thema.

Es geht um das Thema Akzeptanz.

Und das wünsche ich dir heute.

Ich wünsche dir Gelassenheit,

Wenn es sinnvoll ist und die Weisheit,

Das zu erkennen.

Bis zum nächsten Mal.

4.5 (82)

Neueste Bewertungen

Alina

October 7, 2020

Dankeschön 🙏 wundervolle Geschichte 😊 werde es gleich an meinen Bruder weiterempfehlen. Namaste 🙏

Claudia

July 13, 2020

Danke🙏

Wolfgang

May 19, 2020

Liebe Daniela, vielen Dank für diese kleine Geschichte und auch, dass Du Deine persönliche Situation mit uns geteilt hast 🌺🙏💖 Du hast eine sehr warmherzige und freundliche Stimme, der ich sehr gut folgen kann. Liebe Grüße aus Berlin 👋🐺🐾

Sabine

April 27, 2020

😎🙋‍♀️😘🙏

Dennis

March 23, 2020

Liebe Daniela Deine Meditationen geben mir sehr sehr viel und ich höre mir sie immer und immer wieder an! Deine angenehme Stimme und diese bildlich so schön dargestellten schweren Themen wie Annahme, Akzeptanz und Gelassenheit geben mir sehr viel Sicherheit und bauen mich auf - sie verändern mich zum positiven - Danke dafür und ein ganz grossen Lob auch an die „Bergmeditation“ zu Annahme und Akzeptanz, die ich täglich mache. Vielen Dank 🙏 - Dennis

Karin

November 13, 2019

🙏 Danke 🙏

Adri

November 6, 2019

Vielen lieben Dank 😊

Alexandra

October 31, 2019

🙏🏻🌺DANKE 🙏🏻🌺Namaste

Sam

October 30, 2019

Vielen Dank für diese Worte. 🙏🏼

Country-Egg

October 19, 2019

🙏🏻

© 2026 Daniela Barchasch. All rights reserved. All copyright in this work remains with the original creator. No part of this material may be reproduced, distributed, or transmitted in any form or by any means, without the prior written permission of the copyright owner.

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