
Lesung - Ayurveda meets Klosterheilkunde
by Volker Mehl
Am 02. März letzten Jahres ist mein zehntes Buch, „Koch dich gesund: Ayurveda meets Klosterheilkunde“ erschienen. Da aufgrund der momentan vorherrschenden Corona-Krise all meine bisherigen Lesungen ausgefallen sind, freue ich mich sehr, dir hier und heute aus meinem neuen Buch vorlesen zu dürfen. Freu dich auf 45 Minuten Tipps, Inspirationen und Gedanken zum Thema Ayurveda meets Klosterheilkunde.
Transkription
Herzlich willkommen!
Schön,
Dass du dabei bist in einer neuen Ausgabe von Ayurvedi,
Deinem Podcast rund um Ayurveda und gutes ganzheitliches Leben.
Die heutige Folge ist eine ganz besondere Folge,
Weil es ist quasi eine Lesung aus meinem neuen Buch Koch dich gesund.
Da ja aufgrund des Corona verschiedenste Lesungen und Veranstaltungen abgesagt wurden,
Habe ich mir einfach überlegt,
Naja,
Dann machen wir es einfach auf diesem Wege.
Also freu dich auf 45 Minuten Inspiration,
Tipps,
Gedanken aus meinem neuen Buch Koch dich gesund.
Viel Freude dabei!
Ja,
An der Stelle herzlich willkommen und schön,
Dass du dabei bist zu einer Sonderausgabe von Ayurvedi und zwar quasi für eine Lesung,
Für eine offline online Kombi-Lesung,
Weil ja gerade so mit,
Also mal schauen was noch kommt,
Aber aktuell ist ja gerade so ein bisschen gefühlt Corona-Hochphase,
Keine Ahnung was da vorne noch raus passiert.
Aber gut,
Das soll uns,
Soll mich nicht schrecken.
Es wurden ja ein paar Lesungen abgesagt jetzt gerade und deshalb habe ich mir überlegt,
Dann machen wir das einfach auf dem Weg,
Weil da kannst du überall,
Wo du gerade bist,
Corona-sicher mir zuhören und kannst trotzdem erfahren,
Was denn bei Koch dich gesund die Idee war,
Bei meinem neuen Buch.
Ja,
Es ist mittlerweile Nummer 10.
Wahnsinn!
Also hätte ich nie gedacht,
Dass ich jemals überhaupt Bücher mache.
Jetzt ist es Nummer 10 geworden und ein Buch,
Was mir ganz besonders am Herzen liegt,
Merkt man glaube ich auch.
Also wenn du es hast,
Man kann es glaube ich rauslesen,
Man kann es auch raussehen,
Weil es ist die Verbindung nicht nur aus Ayurveda und Clustermedizin,
Sondern ist auch die Verbindung von Ayurveda an meinen eigenen Wurzeln,
Weil ich ja beides in mir trage.
Zum einen dieses tiefe Wurzelte,
Auch im Christentum,
Also sage ich ja immer,
Ich bin ja nicht nur Fan von einheimischen Kartoffeln,
Sondern auch von einheimischer Spiritualität und natürlich auch der Faszination vom Ayurveda.
Und da war jetzt die Idee zum Buch,
Es einfach zu kombinieren,
Um mal zu schauen,
Wo sind die Gemeinsamkeiten,
Weil unterm Strich verschiedene Sprachen eine Wahrheit.
Es gibt ja ganz,
Ganz viele Heilmethoden und ich denke,
Es ist egal,
Wo du dich umschaust weltweit.
Am Ende,
Wenn man mal so die Essenz da rausfiltert,
Dann geht es ganz,
Ganz oft um identische Aspekte,
Um identische Themen.
Und das fand ich jetzt mal spannend,
Das machen zu dürfen,
Um,
Ich glaube,
Das war mit auch eine Motivation,
Ayurveda noch mehr an die Menschen zu bringen.
Weil ja immer noch,
Ich meine,
Das tut sich ja eine ganze Menge die letzten Jahre,
Aber immer noch Ayurveda so ein bisschen als exotisch und abgeschwurbelt irgendwie gilt.
Also so ein Bild,
Was ich ganz gerne in Vorträgen und Workshops nehme,
Hatte ich glaube ich auch schon mal in einem der vorherigen Podcasts erwähnt,
Ist immer mal ein Thema Porridge.
Also als ich bei den ersten Lesungen vor zehn Jahren was über Porridge oder warmes Frühstück erzählt habe,
Gab es immer große Augen nach dem Motto,
Ja,
Warmes Frühstück haben wir auch,
Speck,
Toastbrot und Rührei.
Und mittlerweile,
Jeder Supermarkt hat Regalmeter Porridge,
Also wenn es gerade noch was zu kaufen gibt,
Aber normalerweise stehen da immer mittlerweile Regalmeter Porridge in allen Varianten,
Flocken in 100.
000 Variationen,
Was natürlich eine sehr,
Sehr schöne Entwicklung ist,
Aber manchmal mit Ayurveda Hintergrund einem so ein sanftes Schmunzeln entlockt,
Genauso wie Golden Milk und Ingwer und Weißkohl,
Haferflocken und was man jetzt gerade alles so wiederentdeckt.
Im Prinzip ist ja nicht wahnsinnig viel Neues dazugekommen.
Also wenn wir uns in 5000 Jahren wieder hören oder immer noch hören,
Dann reden wir wahrscheinlich noch über dieselben Aspekte.
Klang ja auch schon in den vorigen Podcasts an,
Die heilsamen Aspekte des Lebens,
Was da und und und und und.
Das sind einfach Themen oder Sehnsüchte,
Die wir Menschen in uns tragen und jetzt gerade in so einer Zeit,
Glaube ich mehr denn je,
Dass man auf einmal feststellt,
Was für einen unfassbaren Wert Gesundheit hat und dass viele Dinge,
Auch das klang ja schon an in verschiedenen von meinen Podcasts,
Dass es eben nicht selbstverständlich ist,
Dass der Körper einfach so jeden Tag funktioniert,
Wie er funktioniert.
Und das ist ja jetzt nicht nur im Ayurveda oder in anderen exotischen Traditionen so,
Das ist bei uns in unserer christlichen Tradition genauso.
Und ja,
Als ich das Buch geschrieben habe,
Das ist jetzt schon ein paar Monate her und da war die Einstiegsfrage oder die Einstiegsfrage in mein Buch ist Heile Welt?
Und da meine Bücher ja immer mehr sind oder ich versuche immer mehr daraus zu machen,
Wie noch eine Kochbücher,
Hat gerade kochtisch gesund und hat einen relativ hohen Leseranteil und da will ich dir jetzt einfach mal exemplarisch so zwei,
Drei Auszüge daraus vorlesen,
Um dir so einen Eindruck nochmal anders zu vermitteln,
Wie wenn du es jetzt liest.
Ich glaube,
Wenn ich es spreche,
Ist es nochmal ein bisschen intensiver,
Eine etwas andere Variante,
Um einfach mal mit dir die Frage zu ergründen,
Wie heil ist die Welt?
Heile Welt?
Fast acht Milliarden Menschen leben auf dieser Erde und die meisten todbringenden Seuchen sind größtenteils ausgerottet.
Schmunzeln in Anführungszeichen,
Also das war das,
Was ich meinte.
Gerade ist es aktueller denn je.
Weiter geht's.
Pest,
Cholera und Pocken kosten nicht mehr Millionen Menschen das Leben.
Tödliche Viren sind zum größten Teil in Hochsicherheitslabors eingesperrt.
Das sind in den Medien mehrfach angekündigte Massensterben durch Vogelgrippe,
Rinderwahnsinn und Schweinepest ist ausgeblieben und ich schlage einfach mal die Prognose,
Auch bei Corona wird es ausbleiben.
Der Gesundheitsmarkt wird von sinnvollen bis überflüssigen Heilsbringern überflutet.
Basensocken,
Stürzstrümpfe,
Antibiotika,
Penicillin,
Schmerztabletten,
Aufputtspillen,
Beruhigungsmitteln,
Abwehrpräparate,
Schlaftabletten und darüber hinaus noch allerhand weitere Mittelchen,
Um unseren offenbar völlig vergifteten Körper von diversen Toxinen zu befreien.
Unser Leben hält in vielen Momenten ganz wunderbare Erlebnisse parat,
Aber eben nicht ausschließlich.
Es gibt auch Krankheit,
Leid,
Schmerz und Tod.
Wir leben in einem der reichsten Länder der Welt,
Dennoch sind Millionen von Menschen von Ängsten und Sorgen geplagt.
Erkrankungen der Psyche sind auf dem Vormarsch und die Wartezeit für die Konsultation eines guten Psychologen beträgt im Allgemeinen mehrere Monate.
30% der Grundschulkinder leiden bereits an Burnout-Symptomen wie Schlafstörungen,
Magenkrämpfung,
Panikattacken und Versagensängsten.
Die Pharmaindustrie verzeichnet jedes Jahr neue Rekordumsätze.
Die Zahl der Tablettenabhängigen nimmt zu und der Umsatz von Medikamenten gegen Diabetes wird sich bis zum Jahr 2025 verdoppeln.
Gott als liebender Arzt.
Unsere Illusion der immerwährenden Gesundheit platzt spätestens dann,
Wenn ein Mensch,
Der uns nahe steht,
Stirbt.
Vielleicht sogar ohne Vorwarnung oder noch im jungen oder mittleren Lebensalter.
Krankheit und Tod passen nicht in unser westlich von Wohlstand geprägtes Lebenskonzept.
Wenn ich nun von Heilung aus christlicher Sicht rede,
Ergibt es natürlich Sinn,
Sich zunächst mit den ursprünglichen christlichen Traditionen zu beschäftigen.
Wir Christen glauben,
Dass Gott die Welt gut,
Friedlich und ohne Makel erschaffen hat.
Krankheit und Tod sind hierbei aber ganz gravierende Mängel und nicht nur kleine Bagatellschäden im Schöpfungsplan.
Gott ist voller Liebe.
Er hat die Welt als gute und heile Welt erschaffen.
Und dahin wird er sie auch wieder zurückbringen.
Also soweit zur Ausgangslage,
Vor deren Hintergrund ich die Aspekte der christlichen Heilung betrachtet habe.
Wenn man von christlicher Heilung redet,
Hilft es,
Sich noch einmal klarzumachen,
Dass die Wurzeln der christlichen Religion im Judentum mit seinen gut 1300 Jahren Vorlauf zu finden sind.
Daher mal ein kurzer Blick ins alte Testament.
Von Krankheit ist hier zum ersten Mal im Buch Exodus im Zusammenhang mit dem Plagen gegen die Ägyptern die Rede.
Davor gab es mal maximal Hinweise auf Altersschwäche.
Isaac war wohl am Ende seiner Tage etwas klapprig auf den Beinen und hat auch nicht mehr ganz so gut gesehen.
Auch sein Johann Jakob hatte eine lädierte Hüfte,
Herrörend aus einem Ringkampf mit Gott,
Den er natürlich sang- und klanglos verlor.
Sein Mut brachte ihm jedoch den Beinamen Gottesstreiter auf Hebräisch Israel ein.
Sonst findet man keine Hinweise auf Krankheiten,
Geschweige denn Krankenhäuser oder Ärzte.
Davon wird erst mehrere Generationen später die Rede sein.
Nämlich beim Auszug des Volkes Israel aus Ägypten.
Im zweiten Buch Mose Kapitel 15 teilt Gott seinem Volk mit,
Wirst du hören auf deinen Gott und halten seine Gesetze.
So will ich dir keine der Krankheiten auferlegen,
Den ich den Ägyptern auferlegt habe.
Denn ich bin der Herr,
Dein Arzt.
Das ist schon eine ziemlich starke Aussage.
Und genau dieses Bewusstsein hat den jüdischen Glauben und somit natürlich auch das Christentum jahrhundertelang geprägt.
Aus diesen Worten geht zweifelsfrei hervor,
Dass nur Gott der Spezialist für Heil und Heilung ist und sein wird.
Er kennt sie sowohl mit Leid als auch mit Heilung aus.
Und wenn einer heilt,
Dann er.
Beim genauen Lesen wird man feststellen,
Dass er nicht nur Krankheiten heilen,
Sondern diese,
Wenn er will,
Auch den Menschen auferlegen kann.
Krankheit als gerechte Strafe.
Gott ist allmächtig und barmherzig,
Aber auch je zornig und eifersüchtig,
Wenn es sein muss.
So duldet er neben sich keine weiteren Götter,
Weshalb man auch keine anderen Götter,
Erst recht keine goldenen Kälber anbeten soll.
Im fünften Buch Mose sagt er von sich,
Ich kann schlagen und ich kann heilen.
Für uns heute ist es natürlich schwer nachvollziehbar.
Aber der Gott des Judentums und der Christen ist sehr souverän.
Er behält sich vor zu heilen oder auch Krankheiten zu schicken.
An vielen Stellen in der Bibel erkennen wir,
Dass Gott barmherzig und großzügig ist.
Denn das liegt offenbar in seiner Natur.
Und wenn er bestraft,
Dann immer mit gutem Grund und nicht aus reiner Willkür.
Das ist elementar wichtig für das Verständnis im Umgang mit Krankheiten.
Denn hiermit ist ausgeschlossen,
Dass Krankheiten eine willkürliche Strafe für angebliche Vergehen sind.
Gott ist der Arzt.
Und das hat im täglichen Leben nachhaltigen Folgen für das jugendliche Volk.
Nach einer Krankheit bescheinigt eben nicht der Arzt,
Dass der Patient wieder gesund ist,
Sondern der Priester.
Natürlich gab es auch damals schon Ärzte,
Aber die behandelten wohl eher pflanzenheilkundig oder physiotherapeutisch und kannten ihre Grenzen.
Die verschiedensten Zeugnisse im alten Testament,
Unter anderem in den Psalmen,
Bestätigen den uns allen bekannten Satz.
In diesem Fall hilft nur Beten.
Eine sehr lebendige Erfahrung und mehr als nur rituell auswendige lernte Verse.
Denn wurde ein Mensch geheilt,
Dann gebührte Gott entsprechend Dank.
Im Zusammenhang mit dieser gesellschaftlich verankerten Erfahrung ist auch das Auftreten von Jesus zu verstehen.
Er hat ein bis heute reichendes Verständnis von Teil und geschaffen.
Ein neues Heilungsverständnis.
Schon immer kursierten die gegenläufigsten Meinungen über Jesus.
Selbst ernannte Jesus-Experten streiten sich darüber,
Ob und wie er Brot vermehrte und ob es stimmt,
Dass er Wasser in Wein verwandeln konnte.
Wenn man dann noch fragt,
Ob Jesus wirklich der vom Volk Israel erwartete Messias war,
Dann geht es erst richtig los mit den Kontroversen.
In einem jedoch sind sich alle einig.
Selbst Atheisten müssen anerkennen,
Dass Jesus wohl die Fähigkeit hatte,
Menschen zu heilen.
Da stellt sich die bannte Frage,
Wie hat er das gemacht?
Benutzte er eine Technik oder ein Verfahren oder war er sogar auf bestimmte Krankheiten spezialisiert?
Beschäftigt man sich näher mit den Heilungen von Jesus,
Dann wird man nichts von all dem feststellen.
Denn offenbar war es völlig willkürlich,
Wann,
Wen und mit welcher Methode er heilte.
So ist die Rede von Gelähmten,
Besessenen,
Taubstummen oder Blinden,
Von Leberkranken und sogar von Fernheilungen.
Und wenn er mal ein bisschen spät dran war,
Erweckte auch gerne Tote wieder zum Leben.
Aus vielen Aufzeichnungen kann man herauslesen,
Dass er sich gar nicht erst mit Kranken befasst hat.
Durch das Bemühen um die Angehörigen wurde der Kranke ganz nebenbei geheilt.
In den Evangelien heißt es auch,
Er heilte alle Kranken.
Heil und Teile im allumfassenden Sinn.
Einst kamen am Teich Bethesda in Jerusalem unzählige von Kranken zusammen.
Aber von diesen unzähligen heilte er nur einen einzigen.
Wenn Jesus wirklich den Plan gehabt hätte,
Als Heiler berühmt zu werden und aus seinen augenscheinlich vorhandenen Fähigkeiten Kapital zu schlagen,
Dann hätte er das sicher anders angestellt.
Denn er hat weder Badekuren am Toten Meer verschrieben,
Noch Yoga-Evituits am See Genezareth verkauft,
Noch Weihwasser aus dem Jordan angepriesen,
Noch Ernährungstipps gegeben oder ein Imperium aus handgesegneten Jesuslatschen aufgebaut.
Jesus ging es um etwas ganz anderes.
Er wollte nicht einfach nur Krankheiten verschwinden lassen oder die Körper-Seele-Balance wiederherstellen.
Jesu Lebensthema war das Heil im allumfassenden Sinn.
Was nutzt es so einen Menschen,
Wenn wir körperlich gesund sind,
Reichtümer und Immobilien anhäufen,
Aber dabei unsere Seele verlieren?
In vielen Fällen hat er sich gar nicht direkt um die körperlichen Beschwerden gekümmert.
Es gibt eine Geschichte in den Evangelien,
In der vier Menschen ihren kranken Freund auf einer Bahre zu Jesu Haus in Kafarna umschleppen.
Das Haus wird jedoch von so vielen Menschen belagert,
Dass sie nicht bis zu ihm durchkommen.
Da decken die vier das Dach ab und lassen ihren Kranken direkt zu Jesus hinunter.
Als Jesus den festen Willen und Glauben an die Heilung in den Augen der vier Freunde sieht,
Spricht er zum Kranken.
Deine Sünden sind dir vergeben,
Mein Sohn.
In diesem Fall waren wohl eher die Sünden des kranken Mannes und nicht sein körperliches Gepräschen das Thema.
Erst im nächsten Schritt sorgte Jesus dafür,
Dass der Kranke wieder laufen konnte.
Gesunde Seele,
Gesunder Mensch.
Das körperliche Wohlbefinden ist ein wichtiger Aspekt der Heilung.
Jedoch nicht der einzige.
Viel entscheidender und umfassender ist,
Was unseren Seelen nährt und stärkt.
Bleibt das Seelenheil auf der Strecke,
Nützt auch ein vermeintlich gesunder Körper nichts.
Eine Erfahrung,
Die offenbar immer mehr Menschen in unserer modernen Welt machen.
Gesund sein um jeden Preis ist nicht die christliche Idee von Heilung.
Es geht vielmehr um heile und liebevolle Seelen.
Heile und offene Herzen.
Heile und mit fühlenden Augen.
Und natürlich um den heilen Menschen in seiner Gesamtheit.
Jesus heilte,
Aber längst nicht alle und auch nicht jede Krankheit.
Die Botschaft war nicht,
Trinkt keinen Alkohol,
Raucht nicht,
Ernährt euch vernünftig und geht regelmäßig joggen.
Nein,
Er hat seine Jünger in erster Linie losgeschickt,
Um den Menschen seine Heilsbotschaft zu überbringen.
Heilen?
Das taten sie eher nebenbei.
Er hat sich auch kein Top-Team von ausgebildeten Heilern und Ärzten zusammengestellt,
Um ein Gesundheitsimperium aufzubauen.
Stattdessen schaute Jesus ziemlich schräge Vögel um sich.
Rauchlustige Soldaten,
Nörgler,
Zweifler,
Verräter und Angsthasen ohne den Mut,
Sich zu ihm zu bekennen,
Als es ernst wurde.
Offenbar hatte Jesus also bei seinen engsten Vertrauten eine Schwäche für die Schwachen.
Schauen wir uns zum Beispiel mal den Apostel und ehemaligen Soldaten Paulus an.
Er hatte anscheinend einige ernsthafte Krankheiten,
Die ihn bei seiner Arbeit ziemlich behinderten.
Es wird von einem Pfad in seinem Fleisch und von den Fäusten des Teufels,
Die ihn schlagen,
Berichtet,
Damit dieser nicht überheblich wird.
Dreimal hat Paulus deswegen zu Gott gebetet und dessen Antwort war,
Es solle ihm an seiner Gnade genügen,
Denn seine Kraft wirke in den schwachen Mächtig,
Heißt es im zweiten Brief an die Korinther.
Dies ist eine entscheidende Stelle zum Verständnis von Umgang mit Krankheiten aus christlicher Sicht.
Man kann dem Christentum ja verschiedene Dinge vorhalten,
Aber sicher nicht ein überhöhtes idealisiertes Bild vom perfekten Menschen.
Im Christentum ist man sich ja wohl der allzu menschlichen Schwächen bewusst und genau deshalb macht Jesus auch keine unrealistischen Versprechungen.
Ja,
Wie heil ist die Welt?
War so eine kleine Einführung und ich glaube,
Jesus Sicht auf die Dinge ist aktueller denn je,
Weil es ist ja genau das,
Klang ja auch schon mal an in dem Podcast,
Der Unterschied von Heilsein und Gesundsein,
Weil die Abwesenheit von Schmerzen alleine und keine Befunde zu haben,
Sind offenbar keine Garantie für ein heiles Leben zu führen oder das,
Was wir unter einem heilen Leben verstehen.
Und ja,
Mein Weg zum Alljeweder hat mich ja auch über eine ganz private Erfahrung geführt und das taucht natürlich auch in dem Buch auf,
Weil es für mich sehr prägend war und ohne diese Erfahrung würde ich heute mit Sicherheit nicht das machen,
Was ich mache,
Aber wie bei allem im Leben,
Manchmal versteht man den Sinn von gewissen Ereignissen erst ein paar Monate oder ein paar Jahre später.
Kraft im Glauben.
Unser Leben ist mal wunderschön und entspannt,
Dann aber auch stressig und ungerecht und es kann auch sehr leidvoll sein.
Aussuchen können wir uns all dies meist nicht.
Jedoch können viele Menschen dank ihres Glaubens erstaunlich gut mit schicksalshaften negativen Situationen umgehen.
An dieser Stelle muss ich sehr stark an meinen Vater denken.
Die Hälfte seines Lebens litt ja in heftigsten Rückenschmerzen,
Bis ein Handball großer Tumor festgestellt wurde,
Den man schon 25 Jahre früher hätte entdecken müssen.
Er lief sprichwörtlich von Ponstus zu Pilatus,
Doch kein Arzt konnte ihm helfen.
Als er 1990 dann nach der Tumordiagnose fast 14 Stunden operiert wurde und dabei zweimal wiederbelebt werden musste,
Folgten sechs Wochen Gipsbett,
Sechs Monate Krankenhaus und insgesamt 25 Kilo Gewichtsverlust.
1997 folgte dann eine weitere OP,
Nachdem er sich in der Badewanne liegend den Oberschenkel gebrochen hatte,
Weil ein weiterer Tumor seinen Knochen zerfressen hatte.
Trotz der unzähligen Chemotherapien und Bestrahlung samt deren Nebenwirkungen,
Habe ich in all der Zeit meinen Vater nicht ein einziges Mal klagen oder jammern hören.
Im Gegenteil,
Er macht es es eher noch zur Aufgabe uns,
Seine Familie und sein gesamtes Umfeld aufzumuntern.
Diese Kraft war sprichwörtlich übermenschlich,
Denn sie war direkt von Gott geschenkt.
Mein Vater war ein zutiefst gläubiger Mensch,
Fest verwurzelt im christlichen Glauben.
Von unglaublicher Stärke und Aufrichtigkeit,
Selbst dann noch als er nicht mehr stehen konnte.
Er stand allerdings immer fest im Gebet und nahm damit auch bis zum Schluss Einfluss auf die Welt.
Ich bin sehr dankbar für die Erfahrung,
Dass ich bei ihm sein konnte,
Als er gestorben ist.
Ich habe zwar noch versucht,
Ihn wieder zu beleben,
Als er morgens am Tisch zusammenbrach,
Aber am Ende hatte er einfach keine körperliche Kraft mehr.
Es war für mich eine überaus wichtige und berührende Erfahrung,
Dass er seinen letzten Atemzug in meinen Arm getan hat.
Dadurch hatte sein Tod,
Bei all dem Schmerz,
Den ich empfunden habe,
Etwas Persönliches und sehr Intimes.
Er war da,
Als ich auf die Welt gekommen bin,
Und ich durfte dabei sein,
Als er von dieser Welt gegangen ist.
Es wäre für mich viel schlimmer gewesen,
Einen Anruf aus dem Krankenhaus zu bekommen,
Mit dem Gefühl,
Dass er am Ende alleine war.
Dieses intensive Erlebnis hat mich doch mehr in meinem Glauben bestärkt.
Es ist schwer zu beschreiben,
Was in einem solchen Moment mit einem passiert.
Man schöpft dabei Kraft aus einer viel größeren Quelle.
Ich empfand weder Mut noch Ärger,
Sondern vielmehr Dankbarkeit für seine Stärke und dass wir auch den Mut hatten,
Ihn gehen zu lassen.
Auch wenn es seltsam klingt,
Ich fühle die Verbindung zu meinem Vater heute oft stärker und intensiver als zu seinen Lebzeiten.
Gott sei Dank.
Genau das meint die oben zitierte Textstelle von Paulus für mich,
Dass Gott seine Stärke in den Schwachen zeigt.
Die Geschichte meines Vaters verdeutlicht aber auch eine elementare Erfahrung,
Das Glaube nicht vor Krankheit schützt.
Mein Vater war Messdiener,
Küster und stark im Gebet verankert und trotzdem bekam er diesen seltenen Knochenkrebs.
Der kiefe Glaube meines Vaters hat ihn vor dieser letztendlich tödlichen Krankheit nicht bewahren können.
Gläubig und spirituell zu sein ist keine Garantie für ewige Gesundheit und ein langes Leben.
Vor allem ersetzt der Glaube nicht den gesunden Menschenverstand.
Mit 200 Stundenkilometern über rote Ampeln zu fahren oder jahrelanger Drogen- und Alkoholkonsum kann auch für gläubige Menschen schwerwiegende Folgen haben.
Glauben funktioniert nicht in Form einer Handelsbeziehung nach dem Motto,
Biete regelmäßiges Beten,
Spenden und Kirschgarn gegen ewige Gesundheit.
Was Glauben bewirken kann,
Ist,
Das eigene Leben und damit auch Krankheiten in einem größeren Zusammenhang zu betrachten und weitere Aspekte des Lebens zu hinterfragen.
Was ist meine Berufung?
Wo liegen meine Talente?
Und wie kann ich diese für ein liebevolles Miteinander einsetzen?
Solche Überlegungen sind von körperlichem Befinden unabhängig,
Aber elementar wichtig,
Wenn es um Heilung geht.
Ja,
Und auch hier glaube ich,
Dass das eine ganz wichtige,
Elementare Erfahrung für jeden selber,
Sich wirklich zu fragen,
Was kann ich gut?
Wer bin ich?
Wo liegen meine Talente?
Wo soll mein Leben noch hingehen?
Was will ich wirklich?
Das sind auch echt entscheidende Fragen.
Dann geht es natürlich weiter innerhalb des Buches mit der Ayurveda-Einführung,
Den 10 Aspekten des Vastas.
Da bin ich ja auch schon in verschiedenen Podcasts drauf eingegangen.
Es gibt eine sehr spannende Verbindung von Ayurveda und Klostermedizin,
Natürlich auch hin zu Benedikt.
Ich bin ja großer Benediktiner-Fan,
Habe es sich vielleicht schon umgesprochen.
Und bei Benedikt steht eine Tugend ganz stark im Vordergrund.
Das ist die Discretio.
Die Discretio ist das rechte Maß zu halten.
Das rechte Maß zu halten bei allem,
Was man tut.
Und hat es ja schon mal gesagt,
Eine weitere heiße Buchempfehlung ist die Regel des heiligen Benedikt,
9,
95 Euro.
Eine der spannendsten Empfehlungen zum Thema modernes,
Gutes,
Sinnerfülltes Leben.
Und da möchte ich an der Stelle auch nochmal ein paar Seiten lesen,
Weil dann an der Stelle wirklich schön die Parallelen zum Ayurveda auch erkennen kann.
Der heilige Benedikt und Ayurveda.
In vielen Gesprächen,
Die ich führe,
Kommt immer wieder eines zur Sprache.
Offenbar leiden immer mehr Menschen unter einer mangelnden Balance zwischen Arbeit und Leben.
Häufig höre ich den Begriff Hamsterrad.
Menschen sind nicht mehr in der Lage,
Innezuhalten und mit etwas Abstand einen Blick auf ihr Leben zu werfen.
Finde ich ziemlich schade,
Weil so das Hamsterrad Bild,
Das hat sowas von Resignation.
Nach dem Motto immer weiter,
Immer weiter,
Ausstieg ist unmöglich.
Ein Tunnelblick,
Bei dem das fahle Licht am Ende allenfalls der nächste Urlaub oder sogar die Rente ist.
Natürlich,
Jedes Leben hat Erfordernisse.
Mein Auto fährt nicht mit Karma und auch ich muss genug Geld verdienen,
Um mein Team bezahlen zu können.
Dennoch,
Das Wesentliche und Bedeutungsvolle lässt sich nur entdecken,
Wenn ich mich ganz bewusst für ein Leben in Freiheit entscheide.
Entscheidende Fragen,
Die man sich in diesem Kontext stellen sollte,
Lauten,
Wie kann ich zu mir stehen,
Ohne zu einem rücksichtslosen Egoisten zu werden und trotzdem Verantwortung für andere zu übernehmen.
Ja,
Gerade ist im eher in einer Zeit,
Wo das,
Glaube mehr oder weniger freiwillig,
Wieder gefordert ist.
Wie gehe ich achtsam,
Aber trotzdem unverkrampft mit einer knappen Zeit um.
Wie kann ich aus der massenhaften Flut an Informationen,
Die täglich auf mich einprasselt,
Das Wesentliche herausfiltern und Wichtiges von heißer Luft unterscheiden.
Auch das erleben wir gerade ziemlich eindrucksvoll.
Wie kann ich gelassen und entspannt bleiben,
Obwohl mein Leben von Hektik und Stress geprägt ist.
Und gerade kommt ja auch noch ganz viel Angst dazu.
Ora et labora.
Aus meiner Sicht liefert eine der Antworten die über 1500 Jahre alte Benedikts Regeln mit dem bekannten Motto Ora et labora.
Bete und arbeite.
Für mich hat Benedikt mit diesem Prolog und den dazugehörigen 73 Kapiteln eines der spannendsten Werke zum ganzheitlichen Leben sowie zum Umgang mit sich selbst und seiner Umwelt verfasst.
Fünf Aspekte daraus erachte ich als ganz besonders wichtig und bedeutsam.
Die Gabe zum Erkennen des rechten Maßes,
Die Achtsamkeit,
Den Mut zum Dienen und zur Demut,
Den fest verwurzelten und dennoch flexiblen Geist und schließlich die heitere Gelassenheit.
Die Gabe zum Erkennen des rechten Maßes,
Die Diskretion.
Der für mich wichtigste Aspekt und eine der bedeutendsten Parallelen zum Ayurveda ist die Diskretion.
Der heilige Benedikt hat die Gabe für die maßvolle Unterscheidung die Mutter aller Tugenden genannt.
An dieser Stelle noch einmal zum Vergleich an Zitat von Shushruta,
Also einem großen Ayurveda Arzt,
Der vor allem als Chirurg bekannt geworden ist ein paar hundert Jahre noch vor Benedikt.
Ausgewogenheit der Funktionsprinzipien.
Ausgewogenheit von Verdauung und Stoffwechsel.
Ausgewogene Funktion und Struktur der Gewebe.
Ausgewogenheit der Ausscheidungen.
Strahlende Sinnesfunktion.
Strahlende Psyche.
Zufriedenheit im Selbst.
Das wird Gesundheit genannt.
Der Schlüssel zur Gesundheit ist also die Gabe,
Alles mit rechtem Maß zu tun.
Denn dauerhafte Askese kann genauso schädlich für Leib und Seele sein wie maßlose Völlerei.
Auch im Umgang mit Mitmenschen und vor allem mit kranken Menschen spielt dieser Aspekt eine wichtige Rolle.
Was kann jemand leisten,
Wozu ist er körperlich und seelisch in der Lage,
Ohne sich zu über- oder unterfordern?
Die Diskretion,
Die Gabe der Unterscheidung,
Ist damit eines der wichtigsten Prinzipien für eine stabile und körperliche Gesundheit.
Zur Verdeutlichung hier mal einige Beispiele,
Wie du das rechte Maß vielleicht wiederfinden kannst.
Wenn du viel unter Menschen warst,
Gehe aktiv in die Ruhe und die Stille.
Wenn du lang und hart gearbeitet hast,
Geh mal wieder richtig feiern und lass es mal wieder richtig krachen.
Wenn du einen Tag beim Essen richtig zugeschlagen hast,
Halte dich am nächsten Tag zurück und lege einen Entlastungstag mit heißem Wasser oder Suppe ein.
Wenn du lange sitzen musstest,
Bewege dich in der Natur.
Wenn du ernsthaft und seriös sein musstest,
Lass mal wieder den Clown raus.
Achtsamkeit.
Hier ist vor allem der achtsame und sensible Blick auf den anderen,
Aber natürlich auch auf sich selbst gemeint.
Im Umgang mit anderen Menschen werden uns die persönlichen Unterschiede deutlich und selten ist man gegenüber so,
Wie ich es gerne hätte.
In vielen Beziehungen kann das zu Missverständnissen führen.
Grundvoraussetzung für einen liebevollen Umgang mit anderen Menschen ist der achtsame und respektvolle Umgang mit unterschiedlichen Werten und Meinungen.
Benedikt erachtet besonders das aufmerksame Zuhören als wichtig und damit auch die Annahme der Andersartigkeit jedes Menschen.
Übrigens,
Das lateinische Wort Tolerare als die Wurzel unserer Toleranz bedeutet nicht etwa gut finden oder toll finden,
Sondern erdulden oder ertragen.
Ein achtsames Hinhören und Annehmen im Gespräch mit anderen,
Vor allem aber mit sich selbst,
Sind wichtige Säulen für die ganzheitliche Gesundheit.
Es geht Benedikt sogar um drei Aspekte,
Hören,
Annehmen und aktives Tun.
Der Ursprung ist nicht zuletzt die liebevolle Annahme meiner selbst und meines Gegenüber,
Getragen von gegenseitigem Respekt und Vertrauen.
Den Zuhören bedeutet,
Meinem Gegenüber und mir selbst Raum zu lassen,
Um etwas Neues zu entdecken,
Vielleicht wieder zu entdecken,
Was meine Ansichten bestätigen oder auch völlig in Frage stellen kann.
Benedikt drückt dies im ersten Absatz des Prologs seiner Ordensregel so aus.
Neige dein Ohr zu mir und höre.
Damit steht Benedikt ganz in der biblischen Tradition,
Denn auf den Wert des Zuhörens wird dort an verschiedenen Stellen hingewiesen.
Neige dein Ohr,
Mein Gott,
Und höre,
Tu deine Augen auf und sieh.
Daniel 9,
18.
Oder,
Neige deine Ohren und höre die Worte der Weisen und nimm zu Herzen meine Lehre.
Sprüche 22,
17.
Oder auch,
Herr,
Neige deine Ohren und erhöre mich,
Denn ich bin elend und arm.
Gebet Davids,
Sprüche 22,
17.
Grundlegende Voraussetzung des Zuhörens ist eine Haltung des sich Öffnens,
Damit etwas Neues entstehen kann.
Dafür braucht es allerdings Zeit und Ruhe.
Denn oft passiert es bei all dem Gehetze im Alltag,
Dass wir statt uns zu öffnen die Vorhänge noch weiter zuziehen.
Die Folgen einer solchen Verschlossenheit können Chaos in Beziehungen,
Ein überziehendes Ego oder ungerechte Urteile sein.
Mut zum Dienen und zur Demut.
Amen,
Ich sage euch.
Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt,
Das habt ihr nie getan.
Matthäus 25,
40.
Ich habe oft den Eindruck,
Dass uns an vielen Stellen der Mut zur Demut abhandengekommen ist.
Unbedenkt muss uns immer alles gelingen.
Wir müssen höher,
Schneller,
Weiter,
Koste es,
Was es wolle.
Wenn wir uns auf unserem wunderbaren Planeten umschauen,
Müssen wir uns aber eingestehen,
Dass diese Haltung einen hohen Preis erfordert.
Die Wortbedeutung von Demut ist dabei nicht blinder Gehorsam oder Unterwürfigkeit.
Das deutsche Wort kommt von Dienmord,
Was Wille zum Dienen bedeutet.
Es geht also um eine innere Haltung,
Eine kraftvolle,
Mutige Übernahme von Verantwortung.
Wenn es in der Bibel heißt,
Macht euch die Erde untertan,
War damit sicher nicht gemeint,
Fischt die Meere leer,
Sammelt sinnlos Milliarden an und beutet die Natur gnadenlos aus.
Wenn uns schon göttliche Kraft in Gestalt eines wachen Geistes und der führenden Rolle auf diesem Planeten geschenkt wurde,
Dann,
Um Wertschätzung,
Respekt und Liebe in die Welt zu bringen,
Damit wir einen liebe und respektvollen Umgang mit dem,
Was uns anvertraut wurde,
Pflegen können.
Auch bei der Demut geht es um die rechte Balance.
Die Balance zwischen dem Mut,
Eigenständige Entscheidungen zu treffen und dem Mut,
Dinge zu respektieren,
Die nicht in der eigenen Macht stehen.
Demütige Menschen gehen also mutig voran und erkennen dem Dienen die verantwortungsvolle Kraft für Beständigkeit,
Fürsorge und Handeln im größeren Maßstab weit über die eigenen Bedürfnisse hinaus.
Fest verwurzelt und dennoch flexibel.
Zu einem mutigen Leben gehört die nötige Bogenständigkeit,
Eine achtsame Verbindung zu sich selbst und ein flexibler,
Wacher Geist.
Im Yoga verwende ich dafür ganz gern das Bild eines großen und stabilen Baumes,
Der sich im Sturm leicht hin und her bewegt.
Um diese Standfestigkeit zu erlangen,
Muss der Baum aber seine Wurzeln tief in die Erde wachsen lassen.
Genauso erfordert es Mut und Bodenhaftung,
Sich weiterzuentwickeln,
Aber auch Dinge annehmen zu können.
Durch die vielen Aufenthalte der verschiedensten Klöstern wurde mir klar,
Dass die größte Herausforderung der klösterlichen Lebensweise nicht die Ehelosigkeit,
Die Enthaltsamkeit oder die Armut,
Sondern die Demut ist.
Nicht immer das machen zu können,
Was einem gerade in den Sinn kommt.
Nicht in Urlaub fahren zu können,
Wenn es einem passt.
Nicht auf die Party zu gehen oder auf die Uni,
Die ich gern besuchen möchte.
Und darüber hinaus noch Gott in allem zu sehen und dankbar zu sein.
Das ist ja unmenschlich.
Stimmt,
Genau das ist es.
Diese Kraft kommt aus einer anderen Quelle.
Heidere Gelassenheit.
Giovanni,
Nimm dich nicht so wichtig,
Ist einer der berühmtesten Sätze von Papst Johannes dem 23.
Zu dieser Aussage gehört folgende Anekdote.
Ein junger Bischof kam zum Papst und klagte,
Dass er wegen der Last seines Amtes nicht mehr schlafen könne.
Darauf antwortete Johannes,
Mein Sohn.
Als ich zum Papst gewählt wurde,
Bin ich erschrocken vor der Würde dieses Amtes und ich konnte eine Zeit lang überhaupt nicht mehr schlafen.
Einmal bin ich aber doch kurz eingenickt.
Da erschien mir ein Engel im Traum und ich erzählte ihm meine Not.
Daraufhin sagte der Engel,
Giovanni,
Nimm dich nicht so wichtig.
Seitdem kann ich wieder wunderbar schlafen.
Es gibt auch den schönen Satz,
Es wird nirgends so viel gelacht wie im Kloster.
In der Tat kann ich mich an diverse sehr lustige und lange Abende im Kloster erinnern.
Beispielsweise bin ich vor mehreren Jahren im Kloster Einsiedeln in der Schweiz bei Fondue,
Wein und Kaffee fertig,
Genauer einer fiesen Mischung aus süßem Espresso und Kirschwasser versackt.
Nicht,
Dass es jetzt heißt,
Im Kloster werde dauernd getrunken,
Aber für Benedikt ist Lebensfreude das Ergebnis von Selbsterkenntnis,
Tatkraft und Gelassenheit.
Tun und Lassen müssen dabei immer im Balance sein.
In der Spiritualität der Benediktine ist deshalb Lebensfreude so enorm wichtig und Humor ein sehr effektives Mittel der Problemlösung.
Das kommt allerdings nicht von alleine und auch nicht über Nacht,
Denn der benediktinische Alltag ist von einem stetigen Wechsel aus dem bereits zitierten Beten und Arbeiten geprägt,
Von einem ständigen Einüben und Bewusstwerden der eigenen Menschlichkeit in all ihren Facetten.
Soviel mal dazu.
Natürlich kommen im Weiteren noch ganz ganz viele Infos über Heilkräuter,
Meine Top Ten der einheimischen Kräuter,
Meine Top Ten der Ayurveda Kräuter,
Bisschen was zu Hildegard,
Do-it-yourself Hildegard Rezepte,
Zehn Hildegard Rezepte insgesamt und natürlich auch noch wunderschön,
An der Stelle noch mal tausend Dank an den Wolfgang Schart,
Fotografierte Food Bilder,
Die natürlich alle einen starken regionalen Bezug haben,
Also wenig abgespacedes,
Also bei der Rezeptbeschreibung.
Im einleitenden Kapitel habe ich mal so ein bisschen das Beispiel von Mies van der Rohe,
Weil ich bin ja großer Architektur-Fan,
Also ähnlich wie seine Rezepte.
Klar,
Ohne Shishi,
Aber mit ganz viel Raum.
Das ist so die Idee der Rezepte.
Da wären wir soweit auch durch.
Ich hoffe,
Ich konnte dir so einen kleinen Eindruck vermitteln,
Um was es in dem Buch geht,
Warum von mir ganz ganz viel Leidenschaft drin steckt und warum ich auch der festen Überzeugung bin,
Dass zukünftig die Verbindung aus Ayurveda und unserer Tradition noch viel viel mehr Bedeutung bekommen wird,
Weil in der Kombination ein unfassbares Potenzial für Gesundheit,
Aber natürlich auch für Heilung im allumfassenden Sinne steckt.
An der Stelle vielen Dank für deine Aufmerksamkeit und bis zum nächsten Mal.
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