
Den inneren Kritiker heilen – eine somatische IFS-Meditation
by Miriam Amavi
In dieser somatischen IFS Meditation begegnen wir dem inneren Anteil in uns, der kommentiert, bewertet und alles perfekt machen möchte. Dieser kritische Teil wirkt oft streng, doch meist verfolgt er eine schützende Absicht. Wenn er besonders laut wird, zeigt das häufig, dass sich im Nervensystem etwas unsicher anfühlt und Kontrolle als Versuch entsteht, Sicherheit herzustellen. In dieser Meditation bekämpfen wir den Kritiker nicht, sondern lernen ihn und seine Funktion neugierig kennen. Durch Verständnis und Anerkennung kann sich seine Anspannung lösen. Ein Anteil, der sich gesehen fühlt, muss nicht mehr so laut werden. So entsteht mehr innerer Raum und der Kritiker kann wieder in seine konstruktive, unterstützende Rolle zurückfinden.
Transkription
Hi,
Ich bin Miriam Amavi und heute wollen wir mit dem inneren Kritiker arbeiten.
Dieser Stimme,
Die alles immer kommentiert und uns eigentlich nie so richtig in Ruhe lassen will.
Also,
Mach's dir bequem,
Du kannst dich auch zurücklehnen und wir wollen dir jetzt emotional genau da begegnen,
Wo du gerade bist,
Anstatt irgendwas zu reparieren,
Sondern deinem System eben die Unterstützung geben,
Die es gerade braucht.
Denn wenn dieser innere Kritiker sehr aktiv ist,
Bedeutet das einfach,
Dass sich dein System mit irgendwas nicht sicher fühlt.
Und was sich nicht sicher fühlt,
Braucht Comforting und Sicherheit und das geben wir uns jetzt,
Indem wir erstmal mit Neugier und Mitgefühl und Offenheit diesem Anteil begegnen.
Und falls sich das gerade für dich unmöglich anfühlt,
Ist das auch vollkommen menschlich und okay.
Lass dich einfach drauf ein und du kannst hier erstmal die Kontaktpunkte deines Körpers zur Unterlage spüren und dein Gewicht langsam in die Unterlage sinken lassen.
Und hier die Temperatur in diesem Kontaktpunkt bemerken.
Ist es eher warm oder kühl?
Und all deine Muskeln,
Deine Schultern loslassen,
Deine Gesichtsmuskeln,
Dein Bauch darf sich ausbreiten,
Deine Beine dürfen ganz schwer sein.
Und du kannst langsam deine Aufmerksamkeit auf dein Inneres richten.
Und deine Aufmerksamkeit auf eine Situation richten,
In der dein innerer Kritiker sehr hervorkommt oder gekommen ist.
Also der Teil,
Der viel bewertet,
Vergleicht,
Zweifelt.
Der sagt,
Was nicht genug ist oder warnt,
Dass etwas schief gehen könnte.
Vielleicht bemerkst du hier Gedanken oder einen bestimmten Tonfall in deinem Kopf oder Bilder.
Und wie bemerkst du diesen kritischen Anteil in deinem Körper?
Vielleicht kannst du hier einen Druck oder eine Enge oder eine Anspannung fühlen,
Kribbeln oder eine Hitze,
Eine Dringlichkeit.
Und hier einfach spüren,
Wo du das wahrnimmst in deinem Körper.
Hier gibt es kein richtig oder falsch,
Wir wollen hier nur bemerken,
Ohne direkt zu korrigieren.
Und dir anerkennen,
Dass das gerade ein Anteil in dir ist,
Der kritisiert oder sehr laut ist.
Und bemerken,
Dass das einfach ein Teil von dir ist,
Der dich vielleicht manchmal ganz schön einnimmt,
Aber eben nicht alles von dir ist.
Und wenn es sich richtig anfühlt,
Kannst du diesen kritischen Anteil in dir sprechen lassen.
Ihn fragen,
Was willst du mir sagen,
Was willst du mir mitteilen.
Vielleicht kommen hier Bilder,
Worte,
Gefühle oder auch gar nichts auf,
Alles ist erlaubt.
Und wenn du magst,
Kannst du auch deine Hände zu diesem Ort bringen,
Wo du diesen Kritiker besonders stark wahrnimmst.
Und dich hier hin und her wiegen,
Wenn es sich gut anfühlt.
Und diesen Anteil fragen,
Wovor möchtest du mich mit dieser Kritik beschützen.
Vielleicht spürst du auch einfach eine gefühlte Antwort anstatt Worte.
Manche innere Kritiker wollen sicher gehen,
Dass wir alles richtig machen,
Um akzeptiert und geliebt zu werden,
Um sicher zu sein,
Um genügend Geld zu verdienen,
Um gesund zu sein,
Um gut zu sein.
Manche Kritiker tragen Anspannung,
Andere Angst oder Schöpfung.
Manche tragen einen ganz alten Auftrag aus.
Und vielleicht bemerkst du hier zum ersten Mal,
Wie dieser Teil denkt,
Dass das,
Was er tut,
Dir hilft oder er dich damit beschützt.
Oder wieviel Angst dieser Teil in sich trägt,
Oder wie er so laut ist,
Um endlich mal von dir gehört zu werden.
Und wenn es sich stimmig anfühlt,
Kannst du hier deinen Kopf zu diesem Anteil neigen oder einfach deinen Kopf zu deinem Herzen neigen.
Dich hier vielleicht umarmen und wiegen,
Falls du es noch nicht getan hast,
Und diesem Anteil sagen,
Ich sehe dich und du bist nicht mehr alleine,
Und dich vielleicht bei ihm für seine harte Arbeit bedanken,
Denn es ist sicher nicht leicht,
Immer so wachsam sein zu müssen,
So genau sein zu müssen.
Und manchmal zeigt sich,
Dass dieser kritische Anteil sehr viel Verantwortung trägt,
Vielleicht auch schon sehr lange.
Vielleicht ist er in einer Zeit entstanden,
In der Wachsamkeit nötig war,
In der Leistung,
Anpassung oder Kontrolle Sicherheit versprochen haben.
Und das kannst du einfach anerkennen,
Ohne diesen Anteil direkt loswerden zu wollen.
Und dann kannst du hineinspüren,
Wie dieser Anteil in dir reagiert,
Wenn du ihm diese liebevolle und verständnisvolle Anerkennung entgegenbringst.
Vielleicht verändert er seine Beschaffenheit,
Vielleicht ist da Erleichterung,
Vielleicht lässt er in deine Arme los und fängt an zu weinen oder Gefühle kommen hoch,
Vielleicht ist da auch Erschöpfung,
Unsicherheit,
Und all das erlauben.
Und wann immer du einen tiefen Atemzug machen möchtest,
Oder Geräusche oder deinen Körper intuitive Bewegungen machen möchte,
Kannst du das immer ausführen.
Du musst hier nicht starr sitzen.
Und dann bemerken,
Wie das Empfinden in deinem Körper jetzt ist.
Hat es sich verändert?
Woran merkst du,
Dass du fühlst,
Was du fühlst?
Und manchmal halten diese Anteile so stark an ihrer Funktion fest,
Weil sie das schon so lange getan haben und sie brauchen manchmal einfach noch mehr Zeit,
Öftere liebevolle Zuwendungen,
Bis sie verstehen,
Dass sie wirklich loslassen dürfen.
Es ist ein bisschen so,
Wie eine wilde Katze auch seine Zeit braucht,
Bis wir sie gezähmt haben,
Bis sie uns vertraut,
Bis sie unter der Couch hervorkommt.
Und dieser kritische Anteil muss sich nicht verändern in diesem Moment,
Er muss nichts lernen,
Er darf einfach nur wahrgenommen werden.
Du kannst einfach nur neben ihm sitzen,
Die Hand halten oder sich ihren Abstand wahren,
Je nachdem,
Was dieser Anteil gerade braucht.
Dem so einfach zeigen,
Dass du da bist,
Ihm zuhörst,
Der nicht mehr alleine ist,
Nicht mehr alleine kämpfen muss.
Und vielleicht kannst du innerlich anerkennen,
Dass dieser kritische Anteil mal eine wichtige Aufgabe hatte.
Er war wachsam,
Wollte dich beschützen,
Schlimmeres verhindern.
Und gleichzeitig kannst du diesem Anteil zeigen,
Dass der Kontext sich verändert hat.
Die Möglichkeiten,
Die du hast,
Haben sich erweitert.
Du hast heute mehr innere und äußere Ressourcen.
Der Kritiker muss nicht verschwinden,
Aber sein Einsatz darf sich verändern.
Vielleicht von Kontrolle zu Unterstützung.
Und diesem Anteil vor Augen führen,
Dass deine Art,
Wie du die Dinge tust,
Ganz wunderbar ist.
Dass es okay ist,
Fehler zu machen,
Dass andere Menschen sich in unserer Unperfektheit wiederfinden können und dadurch tiefere Verbindungen entstehen.
Denn tiefe Verbindungen entstehen nicht,
Wo alles glatt und gestriegelt ist,
Sondern da,
Wo wir uns selbst zeigen.
Dass Dinge im Leben ihre Zeit brauchen und es okay ist,
Sich diese Zeit zu nehmen.
Und ich stelle mir immer vor,
Wie meine verschiedenen inneren Anteile alle in einem eigenen Zimmer in meinem inneren Haus leben.
Und vielleicht kannst du diesem inneren Kritiker ein schönes Zimmer herrichten,
Es ihm gemütlich machen und ihn einladen,
Dass er dort sein darf.
Und dass du immer wieder nach ihm schaust,
Dass er sich dort ins Bett legen darf und sich einfach mal ausruhen darf.
Dass du das Steuer übernimmst,
Dass du erwachsen bist,
Dass du deshalb die Dinge besser einschätzen kannst,
Mehr Erfahrung hast,
Mehr Wahlmöglichkeiten und Ressourcen hast.
Und nochmal hineinspüren,
Wie sich dieser Anteil jetzt in dir anfühlt.
Und dann kannst du langsam deine Aufmerksamkeit in deinen ganzen Körper zurückholen.
Zu den Kontaktpunkten,
Wo dein Körper die Unterlage berührt.
Wenn du magst,
Kannst du ganz langsam mit deinen Zähnen wackeln und deine Augen öffnen,
Falls du sie geschlossen hattest.
Ganz langsam im Raum umherschauen,
Dich orientieren und spüren,
Was in dir und deinem Körper zurückbleibt,
Vielleicht ein wenig mehr Weite oder Klarheit oder einfach etwas weniger Identifikation mit dieser Kritik,
Mit diesem inneren Kritiker.
Und wenn du deinen inneren Kritiker wirklich ganz tief transformieren möchtest,
Dann komm unbedingt zu dieser Meditation regelmäßig zurück,
Denn jedes Mal lernt dieser innere Kritiker ein bisschen mehr,
Uns zu vertrauen und etwas leiser zu werden.
Und ein starker innerer Kritiker ist auch immer ein Zeichen dafür,
Dass dein Nervensystem in einem Alarmmodus ist.
Wenn du also lernen möchtest,
Dein Nervensystem zu regulieren,
Schau dir gerne meinen Kurs Nervensystemregulation bei Ängsten,
Stress und Überforderung an,
Hier auf Insight Timer Auf meinem Profil gibt es noch viele weitere somatische Meditationen für dein Nervensystem und um eine liebevollere Beziehung zu dir selbst aufzubauen.
Also folgt mir gerne,
Ich freue mich immer über eine Bewertung und ganz liebe Grüße.
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