
Grenzerfahrung
by Kai Meinig
Vielen Menschen fällt es schwer, Grenzen zu ziehen. Dabei liegt Freiheit in der Begrenzung, wenn es darum geht, die Arbeitswoche am Freitag zu beenden oder die Schwiegereltern nur einmal im Jahr zu besuchen. Bemerken wir Grenzverletzung, geraten wir schnell außer Balance. Wir mauern uns ein, verbiegen uns oder vermeiden Grenzerfahrungen gänzlich. Diese Übung kann dir dabei helfen, die eigenen Grenzen zu erspüren und dabei gleichzeitig Stabilität und Flexibilität zu erfahren.
Transkription
In der folgenden Übung möchte ich dir helfen,
Die eigenen körperlichen und geistigen Grenzen aufzuspüren,
Um sie bewusst wahrzunehmen und dabei gleichzeitig Stabilität und Flexibilität zu erfahren.
Schaff dir für die folgende Übung einen Zeitraum,
In dem du ungestört bist und dich wohlfühlst,
Ganz gleich ob auf einem Sitzkissen oder Stuhl.
Nimm einen tiefen Atemzug und mit dem Ausatmen darfst du die Augen sanft schließen und dich auf deinem Platz niederlassen.
Die Hände liegen entspannt auf,
Die Schultern dürfen sinken,
Gleichzeitig sind Becken und Wirbelsäule aufgerichtet.
Sitze entspannt,
Im Sinne von angemessen gespannt.
Nimm dir einen Moment Zeit zu bemerken,
Was anwesend ist.
Ganz gleich ob Anspannung,
Aufregung,
Stress oder vielleicht Neugier,
Freude.
Für die Dauer der Übung ist alles eingeladen,
Mit dir Platz zu nehmen.
Falls du überflüssige Anspannung bemerkst,
Darfst du sie mit jeder Ausatmung loslassen.
Bereich um die Augen,
Schultern.
Und wenn du soweit bist,
Dann spüre jetzt den Atem.
Nimm die Wellenbewegung wahr,
Das Ein- und Ausatmen,
Ohne dass du dafür etwas tun oder verändern brauchst.
Du darfst genießen,
Dass du atmest,
Darfst dich wohlfühlen,
Deinen Körper dabei beobachten,
Wie die Luft ein- und wieder ausströmt.
Und nun richte die Aufmerksamkeit auf deinen Körper.
Nimm wahr,
Spüre,
Dass du sitzt und wie du sitzt.
Die Position wahr,
Die du eingenommen hast,
Welche Stellung,
Welchen Kontakt haben die Beine,
Arme,
Hände.
Nimm den Raum wahr,
Den der Körper einnimmt.
Seine Begrenzungen durch Kleidung oder Luft.
Sind es die tatsächlichen Grenzen des Körpers oder hast du das Gefühl,
Sie sind flexibel,
Gehen ein wenig darüber hinaus.
Wie nimmst du den Raum wahr,
Der den Körper umgibt.
Und immer wenn du bemerkst,
Dass deine Aufmerksamkeit nicht mehr im Körper ist,
Du gerade denkst oder träumst,
Nimm kurz wahr,
Was hat dich abgelenkt und komm freundlich zurück.
Spür den Kontakt zur Sitzunterlage.
Erforsche im Detail die Qualitäten der Empfindung,
Die mit Kontakt,
Druck,
Gewicht einhergehen.
Wie erlebst du die Begrenzung deines Körpers auf der Sitzunterlage?
Wie spürst du diese Begrenzung?
Ist es eine starre Grenze oder verändert sie sich mit der Zeit?
Spüre jetzt die Füße oder Beine auf dem Boden.
Welche Empfindung entspringen aus dem Kontakt Fuß Boden?
Wie erfährst du diese Grenze?
Und nun lasse deinen Kopf ganz langsam mit dem Kinn in Richtung Brust sinken.
Spür die Dehnung im Nacken,
Schultern,
Enge oder weite in der Brust.
Und nimm auch hier wahr,
Wie spürst du deine natürliche Grenze.
Drehe dann das gesenkte Kinn langsam in Richtung linker Schulter.
Nimm wahr,
Welche Empfindungen sich zeigen.
In welchen Bereichen zeigt sich Dehnung,
Spannung?
Und mit der passenden Ausatmung lass das Kinn zur Brust sinken.
Und mit der Einatmung drehe das Kinn in Richtung der rechten Schulter.
Nimm auch hier wahr,
Wann ist deine körperliche Grenze erreicht?
Ist diese Grenze flexibel oder starr?
Achtest du deine Grenze oder gehst du darüber hinweg,
Weil du beweglich sein willst,
Die Übung perfekt meistern musst oder Freude an Herausforderungen hast?
Oder hast du Angst an die Grenze zu gehen,
Weil du glaubst,
Sowieso nicht beweglich zu sein,
Dich vor Schmerzen fürchtest oder keinen Sinn in dieser Übung siehst?
Du darfst das Kinn zurück zur Brust bringen und die Übung noch einmal in deinem eigenen Tempo wiederholen.
Wahrnehmen,
Was dir begegnet,
Ohne dass du es bewerten sollst oder verurteilen brauchst.
Wenn du soweit bist,
Bring den Kopf zurück in eine neutrale Haltung.
Spür noch einmal den gesamten sitzenden Körper,
Seine Position und Begrenzungen.
Durch Kleidung,
Durch Luft,
Den Raum,
Den er einnimmt und den Raum,
Der ihn umgibt.
Werde dir ebenfalls bewusst,
Wo liegen deine Grenzen im Alltag?
Wann unterstützt,
Wann schadet es,
Über deine Grenzen zu gehen?
Welche Grenzen solltest du ziehen und welche Grenzen magst du eventuell erweitern?
Und wenn du soweit bist,
Nimm einen bewussten,
Tieferen Atemzug.
Öffne langsam die Augen und nimm dir etwas Zeit zum Nachspüren.
Wie ist dir die Übung gelungen?
Was für Grenzerfahrungen hast du heute gemacht?
Nehmen wir unsere Grenzen bewusster wahr,
Wissen,
Was tut mir gut,
Was brauche ich,
Können wir im nächsten Schritt damit beginnen,
Sie zu achten und unseren Mitmenschen gegenüber zu kommunizieren.
Dadurch wirst du weniger Verletzungen erfahren,
Während du dich nicht scheuen brauchst,
Hin und wieder überraschende Grenzerfahrungen zu machen.
Ich würde mich freuen,
Wenn wir uns in dieser oder einer anderen Übung wiederhören.
Bis dahin.
Pass gut auf dich auf.
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