
Talk - Wenn dein Kopf schaukelt, aber du nicht ankommst
Kennst du dieses Gefühl, wenn dein Kopf einfach nicht stillsteht? Du denkst über etwas nach und landest plötzlich bei alten Gesprächen, zukünftigen Katastrophen und zig Möglichkeiten, was du alles falsch gemacht haben könntest. In dieser Folge spreche ich mit dir über Overthinking, warum es sich oft so anfühlt wie Schaukeln: hin und her, vor und zurück… aber du kommst einfach nicht voran. Ich zeige dir, woran du erkennst, ob du gerade wirklich nachdenkst oder dich im Gedankenkarussell verlierst, woher dieser Drang zum Kontrollieren kommt und was du tun kannst, um wieder mehr Klarheit im Kopf zu bekommen. Du bekommst alltagstaugliche Impulse, ehrliche Einblicke und vor allem eins: das Gefühl, damit nicht allein zu sein.
Transkription
Ich wollte eigentlich nur kurz über etwas nachdenken.
Fünf Minuten später war ich mitten im Kopfkino,
Zurück im Gespräch von gestern,
Voraus in den Konsequenzen von übermorgen und innerlich komplett überfordert.
Diese Podcast-Folge wurde ursprünglich angestoßen dadurch,
Dass ich etwas im Internet bestellt hatte und mir dann plötzlich komplett den Kopf darüber zerbrochen habe,
Was der Paketbote wohl über mich denken könnte.
Es ist nämlich so,
Dass ich mehrere Dinge auf einmal bestellt hatte,
Die aber nicht am gleichen Tag geliefert werden konnten.
So musste er zwei,
Drei verschiedene Tage lang bei mir klingeln.
Es war immer der gleiche Paketbote und ich hatte mich beim dritten Mal und zweiten Mal gefragt,
Was der wohl vor mir denkt,
Wie genervt er wohl ist,
Dass er immer hier klingelt und muss ich ein schlechtes Gewissen haben?
Aber es ist letztendlich nicht auch einfach seinen Job,
Denn diese Pakete auszuliefern und du merkst,
Auch jetzt kann ich immer noch ganz gut darüber nachdenken,
Nachgrübeln oder das ganze Thema overthinken.
Ja,
Das ist das Thema hier von heute.
Overthinking,
Wenn dein Kopf schaukelt,
Aber du nicht ankommst.
Was ist denn eigentlich der Unterschied zwischen Nachdenken und Overthinking?
Manchmal sind die Grenzen schwammig und auch gar nicht so ganz klar.
Ich persönlich würde sagen,
Dass Nachdenken Struktur bringt.
Klarheit und Lösung.
Man denkt ganz bewusst nach und hört irgendwann auch wieder auf.
Overthinking hingegen ist wie Schaukeln.
Du bewegst dich vor und zurück,
Immer hin und her und am Ende kommst du kein Meter voran.
Es fühlt sich zwar so an,
Als würdest du etwas tun,
Aber eigentlich verlierst du nur Energie.
Statt Klarheit entsteht Druck,
Statt Erkenntnis nur noch mehr Fragen.
Was sind denn so typische Gedanken beim Overthinking?
Typische Gedanken wären,
Was,
Wenn ich die falsche Entscheidung treffe,
Warum habe ich dieses und jenes gesagt,
Was denkt er oder sie jetzt über mich,
Hätte ich es anders machen sollen?
Und dann ist es Overthinking,
Wenn du dir diese gleichen Fragen immer und immer wieder stellst und zu keinem Ergebnis kommst,
Dich immer schlechter fühlst und ja,
Mit deinen Gedanken am Ende des Tages nirgendwo landest,
Außer nur noch tiefer in diesem Gedankenstrudel.
Diese Gedanken wirken endlos und das macht sie auch so anstrengend.
Jetzt könnte man sich auch mal fragen,
Warum machen wir das eigentlich?
Also warum macht dein Hirn das?
Das tut dir ja offensichtlich nicht gut,
Also was soll denn das Ganze?
Es hält dich vom Schlafen nachts ab,
Wenn der Kopf mal wieder anspringt oder stellt sich dir auch im Alltag immer mal wieder in den Weg.
Warum tust du das?
Weil dein Gehirn Probleme lösen will.
Dein Gehirn ist darauf programmiert,
Ständig Probleme zu lösen und manchmal ja selbst,
Wo keine Probleme sind,
Schafft sich dein Problem,
Äh dein Problem,
Dein Gehirn neue Probleme,
Um arbeiten zu können.
Dein Gehirn möchte außerdem ständig die Kontrolle haben,
Weil es Angst hat,
Irgendetwas falsch zu machen.
Also es ist so,
Dass wenn dein Kopf mit Denken beschäftigt ist und mit diesem Overthinking,
Hast du irgendwie das Gefühl,
Eine Art von Kontrolle zu haben,
Weil du ja ständig darüber nachdenkst.
Aber beim Overthinking bringt dich das halt nirgendwo hin,
Wie ich das schon gesagt hatte mit dem Schaukeln.
Es ist eine scheinbare Sicherheit,
Die aber gar keine tatsächliche,
Wirkliche Sicherheit ist.
Es ist ein Gefühl von Kontrolle,
Das dich aber am Ende des Tages immer tiefer in diesen Gedankenstrudel hinabzieht und dich ganz viel Kraft kostet.
Genau diese ständige Grübeln bringt dich oft genau dahin,
Wo du eigentlich nicht hin willst.
In Unsicherheit,
Selbstzweifel und Dauerstress.
Ja,
Also es ist gut gemeint,
Von deinem Kopf die Kontrolle zu behalten und Probleme zu lösen.
Manchmal stehen wir uns dadurch aber auch selbst im Weg.
Deswegen ist es so wichtig,
Im Alltag achtsam zu sein.
Achtsam mit den Dingen,
Die du tust,
Aber auch achtsam mit den Dingen,
Die in dir geschehen,
In deinem Kopf.
Wie denkst du den ganzen Tag über?
Wie sprichst du mit dir selber?
Wie denkst du über bestimmte Ereignisse nach,
Über Entscheidungen und das,
Was andere gesagt haben?
Ist das Ganze noch im Rahmen?
Ja,
Das heißt nicht,
Dass Selbstreflexion jetzt per se etwas Schlechtes ist.
Also du darfst schon mal hinterfragen,
Ob du dich in einer bestimmten Situation gut und richtig behalten hast,
Weil nur so können wir uns auch weiterentwickeln.
Aber wenn du noch heute über ein Gespräch von vor zwei Jahren nachgrübelst und dich fragst,
Was das für Konsequenzen in fünf Jahren haben könnte,
Kann das Ganze manchmal problematisch werden.
Dadurch verlernst du nämlich im Hier und Jetzt zu leben.
Und nur im Hier und Jetzt können wir zur Ruhe kommen,
Kann dein Kopf zur Ruhe kommen.
Weil wenn du dich ständig in der Vergangenheit befindest und über die Zukunft nachgrübelst,
Bist du permanent im Dauerstress.
Und dieser Dauerstress,
Der macht sich irgendwann bemerkbar.
Ich habe es schon gesagt,
Es kann zu schlaflosen Nächten führen,
Es kann dazu führen,
Dass du bei der Arbeit abgelenkt bist,
Dass du deine Freizeit weniger genießen kannst,
Dass du bei sozialen Events eigentlich gar nicht ganz bei der Sache bist,
Weil du dich ständig in deinem Kopf befindest.
Und das ist doch jammerschade.
Es ist doch jammerschade,
Wenn wir nicht im Hier und Jetzt leben können und eigentlich in ständiger Angst leben.
Das ist auch der Grund,
Warum ich jetzt hier diese Folge aufnehme,
Um dir dieses Thema mal ein bisschen vor Augen zu führen und bewusster zu machen.
Frag dich doch jetzt mal an dieser Stelle.
Wo overthinkst du tagsüber,
Nachts,
Immer mal wieder,
Gelegentlich oder auch rund um die Uhr?
Sind das bestimmte Themen?
Wird das durch bestimmte Trigger ausgelöst?
Oder stößt du es immer wieder selbst an?
Geh doch mal kurz vor dem Moment in dich,
Du kannst auch gerne kurz auf Pause drücken oder reflektiere auch gerne noch mal im Nachgang.
Es ist so wichtig,
Dass wir uns darüber bewusst sind,
Was auch den ganzen Tag über in unserem Kopf passiert.
Ich spreche die ganze Zeit von overthinken.
Letztendlich kannst du auch grübeln sagen oder zu viel nachdenken.
Wie du es am Ende des Tages betitelst,
Ist hier an der Stelle gar nicht wichtig.
Wichtig ist zu erkennen,
Wo die Grenze zwischen gesundem Nachdenken und Selbstreflexion zu overthinken ist,
Dass du dir darüber bewusst wirst.
Ja,
Das ist jetzt eine Menge Stoff,
Mal wieder zu verarbeiten und ganz wichtiges Thema,
Dass wir im Alltag immer mal wieder so nebenbei machen und auch beiseite schieben,
Uns damit zu beschäftigen,
Uns wirklich damit zu befassen,
Wann wir tatsächlich overthinken und wann es noch gesund ist.
Jetzt muss ich selber einmal ganz kurz durchatmen.
Also was hilft denn,
Wenn du jetzt ständig am overthinken bist?
Ja,
Ich habe dir jetzt das Problem aufgezeigt,
Was ist die Lösung?
Auch da,
Dein Kopf will eine Lösung haben.
Kein Problem,
Es geht gar nicht darum,
Einfach aufzuhören zu denken.
Vielmehr geht es darum,
Deinen Gedanken einen Ort zu geben,
Wo sie sicher landen können.
Deswegen musst du diese Gedanken auch nicht beiseite schieben,
Weil dann ploppen sie so oder so immer wieder auf.
Du kennst sicherlich dieses Beispiel mit dem Rosaelefanten.
Denke nicht an einen Rosaelefanten jetzt.
An was denkst du gerade?
Also insofern,
Wenn ich dir jetzt sage,
Höre auf zu denken,
Dann,
Ja,
Wirst du nur noch mehr nachdenken.
Vermutlich gehe ich jetzt mal von aus.
Also was kannst du tatsächlich tun?
Nimm deine Gedanken wahr,
Sei bewusst achtsam im Alltag.
Das wäre so der erste Schritt,
Einfach mal präsent zu sein,
Ohne vielleicht mit positiv oder negativ zu bewerten,
Sondern einfach mal nur wahrzunehmen,
Wann überdenke ich eine Situation?
Du kannst alternativ deine Gedanken dann auch aufschreiben.
Gerade kurz vorm Schlafen gehen,
Wenn du merkst,
Dass deine Gedanken zu keinem Ergebnis kommen und dich vom Schlafen abhalten,
Nimm dir ein Blatt Papier und einen Stift,
Schreib deine Gedanken auf.
Dein Kopf weiß dann,
Diese Gedanken gehen nicht verloren.
Du hast sie schwarz auf weiß auf diesem Blatt Papier und alles andere kann bis morgen warten.
Gerade nachts können wir selten Probleme lösen,
Deswegen ist es ratsam,
Dem Kopf auch mal bewusst zu sagen,
Hey,
Jetzt ist Feierabend,
Jetzt mache ich eine Denkpause,
Damit nichts verloren geht,
Schreibe ich hier alles auf und dann kann ich morgen immer noch weiter drüber nachdenken.
Eine ganz tolle Idee,
Wie ich finde,
Ist auch,
Sich Grübelzeiten einzuräumen.
Ganz bewusste Grübelzeiten,
Dass du dir zehn Minuten oder fünf Minuten Zeit am Tag nimmst,
Dich auf einen ganz bestimmten Stuhl oder auf eine ganz bestimmte Ecke deines Sofas setzt und dir sagst,
So,
Kopf,
Jetzt ist Zeit zum Grübeln.
Grübel dich bis ins Unendliche,
So viel du magst.
Ich kann jetzt gerade über alles nachgrübeln und dann ist aber auch gut.
Und das machst du regelmäßig,
Dann hast du deine Grübelzeiten.
Dein Kopf wird sich daran gewöhnen,
Den Tagsüber und nachts nicht nur zu grübeln,
Sondern sich auf diese Zeiten zu beschränken,
Aber da ist halt so ein bisschen Vorsicht geboten,
Dass du dich nicht dazu trainierst,
Regelmäßig zu grübeln.
Deswegen auch an der Stelle würde ich tatsächlich dir vorschlagen,
Das Ganze lieber aufzuschreiben.
Es ist bewiesen,
Dass ein Tagebuch führen,
Wie es damals hieß oder journalen heute,
Einen ganz positiven Effekt auf deine mentale Gesundheit haben kann,
Weil du dich mit deinen Themen beschäftigst,
Weil dieses Aufschreiben auch den Effekt hat,
Dass dein Kopf bestimmte Ereignisse verarbeitet.
Und was kannst du dich auffragen,
Vielleicht sogar während des Journals,
Während des Schreibens?
Du kannst dich fragen,
Bringt mich dieser Gedanke weiter oder drehe ich mich nur im Kreis?
Du könntest deinem Kopf auch bewusste Denkpausen gönnen,
Also wirklich mal Zeiten,
Wo du kein Handy hast,
Dir selber kein Input erlaubst,
Nur Ruhe oder einfach in der Natur spazieren gehst.
Dass du dich vielmehr darauf hin trainierst,
Auch ruhige Momente zu haben und nicht diese ständige Reizüberflutung hast.
Vielleicht kann das tatsächlich auch dabei helfen,
Die eigenen Gedanken überhaupt erst mal wahrzunehmen im Alltag,
Indem wir uns mal ein bisschen aus dieser Reizüberflutung rausnehmen und mal wieder mehr ins Innere zurückkehren.
Oder wie gesagt,
Schreib es raus.
Selbst fünf Minuten können einen ganz großen Unterschied machen.
Overthinking ist nicht ein Fehler,
Es ist in der Natur deines Körpers,
Deines Geistes immer wieder Probleme lösen zu wollen.
Aber es kann ein Zeichen sein,
Dass dein System überlastet ist.
Das musst du am Ende des Tages auch nicht alleine lösen oder über dich ergehen lassen.
Deswegen hoffe ich,
Dass diese Folge dir weiterhilft,
Dich mit deinen Themen so zu beschäftigen,
Dass sie dich am Ende des Tages auch zur Ruhe,
Zur Entspannung führen.
Das liegt mir ganz doll am Herzen,
Denn meine Mission ist,
Mehr Frieden auf diese Welt zu bringen.
Und ich glaube ganz ganz fest,
Dass wenn jeder Einzelne,
Jede Einzelne von uns dafür sorgt,
Den eigenen inneren Frieden zu kultivieren,
Für eigene Ruhe zu sorgen,
Dass das mehr Frieden in diese Welt bringt.
Ja,
So viel zu diesem Thema.
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