
Leinenmeditation
by Biggi Junge
In diesem kurzen Track mache ich mir ein paar Gedanken dazu, welche Arten von Leinen uns mit unseren Hunden verbinden und was sie für uns bedeuten. Es ist nämlich nicht nur die physische Leine, die Du während des Spaziergangs mit Deinem Hund in den Händen hältst. Dich verbinden auch ein Menge geistige und emotionale Leinen mit Deinem Hund. Und die binden Euch oft sehr viel fester aneinander. Hör rein und mach Dir Deine eigenen Gedanken dazu. Vielleicht magst Du sie im Anschluss ja auch mit mir teilen.
Transkription
Hallo ihr Lieben.
Ich bin Biggi und mein Herzensthema sind Achtsamkeitsübungen speziell für Hundehalter und Hundehalterinnen.
Und heute möchte ich etwas mit euch teilen,
Das mir in den vergangenen Tagen beim Spazierengehen mit Charlie immer wieder durch den Kopf gegangen ist.
Und zwar jedes Mal,
Wenn mir die Leine in meiner Hand bewusst wurde,
Habe ich mich gefragt,
Was meinen Umgang mit dieser Leine eigentlich bestimmt.
Wie handle ich die Leine?
Wofür steht sie für mich?
Und gibt es neben dieser physischen Leine auch noch weitere Leinen,
Die mich mit Charlie verbinden?
Hier kommen ein paar meiner Antworten auf die Fragen.
Die physische Leine,
Die,
Die ich in der Hand halte,
Verbindet mich körperlich mit meinem Hund und sie dient in erster Linie unserer Sicherheit.
Der Sicherheit des Hundes,
Aber auch meiner Sicherheit und der Sicherheit unserer Umwelt.
Für viele andere Hundehalterinnen und Halter steht die Leine aber auch für die Kontrolle,
Die sie über ihren Hund haben möchten.
Das ist für sich genommen nichts Schlechtes,
Denn wenn mein Hund zum Beispiel nicht oder nur schlecht abrufbar ist,
Dann tue ich gut daran,
Ihn an der Leine zu halten.
Schwierig wird es nur dann,
Wenn diese Kontrolle zum Ersatz dafür wird,
Mit dem Hund zum Beispiel an der Abrufbarkeit zu arbeiten.
Und das Bedürfnis nach Kontrolle entstammt meist einem Gefühl von Unsicherheit oder sogar Angst.
Die Gedanken dazu lauten dann vielleicht,
Wenn ich die Leine nur fest genug halte,
Dann kommt mir der Hund nicht aus,
Dann rennt er nicht auf die Straße,
Er rennt nicht dem Reh hinterher oder er rennt nicht zu dem anderen Hund hin.
Dann gibt es auch keinen Stress,
Keine Diskussion und keinen Ärger.
Damit sind wir dann auch schon bei einer anderen Art von Leine und zwar bei den geistigen Leinen.
Die habe ich absichtlich in Plural gesetzt,
Denn sie sind tatsächlich zahllos.
Die geistigen Leinen,
Die uns mit unseren Hunden verbinden,
Sind oft Erwartungen,
Von denen wir glauben,
Dass wir oder unsere Hunde sie erfüllen müssten.
Ich erzähle dir mal von ein paar meiner geistigen Leinen,
Die ich nur nach und nach lerne loszulassen.
Zum Beispiel mein Hund darf nicht auffallen,
Mein Hund darf nicht an Hausecken pullern,
Mein Hund darf nicht zu laut bellen und er darf auch überhaupt nicht aggressiv sein.
Mein Hund muss immer freundlich zu allen Menschen sein.
Ich muss meinen Hund unter Kontrolle haben.
Ich muss dem Hund sagen,
Wo es lang geht und ich muss die perfekte Hundehalterin sein.
Kommt dir das bekannt vor?
Ganz bestimmt hast du deine eigenen geistigen Leinen und meistens sind sie uns auch gar nicht bewusst,
Aber sie bestimmen ganz stark unser Handeln gegenüber unseren Hunden.
Also denk mal drüber nach und schreib sie dir vielleicht auch auf.
In der Beschäftigung mit dem Thema Leine fiel mir auf,
Dass ich mich vor allem auf das schwierige und problematische konzentriert habe.
Auf der Suche nach einem positiven Aspekt des Themas stellte sich bei mir ein ganz seltsames körperliches Gefühl ein,
Das ich aber sehr gut kenne.
Es zentriert sich in der Herzgegend und es fühlt sich gleichzeitig schmerzhaft und trotzdem schön an.
Und es intensiviert sich jedes Mal,
Wenn ich Charlie ansehe oder an ihn denke.
Vielleicht ist das die Liebe,
Die ich für ihn empfinde.
Vielleicht auch der Schmerz,
Der von Anfang an Teil unserer Beziehung war.
Das eine lässt sich ohnehin nicht vom anderen trennen.
In jedem Fall ist das eine Verbindung,
Die für mich genauso real ist,
Wie die physische Leine,
Die uns beim Spazierengehen verbindet.
Ich nenne sie die emotionale Leine,
Weil sie uns beiden auch Sicherheit gibt.
Sie besteht aus etwas,
Das sich schlecht beschreiben lässt.
Manche Menschen nennen das Energie.
Ich brauche dafür kein wirkliches Wort.
Mir reicht es,
Dass ich weiß,
Dass dieses Band existiert.
Wenn du magst,
Mach dir Gedanken über deine unterschiedlichen Leinen.
Vielleicht magst du dir dazu auch etwas aufschreiben.
Hier ein paar Fragen als Gedankenimpulse für dich.
Was bedeutet die physische Leine für dich?
Welche Gefühle löst sie in dir aus?
Würdest du dir einen anderen Umgang mit der Leine wünschen?
Und wenn ja,
Wie sähe der aus?
Zu den geistigen Leinen.
Hast du geistige Leinen?
Welche Erwartungen hast du an deinen Hund?
Welche Erwartungen denkst du,
Dass dein Umfeld an dich und deinen Hund hat?
Welche Erwartungen hast du an dich selbst als Hundehalter oder Halterin?
Gibt es geistige Leinen,
Die du vielleicht bereits losgelassen hast?
Welche geistigen Leinen würdest du gerne loslassen,
Traust dich aber noch nicht so richtig?
Und wie sieht die emotionale Leine zwischen dir und deinem Hund aus?
Ist sie für dich ein Gefühl?
Oder vielleicht,
Wie für mich,
Eine körperliche Wahrnehmung?
Oder vielleicht auch was ganz anderes,
Eine Farbe,
Ein Geruch,
Ein Bild in deinem Kopf?
Vielleicht magst du deine Erkenntnisse ja mit mir teilen.
Ich freue mich drauf.
Pass gut auf dich und auf deinen Hund auf.
Bis bald,
Deine Biggie.
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