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SOS bei Stress, Angst und Panik: Unsere Sinne als Anker nutzen

by Stefanie Lehrter

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Meditation
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Panikattacken und Angstzustände, die uns oft scheinbar ohne Auslöser überwältigen können und uns massiv in unserem Leben einschränken. Dieser Podcast zeigt, wie man die eigene Fokussierung nutzen und in akuten Situationen ein inneres Gefühl von Halt und Sicherheit entwickeln kann. Die hier vorgestellte Technik ermöglicht zudem in einer regelmäßigen Praxis eine Veränderung in den neurophysiologischen Netzwerken, die uns Handlungsmöglichkeiten und Kontrolle zurückgeben können.

Transkription

Herzlich willkommen zu diesem Podcast,

In dem es um einen möglichen Umgang mit akuten Paniksituationen gehen wird.

Die beiden wichtigsten dazugehörigen Meditationen findest Du übrigens unter dem Titel Zentrierung to go ebenfalls hier bei InsideTimer.

Viele Menschen leiden unter wiederkehrenden Panikattacken und Angstzuständen,

Und der wohl häufigste Ratschlag,

Den diese Menschen zu hören bekommen,

Lautet,

Atme ganz bewusst langsam ein und aus,

Das beruhigt Dich.

Und in sehr vielen Fällen ist dies auch durchaus sehr effektiv,

Vor allem deswegen,

Weil eine langsame und tiefe Atmung nicht nur die Aufmerksamkeit ablenkt,

Sondern auch direkt den Puls beruhigt und dadurch die Anspannung im Körper verringert.

Aber nicht immer funktioniert dieser Trick.

In manchen Fällen ist er sogar kontraproduktiv,

Denn es gibt einige Menschen,

Die während einer Panikattacke eine starke Atemnot fühlen,

Und für diese Menschen ist der Rat,

Sich durch langsames und bewusstes Atmen wieder zu beruhigen,

Nur sehr selten hilfreich,

Denn es lenkt den Fokus sehr genau auf das,

Was die Panik noch weiter anfacht.

Stattdessen kann es hilfreich sein,

Sich so früh wie möglich auf einen anderen Sinn zu fokussieren,

Wenn die typischen Symptome von Angst einsetzen.

Und meiner Erfahrung nach bieten sich hier als erstes das Sehen und das Hören an,

Denn diese Sinne sind in der Regel so gut geschult,

Dass wir viele Reize darüber wahrnehmen,

Und gleichzeitig lenken sie die Wahrnehmung weg von den panikauslösenden Körperempfindungen hin zu etwas,

Was wir im Außen wahrnehmen,

Und dadurch können sie es noch schneller ermöglichen,

Wieder aus dem Angstzustand herauszukommen oder diesen eben schon bei den ersten Anzeichen direkt abzuwenden.

Wichtig ist mir an dieser Stelle,

Darauf hinzuweisen,

Dass dieser Umgang mit den unangenehmen Symptomen allein nicht ausreicht,

Um Panikattacken zu behandeln,

Aber sie können uns in akuten Situationen dabei helfen,

Die Kontrolle wieder zu erlangen,

Und uns dadurch in die Lage versetzen,

Uns mit den zugrunde liegenden Thematiken erst zu beschäftigen,

Und das wiederum kann dann entweder durch eine zusätzliche Meditationspraxis oder aber durch eine geeignete Therapieform mit einem Therapeuten zusammengestehen.

Mit der Umfokussierung auf das,

Was wir sehen oder hören,

Nutzen wir denselben Effekt wie die Hypnotherapie,

Denn wir nehmen immer das bewusst wahr,

Worauf wir unsere Aufmerksamkeit lenken.

Wenn Du jetzt gerade also diesem Podcast zuhörst,

Spürst Du vielleicht gar nicht mehr die Uhr am Handgelenk,

Oder den Stuhl oder den Boden,

Auf dem Du sitzt,

Oder die Kleidung,

Die Du trägst.

Sehr wahrscheinlich wirst Du aber genau jetzt diese Gegenstände plötzlich wieder spüren,

Und das liegt nicht daran,

Dass sie plötzlich schwerer,

Härter oder enger geworden sind.

Es liegt ausschließlich daran,

Dass Du durch meine Worte Deine Aufmerksamkeit wieder auf sie gerichtet hast.

Das bedeutet also,

Wenn wir uns darin üben,

Unseren Fokus bewusst zu lenken,

Können wir bestimmen,

Was wir wahrnehmen,

Und das gilt nicht nur für Reize im Außen,

Sondern eben auch ganz stark für unsere Körperempfindungen.

Ich persönlich nutze diesen Effekt übrigens besonders gern beim Zahnarzt,

Wenn ich meinen Fokus dann auf den abwechselnden Druck meiner Hände auf meinen Oberschenkel denke,

Anstatt auf das,

Was mein Zahnarzt da gerade in meinem Mund veranstaltet.

Und in den zu diesem Podcast gehörenden Meditationen zeige ich Dir,

Wie Du diese Umfokussierung hinbekommen kannst,

Und wie Du sie auch in schwierigen Situationen aufrechterhalten kannst.

Hör sie Dir,

Wenn Du magst,

Also einfach mal an,

Und trainiere Deine Fähigkeit,

Die Aufmerksamkeit bewusst zu lenken.

Und Du kannst dazu dann in der weiteren Arbeit natürlich auch andere Sinne nutzen,

Die explizite Wahrnehmung der Luft oder der Temperatur auf Deiner Haut zum Beispiel,

Oder auch Deinen Geschmacks- oder Geruchssinn.

Und die Fokussierungen aus diesen Meditationen lassen sich auch ziemlich einfach in Deinen Alltag einbauen.

Du kannst Dir einfach immer dann,

Wenn Du gerade Zeit hast,

Ein paar Momente nehmen,

Um Dich ganz bewusst auf die Empfindungen von einem Sinn zu fokussieren.

Und die Fragen aus der Meditation zeigen Dir,

Wie Du es schaffen kannst,

Auch bei diesem einen Fokus zu bleiben.

Und je öfter Du übst,

Deine Aufmerksamkeit bewusst zu lenken,

Desto eher kannst Du auch in Zukunft bei den ersten Anzeichen von Stress oder Angst und Panik das automatisch ablaufende Muster einer Panikattacke oder eines unangenehmen Triggers unterbrechen und Dich wieder zentrieren.

Was bei einer wiederholten Panikattacke abläuft,

Ist ein Schema im Gehirn,

Das eigentlich in total großartiger Wechselwirkung mit unserem Körper eine hervorragende Lernleistung abliefert – nur halt leider auf eine Art und Weise,

Die unser Leben massiv beeinträchtigen und eindränken kann.

Wie kannst Du Dir das nun also vorstellen,

Was da in Dir vorgeht?

Am Anfang steht immer irgendein Reiz.

Das kann eine bewusste Wahrnehmung eines Triggers sein,

Oder auch eine unbewusste,

Wie es zum Beispiel die Wirkung von Musik oder Gerüchen häufig ist.

Es kann auch eine nur sehr kurz aufblitzende Sinneswahrnehmung sein,

Die viel zu schnell für unser bewusstes Denken ist,

Dem Gehirn aber dennoch ein Alarmsignal sendet.

Und unser Gehirn erkennt nun also,

Dass es da ein wichtiges Signal bekommen hat,

Und scannt rasant schnell frühere Reaktionen auf einen solchen Reiz und findet das Schema der Panikattacke,

Das vielleicht sogar schon öfter erfolgreich abgelaufen ist – immerhin leben wir noch,

Das ist eindeutig ein Erfolg für unser Gehirn – und sagt unserem Gehirn,

Ich sollte dieses Schema vielleicht gerade mal aktivieren.

Und dann reagiert unser Körper ebenfalls sehr schnell und meldet dem Gehirn damit zurück,

Ja,

Alles richtig gemacht,

Passende Reaktion,

Kenne ich,

Hatten wir schon öfter,

Läuft inzwischen automatisch und übrigens,

Symptom XY gehört auch noch dazu.

Und unser Gehirn,

Brav wie es ist,

Hört auf unseren Körper und aktiviert das Netzwerk für Symptom XY und speichert diese schnelle Reaktionskette als erneuten,

Erfolgreichen Umgang mit dem ursprünglichen Reiz ab.

Je früher wir nun also dieses erlernte Muster durch eine Umfokussierung unterbrechen,

Desto schneller senden wir ganz bewusst ein Signal an unser Gehirn und unser Körpergedächtnis,

Das dann sagt,

Halt,

Stopp,

Nein,

Das ist nicht das,

Was ich will.

Und damit ihr,

Liebes Gehirn und lieber Körper,

Mich jetzt nicht gleich überrennt,

Nur weil ihr meint,

Das hatten wir schon so oft,

War immer erfolgreich,

Machen wir weiter,

Egal was du uns sagst,

Stoppen wir den ganzen Prozess durch die Aufrechterhaltung der Umfokussierung,

Quasi wie bei einer Straßensperrung mit Umleitung.

Und damit das auch wirklich erfolgreich ist,

Kann es besonders hilfreich sein,

Den Fokus weg vom eigenen Körper eben auf etwas im Außen zu lenken.

Denselben Effekt sehen wir übrigens immer wieder bei Kindern,

Die ganz unvermittelt zu vergessen scheinen,

Dass sie gerade geweint oder sich wehgetan haben.

Wenn irgendwas anderes,

Häufig etwas im Außen,

Plötzlich ihre Aufmerksamkeit einfängt.

Und damit diese Umfokussierung so früh wie möglich geschehen kann,

Ist es ebenso enorm hilfreich,

Diese bewusste Wahrnehmung eines Sinns in ganz normalen Situationen immer wieder zu trainieren,

Damit auch das einfach ein sehr gewohntes und fast schon automatisch ablaufendes Reaktionsmuster wird.

Ich hoffe,

Dir hat der Podcast gefallen und Du hast ein erstes Verständnis für das bekommen,

Was bei einer Panikattacke passiert.

Und vielleicht hast Du ja Lust,

Deine bewusste Wahrnehmung jetzt auch in Deinem Alltag einfach schon ein bisschen zu schulen,

Denn,

Wie mein Beispiel beim Zahnarzt zeigt,

Kann das auch im ganz normalen Alltag schon sehr hilfreiche Dienste leisten.

Ich danke Dir fürs Zuhören und freue mich,

Wenn wir uns vielleicht bei der Meditation wiedersehen.

4.6 (97)

Neueste Bewertungen

Charlotte

November 13, 2025

Der unmittelbare Fokus auf etwas was man sieht, hoert oder spuert hat mir sehr weiter geholfen, herzlichen Dank für diesen wichtigen Rat.

Rainer

October 30, 2025

Hat mich inspiriert, ihr zu folgen und mehr zu lernen.

Regina

April 11, 2025

Danke für die wertvollen Infos zu diesem Thema.

October 9, 2021

Sehr schön erklärt,hoffe Ich kann die Angst bald besiegen!Vg

Inka

August 18, 2021

January 8, 2021

Verständlich und ein paar aha Effekte

L

October 13, 2020

Vielen Dank! Diese Tipps helfen mir im Zusammenhang mit anderem :)

Peter

August 8, 2020

Herzlichen Dank!!!

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