
Umgang mit körperlichen Schmerzen
Umgang mit körperlichen Schmerzen.
Transkription
Dies ist eine geleitete Meditation zum Umgehen mit körperlichen Schmerzen.
Die meisten von uns haben in ihrer Kindheit oder Schulzeit oder auf der Universität oder bei irgendeiner Ausbildung nicht gelernt,
Wie man mit körperlichen Schmerzen umgehen kann.
Und wenn wir das nicht gelernt haben,
Dann entstehen meist als Reaktion auf diese körperlichen Schmerzen auch geistige Schmerzen.
Wir ärgern uns und halten an unserem Ärger fest oder wir sind ganz verzweifelt.
Wir resignieren,
Wir bekommen Depressionen als Reaktion auf diese körperlichen Schmerzen.
Und dieses geistige Leiden,
Das hat damit zu tun,
Dass wir Widerstand in unserem Geist gegen dieses unangenehme Gefühl des Schmerzes im Körper aufbauen.
Wir kämpfen dagegen an.
Der Geist,
Der sagt sich so,
Dieser Schmerz sollte eigentlich nicht da sein.
Aber wie es so schön in den fünftäglichen Betrachtungen des Buddha heißt,
Wir sind alle immer wieder in unserem Leben körperlichen Schmerzen und Krankheiten ausgesetzt.
Und diesen Tatbestand können wir einfach nicht entgehen,
Niemand von uns,
Auch der Buddha nicht.
Der Buddha ist an einer Lebensmittelvergiftung gestorben und das war bestimmt ganz schön schmerzhaft.
Dieser Körper ist nicht so eingerichtet,
Dass er nur angenehme Gefühle produziert,
Sondern es gibt auch unangenehme Gefühle und natürlich auch neutrale Gefühle.
Und wenn wir nun körperliche Schmerzen haben,
Dann können wir natürlich eine Schmerztablette nehmen,
Um zu versuchen,
Den Schmerz wegzuzaubern.
Und manchmal ist das möglich und manchmal ist das auch nicht möglich,
Weil die Nebenwirkungen der Schmerzmittel zum Beispiel bei chronischen Schmerzen zu groß sind und wir von daher auch nicht dauernd Schmerzmittel einnehmen können.
Oder der Schmerz ist einfach so groß,
Dass er alle Medikamente übertönt.
Und deshalb ist es gut,
Wenn wir schon bei kleinen körperlichen Schmerzen anfangen,
Mit ihnen zu üben,
Dann fällt uns die Übung im Ernstfall leichter,
Auch mit größeren körperlichen Schmerzen oder andauernden körperlichen Schmerzen umzugehen,
Wenn keine Schmerzmittel mehr helfen oder wenn das zu starke Nebenwirkungen hat.
Und diese kleinen körperlichen Schmerzen,
Das können einfach unangenehme Empfindungen sein,
Zum Beispiel ein Kitzeln auf dem Gesicht oder ein leichter Druckschmerz im Kopf oder mir tut mein Knie so etwas weh.
Das ist wunderbar,
Wenn wir da schon anfangen mit unserer Übung.
Wir können uns jetzt hinlegen oder hinsetzen,
Wenn wir sitzen,
Dann aufgerichtet,
Auf einem Stuhl sitzen oder auch auf dem Boden,
Auf einem Kissen oder Bänkchen und erst mal den ganzen Körper spüren mit der Einatmung und mit der Ausatmung.
Dann können wir schauen,
Gibt es eine Stelle im Körper,
Wo ich unangenehme Empfindungen habe oder schmerzhafte Empfindungen.
Und wir sind uns dann wirklich dieser unangenehmen oder dieser schmerzhaften Empfindungen bewusst und wir sind bereit,
Sie in diesem Augenblick zuzulassen.
Und dabei hilft uns die einfache Frage,
Kann ich diesen Schmerz wirklich spüren und offen für ihn da sein oder kann ich diesen Schmerz wirklich zulassen.
Und wir stellen nur die Frage,
Wir beantworten die Frage nicht.
Wir spüren,
Wie diese Frage,
Kann ich diesen Schmerz zulassen,
Sich auswirkt auf die körperlichen Empfindungen in diesem Gebiet,
Wo wir Schmerz spüren.
Dann als zweites können wir den Schmerz erforschen und spüren,
Ob er eher diffus ist oder ein Kern hat oder eher spitz ist,
Ob das eher ein drückender oder ziehender Schmerz ist oder pulsierend.
Wir schauen einfach genau nach,
Spüren da,
Wie drückt sich jetzt ganz konkret dieses Gefühl des Schmerzes aus und bleiben dabei,
Erforschen dieses Gebiet und schauen,
Was passiert,
Wenn wir dieses Gebiet erforschen,
Ohne irgendetwas zu machen,
Und zu einer ganz freundlichen,
Geduldigen,
Zulassenden Haltung dieses schmerzhafte Gefühl erforschen.
Dann als drittes können wir spüren,
Ob er sich mit der Ein- oder mit der Ausatmung verändert,
Dieser körperliche Schmerz.
Wir spüren einfach,
Wird er stärker mit der Einatmung oder wird er schwächer oder bleibt er gleich?
Spüren wir auch mit der Ausatmung,
Wird er stärker,
Schwächer oder bleibt er gleich?
Mit der Einatmung und mit der Ausatmung.
Und nachdem wir den Schmerz so erforscht haben,
Gehen wir zu einer entfernteren Stelle im Körper hin,
Wo es keinen Schmerz gibt in diesem Augenblick,
Sondern eher neutrale oder angenehme Empfindungen.
Wenn wir zum Beispiel bei unserem Kopf waren,
Weil wir Kopfschmerzen haben,
Dann könnten wir jetzt unsere Aufmerksamkeit zu den Füßen oder den Händen bringen und dort die Empfindungen spüren.
Mit der Einatmung und mit der Ausatmung.
Wenn wir uns von diesem Gebiet des Schmerzes entfernen,
Dann hilft uns das,
Unser Wahrnehmungsfeld zu erweitern,
Sodass der Schmerz und der Geist nicht total dominieren können.
Wir geben dem Schmerz einen weiten Raum,
In dem er unter anderen Empfindungen,
Neutralen oder angenehmen Empfindungen,
Einfach da sein kann.
Das heißt,
Im Hintergrund ist da noch dieses Bewusstsein da von der unangenehmen Stelle im Körper.
Aber der Vordergrund ist diese entfernte Stelle jetzt.
Manchmal können sich diese schmerzhaften Empfindungen in diesem weiten Raum auflösen,
Aber manchmal bleibt der Schmerz auch noch da.
Natürlich sollten wir zum Zahnarzt gehen,
Wenn wir Zahnschmerzen haben,
Und abklären,
Ob er da helfen kann.
Oder wenn wir Schmerzen in der Hüfte oder im Knie haben,
Können wir eine orthopädische Ärztin aufsuchen.
Dann als Fünftes können wir die Frage stellen,
Kann ich diesen schmerzhaften Empfindungen in meinem Körper voller Mitgefühl begegnen?
Wenn das zum Beispiel mein Kopf ist,
Könnte ich dann auch fragen,
Kann ich meinen schmerzenden Kopf im Geiste voller Mitgefühl ganz zärtlich umarmen?
Wir stellen diese Frage einfach nur und wollen sie gar nicht beantworten.
Wir spüren wieder,
Was passiert an diesem Ort,
Wo wir den Schmerz spüren,
Während wir diese Frage stellen.
Das heißt,
Welchen Einfluss hat diese offene Frage auf die schmerzhaften Empfindungen?
Verändert sich dieses schmerzhafte Gefühl?
Eventuell kann vielleicht irgendetwas im Kopf weiter werden durch diese Frage.
Diese Frage,
Kann ich einem schmerzvollen Mitgefühl begegnen oder ihn ganz zärtlich umarmen?
Die hilft uns,
Den Widerstand gegen das Schmerzhafte aufzulösen.
Diese Frage lässt Offenheit und Empfänglichkeit für unser Leben in diesem Augenblick in unserem Bewusstsein entstehen.
Und diese Offenheit und Empfänglichkeit und dieses Zulassen,
Das ist die wichtigste innere Haltung,
Die wir dem körperlichen Schmerz entgegenbringen können,
Damit er sich nicht in geistiges Leiden fortsetzt.
Als Reaktion wäre Ärger,
Verzweiflung,
Resignation,
Depression zu nennen.
Das wäre das geistige Leiden.
Diese geistige Übung,
Mit Schmerzen achtsam und offen und zulassend und mitfühlend umzugehen,
Die können wir unser ganzes Leben lang praktizieren,
Denn es gibt bestimmt viele Gelegenheiten dazu.
Wir werden immer wieder Schmerzen haben im Körper.
Und diese geistige Übung bringt unserem Geist sehr viel Frieden und Gelassenheit und Stabilität.
Unser Geist,
Der normalerweise bei der kleinsten körperlichen Unannehmlichkeit in die Reaktion von Kämpfen oder Fliehen verfällt.
Fliehen könnte sein,
Wenn es starke Schmerzen sind und andauernde chronische Schmerzen,
Dass wir ein Suchtverhalten entwickeln,
Alkohol oder andere Drogen zu uns nehmen,
Weil wir das nicht aushalten.
Und so kann uns diese kleine Übung helfen,
Dem körperlichen Schmerz nicht noch den geistigen Schmerz hinzuzufügen.
Viel Geduld und viel Gelassenheit und viel Forschergeist und Neugier für diese Übung im Umgehen mit den körperlichen Schmerzen und viel Freude,
Wenn sie ab und zu gelingt.
Und das Gelingen heißt nicht,
Dass der körperliche Schmerz aufhört,
Sondern das Gelingen heißt einfach nur,
Dass wir zu dem körperlichen Schmerz keinen geistigen Schmerz hinzufügen.
Einatmend spüre ich meinen ganzen Körper.
Ausatmend lächle ich meinem ganzen Körper zu.
Einatmend bin ich mir der Kostbarkeit meiner geistigen Übung bewusst.
Ausatmend wünsche ich,
Diese Übung mit allen Wesen zu teilen.
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