
Meditation für Momente des Verlangens (Suchtdruck)
Wir alle sind auf die ein oder andere Weise süchtig. Ganz gleich ob Spielen, Rauchen, Smartphone oder Essen - unser Suchtverhalten ist auch ein Produkt unserer Zeit: Immer währendes Industrielles Wachstum erfordert eine Gesellschaft die immer mehr konsumiert. Im Umkehrschluss werden wir durch Werbung, Social Media und Markenerlebnissen in die Sucht manipuliert. Das sind wissenschaftlich erforschte Tatsachen, denen wir uns auf verschiedene Weise stellen können. Für mich ist Achtsamkeitsarbeit ein Weg: Durch die Praxis erkenne ich, wann ich ein Verlangen spüre, ich identifiziere es während es wächst und irgendwann sehr stark wird. Ich verstehe die Rolle, die es in meinem Leben spielt und kann auf diese Weise viel besser mit dem Suchtdruck, der einhergeht, umgehen. Diese Meditiation leitet den Weg des achtsamen Umgangs mit dem eigenen Verlangen an und hilft über die vermittelten Techniken auch im Alltag die Kontrolle über unser Konsumverhalten zurückzuerlangen.
Transkription
Die Meditation heißt,
Hinter dem Verlangen liegt die Freiheit.
Viel Spaß!
Setze dich oder lege dich bequem hin.
Schließe deine Augen und lass deinen Atem einfach kommen und gehen,
So wie er jetzt gerade ist.
Spüre den Kontakt deines Körpers mit dem Boden oder dem Stuhl und lege dich da ganz gemütlich hinein in dieses Gefühl der angenehmen körperlichen Schwere.
Verlangsame deine Ausatmung.
Mit jedem Ausatmen schmeißt du weitere Gewichte von Bord.
Du bleibst innerlich komplett weich,
Frei von Spannung,
Frei von Druck.
Du bist jetzt hier.
Du brauchst nichts zu tun,
Nur sein.
Atme jetzt ganz natürlich durch die Nase ein und wieder aus.
Leg deine Aufmerksamkeit auf deinen Körper.
Entspanne dich noch ein bisschen mehr und fühle einmal in dich hinein.
So kannst du dein ganzes Körpergefühl auf einmal erfassen.
Wie fühlt sich das an?
Wie fühlst du dich gerade?
Spüre mal in deine Füße hinein und mach sie ganz weich und danach deine Beine,
Deine Knie.
Und lass dieses warme Gefühl der Entspannung hoch in deinen Körperzentrum und weiter den unteren Rücken hinauf gleiten.
Dann auf den ganzen unteren Körper,
Deinem Bauch bis hin zur Brust,
Die Schultern.
Komplett weich,
Warm,
Locker.
Spüre die Reise weiter.
Dein Rücken,
Die Arme,
Hände,
Hals und Kopf.
Entspanne deine Kopfhaut,
Deine Ohren.
Deine Kiefer und dann ganz zum Schluss dein Gehirn.
Gibt es irgendwo eine Unruhe,
Ein Ziehen,
Ein Druckgefühl?
Vielleicht spürst du ein Verlangen nach Ablenkung,
Nach Konsum,
Nach Kontrolle,
Nach einem bestimmten Stoff,
Nach einem Verhalten oder Gefühl.
Bezeichne dieses Gefühl sanft in deinem Geist,
Zum Beispiel Verlangen.
Das ist also Verlangen.
Und nun versuch mal,
Diesem Verlangen zu erlauben,
Da zu sein.
Wie fühlt sich das an?
Es ist okay,
Dass du das jetzt fühlst.
Sag innerlich ruhig mal,
Ich sehe dich.
Du darfst da sein.
Ich muss dir nicht folgen.
Du kämpfst nicht dagegen.
Nein,
Gibst dich ihm auch nicht hin.
Du lässt es einfach da sein,
Wie eine Welle,
Die kommt und wieder geht.
Frag dich mal ganz sanft und neugierig,
Was versprichst du mir,
Liebes Verlangen?
Vielleicht ist es eine Ruhe,
Vielleicht Trost,
Vielleicht Lebendigkeit,
Vielleicht auch irgendwas anderes.
Danke,
Dass du mir zeigen willst,
Was ich brauche,
Aber ich werde mich heute anders darum kümmern.
Danke,
Dass du mir zeigen willst,
Was ich brauche,
Aber ich werde mich heute anders darum kümmern.
Danke,
Dass du mir zeigen willst,
Was ich brauche,
Aber ich werde mich heute anders darum kümmern.
Atme nun tief ein.
Und beim Ausatmen stell dir vor,
Dass du Raum schaffst in dir,
Um dich herum.
Du bist größer als dieses Gefühl.
Und du bist nicht dein Verlangen.
Du bist der Raum,
In dem das Verlangen kommen und gehen darf.
Sag dir,
Ich bin frei,
Bewusst zu wählen.
Ich bin frei,
Bewusst zu wählen.
Ich darf fühlen,
Ohne zu handeln.
Ich darf fühlen,
Ohne zu handeln.
Ich bin stärker,
Als ich dachte.
Spüre nun wieder deinen Körper und nimm deine Umgebung wahr.
Geräusche,
Gerüche,
Temperatur.
Nimm noch einen tiefen Atemzug und öffne sanft die Augen,
Wenn du bereit bist.
Dann komm langsam wieder zurück,
Achte wieder mal kurz auf deinen Atem.
Mach dich nochmal schön locker.
Schüttel dich innerlich,
Als wärst du ein Hund,
Der nasses Fell hat.
Und jetzt erinnere dich daran,
Du bist nicht das Verlangen.
Du bist der Raum,
In dem es kommen und wieder gehen darf.
Und du bist stärker,
Als du vielleicht dachtest.
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