
Achtsam kommunizieren Teil 3 - Zuhören. Der Stoff, aus den gute Beziehungen sind.
Hast du dich selbst mal dabei beobachtet, wenn du dich mit einem anderen in einem Gespräch befindest? Wie gehst du dabei vor, was passiert da in dir drin, und welchen inneren Drang spürst du, dich und deine Ansichten in den Vordergrund stellen zu wollen? Und wie schnell driftest du ab, bist mit deinen Gedanken ganz woanders? Bist du außerdem dazu in der Lage, dem anderen so zuzuhören, dass du ihn auch wirklich verstehst? Warum das richtige Zuhören elementar für gelungene Beziehungen ist.
Transkription
Die Fähigkeit zuzuhören,
Das ist eine Qualität,
Die nur in sehr,
Sehr wenigen Menschen vorhanden ist.
Es erfordert eine innere Ruhe meines Gegenübers und die Fähigkeit,
Sich selbst,
Also sein Selbst und sein Ego so zurückzunehmen,
Dass man nicht mehr im Vordergrund steht.
Und so erklärt sich auch gleich zu Anfang dieser neuen Folge von Mindful Minutes und achtsam kommunizieren,
Wo denn eigentlich das Problem dabei liegt.
Im ersten und zweiten Teil achtsam kommunizieren haben wir schon eine Ahnung davon bekommen,
Warum wir einander gar nicht wirklich hören und wie wir auf verschiedenen Ebenen kommunizieren und ganz oft mit dem,
Was wir sagen,
Gar nicht das vermitteln,
Was wir überhaupt sagen wollen,
Was wir überhaupt meinen und das Gegenüber uns wirklich nicht voll und ganz verstehen kann.
Man könnte fast meinen,
Wir sprechen unterschiedliche Sprachen,
Obwohl wir dieselbe Muttersprache teilen.
Ein schöner Aspekt einer gelungenen und achtsamen Kommunikation ist es,
Wenn wir bereit sind,
Einander wirklich zuzuhören.
Doch was heißt es denn und was heißt das nicht?
Hast du dich selbst mal dabei beobachtet,
Wenn du dich mit einem anderen in einem Gespräch befindest,
Egal ob er dir besonders nahe steht oder auch nicht besonders nahe?
Wie gehst du denn dabei vor,
Was passiert denn da in dir?
Und spürst du vielleicht einen inneren Drang,
Dich und deine Ansichten in den Vordergrund zu stellen,
Ohne dass du dafür unbedingt narzisstische Züge aufweisen musst,
Denn diese Tendenzen sind in allen von uns drin,
Das ist einfach nur menschlich.
Und wie schnell driftest du ab,
Bist mit deinen Gedanken ganz woanders?
Und bist du außerdem dazu in der Lage,
Dem anderen so zuzuhören,
Dass du ihn auch wirklich verstehst,
Auf allen Ebenen?
Zuhören heißt nicht nur,
Dass du gerade deinen Mund hältst,
Zuhören fängt im Inneren bei dir an.
Zuhören heißt,
Dass du dich öffnest für den anderen und sein Gesagtes,
Ihm zugewandt bist und das ist eine große Herausforderung für viele von uns.
Denn sich öffnen heißt gleichzeitig,
Den anderen nicht zu bewerten,
Ihn nicht zu verurteilen und ganz besonders,
Sich innerlich nicht schon eine Geschichte dazu zu erzählen,
Die unmittelbar und wirklich automatisch auf das Gesagte deines Gegenübers folgt.
Beobachte dich doch mal dabei,
Wenn du dich mit jemand anderem unterhältst,
Wie schnell und das meist innerhalb von weniger Millisekunden fängt dein Geist automatisch an,
Darauf zu antworten oder etwas zu erzählen?
Wie schnell formen sich Sätze in deinem Kopf,
Die entweder den anderen einordnen,
Ihn also be- oder sogar verurteilen?
Oder wie schnell formen sich Sätze in deinem Kopf,
Die du gerne unmittelbar ins Gespräch einbringen möchtest und den anderen vielleicht sogar unterbrichst,
In Form von deinen eigenen Widersprüchen,
Ansichten und Ergänzungen?
Ich sehe es oft im Gespräch,
Dass wenn jemand zum Beispiel einen anderen fragt,
Wie es ihm geht,
Derjenige gar nicht wirklich die Antwort abwartet und ihr Raum gibt oder auf sie eingeht,
Sondern vielmehr anschließend ganz schnell von sich selbst erzählen möchte.
Zum Beispiel,
Ja,
Boah,
Ich bin ganz schön ausgelaugt,
Ich stand heute Morgen über eine Stunde im Stau und das Gegenüber antwortet darauf,
Ja,
Ja,
Das kenne ich,
Ich erst,
Neulich ist mir das und das passiert,
Die A7 war auf dem Weg nach Frankfurt mal wieder gesperrt,
Sodass wir zwei Stunden einen Umweg fahren mussten.
Was damit passiert ist,
Dass wir uns,
Indem wir uns und unser Selbst in den Vordergrund holen,
Uns innerlich vom anderen trennen?
Reden wir wirklich oder warten wir nur darauf,
Bis wir selbst an der Reihe sind?
Denn was passiert im Gespräch?
Unser Ego sucht sich Wege,
Bedeutung zu finden.
Es will in den Vordergrund,
Im Gespräch mit anderen drückt es sich aus und bekommt über den anderen Bestätigung.
Es will Raum einnehmen,
Auf Kosten des anderen dann.
Gar nicht aus böser Absicht,
Das ist einfach nur menschlich,
Denn so tickt unser Ego.
Doch wie gesagt,
So zu kommunizieren verbindet nicht,
Nein,
Es trennt uns.
Es schafft ein,
Auf der einen Seite ein Ich und auf der anderen Seite ein Du.
Der andere wird sich nicht verstanden fühlen,
Er wird sich nicht gesehen fühlen,
Empathie ist einfach etwas anderes.
Und wenn es noch im Smalltalk am Morgen im Aufzug auf dem Weg zu deinem Arbeitsplatz ist,
Dann ist es vielleicht nicht so bedeutend,
Denn aber wohl in deiner Partnerschaft oder im Umgang mit deinen besten Freunden,
Mit den Lieben um dich herum,
Mit deiner Familie.
Oder eben im Umgang mit Menschen,
Die sich wertgeschätzt fühlen sollen,
Weil es das ist,
Was du fühlst.
Eine innere,
Aufrichtige Wertschätzung geht über Kommunikation,
Die darüber ausgedrückt wird,
Dass du dem anderen Raum gibst,
Seinen Empfindungen,
Ansichten und Gefühlen.
Und all das geht über eine wertschätzende Kommunikation.
Und achtsam und richtig zuzuhören,
Das gehört dazu.
Was ist also deine simple Aufgabe für heute,
Was empfehle ich dir?
Es ist simpel und trotzdem wirklich herausfordernd und es ist wiederum ein Weg,
Den wir beschreiten,
Es ist nichts,
Was wir von heute auf morgen leicht umsetzen können.
Ganz bewusst suchst du dir ein Gespräch dafür aus,
Dass es verdient hat oder mehrere Gespräche.
Und ganz bewusst lässt du den anderen ausreden,
Jedes Mal.
Und wartest,
Bis sein Satz zu Ende ist.
Und wartest dann ein,
Zwei Sekunden,
Um dem Gesagten Raum zu geben.
Und wenn du antwortest,
Hinterfrage dich selbst,
Spüre hinein.
Was ist denn deine Intention dabei,
Also was willst du denn eigentlich?
Willst du dich mit deiner Antwort selbst darstellen?
Ist das der Hintergrund deiner Worte,
Dass du dich in den Vordergrund drängen möchtest?
Oder bist du bereit,
Dich voll und ganz auf den anderen einzulassen?
Es geht auch gar nicht darum,
Dem anderen unbedingt zuzustimmen,
Solltest du zum Beispiel in anderer Meinung sein.
Doch halte dich auch dann ganz bewusst im Gespräch zurück.
Du willst anerkennen,
Dass der andere eine andere Sichtweise oder eine andere Einstellung hat.
Und das ist auch okay so,
Denn wer weiß,
Was du davon mitnehmen kannst,
Für dich mitnehmen kannst.
Es ist eine Übung,
Die dem Gespräch und dir mit der Zeit mehr Ruhe schenkt.
Die,
Ja wir können sagen,
Stück für Stück die automatischen Sätze in deinem Kopf erstummen lässt und das ist ja auch etwas,
Was wir mit Meditation machen wollen und dir so die Fähigkeit verleiht,
Richtig zu verstehen und mehr von dem aufzunehmen,
Was um dich herum wirklich geschieht.
Es verleiht dir die Fähigkeit,
Den anderen wirklich zu sehen.
Ich bin Dani von Evakuera und das war ein Plädoyer fürs Zuhören,
Anstelle davon selbst zu reden und danke,
Dass du mir heute zugehört hast.
Bis zum nächsten Mal.
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