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Cyclebreaker, schmerzhafte Beziehungsmuster durchbrechen

by Claudia Bechert-Möckel

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Wie liebst Du und auf welche Art gestaltest Du Deine Beziehungen? Hast Du Dich das schon einmal gefragt? Was davon hast Du selbst gewählt und was hast Du als Prägung aus Deiner Kindheit, von Deinen Eltern oder aus Deiner Familie mitgenommen? Lebensregeln, Rollenverhalten und Bindungs-, und Beziehungsmuster und die Probleme die wir damit haben, werden über Generationen hinweg weitergegeben und hinterlassen tiefe Spuren in uns.

Transkription

Wie liebst du und auf welche Weise gestaltest du deine Beziehungen?

Hast du darüber schon mal tiefer nachgedacht?

Was davon hast du eigentlich wirklich selbst gewählt und was entspricht dir und was hast du als Prägung aus deiner Kindheit,

Von deinen Eltern oder aus deiner Familie mit genommen?

Lebensregeln,

Rollenverhalten,

Bindungs- und Beziehungsmuster und die Probleme,

Die wir damit haben,

Werden oft über Generationen hinweg weitergegeben und hinterlassen tiefe Spuren in uns.

Ein Kind,

Das von seiner Mutter wenig Liebe bekommen hat,

Tut sich später vielleicht auch schwer,

Seinem eigenen Kind Nähe,

Wärme und Geborgenheit zu vermitteln.

Eine kindheitvolle Gewalt kann unbewusst dafür sorgen,

Dass man Konflikte später ähnlich zu klären versucht oder auch absolut konfliktunfähig wird.

Um aber schwierige familiäre Muster und transgenerationale Traumata nicht weiterzugeben und wirklich in eine gesunde Liebesfähigkeit zu kommen,

Ist es wichtig,

Sich selbst und die eigene Geschichte zu verstehen.

In Teil 3 meiner kleinen Miniserie zum Thema,

Wie aus Beziehungswunden Beziehungswunder werden können,

Geht es heute um die Wirkung unserer eigenen Entwicklung auf das Große und Ganze.

Wir werden Cyclebreaker,

Wenn wir die alten und auf uns übertragenen konditionierten Liebes- und Beziehungsmuster aufbrechen,

Wenn sie nicht funktionieren und diese neu entdecken.

Wir verändern auch die Welt unserer Kinder,

Wenn wir anfangen wirklich zu lieben uns selbst und andere.

Das ist unser wahres Geschenk an die Welt.

Denn wir sind Evolution.

Wir sind hier,

Um einen Unterschied zu machen.

Für uns und andere.

Leben,

Lieben,

Lassen.

Der Podcast zum Thema Persönlichkeit,

Beziehung und Selbstliebe.

Von und mit Claudia Bechert-Möckel.

Herzlich willkommen bei Leben,

Lieben,

Lassen,

Deinem Selbstcoaching-Podcast mit Herz und Verstand.

Ich bin Claudia Bechert-Möckel,

Persönlichkeits- und Beziehungscoach und natürlich selbst auch eine Cyclebreakerin.

Also jemand,

Der sich auf dem Weg zu sich selbst und im Zuge der eigenen Entwicklung,

Auch mit den über Generationen weitergegebenen schwierigen Bindungs- und Beziehungsmustern der Herkunftsfamilie und mit den eigenen schmerzlichen Beziehungswunden auseinandersetzen musste,

Um diesen ewigen Kreislauf von Liebe und Schmerz zu durchbrechen.

Und um frei zu werden von Abhängigkeit,

Selbstablehnung,

Ohnmacht und dem Gefühl verloren und einsam zu sein.

Das klingt so schön großartig,

Ne?

Aber so ist es nicht wirklich in jedem Moment.

Denn dieser ganze Prozess ist herausfordernd.

Anstrengen tut auch oft sehr weh,

Berührt die wundesten Punkte und ist noch nicht zu Ende.

Aber dieser Prozess lohnt sich,

Wirklich bei jedem einzelnen Schritt,

Weil die Versorgung und Heilung deiner Bindungswunden ja auch Schritt für Schritt die Beziehung zu dir selbst und die Beziehungen zu anderen im Außen verändert,

Dich authentischer macht und tiefe Verbundenheit spüren lässt.

So kannst du nicht nur selbst wieder Vertrauen in dich und auch in die Liebe finden,

Du kannst auch mit deinen Kindern eine ganz andere Beziehungsqualität leben und ihnen etwas ermöglichen,

Das du vielleicht selbst nicht hattest.

Das Gefühl liebenswert zu sein,

Zum Beispiel so wie sie sind.

Dass sie sich verbunden fühlen dürfen und auch sie selbst sein.

Dass sie sicher und geborgen bei dir sind,

Auch wenn sie sich mal anders verhalten,

Als du es erwartet hast.

Du kannst ihnen damit ein Geschenk machen,

Das ein Urvertrauen in ihnen wachsen lässt,

In sich selbst,

In andere und in die Welt.

Und dieses Urvertrauen ist wie ein innerer Anker,

Wie so ein stabiler innerer Kern,

Der ihnen immer wieder Orientierung und Halt geben kann,

In einer Welt,

Die im Umbruch ist und voller Unsicherheiten.

Zum Thema Urvertrauen gibt es auch eine eigene Podcast-Folge und auch die verlinke ich dir in den Shownotes.

Diese Entwicklung jedenfalls,

Die kann die Welt verändern.

Ich bin sicher und ich bin damit nicht allein.

Deshalb heißt diese Folge heute auch im Untertitel Deine Liebe verändert die Welt.

Die Evolution unserer Beziehungen beginnt in dir.

Und diese Folge ist der Abschluss meiner kleinen Serie,

Wie aus Bindungswunden Beziehungswunder werden können.

Teil 1 und 2 findest du in der letzten und vorletzten Folge von Leben Leben lassen.

Es lohnt sich dann nochmal reinzuhören,

Weil die Folgen so ein bisschen logisch aufeinander aufbauen und sich ergänzen.

Aber es steht auch jede Folge für sich.

In Teil 1 ging es um Mutter und Vaterwunden,

Also die Bindungserfahrungen unserer Kindheit und wie sie sich auf unsere Beziehungen auswirken.

In Teil 2 ging es um die Frage,

Warum wir wirklich mit wem eigentlich in Beziehungen gehen und auch um Traumabonding.

Und jetzt in dieser Folge schauen wir uns an,

Wie deine Liebe und deine Entwicklung die Welt verändern können.

Wie du zum Cyclebreaker werden kannst.

Wenn wir auf die Welt kommen,

Dann sind wir eigentlich nichts als Liebe.

Wir strecken unsere kleinen Ärmchen aus mit dem Wunsch nach Verbundenheit,

Nach Angenommensein und nach Sicherheit.

Wir sind so wie eine kleine Pflanze,

Die sich nach dem Licht sehnt.

Und wir fangen an,

Uns zu verbiegen,

Wenn uns diese wärmenden Sonnenstrahlen fehlen,

Wenn sie vielleicht spärlich sind,

Weil die Menschen,

Die für uns die Sonne sind,

Vielleicht aufgrund eigener Verletzungen selbst nicht so viel Licht für sich haben,

Dass sie auch uns noch ausreichend davon geben könnten.

So verlieren wir uns in der ewigen Sehnsucht nach Liebe und finden Strategien,

Uns bestmöglichst anzupassen an die Situation,

In der wir leben.

Wir lernen,

Wie wir sein müssen,

Um vielleicht doch noch etwas mehr von der Liebe,

Der Sicherheit und dem Angenommensein zu bekommen,

Das wir so sehr brauchen.

Und wenn das bedeutet,

Wir müssen dafür anders sein,

Als wir sind,

Wir müssen uns selbst übergehen,

Uns selbst verraten,

Verhindern oder ablehnen,

Dann tun wir das.

Denn der Wunsch,

Dazu zu gehören,

Ein Teil von etwas zu sein,

Das ist nicht nur einfach eine Idee,

Es ist für uns existenziell als Kind.

Wir brauchen die Großen,

Unsere Bezugspersonen.

Wir sind noch nicht fertig,

Alleine lebensfähig.

Wir hängen also von ihnen und von ihrer Zuneigung und Versorgung im wörtlichen Sinne ab.

Und wir lernen von unseren Eltern,

Wie die Welt ist,

Wie man es macht in dieser Welt und was man tun muss,

Um gemocht zu werden und dazu zu gehören.

Später kommt dann natürlich auch noch die Schule und die Gesellschaft mit ihren Prägungen dazu.

Aber die frühesten und intensivsten Prägungen sind die in den ersten Lebensjahren.

Und in vielen Familien gibt es Muster,

In denen Liebe mit Schmerz und Angst verbunden ist.

Und diese Muster sind oft über Generationen weitergegeben worden.

Wir schauen uns diese Muster ab,

Wenn wir klein sind,

Ohne es zu wollen.

Und wir erfahren sie natürlich auch in der Beziehung,

Die wir zu unseren Eltern haben.

Die sind ja meistens die Bezugspersonen.

Und so werden diese Muster zum Programm,

Das uns automatisch in eine ähnliche Erfahrung steuert und mit denen wir dann alte Erfahrungen rekonstruieren.

Diese Muster leben dann fort und erzeugen im schlimmsten Falle immer neues Leid und neuen Schmerz.

So als würde man im Karussell immer wieder in eine neue Runde einsteigen und zwar in jeder Generation wieder,

Auch wenn niemand das wirklich will.

Die dysfunktionalen Muster,

Übrigens auch die gelingenden,

Werden so lange weitergegeben,

Bis wir sie erkennen,

Ins Bewusstsein holen,

Anfangen uns und unsere Geschichte zu verstehen und die abgespaltenen Erfahrungen integrieren,

Indem wir mehr wir selbst werden und echte Liebe leben und echte Liebe auch geben lernen.

Melanie ist mit ihrer Mutter und zwei Brüdern aufgewachsen.

Melanie war die jüngste und sieben Jahre alt,

Als die Mutter sich vom Vater trennte,

Den Melanie von da an sehr vermisste.

Die Mutter hatte einen neuen Freund,

Bei dem sie nun wohnten und Melanie hatte Angst vor diesem Mann.

Sie beobachtete immer wieder,

Dass der Mutter weh tat,

Gemein war,

Manchmal schlug er sie auch und die Mutter weinte oft.

Verlassen hat sie ihn nie,

Auch wenn sie es öfter mal versucht hat.

Immer öfter gab es Streit und auch die Geschwister bekamen oft eine Schelle.

Die Mutter,

Die sich nicht retten konnte,

Fing an zu trinken und Melanie begann sich um sie zu kümmern,

Sie zu beschützen,

Ihr zu helfen.

Sie musste stark sein,

Sie hatte das Gefühl,

Dass alles von ihr abhing und dass sie funktionieren musste.

Melanie setzte ihre ganze Kraft dafür ein und das ging nur,

Indem sie sich selbst nicht spürte,

Den Kontakt zu ihren Gefühlen verschüttete,

Sich nicht darum kümmerte,

Was sie selbst brauchte oder wie sich das alles in ihr anfühlte.

Und indem sie ihre innere Verbindung zu sich selbst kappte,

Half ihr das auf eine paradoxe Weise,

Ihre eigene Angst,

Ihren Schmerz,

Die Ohnmacht,

Die in dieser Situation entstand und auch die Lieblosigkeit und das Verlorensein nicht so doll zu spüren.

Das war eine unglaubliche Leistung,

Es war nämlich die bestmöglichste Anpassung,

Um mit all dem,

Was sie erlebte,

Klar zu kommen.

So funktionierte es irgendwie.

So fühlte sie sich auch stark.

Es war ihre Rettungsstrategie.

Aber genau das,

Was ihr damals geholfen hatte in ihrer Kindheit,

Stellte ihr später in ihren Paarbeziehungen die Beine.

Dass sich nicht spüren und andere retten wollen,

Dieses ewige Starkseinmussen,

Das Melanie mit der Sehnsucht nach Liebe verknüpft hatte,

Wurde zu ihrer Falle.

Als ich Melanie kennenlernte,

Traf ich nämlich auf eine Frau,

Die ihr Leben vollkommen im Griff hatte.

Sie hatte einen Beruf in der medizinischen Forschung,

Eine Leitungsposition.

Melanie war sehr beliebt,

Hatte Freunde und immer ein offenes Ohr.

Für andere da sein,

Zuhören,

Helfen und anpacken,

Auf Melanie konnte man sich verlassen.

Alle taten das.

Umso weniger verstanden ihre Freunde,

Was sie da eigentlich in ihren Beziehungen anstellte.

Melanie hatte immer wieder Partner,

Die nach einer sehr intensiven Phase des Kennenlernens und um sie Werbens irgendwann distanzierter wurden.

Dann auch irgendwann verletzend und herabwürdigend manchmal.

Männer,

Die viel von ihr erwarteten,

Obwohl sie,

Von außen betrachtet,

Melanie eigentlich gar nicht gewachsen waren.

Eher schwache Männer waren,

Bei denen sie sich irgendwann als das Zugpferd wiederfand,

Das sich um alles kümmerte und für alles zuständig war und wo sie selbst als Frau nicht mehr vorkam.

Doch diese zunehmende Verschiebung und diese Lieblosigkeit hatten kaum Folgen.

Im Gegenteil,

Melanie,

Die Starke,

Wurde davon nur angespornt,

Sich noch mehr anzustrengen für die Liebe.

Alles auszuhalten,

Nicht so empfindlich zu sein,

Ihre Gefühle abzuspalten,

Stark zu sein für andere.

Das konnte sie ja gut.

Sich selbst zu übergehen,

Um die Illusion einer Liebe,

Die eigentlich gar keine war,

Aufrechtzuerhalten.

Ich werde gebraucht,

Also bin ich wertvoll und geliebt.

So das unbewusste Motto.

Und du merkst es sicher schon,

Es ist das Muster,

Das sie in der Beziehung zu ihrer Mutter gelernt hatte.

Aber es ist auch das Muster,

Dass die Mutter ihr selbst versehentlich vorlebte,

Weil sie offenbar auch eine sehr verletzte Frau war,

Die sich nicht gut selbst schützen konnte und so aufhörte,

Sich zu spüren und alles ertrug.

Melanie erzählte mir auch,

Dass ihre Mutter mit einem herrschsüchtigen,

Autoritären Vater aufgewachsen war und einer hilflosen Mutter,

Die versuchte,

Alles recht zu machen und sich selbst vergaß.

In jeder Familie gibt es ja so unsichtbare Muster,

Die uns verbinden.

Die Liebe,

Die eigentlich daran kaum noch erkennbar ist und die oft nicht authentisch gelebt werden kann,

Weil eigene Verletzungen den Ausdruck von Liebe verhindern können.

Stattdessen kommt die Liebe irgendwie ganz verzerrt bei uns an,

Nämlich als Schmerz vielleicht oder als Wut oder als Angst,

Dort wo eigentlich Verbundenheit sein sollte.

Und dahinter stecken natürlich unverarbeitete Traumata,

Unbewältigte innere Konflikte,

Nie geheilte Gefühle und vielleicht auch nie ausgesprochene und tiefsitzende,

Ungesehene Verletzungen.

Denn das Gegenteil von Liebe ist nicht zwingend Hass,

Das Gegenteil von Liebe ist Angst.

Sind wir uns aber dessen nicht bewusst,

Bleiben wir von uns entfremdet.

Und diese innere Entfremdung macht uns in gewisser Weise liebesunfähig,

Auch wenn die Sehnsucht danach bestehen bleibt.

Ohne es zu wissen,

Verknüpfen wir das Gefühl von Liebe und die Sehnsucht danach mit Angst und Schmerz.

Und das sorgt dafür,

Dass diese so widersprüchliche,

Miese Mischung fortlebt und im schlimmsten Falle wer diese verzerrte,

Unverständliche Art Liebe zu zeigen,

Wieder an den eigenen Kindern ausagiert,

Ohne es zu merken.

Kannst Du den Kreislauf erkennen?

Ein Buch,

Das ich in diesem Podcast schon einmal empfohlen habe und das ich Dir wärmstens zu diesem Thema ans Herz legen kann,

Ist von der britischen Psychologin Philippa Perry.

Das Buch,

Von dem Du Dir wünschst,

Deine Eltern hätten es gelesen und Deine Kinder werden froh sein,

Wenn Du es gelesen hast.

Dort werden all diese Zusammenhänge auf wunderbare Weise erklärt.

Und in diesem Buch begegnen wir auch einen Mann namens Mark,

Der vor kurzem Vater geworden ist.

Aber er ist in seiner neuen Rolle todunglücklich.

Und er denkt,

Dass er das nicht mehr lange aushalten kann,

Obwohl er sich doch eigentlich eine Familie gewünscht hatte.

Das macht ihm große Schuldgefühle.

Und er erklärt,

Der Psychologin,

Seine Kindheit sei völlig normal gewesen.

Sein Vater habe die Familie verlassen,

Als er drei war,

Aber das habe ihm nichts ausgemacht.

Er könne sich gar nicht daran erinnern.

Und die Psychologin im Buch fragt Mark,

Ob es sein kann,

Dass er sich womöglich nicht daran erinnert,

Weil das damals zu schmerzhaft für ihn gewesen sei?

Vielleicht hieße das ja,

Dass es auch heute für ihn schwierig sei,

Sich seinen eigenen Gefühlen zu stellen und er stattdessen den Ausweg wie sein Vater suche und die Familie einfach verlassen wolle?

Das,

Was uns unsere Eltern vorgelebt haben,

Wie sie ihr Leben gelebt haben,

Wie sie Eltern waren,

Partner oder Freunde.

Das wird für uns wie so eine Art Blaupause,

Weil wir als Kinder so aufnahmefähig sind wie ein Schwamm.

Wir machen alles nach,

Und zwar nicht bewusst.

Nee,

Es speichert sich auf einer tieferen,

Unbewussten Ebene unseres Gehirns ab.

Und außerdem halten wir ja als Kinder unsere Eltern für perfekt.

Ich sage gern,

Sie sind die Götter unserer Kindheit.

Wir hinterfragen nicht,

Was sie tun oder warum,

Wir nehmen das als gegeben hin.

Wir können das nicht hinterfragen.

Es ist uns unmöglich,

Dieses zu reflektieren,

Solange wir vielleicht so zehn oder zwölf Jahre sind.

Und bis dahin haben sich die meisten der Prägungen gebildet.

Genauso wenig,

Wie wir sehen können,

Dass diese Menschen,

Unsere Eltern,

Selbst Fehler machen,

Manchmal hilflos sind oder manchmal nicht mehr weiter wissen.

Das,

Was sie tun und wie sie es tun und auch was sie nicht tun,

Das speichern wir also,

Ohne es zu merken,

Als Grundannahmen über uns selbst,

Die Welt und wie man es machen muss,

Um in dieser Welt dazuzugehören,

Ab.

Und danach verhalten wir uns.

Da gibt es immer auch Gutes,

Das wir mitnehmen können in unser Leben,

Aber eben auch sowas wie Perfektionszwang,

Emotionale Entfremdung,

Konfliktscheue oder Abhängigkeit und vieles andere mehr.

Mario zum Beispiel,

Einer meiner Klienten,

Hatte eine Mutter,

Die er immer als kühl und distanziert erlebte.

Eine Frau,

Die kaum Liebe geben konnte,

Wenig Emotionen zeigte,

Die ihn aber gut versorgte.

Zu Hause ging es immer sehr rational zu und alles hatte seine Ordnung,

Auf die konnte man sich auch verlassen.

Marios Vater war sehr streng und zeigte keine Gefühle.

Aber es gab jede Menge Orientierung in Marios Leben.

Die mangelnde Wärme und das kühle emotionale Klima zu Hause konnte Mario aber nur aushalten,

Indem er sich selbst immer mehr in seine Gedankenwelt flüchtete und seine Ängste,

Seine Wünsche,

Seine Bedürfnisse,

Aber auch seine Lebensfreude und Ausgelassenheit,

Sein ganzes Wildsein,

Das nicht gewollt war,

Einsperrte.

Mario wurde ein Mann,

Der sehr vernünftig,

Rational und pragmatisch war und der mit Gefühlen wenig anfangen konnte.

So lernte ich ihn auch kennen.

Ihm wurde nämlich in Beziehungen immer wieder vorgeworfen,

Er sei wie ein Kühlschrank,

Würde sich irgendwie wie ein Roboter verhalten und sei nicht beziehungsfähig.

Nach einer langjährigen,

Recht unterkühlten und funktionalen Ehe hatte er sich von seiner Frau getrennt.

Jetzt,

Wo er wieder Liebe suchte,

Fand er nur Ablehnung.

Er verstanden nicht,

Wo der Fehler im System war.

Mario wusste gar nicht,

Was diese Frauen,

Die er kennenlernte,

Von ihm wollten.

Er machte doch alles richtig,

Hatte einen guten Job,

War Ingenieur,

Machte gern Sport und war so irgendwie ein vernünftiger Kerl.

Wir machten uns gemeinsam auf die Suche nach Marios verschütteten Gefühlen.

Ganz behutsam.

Und wir fanden sie dann auch hinter einer dicken Schutzmauer,

Die er sich schon in seiner kühlen Kindheit aufgebaut hatte,

Um best möglichst klar zu kommen.

Mario war sich nicht bewusst darüber,

Dass er sich von sich selbst entfremdet hatte,

Von seinen innersten Empfindungen.

Für ihn war das ja normal.

Doch als Mario langsam lernte,

Sich wieder zu fühlen,

Seine Emotionen spürte und zulassen konnte und auf sie reagierte,

Da kam so ein Leben in diesen Mann,

Der anfing sich selbst zu begegnen und dem kleinen Jungen der einmal war.

Und irgendwann liefen auch die Tränen und er begann,

Sich selbst und seine Geschichte zu verstehen und nach und nach zu integrieren.

Und auf diesem Weg wurde nicht nur etwas in ihm vollständiger,

Weil er seine entfremdeten Anteile wiederfand,

Er wurde auch beziehungsfähiger.

Und es war so wunderbar,

Ihn dabei zu sehen,

Wie er zu sich selbst nach Hause kam und entdeckte,

Wer er wirklich wirklich war.

Mario schrieb mir eine lange Mail mit sehr viel Wertschätzung und das ist natürlich wunderbar für mich,

Aber zu sehen,

Wie sich die Beziehung zu seinen Töchtern veränderte,

Wie er anfing,

In die Welt der Gefühle einzutauchen,

Tiefe Freude plötzlich spüren konnte,

Aber eben auch Ängste,

Die schon lange in ihm angestaut waren und verdrängt und welche Möglichkeiten sich daraus ergaben,

Das war das wirkliche Geschenk.

Und dass ich ihn dabei begleiten durfte und sehen konnte,

Was wir Menschen erreichen können,

Wenn wir wirklich Mut haben,

Zu uns selbst aufzubrechen.

Denn das wirkt ja immer auch auf mich selbst zurück und gibt mir die Kraft für meine eigenen Prozesse.

Das Leben besteht aus Wechselwirkungen und wir alle sind miteinander verbunden,

Ob wir es sehen wollen oder nicht.

Manchmal fühlen wir uns vielleicht einsam oder isoliert,

Aber das sind wir nicht wirklich.

Wir sind Bindungswesen,

Wir sind vernetzt und alles,

Was wir tun oder nicht tun,

Hat eine Wirkung,

Hat wieder einen Effekt auf andere mit uns verbundene Menschen.

Aber wenn man das mal weiterdenkt,

Dann ist das nicht nur in der Gegenwart so,

Auch in der Zukunft und in der Vergangenheit.

Hinter jedem und jeder von uns steht eine lange Reihe von unsichtbaren Vorfahren,

Die alle einen großen Einfluss auf uns und unser So-Sein hatten und haben.

Nicht nur unsere Eltern,

Sondern auch deren Eltern und deren Eltern und deren Eltern.

Sie sind nicht nur genetisch ein Teil von uns,

Sondern haben auch über die soziale Vererbung mit ihren familiären Mustern in Sachen Bindung und Beziehung Spuren in uns hinterlassen.

Es gibt da viel Wertvolles,

Das wir auf diese Weise übertragen bekommen haben und von dem wir zehren können,

Aber es gibt eben auch sehr viel Schmerz,

Leid und Angst.

Und wenn du dir mal anschaust,

Wir gerade hier in Deutschland nach zwei Weltkriegen,

Die mit ihren Traumatisierungen nicht nur bei den Opfern der Kriege,

Sondern auch an den Familien jede Menge unbewältigte,

Unbearbeitete Traumatisierungen hinterlassen haben,

Die in fast allen Familien durch Tod,

Vertreibung,

Hunger,

Vergewaltigung,

Gefangenschaft,

Bombenhagel Spuren hinterlassen haben.

Zu diesem großen Thema transgenerationaler Vererbung,

Kriegskinder und Kriegsenkel,

Habe ich ein Interview gemacht,

Das du hier zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Podcast hören wirst.

Aber wieder zurück zu den Bindungs- und Beziehungsmustern,

Die wir aus unseren Familien mitgebracht haben.

Wir stehen also auch mit den Menschen in Verbindung,

Die wir vielleicht nie gesehen oder kennengelernt haben.

Aber zu verstehen,

Welches familiäre Erbe wir hier tragen,

Das wir uns nicht ausgesucht haben und dessen Konsequenzen auf unsere eigenen Denkgefühls- und Verhaltensmuster,

Auf unseren Umgang mit Gefühlen,

Auf unsere Beziehungsfähigkeit und unsere Selbstliebe hat,

Das ist entscheidend.

Manchmal heißt das,

Auch mit der Dunkelheit zu kämpfen,

Um ans Licht zu kommen.

Als ich verstanden hatte,

In was für eine Welt und was für ein Umfeld mein Vater und meine Mutter hineingeboren wurden,

Aus welchen Familien sie kamen und was sie selbst als Kind und mit ihren Eltern erlebt und erlitten hatten,

Welche Wunden sie daraus hatten mitnehmen müssen,

Welche Schatten über ihre Kindheit lagen,

Da habe ich einen anderen Blick bekommen auf das,

Was ich mit ihnen erlebt hatte.

Ich konnte den Kontext ändern,

Auch wenn das nichts an den Erfahrungen änderte.

Beide waren sehr jung,

Als sie mich bekommen haben,

18 Jahre alt,

Beide waren Nachkriegskinder,

Hatten Eltern,

Die soldatische Disziplin,

Gewalt und Stränge erlebt hatten,

Verfolgung,

Hunger,

Auch das Zerfallen von Familien.

Für die Eltern meiner Eltern ging es ums existenzielle Überleben.

Und das muss etwas mit den Kindern,

Die meine Eltern waren,

Gemacht haben.

Und es muss ihre Art,

Sich zu verhalten und Beziehungen zu gestalten,

Sehr stark beeinflusst haben.

Anders ist es nicht zu denken.

Und dann war da ja auch noch eine ganz andere Zeit.

Diktatur,

DDR.

Familie hieß da auch,

Dem Staat die Führung zu überlassen.

Und der bestimmte zum Beispiel die frühe Fremdbetreuung.

Krippe mit acht Wochen,

Ganz tags.

Ich musste weinen,

Als mein Sohn acht Wochen alt war und ich zum ersten Mal verstand,

Was das heißt für ein Kind,

So früh getrennt zu sein.

Nichts mit Geborgenheit,

Keine Individualität,

Dafür Gruppenkonformität.

War total normal.

Das haben alle so gemacht.

Das war der Zeitgeist.

Aber für mich hieß das,

Kein sicheres Gefühl,

Nirgends,

Kein Ankommen.

Kind sein war für mich Leistungsdruck und Anpassung,

Inneres Angespanntsein,

Stränge und Angst,

Was falsch zu machen.

Und es hieß auch,

Nichts nach außen zeigen,

Perfekt sein,

Lächeln und gewinnend sein.

Zuhause und überall.

Und auch als ich mit drei Jahren noch in einen der heute sehr berüchtigten Kinderkuren verschickt wurde,

Weil ich ständig krank war,

Für mehrere Wochen war ich dann weg.

Und als ich wiederkam,

Habe ich sehr,

Sehr lange nicht mehr gesprochen.

Ich habe keine bewusste Erinnerung mehr daran,

Aber mein Körper weiß es noch.

In einer Körpertherapieausbildung,

Da haben wir so Übungen gemacht und dort bekam ich plötzlich unerwarteterweise Flashbacks.

Da kamen plötzlich Bilder von dieser Erfahrung zurück.

Sie tauchten ganz plötzlich auf und das war wirklich sehr,

Sehr schlimm für mich und unangenehm.

Und dann zeigten sich auch Gefühle und es war wirklich eine Erfahrung,

Die nach und nach verarbeitet werden musste.

Als ich aber selbst Mutter war,

Fing ich an,

Diesen Faden meiner Geschichte aufzunehmen.

Ich wollte alles verstehen,

Anstatt einfach nur Vorwürfe zu machen.

Und ich wollte es anders machen mit meinem Kind.

Ich spürte nämlich,

Was es brauchte,

Dieses Baby.

Ich hatte dafür einen eingebauten Instinkt,

Was ich total krass fand.

Und dem folgte ich intuitiv und so haben wir eine Sprache miteinander gefunden,

Das Baby und ich.

Wir gruften uns aufeinander ein und das war irgendwie natürlich und ich war so erstaunt und so glücklich darüber,

Dass ich das konnte.

Dass das instinktiv funktionierte und auch,

Dass ich das erleben durfte,

Das hat etwas in mir ganz gemacht.

Ich,

Die eigentlich nie Kinder wollte,

Weil Kindheit für mich kein guter Ort war.

Aber ich konnte es anders machen und es war eine wunderbare Erfahrung,

Die beste in meinem ganzen Leben.

Und da,

Im Laufe dieses Prozesses,

Hörte dann auch meine Frage nach dem Warum auf.

Warum waren Sie so zu mir früher und warum waren Sie nicht anders?

Was war nicht in Ordnung mit mir?

Bin ich vielleicht nicht okay,

Nicht lebenswert?

Sie machten,

Was Sie machten und Sie machten nicht,

Was ich so ersehnte.

Nicht etwa,

Weil ich Ihnen nichts bedeutete oder nichts wert war,

Was ich logischerweise als Kind angenommen hatte.

Sie machten einfach das,

Was Sie kannten und was Sie erfahren hatten und was Ihnen,

Die diese Zusammenhänge nie in Frage gestellt und nie betrachtet hatten,

Möglich war.

Aber was Sie ja für sich selbst nie sein konnten,

Konnten Sie ja auch für mich nicht sein.

Und deshalb wussten Sie gar nicht,

Was mir fehlte.

Das ist schade und schmerzhaft und es hat eine große Kluft geschaffen,

Dort,

Wo hätte Verbundenheit sein können.

Hätten Sie es hinterfragen können?

Ja,

Hätten Sie.

Wäre auch Ihre Verantwortung gewesen.

Dass Sie es nicht getan haben,

Ist aber auch ein Selbstschutzprogramm.

Es schützt Sie nämlich davor,

Die Dimension des Ganzen zu erkennen.

Ihre eigenen alten Monster hochholen zu müssen.

Denn das kann ja richtig Angst machen.

Und das verstehe ich.

Und man kann das so machen.

Man wählt es auch auf irgendeine Weise.

Aber der Preis ist halt,

Dass die Entfremdung bleibt.

Nach innen und dann auch nach außen.

Wenn du öfter hier reinhörst,

Dann hast du sicher auch schon mal gehört,

Dass ich auch mit Eltern arbeite,

Deren erwachsene Kinder den Kontakt abgebrochen haben und die so,

So gerne ihre Kinder besser verstehen wollen und die nach einer neuen Art von Verbindung mit ihnen suchen.

Und ich habe wirklich so viel Respekt vor diesen Menschen,

Die den Mut haben,

Sich vor sich selbst ehrlich zu machen,

Sich selbst zu hinterfragen und wirklich in die Positionen ihres Kindes eintauchen wollen.

Und so eine Zusammenarbeit ist auch immer wieder etwas ganz,

Ganz Intensives und ganz Besonderes.

Und wenn es gelingt,

Den Kontakt auf diese Weise neu aufzubauen,

Ist das immer eine Sternenstunde.

Es ist so wichtig,

Zu verstehen,

Welche Erfahrungen uns zu den Menschen gemacht haben,

Die wir heute sind.

Das ist der erste große Schritt zur Veränderung,

Zur Überwindung dysfunktionaler Muster.

So können wir Beziehungen auf ein neues Niveau heben.

Wir tun das nicht nur für uns und unsere eigene Liebesfähigkeit.

Wie schon gesagt,

Haben wir einen unglaublichen Einfluss auch auf unsere Kinder oder auch,

Wenn wir keine Kinder haben,

Auf die Menschen in unserem Umfeld.

Eltern sein ist wunderbar,

Aber es bringt einen halt auch an Grenzen und es fordert einen maximal heraus,

Selbst unter den allerbesten Umständen.

Jeder,

Der Kinder hat,

Weiß das.

Und es ist unmöglich,

Alles richtig zu machen.

Glaub mir das,

Ich habe es versucht,

Hat nicht geklappt und ist auch Quatsch.

Aber es geht ja auch nicht ums Perfektmachen.

Es geht um die Absicht,

Es geht um die Tendenz,

Es geht um die authentische Liebe.

Und die wird dein Kind immer spüren und es wird Furchte tragen.

Ich kann dir das wirklich versichern,

Weil wenn ich es konnte,

Dann kannst du es auch,

Weil es möglich ist.

Und wenn du selbst in eine verwundete Familie mit verletzten Menschen hineingeboren wurdest,

Dann kannst du zu jedem Zeitpunkt in deinem Leben anfangen,

Dich selbst zu entdecken,

Dir zu begegnen,

Um dich zu befreien von destruktiven Beziehungsmustern,

Die du mitbekommen hast,

Von fragwürdigen mütterlichen und väterlichen Rollenvorbildern,

Von der Wut und Ohnmacht und der Angst,

Die vielleicht seit Generationen in der Familie weitergegeben wurden.

Du kannst die Grundlagen von Beziehung neu gestalten,

Nach deinen Werten und Bedürfnissen.

Du findest dich dabei und du findest neue Möglichkeiten,

Liebe zu leben,

Andere als die,

Die du gelernt hast.

Du kannst dabei wunderbare Erfahrungen machen.

Damit wirst du zum Cyclebreaker,

Denn du bist so viel mehr als deine leidvollen Erfahrungen.

Du kannst heute selbst entscheiden,

Welche Art von Mensch du sein willst und wie du Beziehungen gestaltest.

Bewusst und nicht nur aus einem inneren Automatismus.

Wenn du also eine Mutter oder ein Vater mit einem verwundeten familiären Bindungshintergrund bist und du deine Kinder anders erziehen möchtest,

Wenn du einen Unterschied machen möchtest,

Dann bist du sowas wie eine Heldin oder ein Held.

Eben ein echtes Vorbild und es wird sich lohnen.

Für dich,

Für deine Beziehungen und deine Kinder.

Wie kann man das machen?

Zuerst mal,

Es ist oft ziemlich schwer zu erkennen,

Dass wir,

Wenn wir irgendwie seltsam reagieren,

Zum Beispiel sehr übergriffig werden oder sehr laut oder sehr emotional,

Vielleicht gar nicht auf eine aktuelle Situation reagieren,

Sondern auf die Situation in der Vergangenheit oder eine Übertragung aus familiären Mustern.

Es braucht ziemlich viel Selbsterforschung und hier kommen ein paar Hinweise,

Wie du deinen Mustern auf die Spur kommen kannst,

Wenn du Mutter oder Vater bist.

Schritt 1.

Schau nach innen und beobachte dich.

Beobachte,

In welchen Situationen du deinem Kind gegenüber irgendwie unangemessen reagierst.

Welche Verhaltensweise deines Kindes löst eine starke,

Emotional negative Reaktion in dir aus?

Ist es vielleicht,

Wenn dein Kind nicht in die Pötte kommt oder wirst du ungeduldig,

Wenn es nicht die richtigen Leistungen bringt?

Fahre denn nach emotionalen Reaktionen in dir,

Die viel stärker sind,

Als die auslösende Situation es hergeben würde.

Ich habe zum Beispiel früher oft beobachtet,

Dass ich so eine rasende innere Ungeduld bekam,

Wenn mein Sohn bei seinen Hausaufgaben langsamer war,

Als ich das angenommen hatte.

Vielleicht wirst du manchmal irgendwie wütend oder laut gegenüber deinem Kind.

Vielleicht machst du unfassbar viel Druck und wunderst dich,

Wo das jetzt eigentlich herkommt.

Welches Verhalten deines Kindes ist das,

Das diese Reaktion in dir auslöst?

Kommt das öfter vor?

Und im nächsten Schritt überlege bitte einmal,

Was wäre dir denn früher passiert,

Wenn du als Kind das Verhalten gezeigt hättest,

Das dich heute an deinem Kind ärgert?

Was wäre passiert,

Wenn du als Kind so gewesen wärst?

Spüre in dich hinein,

Welche Gefühle dabei hochkommen.

Oft führt bereits das Bewusstsein darüber,

Wo unsere Reaktion eigentlich herkommt,

Dazu,

Dass wir uns besser davon distanzieren und unsere Reaktion mehr auf das Jetzt und Hier,

Also auf die wirklich reale Gegenwart anpassen können,

Anstatt auf eigene alte Gefühle zu reagieren.

Wenn du den Zusammenhang erkannt hast,

Wenn du also merkst,

Dass deine Gefühle deinem Kind gegenüber mehr einer alten,

Eigenen Reaktion auf eine Erfahrung entsprechen als der Jetzt-Situation mit deinem Kind,

Geht es darum,

Dir das bewusst zu machen.

Wenn du also wieder in so einer ähnlichen Situation bist mit deinem Kind und wieder ein starkes,

Unangenehmes Gefühl in dir auftaucht,

Handle nicht nach deinem ersten Impuls.

Beobachte diesen Impuls und versuche,

Dir Zeit zu verschaffen.

Gehe vielleicht für einen Moment aus dem Kontakt heraus,

Sage,

Ich komme gleich wieder,

Atme durch.

Vielleicht so 15 Minuten,

Vielleicht auch nur 5,

Aber handle nicht aus deinem inneren ersten Impuls heraus,

Der aus deiner Wut oder Ohnmacht kommt,

Denn das ist wahrscheinlich ein altes Gefühl und hat viel mehr mit deiner Vergangenheit zu tun als mit deinem Kind im Jetzt und Hier.

Schritt 1 also,

Mache dir bewusst,

Auf was du hier wirklich reagierst,

Erkenne deine eigenen inneren Erfahrungen und Muster und Schritt 2,

Folge nicht dem ersten Impuls,

Sondern schalte um in die Bewusstheit,

Mache eine Pause zwischen Reiz und Reaktion und handle dann bewusst anstatt automatisch.

Natürlich ist das nicht einfach und in vielen Fällen reicht diese kleine Anleitung natürlich nicht aus.

Die Verletzungen sitzen manchmal zu tief und die Muster sind nicht so offensichtlich erkennbar und manchmal auch so hartnäckig,

Dass sie nicht einfach zu verändern sind.

Hier lohnt es sich tatsächlich,

Professionelle,

Therapeutische Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Aber auch zu erkennen,

Dass du hier vielleicht gar nicht auf dein Kind reagierst,

Sondern auf eigene Altererfahrungen,

Ist schon mal ein wertvoller erster Schritt.

Wenn du keine Kinder hast und deine familiären Bindungsmuster machen dir vor allem in Beziehungen zu anderen,

In Partnerschaften und Liebesbeziehungen zu schaffen,

Dann findest du viele hilfreiche Hinweise zur Selbstentdeckung deiner Muster auch im ersten und zweiten Teil dieser Miniserie zum Thema,

Wie aus Bindungswunden Bindungswunder werden können.

Das ist die letzte und die vorletzte Folge,

Wie immer,

Findest du alles in den Shownotes.

Wir sind Evolution.

Ich sage es gerne nochmal,

Weil es so wichtig ist.

Du und ich und jeder da draußen.

Wir sind ein Teil von allem,

Was ist.

Wir sind Entwicklung.

Und die Liebe ist eine Kraft in uns und sie ist die stärkste Kraft im Universum.

Und wenn wir hier sind,

Um sie in die Welt zu bringen,

Dann beginnt das in uns.

Es beginnt damit,

Dass wir uns selbst wieder zusammenfügen,

Unsere Teile zusammensammeln,

Sie integrieren und so auch irgendwie heil werden lassen.

Und das geben wir weiter an unsere Kinder,

Aber auch in die Gesellschaft hinein,

Zu unserem Wohle und zum Wohle aller.

Ich wünsche mir eine Welt,

Die besser und anders ist als die,

In der wir heute leben.

Aber ich versuche jetzt nicht,

Die Welt zu verbessern,

Indem ich kämpfe.

Das ist sicher auch richtig und ein sehr,

Sehr wichtiger Weg,

Aber es ist eben nicht meiner.

Ich habe eher das Gefühl,

Dass die Veränderung von innen nach außen geschieht.

Sich zu entwickeln bedeutet,

Für mich sich freizuwickeln von dem,

Was man nicht ist,

Bis hin zum Wesenskern,

Damit wir die sein können,

Die wir wirklich,

Wirklich sind.

Also so,

Wie wir gemeint sind,

Wie wir uns wohlfühlen.

Und wenn wir in uns selbst zu Hause sind,

Dann können wir unsere besten Fähigkeiten auch in die Welt hineingeben.

Und das ist der Weg,

Der mir gut gefällt.

Irgendwie mein Beitrag zum Großen und Ganzen.

Das ist meine Art,

Die Liebe zu zeigen.

Und was immer deiner ist,

Er ist in Ordnung.

Sei du die Veränderung,

Die du dir wünschst und dein Beitrag wird einen Sinn machen.

Im Kleinen mit dir selbst und den Menschen in deiner Umgebung,

Aber auch im großen kollektiven Sinne.

Du bist wichtig.

Du und dein Leben machen einen Unterschied,

Auch wenn du das nicht immer fühlen kannst.

Denn alles ist mit allem verbunden.

Wenn du einen Stein ins Wasser wirfst,

Dann geht er nicht einfach nur unter.

Er erzeugt ja diese Wellenbewegung,

Die große Kreise zieht.

Und du kannst mit deinem Verstand nicht erfassen,

Welche Wirkung du und deine Entwicklung auf andere Menschen haben wirst.

Das setzt sich einfach immer weiter so fort.

Denn das Leben ist systemisch.

Es beruht ja auf Wechselwirkungen.

Auf Beziehung.

Im Großen und im Kleinen.

Jeden Tag.

Erinnere dich daran,

Wenn du wieder mal vorüber gehend dein Vertrauen darin verloren hast.

Und das ist mir auch wichtig.

Verstehe dich.

Umarme dich und deine Wunden und versorge dich.

Kümmere dich gut um deine Bedürfnisse.

Das ist die Voraussetzung für gelingende authentische Beziehungen mit anderen,

Die nicht auf Angst und Schmerz,

Sondern auf Freiwilligkeit und tiefen Gefühlen von Verbundenheit basieren.

Unsere Entwicklung zu uns selbst hin macht uns nicht etwa,

Wie manchmal gesagt wird,

Zu Egoisten,

Die sich nur um sich selber drehen,

Sondern so verändern wir die Welt.

Weil wir ja unseren Platz im Orchester des Lebens nur richtig einnehmen können,

Wenn wir auch wir selbst sind.

Aber bitte erwarte bei diesem Prozess keine Wunder.

Denn das kann ich dir sagen,

Sowas wie Risiken und Nebenwirkungen.

Wenn du anfängst mit diesem Prozess,

Wird es möglicherweise nicht allen Menschen gefallen.

Du wirst auch auf Widerstand stoßen.

Vielleicht sogar von den Menschen,

Von denen du dir eigentlich Verständnis erhofft hattest.

Oder auch von deiner Familie und sogar von deinen Geschwistern.

Aber das heißt nicht,

Dass du falsch liegst.

Vielleicht sind diese Menschen noch nicht bereit für diese Entwicklung.

Tür zur Veränderung geht ja nur von innen auf.

Man kann da anklopfen,

Aber wenn sie zu bleibt,

Brauchen wir Akzeptanz für diese Wahl,

Auch wenn sie nicht bewusst passiert.

Aber du kannst sicher sein,

Es wird Menschen geben,

Die dich verstehen wollen und deinen Weg mit dir gehen wollen und können.

Und dort wirst du Bestärkung erfahren.

Das Thema Beziehung und Beziehungsfähigkeit ist viel größer als wir selbst.

Es reicht weit über uns und unsere Partnerschaften und Familien hinaus.

Die Muster des Lebens stecken im Kleinen wie im Großen Ganzen.

Du bist ein Teil von allem,

Was ist und in dir ist die ganze Welt.

In uns,

In der kleinsten Einheit der Gesellschaft,

Können wir anfangen mit unserem Wunsch nach Verbundenheit und dann strahlt es auch über uns hinaus aus.

Es lohnt sich jeder einzelne Schritt auf deinem Weg,

Wenn du den Mut hast,

Ihn zu gehen.

Und dazu gehören auch die vielen Abgründe und Probleme,

Die wir in diesem Prozess erleben,

Die Unsicherheiten und die Zweifel.

Denn darin lernen wir ja schließlich,

Wie es nicht geht.

Ich weiß,

Was du denkst.

Warum muss dieses ganze Lernen denn immer so wehtun?

Glaub mir,

Das habe ich mich auch schon hunderte Male gefragt.

Kann es nicht einfacher sein?

Tja,

Wahrscheinlich brauchen wir den Schmerz,

Weil wir sonst keine Notwendigkeit sehen,

Uns auf den Weg zur Veränderung zu machen.

Und mir gefällt da der Spruch,

Geht's dir gut oder lernst du gerade etwas?

Alles Liebe,

Deine Claudia.

4.4 (10)

Neueste Bewertungen

Kerstin

February 8, 2024

Der Vortrag macht mir Mut für meinen Weg. Vielen Dank dafür 🙏 Ich bin hinsichtlich meiner „Baustellen“ gerade sehr traurig und niedergeschlagen 🙁

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