
Loslassen und frei werden | Meditation zur inneren Distanz
Unser Problem ist nicht, dass wir zu weit von den Menschen und den Dingen distanzier sind und uns nicht einlassen, sondern dass wir zu nah dran sind und uns mit den Menschen und Dingen außerhalb von uns sowie mit Gefühlen, Gedanken und Körperempfindungen innerhalb von uns verstricken. Zwar schätzen wir Nähe und Verbundenheit, aber echtes Mitgefühl entsteht nicht aus einem Verstricktsein mit den Menschen, sondern aus einer bezogenen Distanz heraus. Ich nehme dich mit in diese Meditation, damit es dir gelingt, dich von äußeren Reizen sowie von Gedanken, Gefühlen und Körperempfindungen zu lösen. Du nimmst sie weiterhin wahr, bist aber nicht mehr mit ihnen verstrickt. Im Buddhismus nennt man das die Loslösung von Anhaftung. Das ist der Weg in die Freiheit, in die innere Klarheit oder, wie ich es nenne, in den kristallklaren inneren Zustand. Wenn du diese Meditation ein paar Mal gemacht hast, wirst du auch ohne meine Stimme im Alltag immer wieder in diesen Zustand zurückkehren können.
Transkription
Ich begrüße dich zu dieser Meditation.
Mein Name ist David,
Ich bin ein spiritueller Lehrer hier auf InsideTimer.
Ich möchte dir heute von einer Erfahrung berichten.
Seit einigen Wochen verfolge ich nämlich eine wichtige Erkenntnis.
Ich erlebe,
Wie ich mich oft Menschen und Dingen sehr nahe fühle und mich dadurch eigentlich verliere.
Könnte ich nämlich mehr Distanz üben,
Könnte ich sogar mehr Mitgefühl entwickeln.
Dafür aber muss ich loslassen,
Um ganz bei mir zu sein.
Diese heilsame Distanz tut,
Wenn sie mir gelingt,
Sehr gut und hat nichts mit Abwehr oder so zu tun.
Es ist das,
Was man im Buddhismus vermutlich die Loslösung der Anhaftung nennt.
Und wenn dir diese Loslösung gelingt,
Entsteht in dir eine innere Klarheit,
Eine Klarheit wie ein Diamant.
Beginnen wir mit der Meditation.
Finde zunächst eine bequeme Position,
In der du dich ganz entspannen kannst und schließe dann sanft deine Augen.
Nimm drei tiefe Atemzüge.
Atme tief ein durch die Nase und langsam wieder aus durch den Mund.
Mit jedem Ausatmen lässt du alle Anspannung aus deinem Körper weichen.
Noch einmal,
Atme tief ein und lass mit dem Ausatmen den Tag hinter dir.
Und ein letztes Mal,
Atme tief ein und beim Ausatmen lässt du alle Erwartungen los.
Lass deinen Atem nun ganz natürlich fließen,
Von ganz allein.
Du musst nichts tun.
Beobachte einfach,
Wie er sanft und rhythmisch in dich hineinströmt und wieder hinausfließt.
Jetzt richte deine Aufmerksamkeit auf deine äußere Umgebung.
Höre die Geräusche von draußen,
Die Geräusche im Raum.
Nimm sie wahr und sage leise zu dir selbst,
Ich höre die Geräusche draußen,
Aber ich bin nicht diese Geräusche.
Sie ziehen vorüber und du bist der Raum,
In dem sie erscheinen.
Die Geräusche dürfen kommen und gehen,
Sie besuchen dich nur.
Spüre,
Wie sich eine sanfte Distanz aufbaut,
Ein Gefühl von Frieden und Ruhe.
Nun richte deine Aufmerksamkeit nach innen.
Nimm die Gedanken wahr,
Die wie Blätter im Wind durch deinen Geist ziehen.
Gedanken über das,
Was war,
Über das,
Was sein wird.
Nimm die Gedanken wahr und sage innerlich zu dir,
Ich habe Gedanken,
Aber ich bin nicht meine Gedanken.
Du bist der Raum,
In dem sie erscheinen.
Die Gedanken dürfen kommen und gehen,
Sie besuchen dich nur.
Lass sie daher einfach ziehen,
Ohne mit ihnen zu gehen.
Und jetzt kommen Gefühle hoch,
Vielleicht Freude oder ein Gefühl von Sorge.
Nimm auch diese Gefühle wahr,
Ohne sie zu bewerten.
Und sage dann leise,
Ich spüre Gefühle,
Aber ich bin nicht meine Gefühle.
Beobachte,
Wie sie in dir auftauchen und wieder vergehen,
Wie Wellen auf dem Ozean.
Die Gefühle dürfen kommen und gehen,
Sie besuchen dich nur.
Mit jedem Gefühl,
Das du so losgelöst betrachtest,
Spürst du,
Wie die Anhaftung schwindet.
Und jetzt richte deine Aufmerksamkeit auf deinen Körper.
Spüre vielleicht eine Schwere oder ein Kribbeln.
Nimm diese Empfindungen wahr und sage zu dir,
Ich spüre meinen Körper,
Aber ich bin nicht mein Körper.
Du bist das Bewusstsein,
Das all das erlebt,
Die sanfte Leere in der Mitte von allem.
Spüre nun,
Dass du eine heilige Distanz zu allem Äußeren und Inneren geschaffen hast.
Eine Distanz zu Geräuschen,
Zu Gedanken,
Zu Gefühlen,
Zu körperlichen Empfindungen.
Du bist lediglich der Raum,
In dem all das erscheint.
Und in diesem inneren Raum,
Ganz frei und ungebunden,
Offenbart sich ein klarer,
Strahlender Zustand.
Es ist der kristallklare Zustand deines wahren Wesens.
Stell dir diesen Zustand als einen funkelnden Kristall vor,
Tief in deinem Inneren.
Er ist rein,
Klar und unberührt von allem,
Was draußen oder drinnen passiert ist.
Du bist dieser Kristall.
Immer warst du es.
Spüre diese Klarheit,
Diese reine Freiheit.
Nichts kann sie trüben.
Du bist vollkommen frei.
Frei von Anhaftung,
Frei von Erwartungen,
Frei von Bewertungen.
Nichts kann dich mehr gefangen nehmen,
Nichts kann dich mehr einschränken.
Du bist die reine unendliche Weite.
Und alles,
Was kommt und dich besucht,
Darf wieder gehen.
Genieße diesen Zustand der Freiheit für einen Moment.
Bade in ihm.
Spüre,
Wie kraftvoll und unerschütterlich du bist.
Und nun,
Ganz langsam,
Spürst du den Atem wieder deutlicher.
Spüre den Boden unter dir.
Spüre deinen Körper.
Langsam holst du die Klarheit und die Freiheit deines inneren Kristalls mit zurück in dein volles Bewusstsein.
Nimm einen tiefen Atemzug und bewege sanft deine Finger und Zehen.
Strecke dich,
Wenn du magst.
Und wenn du bereit bist,
Öffne langsam deine Augen und kehre zurück in den Raum,
Ganz wach,
Erfrischt und mit dem Wissen,
Dass du immer diesen Raum der inneren Freiheit in dir tragen wirst.
Und vielleicht hilft dir dieser Satz,
Der mich selber schon lange begleitet.
Im Grunde ist alles gut.
An der Oberfläche unseres Erlebens ist es oft chaotisch und stürmisch.
Doch im Innersten,
Wo der kristallklare Zustand herrscht,
Ist alles rein und zutiefst gut.
Ich wünsche dir nun einen sanften Tag.
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