
Der Angst Den Raum Halten
by Biggi Junge
Angst ist für viele von uns eine tägliche Begleiterin. Und natürlich wollen wir sie gerne loswerden. Aber die Erfahrung zeigt, dass die Angst, je mehr wir gegen sie kämpfen, nur umso stärker wird. Sie nährt sich förmlich von der Energie, die wir gegen sie aufbringen. Deshalb möchte ich Dir heute eine Übung vorstellen, die der Angst die Nahrung entzieht. Lerne, wieviel Einfluss Du selbst auf die Intensität Deiner Angst hast. Hintergrundmusik von Chris Collins
Transkription
Hallo,
Herzlich willkommen zur Meditation,
Der Angst,
Den Raum halten.
Die heutige Übung wird dir helfen,
Dich weniger fest an die Angst,
Die dich plagt,
Zu klammern.
Ja,
Du hast richtig gehört.
Ich bin der Überzeugung,
Dass wir uns viel mehr an unsere Angst klammern als umgekehrt.
Angst ist für die meisten von uns,
Und da gehöre ich dazu,
Ein ungebetener Gast.
Aber paradoxerweise halten wir auf einer unter- oder halbbewussten Ebene selbst an ihr fest.
Wir konzentrieren uns auf sie,
Wir fokussieren unsere Gedanken auf sie.
Und wir verstärken unseren Griff um die mit ihr verbundenen körperlichen Empfindungen,
Da,
Wo wir eigentlich loslassen sollten.
Deshalb möchte ich dir heute einen alternativen und vielleicht deiner Intuition zu widerlaufenden Ansatz zum Umgang mit deiner Angst mitgeben.
Nimm dir mindestens 10 Minuten Zeit für dich und stell sicher,
Dass du während dieser Zeit nicht gestört wirst.
Setz dich auf einen Stuhl,
Ein Kissen oder auf den Boden und mach es dir bequem.
Stell dir vor,
Du bist eine Marionette mit einem Zentralfaden am Schädel,
Der dich ein wenig nach oben zieht.
Deine Halswirbelsäule wird lang,
Dein Kinn sinkt ein bisschen in Richtung Brustbein,
Dein Gesicht entspannt sich,
Deine Schultern fließen nach unten,
Die Schulterblätter laufen nach hinten unten zusammen,
Die Arme hängen locker herab und deine Hände ruhen auf den Oberschenkeln oder im Schoß.
Wenn du möchtest,
Kannst du jetzt deine Augen schließen.
Spür,
Wie dein Atem durch den Körper strömt.
Wo spürst du ihn am stärksten?
In der Brust?
An den Schultern?
Um deiner Nase herum oder im Hals?
Vielleicht aber auch im Bauch oder an einem ganz anderen Ort?
Beobachte die Atmung einfach.
Du musst nichts verändern.
Lass sie fließen,
Ganz von selbst.
Lass dich atmen.
Nun lenkt deine Aufmerksamkeit weg von deiner Atmung und hin zu dem,
Was du Angst nennst.
Ist es für dich eher ein Gefühl oder eher eine körperliche Empfindung?
Vielleicht ist es beides.
Lass deine Aufmerksamkeit einfach auf dem ruhen,
Was du erlebst und lass dir Zeit.
Nun stell dir vor,
Wie du innerlich einen Schritt zurücktrittst.
Kannst du dich selbst beobachten,
Wie du deine Angst beobachtest?
Kannst du deine Gedanken über die Angst oder deine Wahrnehmung der Angstgefühle im Körper von einer anderen Ebene her betrachten?
Und wie erlebst du die Angst?
Wie intensiv konzentrierst du dich auf sie?
Wie viel Aufmerksamkeit schenkst du ihr?
Kannst du außer ihr noch andere Dinge wahrnehmen oder deckt sie alles andere zu?
Wie nah bist du am Erleben deiner Angst dran?
Bitte ändere noch gar nichts,
Nimm einfach nur wahr und werde dir dessen bewusst,
Was gerade mit dir passiert.
Vielleicht kannst du beobachten,
Wie du dich in Gedanken gegenüber deiner Angst verhältst.
Im Übrigen kannst du diese Aufnahme jederzeit pausieren,
Wenn du mehr Zeit brauchst.
Und nun versuch einmal,
Den Griff um die Angst ein wenig zu lockern.
Kannst du dir vorstellen,
Dass sich um das Erleben deiner Angst etwas Raum auftut?
Vielleicht hilft dir dabei ein Bild.
Vielleicht taucht zwischen dir und deiner Angst ein Luftballon auf.
Vielleicht zieht ein leichter Dunstschleier oder eine feine Wolkenschicht dazwischen auf.
Die Angst geht nicht weg,
Sie ist immer noch da.
Aber da ist mehr Raum zwischen dir und ihr.
Nimm jedes Bild an,
Das in dir auftaucht.
Und lass den Raum noch größer werden.
Schau einfach,
Wie viel Raum du brauchst um die Angst herum,
Damit sie für dich erträglich wird.
Vielleicht kannst du auch beobachten,
Was im Rest deines Körpers passiert,
Während du mehr Raum um das Erleben deiner Angst schaffst.
Was passiert denn mit deiner Muskelspannung?
Zum Beispiel im Schulter-Nacken-Bereich und im Gesicht?
In den Armen und den Händen?
Im Bauch,
In den Beinen und den Füßen?
Und was passiert mit deinem Herzschlag?
Und mit deiner Atmung?
Beobachte einfach.
Bewerte nichts.
Lass einfach alles so sein,
Wie es ist.
Bleib noch ein bisschen bei dem Gedanken,
Raum zu schaffen um die Angst herum.
Wenn du möchtest,
Kannst du damit vielleicht auch ein bisschen spielen.
Du kannst zum Beispiel deinen Griff um die Angst herum wieder etwas fester machen.
Und beobachte dabei,
Was in deinen Gedanken und in deinem Körper passiert.
Und dann lockerst du deinen Griff wieder und schaffst wieder mehr Raum um die Angst herum.
Mehr Raum zwischen dir und deiner Angst.
Und schau zu,
Wie sich jeder der beiden Zustände anfühlt und lerne dabei den Unterschied zu erkennen.
Je häufiger du übst,
Dein geistiges Festhalten an der Angst zu lockern,
Desto leichter wird es dir auch im Alltag fallen.
Geh ruhig noch ein paar Mal hin und her in jede Richtung.
Aber beende die Übung bitte mit Raum und Weite um die Wahrnehmung der Angst herum.
Angst nährt sich von der Aufmerksamkeit,
Die wir ihr schenken.
Und auch wenn das völlig paradox klingt,
Ist es doch die Aufmerksamkeit,
Die wir darauf richten,
Sie nicht erleben zu wollen,
Die letzten Endes dafür sorgt,
Dass sie umso stärker wird.
Aber wenn wir unseren mentalen Griff lockern,
Kann auch die Angst im Gegenzug etwas freier atmen.
Diese Übung kann eine Angsterkrankung nicht heilen,
Aber sie kann helfen,
Angstgefühle zu reduzieren und sie im Alltag handhabbar zu machen.
Wenn du diese oder ähnliche Übungen regelmäßig machst,
Wirst du auch erleben,
Wie du insgesamt weniger schnell auf angstauslösende Reize reagierst.
Helfen kann dir dabei auch mein Kurs hier auf InsideTimer,
Body2Mind,
Frieden schließen mit der Angst.
Pass gut auf dich auf.
Alles Liebe,
Deine Bigi
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