
Selbstbefreiung Durch Vergebung
Vergebung fällt oft nicht leicht. Solange wir Groll gegenüber anderen oder uns selbst gegenüber hegen und uns wünschen, dass vergangene Ereignisse anders verlaufen wären, verwehren wir uns unseren inneren Frieden und ein glückliches Leben. Vergebung heißt nicht das was du dir selbst oder andere dir angetan haben gut zu heißen, sondern deine Sicht und deine Reaktion auf die Dinge zu verändern und in die Zukunft zu blicken. Diese Meditation hilft dir dabei.
Transkription
Hallo,
Mein Name ist Susanne.
Ich freue mich sehr,
Dass du heute hier bist.
Wir haben jetzt eine Meditation vor uns,
In der es um Vergebung geht.
Vergebung fällt oft nicht leicht.
Solange wir Gräuel gegenüber anderen oder uns selbst gegenüberhegen und uns wünschen,
Dass vergangene Ereignisse anders verlaufen wären,
Verwehren wir uns unseren inneren Frieden und ein glückliches Leben.
Vergebung heißt nicht,
Das,
Was du dir selbst oder andere dir angetan haben,
Gut zu heißen,
Sondern deine Sicht und deine Reaktion auf die Dinge zu verändern und in die Zukunft zu blicken.
Diese Meditation hilft dir dabei.
Ich wünsche dir dabei viel Freude.
Mache es dir bequem.
So bequem,
Wie möglich.
Konzentriere dich auf deinen Körper und auf meine Stimme.
Bleibe dabei so wach und aufmerksam,
Wie es dir möglich ist.
Spüre die Unterlage,
Auf der du sitzt oder liegst und verbinde dich mit dem Boden unter dir.
Spüre den Kontakt zum Boden und Erde dich.
Richte all deine Empfindungen und Wahrnehmungen nach innen.
Komme von der äußeren Welt in deine innere Welt.
Wenn jetzt Gedanken kommen,
Lass sie kommen und einfach weiterziehen.
Wenn du Geräusche hörst,
Nimm diese wahr,
Aber bleibe konzentriert.
Gedanken und Geräusche kommen und gehen.
Lass diese durch dich hindurch fließen,
Ohne sie zu bewerten.
Nichts ist jetzt wichtig.
Nur das Hier und Jetzt.
Gehe nun in Kontakt mit deinem Atem.
Nimm wahr,
Wie er aus- und einströmt.
Atme langsam und tief durch die Nase ein.
Spüre,
Wie sich dein Brustkorb beim Einatmen hebt und folge dem Atemzug weiter,
Ganz tief in deinen Bauchraum hinein.
Beim Ausatmen bläst du deinen Atem ganz ruhig durch den Mund aus,
Als wolltest du eine Feder sanft wegblasen.
Folge deinem ganz eigenen Rhythmus und konzentriere dich darauf.
Tief ein,
Deine Bauchdecke hebt sich und wieder aus.
Die Feder schwebt weg.
Lass dir Zeit.
Genieße deinen Atem.
Das bewusste Atmen verbindet dich mit deiner Seele.
Tief ein und wieder aus.
Dein ganzer Körper ist jetzt völlig entspannt und ruhig.
Völlig ruhig.
Völlig entspannt.
Nun stell dir vor,
Du stehst am Anfang eines Weges.
Vor dir liegen viele Steine auf dem Boden.
Sie haben unterschiedlichste Größen und Formen.
Neben den Steinen liegt ein Rucksack.
Du hebst ihn auf und entdeckst,
Dass in seinem Inneren eine Nachricht für dich steckt.
Auf dieser steht,
Ich bin der Rucksack der Vergebung.
Ich verfüge über zwei gleich große Taschen.
Die eine Seite steht für alles,
Was du anderen vergeben möchtest.
Und die andere Seite steht für alles,
Was du dir selbst vergeben möchtest.
Fange nun an,
Für jede Verletzung,
Die du vergeben möchtest,
Einen Stein in der richtigen Größe und in der richtigen Form in deinen Rucksack zu legen.
Je größer und schwerer der Stein,
Desto schwerwiegender ist der Grund der Verletzung.
Und je spitzer oder kantiger der Stein,
Umso schmerzhafter ist der Grund der Verletzung.
Fülle nun deinen Rucksack.
Stein für Stein.
Verletzung für Verletzung.
Vor allem die Steine,
Über die du während du sie in deinen Rucksack legst,
Denkst,
Das werde ich nie vergeben können,
Sind die wichtigsten.
Wenn du mit dieser Arbeit fertig bist,
Schultere deinen Rucksack.
Fühle die Schwere und die Form deiner Steine.
Ist der Rucksack so schwer,
Dass du ihn kaum tragen kannst?
Oder hat er ein Gewicht,
Dass du ihn eine längere Strecke gut aushalten kannst?
Oder ist er so leicht,
Dass du sein Gewicht kaum spürst?
Wie ist die Verteilung des Gewichtes?
Ist die Seite der Vergebung anderer,
Oder die Seite deiner eigenen Vergebung schwerer?
Spürst du spitze und kantige Steine,
Die dir in den Rücken stechen?
So wie du jetzt den Inhalt deines Rucksacks auf deinem Rücken spürst,
Spürst du ihn auch auf deiner Seelelasten.
Mach dich nun auf deinen Weg.
Es ist der Weg der Vergebung.
Du ahnst,
Dass er nicht leicht werden wird.
Er wird dich über Höhen und Tiefen führen.
Und du wirst Hindernisse überwinden müssen.
Du wirst dein Tun oft hinterfragen und anzweifeln.
Aber in deinem Inneren wirst du immer wissen,
Dass dieser Weg sehr wichtig für dich ist.
Du wirst zu vielen Erkenntnissen gelangen und am Ende stolz und froh sein,
Diesen Weg gegangen zu sein.
So läufst du langsam los,
Dir das Schwere deines Rucksacks bewusst.
Nach einiger Zeit kommst du in ein Tal.
Dieses Tal ist grün und weit.
Aber langsam wird es immer enger und schmaler.
Links und rechts ragen hohe,
Schroffe Felswände empor.
Der Boden ist karg und steinig.
Und weil es die Sonne nur selten schafft,
Bis in das tiefe Tal zu scheinen,
Gibt es hier auch kaum Vegetation.
Diese Kargheit steht sinnbildlich für die Gefühle,
Die wir haben,
Wenn wir nicht vergeben können.
Gefühle wie Schuld,
Wut,
Angst,
Ohnmacht und Traurigkeit.
Auf dem Boden dieser Gefühle kann nichts wachsen.
Sich nichts weiterentwickeln.
Sich nichts ins Positive verändern.
Die Felswände stehen symbolisch für die oft scheinbar unüberwindbare Hürde,
Die wir bezwingen müssten,
Um vergeben zu können.
Du weißt,
Dass dich das Unvermögen zu vergeben in diesem Tal gefangen halten kann.
Du gehst weiter.
Und nach einiger Zeit weitet sich das Tal.
Dein Weg führt nun bergauf.
Und wieder wirst du dir das Schwere deiner Steine der Vergebung in deinem Rucksack bewusst.
Als du die Anhöhe,
Auf die dein Weg führt,
Erreicht hast,
Siehst du,
Dass du jetzt von oben in das Tal,
Das du vorher durchschritten hast,
Herabblicken kannst.
Auf der anderen Seite des Abgrundes würde dein Weg weiterführen.
Aber du kannst nicht hinüber gelangen.
Du siehst dich um.
Suchst nach einer Möglichkeit,
Die Distanz zu überwinden.
Aber du kannst nichts entdecken.
Da hörst du hinter dir ein Geräusch.
Und als du dich umdrehst,
Stehst du einem Mann gegenüber,
Der dich freundlich anlächelt.
Er sagt,
Du siehst aus,
Als ob du einen Weg hinüber auf die andere Seite suchst.
Du antwortest,
Ja,
Ich bin auf dem Weg der Vergebung.
In meinem Rucksack sind Steine,
Die stellvertretend für alle Vergebungen stehen,
Die ich leisten möchte.
Kannst du mir helfen,
Damit ich meinen Weg weitergehen kann?
Ich kann dir helfen.
Aber vorher möchte ich dir noch eine Geschichte erzählen.
Er setzt euch zusammen auf den Boden und der Mann beginnt.
Ich bin Handwerker.
Eines Tages kam ich zu einem jungen Mann,
Der in einem schönen Haus an einem kleinen Fluss lebte.
Auf der anderen Seite des Flusses lebte sein Vater,
Mit dem er schon lange zerstritten war.
Ein dummer Streit,
Bei dem der Vater seinen Sohn sehr verletzt hatte,
Führte zu dem Bruch.
Der Sohn konnte dem Vater nicht vergeben.
Und der Vater konnte nicht auf den Sohn zugehen.
Deshalb bat mich der Sohn,
Ich solle eine hohe Mauer errichten,
Damit er seinen Vater nicht mehr sehen musste.
Er gab mir eine Woche Zeit,
In der er verreisen wollte,
Um einige Dinge zu erledigen.
Was ich dem jungen Mann nicht sagte war,
Dass ich nicht vorhatte eine Mauer zu bauen.
Denn das ist nicht meine Arbeit.
Als der junge Mann von seiner Reise zurückkam,
War er deshalb auch sehr erstaunt,
Als er anstatt einer Mauer eine Brücke vorfand,
Die geradewegs zum Haus seines Vaters führte.
Erstaunt betrat er die Brücke.
Und zeitgleich betrat auch sein Vater von der anderen Seite die Brücke.
Er ging auf seinen Sohn zu und sprach.
Ich bin dir so dankbar.
Ich habe dich so sehr verletzt und du baust trotzdem eine Brücke für uns.
Ich bin unglaublich stolz auf dich,
Dass du das getan hast.
Ich liebe dich sehr.
Er schloss seinen Sohn in die Arme und beide vergaßen den dummen Streit.
Dankbar blickte mir der Sohn in die Augen.
Und wieder einmal hatte ich meine Aufgabe erfüllt.
Meine Brücke hatte eine schier unüberwindbar scheinende Entfernung zwischen zwei Menschen überbrückt.
Tief berührt von dieser schönen Geschichte stieß du auf.
Und da siehst du zu deinem großen Erstaunen,
Dass genau an der Stelle,
An der du vorher gestanden hast und deinen Weg nicht weiter folgen konntest,
Jetzt eine Brücke zur anderen Seite des Tals führt.
Der Mann sagt,
Lass deinen Rucksack hier bei mir.
Geh hinüber und schau was passiert.
Vielleicht bist auch du dort sehnsüchtig erwartet.
Vorsichtig setzt du den ersten Fuß auf die Brücke und gehst langsam hinüber.
Unter dir tut sich der tiefe Abgrund auf.
Der Abgrund steht sinnbildlich für die Verletzungen,
Die der andere,
Die du anderen oder dir selbst zugefügt hast.
Und die dann zu Streitigkeiten,
Unverständnis und Zerwürfnissen führten.
Du erreichst die andere Seite.
Und tatsächlich,
Hier sind sie alle.
Die Schmerzen,
Die Verletzungen,
Kränkungen,
Respektlosigkeiten und Gedankenlosigkeiten,
Die dir zugefügt wurden,
Die du anderen oder dir selbst zugefügt hast und die du vergeben möchtest.
Mit traurigem Herzen erinnerst du dich an all die Begebenheiten,
Die dich so tief getroffen haben,
Sodass dir ein Verzeihen bisher nicht möglich war.
Vergebung ist nicht leicht.
Vergeben heißt nicht,
Das,
Was der andere getan hat oder du getan hast,
Gut zu heißen.
Sondern die Verletzungen loszulassen,
Um frei zu sein.
Wenn du voll Zorn und Groll an die schmerzhaften Kränkungen denkst,
Dann bindest du dich an die,
Die du dafür verantwortlich machst.
Dadurch bindest du dich an die Vergangenheit.
Und die Gegenwart wird von diesen negativen Gefühlen überschattet.
Wut,
Angst,
Ohnmacht und Traurigkeit machen sich dann in deinem Herzen breit.
Oft spielen auch nach Verletzungen Rachegedanken eine große Rolle.
Oder der Wunsch nach einer aufrichtigen Entschuldigung.
Tut derjenige das nicht,
Hält er den Schlüssel für deinen Heilungsprozess in seinen Händen.
Was geschehen ist,
Ist geschehen und kann nicht mehr rückgängig gemacht werden,
So sehr du dir das auch manchmal wünschst.
Darum lasse alte Verletzungen los.
Akzeptiere diese.
Verändere deine Sicht und deine Reaktion darauf.
Blicke in die Zukunft und öffne dich für Veränderungen.
Womöglich gelingt es dir auch,
Einen Sinn in dem Leid,
Das dir widerfahren ist,
Zu finden.
Noch einmal blickst du,
Und dieses Mal vielleicht schon etwas liebevoller,
Auf deine Verletzungen.
Bist du stark genug,
Um zu vergeben?
Möchtest du im Hier und Jetzt leben oder in der Vergangenheit gefangen sein?
Langsam wendest du dich um und überschreitest wieder die Brücke.
Der Brückenbauer erwartet dich dort.
Er sagt,
Den Weg der Vergebung bist du nun gegangen.
Jetzt begib dich auf den Weg der Heilung.
Du bedankst dich aus tiefstem Herzen bei dem Handwerker,
Der auch für dich eine Brücke gebaut hat,
Um dir den Weg der Vergebung zu ebnen.
Einen Weg der Befreiung und Loslösung.
Du nimmst deinen Rucksack und wirfst ihn dir über die Schultern.
Hat sich etwas verändert?
Sein Gewicht?
Die Proportionen?
Die Form deiner Steine?
Nimm die Veränderungen ganz bewusst wahr.
Langsam machst du dich auf deinen Rückweg.
Das,
Was du am Anfang deines Weges befürchtet hast,
Ist eingetreten.
Der Weg war nicht leicht.
Er hat dich über Höhen und Tiefen geführt.
Du hast Hindernisse überwunden.
Hast dich deinen Ängsten,
Deiner Schuld,
Deiner Wut,
Deiner Angst,
Deiner Ohnmacht und deiner Traurigkeit gestellt.
Und du hast auch die Erfahrung gemacht,
Dass es eine Möglichkeit gibt,
Alte Verletzungen loszulassen.
Deine Sichtweise zu ändern.
Dich zu verändern und weiterzuentwickeln,
Um frei und selbstbestimmt zu leben.
Und genau das erfüllt dein Herz mit Stolz.
Gehe jetzt wieder in Kontakt mit deinem Atem.
Folge deinem eigenen Rhythmus und konzentriere dich darauf.
Atme tief durch die Nase ein.
Ganz tief in deinen Bauch.
Atme ruhig,
Langsam und vollständig durch den Mund wieder aus.
Denke an die Feder,
Die du sanft wegblasen möchtest.
Genieße deinen Atem.
Tief ein und wieder aus.
Spüre deinen Körper und den Boden unter dir.
Fange nun langsam an,
Dich zu bewegen.
Recke und strecke dich mit achtsamen Bewegungen.
Spüre deinen Körper,
Deine Muskeln.
Körper,
Geist und Seele sind im Einklang.
Und du fühlst dich wohl und ausgeruht.
Eine neue innere Stärke und Kraft durchströmt deinen Körper.
Jetzt nimm noch einmal einen tiefen Atemzug.
Und so kommst du langsam mehr und mehr in dein Tagesbewusstsein zurück.
Und wenn du soweit bist,
Öffne deine Augen.
Ich hoffe sehr,
Dass dir die heutige Meditation gefallen und gut getan hat und ich dich bald wieder durch eine meiner Meditationen führen darf.
Bis dahin,
Alles Liebe,
Deine Susanne
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