41:53

Die innere Haltung der Gelassenheit

by Fred Von Allmen

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In diesem Dharma-Vortrag spricht Fred von Allmen über die innere Haltung der Gelassenheit. Gewahrsamkeit und Achtsamkeit reichen nicht aus, um uns selbst nachhaltig zu transformieren. Wir müssen eine hilfreiche innere Haltung kultivieren, um uns und anderen auf weise und auf liebevolle Art begegnen zu können. Das ist die innere Haltung der liebevollen Gelassenheit.

Transkription

Ich möchte über die innere Haltung der Gelassenheit des Gleichmutes sprechen.

Es ist ein Vortrag,

Den wohl einige von euch schon gut kennen.

Ich glaube aber,

Dass dies ein passender Moment ist,

Um zu diesem Thema mehr zu sagen.

In der Anleitung zur Meditation haben wir die Wichtigkeit der Achtsamkeit betont.

Wir müssen wach und gegenwärtig sein um Geist und Herz,

Um unser Leben wirklich erforschen und verstehen zu können.

Wie wir aber schon gesehen haben,

Die Wahrsein-Achtsamkeit allein reicht nicht,

Um uns selbst nachhaltig zu transformieren.

Wir müssen eine hilfreiche innere Haltung kultivieren,

Um uns unter anderem auf weise und liebevolle Art begegnen zu können.

Es ist die innere Haltung der liebevollen Gelassenheit,

Oder vielleicht der heiteren oder freundlichen Gelassenheit,

Das Thema von heute Abend.

Als erstes möchte ich eine Geschichte vorlesen über Gleichmut,

Über inneres Gleichgewicht oder vielleicht eher,

Was es nicht ist.

Es ist aus Van de Wetterings leerem Spiegel.

Es geht um einen Zen-Meister und einen jungen Mann,

Der im Tempel Zen übt.

Eines Tages gab es ein Erdbeben,

Das so heftig war,

Dass ein Teil des Tempels zusammenstürzte.

Als die Erschütterung vorüber war,

Sagte der Lehrer,

Siehst du,

Nun hast du mit ansehen können,

Wie ein Zen-Mensch sich in einer Kalamität verhält.

Sicher hast du bemerkt,

Dass ich nicht in Panik geraten bin.

Ich habe dich am Arm gefasst und bin mit dir in die Küche gegangen,

Denn das ist der sicherste Teil des Tempels.

Ich habe recht daran getan,

Denn die Küche steht noch und wir haben das Erdbeben überlebt.

Dass ich trotz meines Gleichmutes und meiner Wachheit einen leichten Schock erlitten habe,

Hast du vielleicht daran erkannt,

Dass ich ein grosses Glas Wasser getrunken habe.

Das ist etwas,

Was ich unter normalen Umständen niemals tun würde.

Der junge Mann sagte nichts und lächelte nur.

Was ist denn so komisch?

Fragte der Meister.

Das war kein Wasser,

Ehrwürdiger Herr,

Sagte der junge Mann.

Das war ein grosses Glas Sojasauce.

Das ist zu innerem Gleichgewicht.

Es gibt Bücher über Gelassenheit,

Wie das Buch Gelassenheit siegt,

Ein Fit-for-Business-Buch,

Mit Fragen,

Vorwürfen und Angriffen souverän umgehen.

Es gibt wahrscheinlich verschiedene Arten von Gelassenheit und verschiedene Motivationen dafür,

Sie zu entwickeln.

Ich möchte über zwei verschiedene Praxisaspekte des Gleichmutes sprechen.

Gleichmut gegenüber allen Erfahrungen,

Wie wir ihn hier im Vipassana üben,

Und Gleichmut als einer der vier wichtigsten Herzensqualitäten der vier Brahmaviharas und die Wirkung von Gelassenheit oder Gleichmut innerhalb dieser Brahmaviharas auf Metta,

Auf Karuna,

Auf Mudita,

Auf Güte,

Auf Mitgefühl,

Auf Mitfreude.

Wir alle möchten glücklich sein und nicht leiden.

Deshalb versuchen wir ständig,

Tag aus,

Tag ein,

Eigentlich fast in jedem Moment,

Angenehmes zu erlangen und Unangenehmes zu vermeiden.

Wir haften an angenehmen Erfahrungen des Körpers,

Des Hörens von Worten und Klang,

Des Sehens schöner Dinge,

Des Riechens von guten Gerüchen,

Des Schmeckens von gutem Essen,

Gutem Trinken,

Des Fühlens von schönen Gefühlen und des Denkens angenehmer Gedanken und Vorstellungen.

Wir verlangen nach angenehmen Erfahrungen des Körpers,

Des Hörens,

Des Sehens,

Des Riechens,

Des Schmeckens und des Fühlens und des Denkens.

Und wir verdrängen,

Vermeiden,

Verurteilen,

Hassen,

Ärgern uns über unangenehme Erfahrungen des Körpers,

Schmerzen,

Des Hörens von Lärm oder Kritik,

Des Sehens hässlicher Dinge,

Des Riechens von Geruch oder Gestank,

Des Schmeckens von unangenehmen Gerüchen oder unangenehmen Geschmack oder schlechtem Essen,

Des Denkens und Fühlens schmerzhafter Gefühle.

Und wir haben Angst,

Wir befürchten mögliche kommende unangenehme Erfahrungen des Körpers,

Des Hörens,

Des Sehens,

Des Riechens,

Des Schmeckens,

Des Denkens und des Fühlens.

Das ist völlig normal und so geht es uns allen.

Es ist wahnsinnig anstrengend.

Man wird es schon nur hören.

Es ist genau das,

Was die Ursache ist für unsere größten Schwierigkeiten im Leben.

Dieses ständige Reagieren ist die Ursache für all unser inneres Leiden,

Für Kummer und Sorgen und Ängste und Konflikte und Bedrückung und Einsamkeit und Wut und Hass und Sehnsucht und Trauer und Verwirrung und Aufruhr und Qual und der ganze Rest.

Huxley schrieb,

Etwa ein Drittel des menschlichen Leidens ist unvermeidlich.

Die anderen zwei Drittel entstehen dadurch,

Unsere missglückten Versuche,

Das erste Drittel zu vermeiden.

Ich würde das unvermeidliche Leiden noch tiefer ansetzen als Huxley,

Unter einem Drittel.

Die Art der Innenreaktivität ist an sich die ungeschickteste und unhilfreichste Haltung oder Art,

Mit sich selbst und dem Leben umzugehen.

Und wir alle wissen genau,

Dass es unendlich viel hilfreicher wäre,

Weise,

Liebevoll,

Heiter,

Gelassen und sensibel mit sich und anderen,

Mit dem Leben umzugehen.

Gleichmut,

Inneres Gleichgewicht,

Liebevolle Gelassenheit,

Innere Geräumigkeit ist es,

Was wir alle brauchen und was wir uns eigentlich alle wünschen.

Es ist die innere Haltung,

Die auf dem Schlachtfeld von unserem Herz und Geist Friede möglich macht.

Ein Vers aus dem Zen lautet,

Lass den Vogel fliegen im unermesslichen Himmel deiner Gelassenheit.

Befreie den Fisch im bodenlosen Ozean deiner Toleranz.

Was ist dieser Gleichmut,

Diese Gelassenheit genau?

Definition aus Texten,

Es ist das Wahrnehmen eines Objektes oder einer Erfahrung mit ausgeglichenem Herz und Geist.

Wörtlich bedeutet es,

Seeing impartially,

Unparteiisches Wahrnehmen.

Etwas ausführlicher,

Gleichmut ist,

Und das im Idealfall,

Frei von allen Formen von Anhaften und Verlangen und frei von allen Formen von Abneigung und Hass.

Es bedeutet auch frei von Erwartungen und Befürchtungen,

Frei von Verwirrung und voller Energie,

Also lebendig,

Nicht abgelöscht,

Nicht teilnahmslos.

Es wird eindeutig sichtbar,

Dass es sich um einen außergewöhnlich klaren und starken Zustand des Geistes und Herzens handelt,

Fern von allen Formen der Gleichgültigkeit.

Es ist eine äußerst erstrebenswerte Qualität von Herz und Geist.

Gibt diese klassische Illustration,

Die bekannte japanische Geschichte vom Mönch und vom Krieger.

Das feindliche Heer hat gesiegt,

Soldaten plündern die Stadt,

Alle,

Die konnten,

Sind geflüchtet.

Ein Mönch,

Der abt,

Bleibt im Tempel der Stadt.

Der General hört davon,

Stürmt in den Tempel mit gezogenem Schwert und schreit,

Weisst du nicht,

Dass ich einer bin,

Der dich mit dem Schwert durchbohren kann,

Ohne mit der Wimper zu zucken?

Und der Mönch antwortet ihm ruhig,

Und ich bin einer,

Der von deinem Schwert durchbohrt werden kann,

Ohne mit der Wimper zu zucken.

Der General hält inne und verbeugt sich vor dem Mönch.

Gleichmut bedeutet,

Dass wir allen Situationen und Erfahrungen des Lebens mit gleichem Mut begegnen.

Nun könnte es aber sein,

Dass wir vielleicht noch keine so grossen Zen-Meister oder Zen-Meisterinnen sind,

Mit dem Mönch in der Geschichte,

Oder immer noch nicht,

Nach 40 Jahren,

In meinem Fall,

Außer ich unterschätze jemanden hier ganz gewaltig.

Auch,

Denke ich,

Meistens wäre es wahrscheinlich sowieso sinnvoller zu fliehen,

Weil mit Generalen weiß man nie,

Ob die sich dann wirklich verbeugen.

Aber wir üben uns in dieser Qualität des Gleichmutes.

Wir üben heitere Gelassenheit.

Und wir tun dies in der Meditation und im Alltag.

Und wenn es letztlich nicht genau das ist,

Was wir üben,

Worum es uns geht in dieser Praxis,

In dieser Meditation,

Dann bezweifle ich den Wert der ganzen Übung.

Oder meditieren wir,

Um irgendwelche außergewöhnliche Zustände zu erreichen,

Von denen wir dann hoffen,

Dass wir sie nach Hause mitnehmen können.

Oder um sehr angenehme Erfahrungen zu machen.

Wie schon erwähnt,

Da könnte ich mir Besseres vorstellen,

Als hier zu sitzen und auf und ab zu gehen.

Erlebnismeditation.

Gehen wir Meditation und Retreats mit Erwartungen und Befürchtungen,

Mit Hoffnungen und Angst an?

Und manchmal wahrscheinlich schon.

Aber immer dann,

Wenn wir das tun,

Verpassen wir den Angelpunkt der ganzen Praxis.

Dann könnte man sagen,

Wir wühlen in der Verpackung und übersehen die Essenz.

Was Meditation und Praxis wirklich bedeutet,

Ist eine Schulung des inneren Gleichmutes.

Wenn beim Sitzen die Schulter spannt,

Wenn das Knie sticht,

Wenn es plötzlich heiß oder kalt wird,

Ist das nicht ein Fehler.

Sondern dann sind das alles Gelegenheiten,

Gelassenheit zu üben.

Anstatt sich innerlich zu wehren,

Immer wieder merklich oder unmerklich,

Körperhaltung ein bisschen zu verändern,

Auszuweichen.

Und wenn es plötzlich still,

Ruhig oder angenehm wird,

Ist auch das eine Gelegenheit,

Gelassenheit zu üben.

Gelegenheit,

Stille,

Ruhe wirklich auch wahrzunehmen und voll und ganz dabei zu sein.

Aber es ist nicht ein Anlass,

Sich dafür zu bemühen,

Das Gefühl zu wiederholen oder zu behalten oder zu verlängern oder was auch immer.

Wann immer Angst oder Freude,

Einsamkeit oder Verbundenheit im Herzen entstehen,

Sind Gelegenheiten,

Gelassenheit zu üben.

Im Alltag,

Im Leben üben wir Gelassenheit im Umgang mit den acht oder mehr sogenannten Winden der Welt.

Gewinn,

Verlust,

Lob,

Tadel,

Erfolg,

Misserfolg,

Gutem Ruf,

Schlechtem Ruf,

Reichtum,

Armut,

Gesundheit,

Krankheit.

Kurz mit allem was angenehm und allem was unangenehm ist im Leben.

Buddha,

So wie ein großer Fels nicht erschüttert wird vom Wind,

So werden die Weisen nicht erschüttert von Lob und Tadel.

Anstatt endlos mit Haften und Verlangen,

Mit Hassen und Aversion zu reagieren,

Üben wir innere Durchlässigkeit.

Oder in anderen Worten üben wir annehmen und loslassen.

Die Hauptzutaten des Gleichmutes ist das,

Was Gelassenheit ausmacht.

Und dort liegt innere Friede,

Dort liegt echte Freiheit.

Die betische Meister geben eine Illustration für diesen gelassenen Geist.

Der offene,

Weite Raum des Himmels fühlt sich nicht besonders geschmeichelt durch den Regenbogen und nicht besonders erschüttert durch Regenwolken und Sturm.

Das ist ein inspirierendes Bild,

Denke ich.

Aber hier könnte auch der Eindruck erweckt werden,

Dies bedeute,

Allen Dingen und allen Wesen gegenüber gleich distanziert zu sein.

Genau das Gegenteil ist aber der Fall.

Man ist allen Wesen und Dingen gleich nah.

Es handelt sich hier also um einen Zustand wacher Lebendigkeit und Sensibilität.

Und keinesfalls um den sogenannten nahen Feind der Gelassenheit.

Dickhäutigkeit oder Gleichgültigkeit oder Teilnahmslosigkeit.

Gleichgültigkeit ist der sogenannte nahe Feind von echter Gelassenheit.

Es kann so aussehen,

Manchmal ist es schwierig,

Den Unterschied überhaupt zu sehen.

Der Unterschied liegt im Kontakt.

Wenn wir in Kontakt sind mit der Erfahrung und Gelassenheit da ist,

Dann ist es echte Gelassenheit.

Wenn wir gelassen scheinen,

Weil wir aus dem Kontakt herausgegangen sind,

Dann ist es Gleichgültigkeit.

Es gibt auch viele Missverständnisse.

Manchmal stellt man sich vor,

Buddhisten versuchten,

Alle Gipfel des Erlebens abzuschneiden und irgendwie alle Täler aufzufüllen.

Wenn damit die dramatischen,

Leidenschaftlichen,

Leidenschaffenden,

Emotionellen Dramen gemeint sind,

Dann stimmt das vielleicht schon ein Stück weit.

Es gibt aber auch die glückdurchdrängten,

Kristallklaren und unbegrenzten Räume der Erkenntnis,

Der Freude,

Der Mitfreude.

Und diese Gipfel des Erlebens sind auch Teil echter spiritueller Erfahrung.

Und dabei sind sie nur dann wirklich möglich,

Wenn umfassende Gelassenheit den Rahmen bildet.

Und es gibt auch die berührenden und herzöffnenden Räume tiefster Ruhe,

Verbundenheit und Mitgefühl.

Auch diese Tiefen des Erlebens sind Teil echter spiritueller Erfahrung.

Und dabei sind sie durchstrungen von tiefster Gelassenheit.

Um innere Transformation möglich zu machen,

Müssen wir alle Dinge in ihrem wahren Wesen,

Das Leben in seiner wahren Natur,

Zutiefst erfahren,

Immer wieder.

Da gibt es keinen Platz für Gleichgültigkeit.

Und um unsere Tiefen zu erfahren und zu verstehen,

Brauchen wir volles Interesse und all unsere Energie.

Da ist für Halbherzigkeit kein Raum.

Ein Missverständnis,

Das sich oft einschleicht,

Gerade auch wenn man die dramatischen Geschichten hört,

Wie die vom Mönch und vom General,

Möchte ich einmal mehr klären.

Natürlich werden wir ständig immer wieder aus dem Gleichgewicht fallen.

Wir werden immer wieder doch reagieren.

Entgegen unserem besseren Wissen und Verständnis werden wir von Ärger und Abneigung überflutet.

Von Anhaften und Verlangen gepackt,

Weil wir zu langsam sind,

Zu wenig wach und klar.

Angesichts der uralten,

Tiefkonditionierten Muster der Reaktivität.

Das ist okay,

Das ist unvermeidlich.

Sobald wir aber genau das wahrnehmen,

Dann ist es Zeit für Gelassenheit.

Auch uns selbst,

Auch unserer Reaktivität gegenüber.

Also nicht innere Strafaktionen,

Sondern Zuwendung ist dann gefragt.

Einmal mehr sind hier Werten und Verurteilen und Selbstkritik und Selbstbemängelung nicht sehr hilfreich.

Aber genau hier zeigt sich,

Was mit liebevoller Gelassenheit gemeint ist.

Wir sehen oder wir fühlen die schwierige,

Die unangenehme Emotionslage oder innere Haltung.

Und wir bleiben damit in Kontakt.

Und so spüren wir,

Was sie bewirkt.

Wie sie uns leiden schafft.

Und wenn wir damit in Kontakt sind,

Entsteht Mitgefühl.

Und das ist etwas völlig anderes als Selbstverurteilung.

Eine weise und letztlich eine heilende innere Haltung aus Verständnis,

Aus Offenheit und Mitgefühl sich selbst gegenüber.

Eine Haltung,

Die auch fern ist von der Gleichgültigkeit des Verdrängens.

Heisst vielmehr,

Dass wir uns selbst mit echtem Interesse begegnen.

Lebendig und wach.

Und ich möchte mich gerade noch einmal wiederholen,

Ein bisschen anders,

In Bezug auf die eigentliche Praxis hier.

Gelassenheit heisst nicht,

Dass wir versuchen alle Aufs und Abs zu vermeiden.

Wir gehen durch Aufs und Abs den ganzen Tag,

Den ganzen Retreat.

Das wird uns auch nicht gelingen.

Wir versuchen nicht,

Die richtigen Erfahrungen und Gefühle und Emotionen zu haben und die falschen zu vermeiden.

Vielleicht kommt Ärger,

Dann Schläfrigkeit,

Dann mal Ruhe,

Dann gleich wieder Verlangen,

Dann Zweifel.

Vielleicht dazwischen mal Freude oder Metta und Klarheit.

Dann nagender Kummer,

Panische Angst oder kleinliches Genörkel,

Was immer.

Das kann vorkommen.

Es ist damit,

Neben Körperempfindungen,

Hören,

Sehen,

Riechen,

Schmecken.

Es ist damit,

Dass wir präsent sind.

Und es ist damit,

Dass wir achtsam sind.

Das ist die Praxis.

Das ist die Praxis.

Versucht,

Dass ihr das wirklich hören könnt.

Oft denken wir,

Ich soll achtsam damit da sein,

Eben mit all dem Zeug,

Was da kommt und geht.

Ich soll achtsam damit da sein,

Dann soll es sich bald wieder verziehen,

Damit ich wieder zur richtigen Praxis zurück kann.

Macht Sinn,

Ne?

Das ist genau die Falle.

Das ist die richtige Praxis.

Sie ist nie richtiger als dann.

Es ist nicht die angenehmste Praxis,

Aber wo anders können wir Gelassenheit üben.

Wo anders können wir Geduld üben.

Wo anders können wir echtes Annehmen üben als bei all dem Zeug.

Also persönlich,

Wenn es angenehm ist und alles genau so läuft,

Wie ich möchte,

Dann bin ich wahnsinnig gelassen.

Die Frage ist,

Wie gelassen bin ich,

Wenn es überhaupt nicht so läuft.

Und das tut es ja oft nicht.

Das sind wirklich nicht die Gelegenheiten,

Um zu schauen,

Wie wir es schnell wieder loswerden können.

Sondern um wirklich uns zu üben,

Um wirklich uns zu trainieren.

Um den Geist flexibler zu machen,

Weiter zu machen,

Sanfter zu machen,

Annehmender zu machen.

Es ist die richtige Praxis.

Gelassenheit heisst auch nicht,

Wir erfahren keine Gefühle,

Nur noch flache oder nette,

Passende Gefühle.

Wir werden zu netten Buddhisten.

Gelassenheit heisst,

Wir sind weit genug innerlich,

Alle Gefühle zulassen und spüren zu können.

Und dabei einigermaßen okay zu sein.

Nicht gleich umgeworfen zu werden.

Hier zu bleiben.

Die tiefste Art der Gelassenheit entsteht als Erkenntnis.

Aus der Erkenntnis der vergänglichen,

Der nicht fassbaren,

Nicht selbstexistenten Natur aller Dinge,

Unserer selbst.

Deshalb ist es auch so wichtig,

Das Wesen von Erfahrung immer und immer wieder zu ergründen,

Zu betrachten und ganz klar zu sehen.

Longchenpa,

Der große tibetische Dzogchenmeister,

Spricht darüber in einem letztlichen Sinn.

Er sagt,

Weil alles nur bloße Erscheinung ist,

Vollkommen in dem was es ist,

Jenseits von gut oder schlecht,

Jenseits von Wertschätzen oder Verwerfen,

Kann man einfach in Gelächter ausbrechen.

Wenn wir das tatsächlich können,

Zum Beispiel auch angesichts des eigenen Todes,

Dann haben wir ein wirklich ziemlich hohes Niveau erreicht.

Zhang Tzu illustriert,

Wie Gelassenheit aus der Erkenntnis der Nicht-Selbst-Natur des Individuums,

Der Person,

Entstehen kann.

Das Erkennen der Nicht-Selbst-Natur.

Ich mag die Illustration,

Aber sie ist eigentlich nur teilweise zutreffend auf die Realität,

Darauf wie es wirklich ist.

Und ich erkläre das noch am Schluss.

Wenn jemand einen Fluss überquert und sein Kahn mit einem leeren Boot zusammenstößt,

Wird er,

Selbst wenn es jemand ist,

Der zu Wutausbrüchen neigt,

Sich nicht lauthals erregen.

Aber wenn er im anderen Boot jemand erblickt,

Dann wird er ihm zurufen,

Wirft ein Ruder herum,

Hört der andere den Ruf nicht,

Wird dieser noch einmal schreien und am Ende bricht er in Flüche aus.

Und dies alles nur deshalb,

Weil in dem anderen Boot jemand sitzt.

Wäre das andere Boot nämlich leer,

Würde er nicht so schreien und fluchen.

Wenn du dein Boot,

In dem du den Fluss des Lebens überquerst,

Leerst,

Dann wird niemand gegen dich sein und keiner wird versuchen,

Dir zu schaden.

Oder doch sicher weniger.

Aber vielmehr noch,

Wir selbst werden aufhören,

Uns selber leiden,

Zuzufügen.

Und was nicht ganz treffend ist hier,

Wir müssen nicht unser Boot leeren von selbst.

Wir müssen erkennen,

Dass es gar nie eines gab,

Dass gar nie eines da war.

Es ist nichts,

Was wir loswerden müssen.

Es ist klar erkennen,

Wie es wirklich ist,

Was nötig ist und was reicht,

Was ausreicht.

Wenn wir klar erkennen und erfahren,

Dass nichts in diesem Dasein wirklich erfassbar und festhaltbar ist und entsprechend loslassen oder so sein lassen,

Mit liebevoller Gelassenheit,

Immer dann erfahren wir das Leben,

So wie es ist,

Voll und reich.

Nochmals der Fest dieser Sendonne.

Nachdem mein Haus niedergebrannt war,

Hatte ich eine unverbaute Sicht auf den Mond bei Nacht.

Und hier noch die andere Beschreibung von Gelassenheit,

Die ich euch auch nicht vorenthalten will,

Vor allem wenn ihr neu seid hier.

Ist ganz eine wichtige.

Wenn du still sitzen kannst nach schlechten Nachrichten.

Wenn du in Finanzkrisen vollkommen ruhig bleibst.

Wenn du dir ansehen kannst,

Wie deine Nachbarn an fantastische Ferienorte reisen,

Ohne den geringsten Neid zu hegen.

Wenn du völlig zufrieden bist mit jeder Art Essen,

Die man dir vorsetzt.

Wenn du nach einem vollen Tag des Herumrennens einschlafen kannst ohne einen Drink oder eine Pille.

Wenn du immer Zufriedenheit findest,

Wo immer du bist.

Dann bist du wahrscheinlich ein Hund.

Soviel zu Gelassenheit,

Wie wir diese Intelligenzmeditationen,

Wir passen nachher,

Üben.

Und hoffentlich in unserem Leben,

Hoffentlich in unserem Alltag.

Ich möchte nun auch noch die Praxis von Gelassenheit oder Gleichmut von UBK als Brahmavihara kurz betrachten.

Brahmaviharas sind Liebe mit Gefühl,

Mit Freude und eben Gelassenheit oder Gleichmut.

Vor allem möchte ich die Wechselwirkung zwischen Gleichmut und den anderen drei Brahmaviharas von Mettakaruna Mudita erläutern.

Kurz zu der Bedeutung von Brahmaviharas,

Ist ein Wort aus der Hindu-Mythologie.

Vihara heißt Aufenthaltsort und Brahmas sind die höchsten Wesen in diesem Dasein.

Und diese Brahmas verweilen ausschließlich in göttlichen Zuständen von Herz und Geist.

Eben in liebevoller Güte,

Metta,

In Mitgefühl,

Karuna,

In Mitfreude,

Mudita und eben Gelassenheit oder Gleichmut,

UBK.

In Bezug auf diese Herzensqualitäten von Güte,

Mitgefühl und Mitfreude hat Gelassenheit zwei oder sogar mehrere Bedeutungen oder Funktionen.

Gleichmut bedeutet zum Beispiel Unparteilichkeit zwischen den Menschen,

Die wir üblicherweise als Freund,

Als uns Gleichgültige oder als Feinde oder als schwierige Menschen betrachten.

In manchen Traditionen wird an dieser Art von Unparteilichkeit gearbeitet,

Indem man immer wieder eine Anzahl von Kategorien von Menschen durchgeht.

Vielleicht kommt euch das bekannt vor,

Von solchen,

Die uns sehr nahe sind,

Von Freunden,

Dann von uns Gleichgültigen,

Dann von solchen,

Die wir schwierig finden und zuletzt von allen Lebewesen.

Machen wir in der Metta-Meditation,

Werden wir im Laufe dieser Woche durchgehen.

Wir üben uns darin,

Ihnen gleichermassen Liebe,

Mitgefühl oder Mitfreude entgegenzubringen.

In anderen Zugängen und Übungen reflektiert man darüber,

Wie im Leben immer wieder Freunde zu Feinden werden können.

Zum Beispiel von romantischer Verliebtheit zu Gleichgültigkeit,

Zu Verachtung oder gar Hass.

In so vielen der über 50% aller Ehen,

Die wieder geschieden werden.

Es werden aber auch immer wieder Feinde zu Freunden.

Irgendwie haben sich die Bedingungen und die Verhältnisse verändert und plötzlich sind Feinde Freunde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg sind zwischen den USA und Japan die engsten wirtschaftlichen Beziehungen entstanden.

Und wer sich an Hiroshima erinnern kann,

Das waren sie nicht immer.

Uns Gleichgültige können zu guten Freunden werden oder Feinde zu uns Gleichgültigen nach einer Weile.

Im ständigen Wechsel der Bedingungen dieses Daseins sind die Lebewesen nicht innewohnend,

Inhärent,

Freundlich oder feindlich.

Und deshalb ist es weder angemessen noch hilfreich,

Sie in unserem Wertesystem als Freunde oder Neutrale oder Feinde festzulegen oder sie so zu sehen.

Und hier wirkt Gelassenheit oder Gleichmut ausgleichend,

Schafft Ausgewogenheit und auch Angemessenheit.

Sie schafft das Fundament für den Palast von bedingungsloser Liebe,

Von Metta und entsprechendem Mitgefühl,

Karuna.

Gleichmut oder Gelassenheit bedeutet aber auch die Weisheit,

Die erkennt,

Dass ungeachtet unsere guten Wünsche und Taten eben aus Liebe,

Aus Mitgefühl und Mitfreude alle Wesen,

Die Folgen ihres eigenen Tuns zu tragen haben oder wir können auch sagen,

Ihrer eigenen inneren Haltungen,

Je nachdem wie geschickt sie sind,

Wie geübt sie sind,

Mit Situationen umzugehen,

Werden sie enormes Leiden erfahren oder weniger leiden oder im besten Fall gar keins.

Zu sehen,

Dass wer Hass sät,

Sicher nicht Glück und Liebe ernten wird.

Egal wie sehr wir ihm das wünschen mögen,

Dann nützen unsere Metta-Wünsche oder unsere Mitgefühlswünsche nicht viel.

Wie wir mit schwierigen und schmerzhaften Situationen umgehen können,

Hängt nicht vom Mitgefühl anderer ab,

Sondern von unserer Übung und unserer Fähigkeit,

Diesen Situationen eben mit Gelassenheit und mit Offenheit zu begegnen.

Und deshalb lautet der Satz,

Den man in der vierten der UPK,

Der Gelassenheitsmeditation braucht,

So etwas wie Man hat auch wie im Metta sich selbst oder eine andere Person.

Der Satz heisst,

Du bist der Erbe oder du bist die Erbin deines eigenen Tuns.

Dein Glück oder dein Unglück hängt von deinen eigenen Taten ab oder noch besser von deinen inneren Haltungen ab und nicht von meinen guten Wünschen für dich.

Das ist eine völlig andere Aussage,

Als mögest du glücklich sein,

Mögest du frei sein von allem Leiden oder möge dein Glück nie enden,

Immer mehr werden.

Die Aussage kann sehr kalt klingen,

Sogar auf schockierende Weise gleichgültig.

Und darum muss diese Übung klar die vierte sein,

Die letzte sein in der Reihe dieser vier Brahma-Viharas.

Die guten Wünsche und entsprechend auch die guten Handlungen zum Wohle der Lebewesen werden hier ins richtige Licht,

Ins Licht der Weisheit gerückt.

Und so wird Gleichmut das Gefäß der Weisheit,

Das die anderen drei Brahma-Viharas Güte mit Gefühl mit Freude trägt.

Wir wünschen und wir tun unser Bestes,

Aber wir sind nicht vom Erfolg oder Misserfolg unseres Tuns abhängig.

Interessante Aussage in Bezug auf Burnout.

Burnout hängt nicht einfach davon ab,

Wie viel wir tun für andere und wie viel Energie wir geben,

Sondern auch wie abhängig wir sind von dem,

Was es bewirkt.

Wenn wir abhängig davon sind,

Dass wir erfolgreich sind,

Wird es jedes Mal,

Wenn Misserfolg da ist und ist immer wieder da,

Auf uns zurückkommen und uns beschweren,

Uns die Energie rauben.

Selbst Buddha und auch Christus konnten die Menschen nicht einfach von ihrem Leiden befreien.

Beide hatten sogar Feinde,

Welche ihnen nach dem Leben trachteten,

In meinem Fall mit Erfolg.

Ihr Tun war aber keineswegs vom Erfolg oder Misserfolg abhängig.

Gelassenheit dieser Art schützt vor dem Stolz des Erfolges und vor der Entmutigung und Niedergeschlagenheit des Misserfolges unseres heilsamen Tuns.

Also schützt in dem Sinn auch uns.

Gelassenheit hat aber auch eine direkte Wirkung auf Metta,

Auf Mitgefühl und Mitfreude.

Ich könnte sagen,

Gleichmut oder Gelassenheit ist ein Bestandteil echter Liebe,

Von dieser Art von Metta,

Die wir hier üben,

Echten Mitgefühls und echter Mitfreude.

Und ich möchte abschließend noch beschreiben,

Wie sich das im Einzelnen auswirkt.

Gelassenheit oder Gleichmut schützt Metta,

Schützt Güte und auch die anderen zwei eigentlich davor,

Sich in Emotionalität oder in Sentimentalität zu verlieren.

Gar nicht so weit weg bei Metta.

Ein schönes sentimentales Gefühl.

Gleichmut ist die Balance des Geistes,

Des Herzens und veredelt Güte durch Stetigkeit,

Durch Treue,

Durch Loyalität.

Und hier liegt ein Unterschied zwischen den schönen,

Angenehmen Gefühlen,

Die liebevolle Güte manchmal auch begleiten.

Das einerseits und andererseits der viel tieferen inneren Haltung,

Die sozusagen durch dick und dünn anderen Glück wünscht.

Unabhängig von der eigenen momentanen Stimmung.

Da ist Gelassenheit am Werk.

Gelassenheit bereichert liebevolle Güte mit der Qualität der Geduld,

Der Fähigkeit,

Die Dinge,

Die Menschen anzunehmen,

Wie sie sind und unabhängig vom Resultat mit unserem hilfreichen Tun weiterzufahren.

In diesem Sinne ist Gelassenheit sogar die Grundlage für Metta,

Für Güte.

Wenn wir von unbedingter oder bedingungsloser Güte sprechen,

Ist es die Art von Gelassenheit,

Die uns unabhängig macht von Bedingungen,

Die wir sonst stellen würden.

Das zweite Gleichmut,

Gelassenheit gibt Karuna,

Gibt dem Mitgefühl ausgeglichenen und unerschütterlichen Mut und Furchtlosigkeit.

Gleichmut befähigt Mitgefühl,

Die manchmal fast überwältigenden Abgründe des Leidens und der Hoffnungslosigkeit,

Welche einem mitfühlenden Herzen immer wieder begegnen,

Zu konfrontieren oder auszuhalten.

Und es ist Gelassenheit,

Die uns überhaupt befähigt,

Angesichts grossen Leidens das Herz offen zu behalten.

In Bezug auf aktives Mitgefühl ist Gleichmut oder Gelassenheit die Qualität,

Die es uns ermöglicht,

Stetig,

Ruhig und fest weiterzuarbeiten und zu wirken.

Eine Fähigkeit,

Die unerlässlich ist für jene,

Die in ihrem Leben die schwierige Kunst des Helfens praktizieren.

Gleichmut veredelt gleichermassen unser enthusiastisches Mitgefühl mit geduldiger Hingabe.

In diesem Sinne ist Gelassenheit auch Grundlage für Karuna,

Für Mitgefühl.

Das dritte Gleichmut,

Gelassenheit,

Verhindert,

Dass die Mitfreude und die Da,

Oberflächlicher Überschwang bleibt.

Die Weisheit,

Aus der Gelassenheit entspringt,

Gibt der Mitfreude eine realistische Perspektive und sorgt dafür,

Dass wir uns nicht mit kleinen Erfolgen zufrieden geben,

Sondern das große Ziel vor Augen behalten.

Die Befreiung vom Leiden und dies letztlich für alle Lebewesen.

Und so ist Gleichmut die Grundlage auch für Mitfreude.

Gelassenheit bedeutet letztlich Unerschütterlichkeit.

Eine Gelassenheit,

Die unerschütterlich ist,

Weil sie nicht anhaftet,

Weil sie ganz und gar an nichts festhält.

Nicht weil sie rigid ist,

Weil sie stark ist,

Weil sie wie ein Klotz ist,

Sondern weil sie an nichts festhält.

Und so möchte ich mit Buddha schließen.

Und hier beschreibt er die Erfahrung der letztendlichen Wirklichkeit,

Nicht die des Alltagslebens.

Für diejenigen,

Die anhaften,

Gibt es Bewegung oder Aufregung.

Für diejenigen,

Die nicht anhaften,

Gibt es keine Aufregung.

Wo keine Aufregung ist,

Da ist Stille.

Wo Stille ist,

Da ist kein Verlangen.

Wo kein Verlangen ist,

Gibt es weder Kommen noch Gehen.

Wo kein Kommen und Gehen ist,

Gibt es kein Entstehen und Vergehen.

Wo kein Entstehen und Vergehen ist,

Gibt es weder diese Welt noch die jenseitige Welt,

Noch etwas dazwischen.

Und genau dies ist das Ende allen Leidens.

Es ist die Freiheit der unerschütterlichen Ruhe,

Des tiefsten Friedens und der vollständigen Erfüllung.

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Neueste Bewertungen

Tina

October 28, 2025

🙏🏼🙏🏼🙏🏼

Regina

April 4, 2025

Danke für deine weisen Worte rum um diese wichtigen Themen. Ich werde mir deinen Vortrag sicher nochmal anhören, dann erschließt sich mir noch mehr. Namaste!

Key

March 24, 2025

Sehr hilfreicher Vortrag! Vielen Dank dafür ♥️

Aura

April 11, 2024

Von ♥️ zu ♥️

Peter

November 5, 2023

Wunderbar in welcher Klarheit über Gelassenheit gesprochen wird… vielen Dank!

Evelyn

January 7, 2023

Dieser Vortrag gibt mir immer wieder Kraft , danke für diese verständlichen Erklärungen, Evelyn

Danny

December 13, 2022

Ich mag solche Vorträge, danke.

Marie-Claire

September 5, 2022

Hilft besser wahrzunehmen.

Margitta

August 1, 2022

🙏

Gesa

February 21, 2020

Gelassenheit als Bewegung von Annehmen und Loslassen in der Alltagspraxis. Danke für Erhellung. 🌸

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