
Dein inneres Kind ist ein Teil von Dir- wie Du im Alltag und in Deinen Beziehungen Deinem inneren Kind begegnest und es trösten lernst
Die Arbeit mit dem inneren Kind ist in aller Munde. Vielleicht hast Du Dich auch schon mal mit Deinen kindlichen inneren Anteilen beschäftigt. Unser Kindheits-Ich zeigt sich mit seinen Ängsten und Befürchtungen oft in unserem ganz normalen Alltag und in unseren Beziehungen und übernimmt in Situationen die Steuerung, in denen wir eigentlich lieber aus unserem souveränen Erwachsenen-Ich handeln würden. Alle Downloads aus dieser Episode auf www.leben-lieben-lassen.de
Transkription
Die Arbeit mit dem inneren Kind ist seit dem Buch von Stephanie Stahl,
Das Kind in dir muss Heimat finden,
In aller Munde.
Wahrscheinlich hast du dich auch schon mal mit deinen kindlichen inneren Anteilen beschäftigt.
Unser Kindheits-Ich zeigt sich mit seinen Ängsten und Befürchtungen oft in unserem ganz normalen Alltag und in unseren Beziehungen und übernimmt in Situationen die Steuerung,
In denen wir eigentlich lieber aus unserem souveränen Erwachsenen-Ich handeln würden.
Viel zu oft stehen wir uns damit selbst im Weg,
Ohne es zu merken.
Ein Grund mehr,
Dem inneren Kind zu helfen und ihm den Trost und Halt zu geben,
Den es braucht.
Wir können unsere kindlichen Anteile nach Beeltern lernen.
Wie du deinem inneren Kind in deinem Alltag auf die Spur kommst und es regulierst,
Das erfährst du in dieser Podcast-Episode.
Ich zeige dir an sehr persönlichen Geschichten aus meiner Praxis,
Wie du dein inneres Kind ganz leicht entdecken kannst.
Und es gibt am Ende dieser Episode ein kleines Ostergeschenk von mir.
Nicht verpassen!
Leben,
Lieben,
Lassen.
Der Podcast zum Thema Persönlichkeit,
Beziehung und Selbstliebe.
Von und mit Claudia Bechert-Möckel.
Hallo und herzlich willkommen bei Leben,
Lieben,
Lassen.
Deinem Podcast rund um Persönlichkeitsentwicklung,
Beziehung und Selbstliebe.
Ich bin's,
Claudia,
Persönlichkeits- und Beziehungscoach.
Ich unterstütze Menschen dabei,
Sich selbst und andere besser zu verstehen und gelingende Beziehungen zu führen.
Und ich freue mich ganz besonders auf dieses Thema heute,
Wie du im Alltag deinem inneren Kind begegnest und es trösten lernst.
Weil ich ja weiß,
Wie wichtig es ist,
Dass wir unser inneres Kind nicht nur kennen,
Sondern auch lernen,
Ihm heute das zu geben,
Was es wirklich braucht.
All den Trost,
Die Sicherheit und die Liebe,
Nach der es sich so sehnt.
Kurz gesagt,
Es geht darum,
Das innere Kind nachzubeeltern.
Mehr dazu gleich.
Die allermeisten meiner Klienten haben sich mit diesem Thema natürlich schon beschäftigt.
Sie haben Bücher gelesen,
Besonders die von Stephanie Stahl.
Das Kind in dir muss Heimat finden,
Kennen wirklich die meisten.
Es gibt natürlich auch noch viele andere,
Denn das Konzept des inneren Kindes,
Das gibt es ja schon sehr lange in der Psychologie.
Jede Menge Podcasts gibt es zu diesem Thema natürlich auch.
Und doch merke ich immer wieder,
Dass sich viele bei der Suche nach ihren Glaubenssätzen so ein bisschen schwer tun.
Das innere Kind zu entdecken und zu verstehen,
Ist nicht so theoretisch und schwierig,
Wie mancher glaubt.
Es ist uns eigentlich viel näher,
Als wir meinen.
Es will entdeckt und es will gehalten werden.
Es steckt in unseren Erinnerungen.
Es zeigt sich in unseren Gefühlen,
In unserem Verhalten und auch in unseren Ängsten.
Wenn wir wissen,
Wie und woran wir unsere kindlichen Anteile im Alltag und in Beziehungen erkennen können,
Dann wird das ganze Konstrukt des inneren Kindes ein bisschen konkreter und auch ein bisschen lebensnaher.
Und wenn wir unser inneres Kind besser verstehen können,
Dann können wir auch viel besser mit ihm umgehen.
Die gute Nachricht zuerst.
Du musst nicht jeden Stein in deiner Vergangenheit umdrehen,
Um den Verletzungen und Mustern deines inneren Kindes auf die Spur zu kommen und auch den Schutzstrategien,
Die es für sich gefunden hat.
Um zu verstehen,
Wie du so geworden bist,
Wie du bist,
Reicht es,
Das Grundprinzip deiner inneren Muster zu erfassen.
Wenn ich dich zum Beispiel fragen würde,
Welche Situation aus deiner Kindheit du heute noch als schmerzlich erinnerst,
Etwas,
Das sich richtig tief in dein Gedächtnis eingebrannt hat,
An was denkst du dann?
Es spielt keine Rolle,
Ob du 20,
30 oder 50 Jahre alt bist und auch nicht,
Ob du diese Situation aus deiner Erinnerung heute noch als schlimm beurteilen würdest.
Deine Erwachsenenbewertung der damaligen Situation spielt nämlich eigentlich kaum eine Rolle,
Weil du damals ein Kind warst.
Und weil du klein warst und die Welt war groß,
Hast du aus deiner Perspektive der Kleinheit und ja,
Auch der Abhängigkeit in die Welt hineingeschaut.
Die Eltern waren die Götter deiner kleinen Kindheit.
In unseren Kinderaugen sind sie unfehlbar.
Sie wissen,
Wie die Welt funktioniert und sie sind der wichtigste Bezugsrahmen.
Wir hinterfragen in der Kindheit weder,
Was sie tun,
Noch was sie sagen.
Wir wissen als Kind nicht,
Dass Eltern Fehler machen,
Sich irren oder überfordert oder vielleicht sogar selbst traumatisiert sind.
Für uns stehen sie auf einem Podest,
Solange wir klein sind.
Und daher beziehen wir alles,
Was um uns herum geschieht,
Auf uns selbst.
Du hast deinen Teller nicht aufgegessen?
Dann wird es Regen geben.
Du warst nicht artig?
Dann kommt nicht der Weihnachtsmann.
Die Mama ist überfordert und schreit dich an,
Immer wieder.
Wahrscheinlich musst du ein schlechtes Kind sein.
Die Welt mit den Augen eines Kindes sehen zu können,
Das ist wirklich der entscheidende Schritt,
Wenn wir die Angst unseres inneren Kindes verstehen wollen,
Das bis heute in unser Leben hineinwirkt und noch immer versucht,
Mit seinen alten Rettungsstrategien alles wieder gut sein zu lassen.
Die Angst und die Einsamkeit des verletzten inneren Kindes sind unbeschreiblich groß.
Ich möchte dich inspirieren,
Deine eigene Geschichte zu verstehen und dafür möchte ich heute ein paar Erfahrungen meiner Klienten und Klientinnen und auch eine persönliche Geschichte teilen.
Ein Klient sagt zu mir,
Ohne dass ich ihn danach gefragt hätte,
Also,
Ich hatte eine wunderbare Kindheit.
Ich hatte alles,
Was ich brauchte,
Wurde gut versorgt und vor allem hatte ich viel Freiheit.
Niemand hat mich und meine Geschwister eingeschränkt oder irgendetwas verboten.
Wir durften machen,
Was wir wollten.
Hauptsache,
Wir waren abends wieder zu Hause.
Bei uns war alles in Ordnung.
Na gut,
Mein Vater hat mich immer mal wieder verprügelt.
Aber das musste er auch tun,
Ich war ein sehr wildes Kind.
Und es hat mir auch überhaupt nicht geschadet.
Dabei strahlte mich übertrieben optimistisch an.
Fast ein bisschen zu viel.
Ich weiß nicht,
Wie es dir geht,
Wenn du das hörst.
In mir bildet sich in solchen Momenten so eine Art Knoten.
Denn mir wird klar,
Was passiert ist.
Wer da spricht,
Das ist nicht das erwachsene Ich des Klienten.
Das ist sein Kindheits-Ich.
Es hat in seiner Not eine geschickte Strategie angewendet,
Die viele von uns kennen.
Es hat den Vater mit seinen Schlägen gut sein lassen und sich selbst die Schuld gegeben,
Damit das Vaterbild heil bleiben konnte.
Als Kind können wir nämlich den emotionalen Konflikt überhaupt nicht ertragen,
Dass an dem Ort,
An dem wir am sichersten und beschütztesten sein sollten,
An dem wir uns geliebt und sicher fühlen sollten,
Also in unserem Zuhause,
Bei unseren Bezugspersonen,
Und das sind meist die Elternfiguren,
Dass also auch dort der Ort ist,
An dem wir emotional verletzt,
Gekränkt oder sogar geschlagen werden.
Dieser Widerspruch ist so schlimm für das Kind,
Dass er unüberbrückbar ist.
Aber es gibt dafür eine relativ einfache Lösung.
Wenn ich schlecht bin,
Böse,
Die Schläge also verdiene,
Dann kann ich verstehen,
Warum der Vater das tun musste.
Und dann kann er in meinen Augen der gute Vater bleiben.
Der Preis ist,
Dass ich mein Bild über mich derart verzerre und beschädige,
Mich sozusagen opfere,
Damit die Beziehung zum Vater heil bleiben kann.
Und darin liegt eine solche Selbstverheerung und Selbstverletzung,
Dass ich davon immer wieder Gänsehaut bekomme.
Dieser Klient kam übrigens zu mir,
Weil er dem Liebhaber seiner Frau so sehr nachstellte und diesen Mann so sehr bekämpfte,
Dass es ein polizeiliches Nachspiel hatte.
Aber er stellte nicht etwa seine Frau zur Rede oder klärte mit ihr das Thema der Affäre.
Nein,
Dieser Mann sagte mir allen Ernstes,
Mit seiner Frau habe er kein Problem.
Es sei ja dieser Mann,
Der ihr nachgestellt hätte,
Obwohl sie verheiratet sei,
Wie der es wagen könne.
Kannst du das Muster erkennen?
Dieser Klient macht das Gleiche,
Das er schon in seiner Kindheit gelernt hatte.
Diesmal beschützte sein Kindheits-Ich nicht den Vater.
Diesmal beschützte es seine Frau vor der Verantwortung und bekämpfte den einzig wahren Übeltäter,
Den Liebhaber.
So konnte mein Klient weiter an der Illusion seiner perfekten Beziehung festhalten.
Als die Frau ihn schließlich verließ,
Brach alles wie ein Kartenhaus zusammen.
Er hatte keine Wahl mehr und lernte die Zusammenhänge mit den Augen eines Erwachsenen zu sehen.
Heute lebt er in einer neuen Beziehung und da er sich mit den Mustern seines Kindheits-Ichs beschäftigt hat,
Kann er auch sehr viel besser mit ihnen umgehen.
Es war ein Learning auf die harte Tor,
Aber es hat ihn auch irgendwie freier gemacht.
Ich frage übrigens meine Klienten nie,
Ob ihre Kindheit gut oder schlecht war,
Weil das kein wirklicher Maßstab ist.
Viele Menschen halten an der Geschichte der heilen Kinderwelt fest,
Weil sie die Illusion der liebevollen,
Sicheren Kindheit nicht loslassen möchten.
Es dient ihrem Selbstschutz und den würde ich niemals jemandem wegreißen.
Deshalb frage ich lieber danach,
Welche Situation oder Begebenheit sie als Kind als belastend erlebt haben und was sie sich erinnern.
Und da taucht bei jedem etwas auf.
Von außen betrachtet liegt auch oft gar nichts Schlimmes in dieser Situation.
Da ist oftmals nichts wirklich Schreckliches passiert.
Und doch wissen wir es auch noch nach 20 oder 30 Jahren.
Und zwar ganz genau und wir fühlen uns immer noch seltsam berührt,
Wenn wir daran denken.
Weil es die Bedeutung war,
Die in uns hängen geblieben ist.
Und die liegt unter der Ereignissebene verborgen.
Oft sind es sogar ganz banale Sätze oder Wertungen,
Die einen tiefen,
Nachhaltigen Eindruck in uns hinterlassen.
Ein,
Aus dir wird doch nie was.
Oder ein lapidares,
Das kriegst du eh nicht hin,
Sowas kannst du nicht.
Du bist doch bloß ein Mädchen.
Solche Sätze können riesige Krater in unserem Selbstwert hinterlassen,
Besonders wenn sie von den wichtigen Bezugspersonen kommen.
Bedeuten diese Sätze doch,
Du bist nicht gut genug.
Was für ein Schmerz.
Und wir glauben es natürlich.
Ich habe ja auch so eine Ich-bin-nicht-gut-genug-Wunde mitbekommen und ich habe schon in anderen Podcast-Episoden darüber gesprochen.
Und ich erinnere mich noch bis heute ganz genau daran,
Wie mein Vater sagte,
Mein Bruder sei eh der Klügste in der Familie.
Das klingt nach nichts,
Ich weiß.
Für mich aber bedeutete es,
Ich kann mich anstrengen wie ich will,
Ich werde nicht gesehen mit dem,
Was ich bin und kann.
Ich bin nicht gut genug.
Heute weiß ich,
Dass dieser Satz eigentlich wenig mit mir zu tun hatte,
Sondern vielmehr mit dem Frauenbild meines Vaters.
Aber diese Erkenntnis hilft nur meinem Erwachsenen-Ich.
Als Kind habe ich mich unglaublich klein und dumm gefühlt und es war so eine schmerzhafte,
Sich wiederholende Erfahrung,
Dass ich deswegen immer wieder versucht habe,
Perfekt zu sein und die besten Leistungen zu bringen,
Um doch noch für würdig befunden zu werden.
Ich wollte einfach immer beweisen,
Dass ich doch auch klug bin oder auch gut genug.
Und erst so mit Anfang,
Mitte 30 ist mir bewusst geworden,
Dass das eigentlich die Rettungsstrategie meines inneren Kindes ist,
Das immer noch nach der Anerkennung des Vaters hungert.
Ich habe gelernt,
Dass ich mich in Sachen Perfektion entspannen darf und dass ich niemandem was beweisen muss.
Wann immer ich mich dabei ertappe,
In alte Perfektionsmuster zu verfallen,
Spreche ich mir selbst die beruhigenden Sätze zu,
Die ich als Kind so gerne gehört und gespürt hätte.
Du bist gut genug,
So wie du bist.
Du darfst auch mal Fehler machen.
Du bist sicher.
Ich habe dich lieb.
Alles wird gut.
Ich helfe dir.
Am besten funktioniert diese Selbstregulation für mich,
Wenn ich dazu meine Meditationshaltung einnehme und mich selbst umarme.
Dann beruhigt sich mein inneres Kind.
Es ist eine wunderbare Selbstregulationsübung.
Probier's mal aus.
Was hat die Situation damals für dich bedeutet?
Darin liegt der Schlüssel und der Zugang zu den Glaubenssätzen deines inneren Kindes,
Seinen leidvollen Gefühlen und seinen Rettungsstrategien.
Helena hat ein wunderbares Leben,
Zumindest rein äußerlich betrachtet.
Sie ist Juristin,
Kann sich gut behaupten und weiß,
Wo es lang geht.
Sie lässt sich von niemandem die Butter vom Brot nehmen.
In ihrem Job ist sie mit ihren männlichen Kollegen absolut auf Augenhöhe.
In ihrer Beziehung ist das anders.
Da mutiert die schöne,
Starke Helena zu einem kleinen,
Ängstlichen Mädchen,
Das sich ständig nach den Erwartungen des Partners ausrichtet,
In emotionale Abhängigkeit gerät und am Ende ausgenutzt wird.
Sie hält das alles über Jahre duldsam aus,
Weil ihr das vertraut und somit auf eine bestimmte Art richtig vorkommt.
Dass sie in dieser Beziehung eigentlich gar nicht vorkommt und ihre Bedürfnisse keine Rolle spielen,
Das fällt ihr erst auf,
Als ihr Mann sich einer anderen Frau zuwendet und sie schließlich verlässt.
Was hat sie bloß falsch gemacht,
Fragt sie sich.
Sie hat sich doch so angestrengt,
Alles richtig zu machen.
Helena hatte einen Vater,
Der als Kind die Auswüchse seines kriegsversehrten und traumatisierten Vaters aushalten musste.
Helenas Vater trank,
Schlug Frau und Kinder und war unberechenbar.
Er terrorisierte die ganze Familie.
Helena hatte Angst vor ihrem Vater und gleichzeitig liebte sie ihn doch so sehr.
Sie war ständig wachsam und auf der Hut.
Man wusste nie,
Wann der Vater wieder einen seiner Wutausbrüche bekam.
Als sie mir das erzählt,
Weint Helena.
Sie fühlt ihre Kinderangst vor dem geliebten Vater,
Der strafend sein konnte und von dessen Wohlwollen doch alles in der Familie abhing.
Doch sie sagt auch,
Dass ihr das als Kind völlig normal vorkam.
Schließlich kannte sie es ja nicht anders.
Nur,
Dass ihre Freundinnen nicht zu ihr nach Hause kommen wollten,
Weil sogar die Freundinnen Angst vor Helenas Vater hatten,
Das kam ihr seltsam vor.
Ich kann Männern nicht vertrauen und muss ständig wachsam und auf der Hut sein,
Um zu erahnen,
Was jetzt von mir erwartet wird und wie ich sein soll.
Männer sind mächtig.
Das sind die Glaubenssätze,
Die sie hinter ihrer eigenen Geschichte nun erkennen kann und die dazu führen,
Dass sie auch in ihrer Partnerschaft genau dieses Verhalten,
Das in der Vaterbeziehung gelernt wurde,
Wiederholt.
Das ging so weit,
Dass sie sich in der Beziehung selbst aufgab und ihr Mann schließlich die Achtung vor ihr verlor.
Die starke Erwachsene und das ängstliche kleine Mädchen sind zwei so stark voneinander entfernte Anteile von Helena,
Dass sie selbst staunt,
Als wir das erarbeiten.
Helena lernt nun in einer neuen,
Sich anbahnenden Beziehung,
Sich bei ihrem Kindheitsmuster zu ertappen,
Wenn es sich heranschleicht und dann ihren Erwachsenen nicht Anteil ans Steuer ihres Verhaltens zu lassen.
Und sie lernt,
Die kleine Helena zu trösten und nachzubeeltern.
Wie sie genau mit ihr in Kontakt geht und wie du das auch machen kannst,
Das erfährst du am Ende dieser Episode.
Mich schauen zwei große Kinderaugen an,
Als Julia mir eine Geschichte aus ihrer Kindheit erzählt,
Die sie,
Wie sie sagt,
Noch nie jemandem erzählt hat.
Und doch liegt in dieser Geschichte der Schlüssel dafür,
Dass sie in ihren Partnerschaften zwischen dem Drang,
Die Kontrolle zu übernehmen und einer Art Überangepasstheit hin und her pendelt.
Julia kann nur entweder oder,
Das eine oder das andere.
Anpassung oder Kontrolle,
Nichts dazwischen.
Bisher ist jede Beziehung daran gescheitert.
Julia wuchs in einer sogenannten ganz normalen Familie auf.
Nichts Besonderes erzählt sie.
Der Vater hatte das Sagen und er konnte sehr lustig sein und dann spürte Julia auch,
Dass er sie mochte.
Sie himmelte ihren Papa an,
Der Julias Mutter immer ein bisschen geringschätzig behandelte.
Doch der Vater war sehr streng.
Julia war ständig bemüht,
Ihn bloß nicht zu verärgern.
Auf dem Fensterbrett in ihrem Zimmer standen eine Reihe großer Kakteen,
Die dem Vater gehörten.
Die Kakteen waren heilig,
Das wusste Julia.
Einer von ihnen hatte eine Säulenform und eine Art dichtes Fell um seine langen spitzen Stacheln herum.
Der Kaktus fiel auf Julias Fuß,
Als sie aus dem Fenster spähen wollte.
Julia war sechs Jahre alt.
Der Schreck vor ihr in die Knochen,
Das würde richtig Ärger geben.
Papas heilige Kakteen,
Sie hatte nicht aufgepasst,
Oh weh.
Dass ihr Fußrücken anschwoll,
Rot und dick wurde,
Dass sie Schmerzen hatte,
Das beachtete sie kaum.
Die Angst vor Papas Ärger war so viel schlimmer.
Julia versuchte ihr Missgeschick zu vertuschen.
Sie stellte den Kaktus wieder auf das Fensterbrett,
Beseitigte Sand und Steine vom Teppich und zog sich erst einmal heimlich die dicksten Stacheln aus dem Fuß.
Doch viele blieben stecken.
Unter Tränen erzählt sie mir,
Dass sie wochenlang kaum in ihren Schuh hineinkam,
Dass sie kleineren spitzen Stacheln heraus eiterten und dass sie stets bemüht war,
Das bloß niemanden merken zu lassen.
Sie hatte solche Schuldgefühle.
Hätte sie doch bloß besser aufgepasst.
Sie schämte sich,
Weil sie so trottelig war.
Die Einsamkeit dieses Mädchens,
Das Julia war,
Ist mit Händen greifbar,
Als sie es erzählt.
Mich berührt es sehr.
Ich bin allein,
Ich bin schuld und ich muss auch allein klarkommen und es wieder gut machen.
Sie hat es niemandem anvertraut,
Auch nicht ihrer Mutter.
Sie hatte kein Vertrauen.
Das sind die Glaubenssätze,
Die in dieser Geschichte stecken und die Julia in vielen Facetten so immer wieder erlebt hat.
Nur,
Dass ihr das erst jetzt auffällt.
Was ist deine Geschichte?
An welche Situation erinnerst du dich noch wie heute?
Und sie löst ein laues Gefühl von Traurigkeit,
Verlorenheit oder Beängstigung hervor?
Darin steckt dein inneres Kind.
Daran kannst du sehen,
Was seine Glaubenssätze waren und die Schutzstrategien,
Die es für sich entwickelt hat.
Du hast dir diese Situation von damals,
Die du heute vielleicht als wenig wichtig erachtest und die früher aber ganz schlimm für dich war,
Nicht ohne Grund gemerkt.
Sie hat sich so deutlich eingebrannt,
Weil sie eine große Bedeutung für dich hatte.
Aus Sicht des Kindes,
Das du damals warst,
Lag eine Wahrheit über die Welt in dieser Situation,
Die für dich in irgendeiner Weise bedrohlich oder beängstigend war.
Ich bin nicht wichtig,
Nicht wertvoll,
Nicht lebenswert.
Ich darf nicht vertrauen,
Muss immer wachsam sein und alles richtig machen?
Stell dir die Situation von damals,
Die du erinnerst,
So vor wie einen Film.
Was war die Schlussfolgerung dieses Kindes?
Was musste es annehmen über sich,
Die Welt und die anderen?
Was hat es als Wahrheit über sich selbst verankert,
Auch wenn das vielleicht von niemandem so gemeint war?
Und wie hat dieses Kind,
Das du einmal warst,
Versucht,
Mit all dem klarzukommen?
Hast du versucht,
Zu beweisen,
Dass du wertvoll und wichtig bist,
Gut genug?
Hast du gelernt,
Deine Gefühle nicht mehr so wahrzunehmen,
Damit es nicht so wehtut?
Hast du dich vielleicht selbst verleugnet und es versucht,
Allen Recht zu machen und dich anzupassen?
Oder hast du dich nur noch auf dich selbst verlassen und bist stark und erfolgreich damit geworden?
Oder ist es das Perfektionsstreben,
Das dich antreibt,
Die oder der Beste zu sein?
Bist du eine Kümmerin oder ein Kümmerer geworden,
Der oder die die ganze Welt rettet,
Weil man sich dann gebraucht und wertvoll fühlen kann?
Das alles sind unsere sogenannten Rettungsstrategien,
Mit denen wir einstmals versucht haben,
Unseren Schmerz des gefühlten Ungenügendseins zu bekämpfen.
Was immer du davon bei dir selbst wiedererkennst,
Diese Rettungs- oder auch Schutzstrategie hat dir einstmals geholfen,
In den emotional überfordernden Situationen deiner Kindheit besser klarzukommen.
Aber heute,
Heute stehst du dir damit im Weg und verhinderst dich selbst.
Wo also agierst du die alten Rettungsstrategien immer noch aus in deinem Leben?
Denk einmal ganz in Ruhe darüber nach,
Denn dort ist auch heute Nacht dein inneres Kind am Werk.
Kannst du es entdecken?
Jeder von uns hat seine ganz persönliche Geschichte und eigene wunde Punkte,
Aber sie ähneln sich insgesamt sehr stark.
Ich bin nicht wichtig oder eine Belastung,
Nicht wertvoll,
Nicht gut genug,
Nicht lebenswert oder ich bin verloren und allein,
Verlassen.
Das sind die Richtungen,
In die es meistens geht.
Manchmal sind es auch Mischungen davon.
Beobachte einmal,
Was du heute noch versuchst,
Um das nicht mehr spüren zu müssen.
Dann bist du ganz dicht dran an deinem inneren Kind.
Was du tun kannst,
Um Kontakt mit deinem inneren Kind aufzunehmen und es zu trösten.
Wie du dir selbst Mut und Trost zusprechen kannst,
Das habe ich dir schon im Laufe dieser Episode erzählt.
Außerdem kann ich dir wärmstens die Übungen Brief des inneren Kindes und Brief an dein inneres Kind empfehlen.
Es sind Übungen,
Die durch das Schriftlichmachen eine Art Gespräch mit deinem inneren Kind möglich machen und eine tragfähige Verbindung herstellen können.
Ich finde die Übungen wunderbar,
Sehr wertvoll,
Weil sie tiefgreifende Erfahrungen möglich machen.
Und deshalb verlinke ich sie dir in den Shownotes dieser Episode und im Artikel zum Podcast auf meiner Website www.
Leben-lieben-lassen.
De Und jetzt kommt noch mein Ostergeschenk für dich.
Ich möchte dir die geführte Meditation des inneren Kind heilen aus meinem Onlineshop schenken.
Es ist die meiner geführten Meditationen,
Die am häufigsten gekauft wird und die am beliebtesten ist.
Bis zum 30.
April 2022 steht die Meditation für dich zum Download im Blogbeitrag zum Podcast auf der Website und in den Shownotes dieser Podcast Episode zur Verfügung.
Und danach findest du sie in meinem Audioshop.
Ich hoffe natürlich,
Ich kann dir damit eine wirkliche Freude machen.
Zwei wichtige Hinweise noch zum Schluss.
Wenn du anfängst,
Dich mit den Mustern deines inneren Kindes und den Wirkungen in deinem Leben und in deinen Beziehungen zu beschäftigen,
Dann wundere dich bitte nicht,
Wenn deine Geschwister die Situation in eurer Herkunftsfamilie ganz anders erinnern.
Das kommt ziemlich häufig vor.
Zum einen,
Weil Kinder in einer Familie jeweils eine ganz unterschiedliche Rolle einnehmen und damit andere Erfahrungen machen,
Auch wenn sie in der gleichen Situation aufwachsen.
Zum anderen,
Weil jeder mit seinen Erfahrungen anders umgeht und das natürlich auch darf.
Viele Menschen halten lieber an der Geschichte der heilen Kindheit fest und wollen den wahren Grund hinter den Problemen heute lieber nicht sehen.
Ich finde,
Das darf man respektieren,
Ohne sich die eigene Wahrheit wegnehmen zu lassen.
Soll ich meine Eltern mit meinen Erkenntnissen konfrontieren?
Das ist eine sehr häufig vorkommende und eine sehr schwierige und vor allem sehr individuelle Frage.
Ich mache tatsächlich die Erfahrung,
Dass nur in wenigen Fällen dadurch Frieden hergestellt wird.
Sehr häufig reagieren die Eltern mit Abwehr und manchmal auch mit Vorwürfen.
Und das muss man dann natürlich auch aushalten können.
Deshalb,
Es gibt auf diese Frage keine allgemeingültige Antwort.
Ich selbst finde,
Das Wichtigste ist,
Dass wir uns selbst erst einmal verstehen,
Verstehen,
Was der Ursprung unserer Muster ist,
Damit wir sie verändern können.
Darum geht es vordergründig.
Ob wir dann unsere Eltern damit konfrontieren wollen,
Das bleibt jedem selbst überlassen.
Fakt ist,
Eltern sind auch Menschen.
Viele von ihnen sind aus der Kriegskinder- und Kriegsenkelgeneration und es gibt Gründe,
Warum sie sich verhalten haben,
Wie sie es getan haben,
Auch wenn dieses Verhalten dennoch ihre Verantwortung ist.
Was generationsübergreifende,
Unverarbeitete Traumatisierungen anrichten,
Das ist ein Thema für eine ganze Episode.
Ich kann dir dazu,
Wenn dich das interessiert,
Die Bücher von Sabine Bode,
Kriegskinder und Kriegsenkel empfehlen.
Diese Bücher zeigen,
Wie sehr die Traumatisierungen generationsübergreifend in vielen unserer Familien weitergegeben wurden.
Das soll die Eltern nicht aus ihrer Verantwortung nehmen,
Aber es verändert den Kontext.
Ich arbeite ja auch immer wieder mit Eltern,
Deren Kinder den Kontakt abgebrochen haben und ich bin tatsächlich immer wieder beeindruckt,
Welche Veränderung geschehen kann,
Wenn jemand die Bereitschaft hat zu verstehen,
Was die eigene elterliche Macht bewirkt hat.
Wie auch immer du damit umgehst,
Es muss am Ende für dich stimmig sein.
Denn es geht darum,
Dass wir in uns Frieden finden können.
Das tust du für dich und du tust es für alle.
Denn wenn du deine Muster auflöst,
Dann gibst du sie auch nicht mehr weiter.
Mehr dazu findest du in den Episoden über Vergebung und auch in den zwei Folgen über das innere Kind,
Die ich dir ebenfalls empfehle und in den Shownotes verlinke.
Über das Frieden finden mit der eigenen Geschichte und den verinnerlichten Elternfiguren wird es auf jeden Fall demnächst eine Folge geben.
Dankeschön für deine Zeit,
Für deine Aufmerksamkeit,
Die du mir schenkst in diesem Podcast und ich freue mich immer wieder neu über so viele treue Leben lieben Lassenhörer.
Jede Woche gibt es hier eine neue Episode.
Ganz wurscht auf deine Ohren.
Sonntag ist Leben lieben Lassen Tag.
Ich freue mich,
Wenn du dann auch wieder mit dabei bist.
Bis dahin,
Liebe Grüße,
Eine dicke Umarmung auch an dein inneres Kind,
Deine Claudia.
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