15:07

Tonglen. Emotionale Photosynthese

by Biggi Junge

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Meditation
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Toglen ist eine Form der Meditation, die in der tibetisch-buddhistischen Tradition verwurzelt ist. Es wird als "Geben und Empfangen" übersetzt und traditionell als das Aufnehmen von Dunkelheit und das Ausstrahlen von Leichtigkeit praktiziert. Das Bild ähnelt so sehr dem Prozess der Photosynthese, dass ich eine Visualisierung erstellt habe, in der Du der Baum bist, der den lebensspendenden Sauerstoff produziert und ihn mit all jenen teilt, die ihn brauchen. Hintergrundmusik von Chris Collins.

Transkription

Such dir einen Ort,

An dem du die nächsten 10 Minuten nicht gestört wirst.

Mach es dir bequem.

Setz dich auf einen Stuhl,

Ein Meditationskissen oder auf den Boden.

Stell dir vor,

Du bist eine Marionette.

Du hast einen Zentralfaden am Schädeldach,

Der dich nach oben zieht.

Deine Schultern fließen nach unten.

Die Schulterblätter bewegen sich ein kleines bisschen nach hinten unten zusammen.

Deine Arme hängen locker am Körper herab und deine Hände ruhen auf deinen Oberschenkeln oder im Schoß.

Wenn du möchtest,

Kannst du jetzt die Augen schließen.

Wende deine Aufmerksamkeit deiner Atmung zu und spüre,

Wie sie ein- und ausströmt.

Beobachte die Atmung nicht.

Spüre sie nur.

Du bist im Inneren deiner Atmung.

Du atmest und deine Atmung atmet dich.

Nun stell dir vor,

Du säßt einen Baum.

Wurzeln sprießen von deinem Becken aus nach unten in die Erde.

Sie sprießen tief nach unten und auch ein kleines bisschen seitwärts.

Wandere mit deiner Aufmerksamkeit an deinen Wurzeln entlang.

Zunächst sind sie kräftig und dick und je weiter du ins Erdreich eindringst,

Desto kleiner und zierlicher werden deine Wurzeln,

Bis du schließlich an einem Punkt erreichst,

An dem du nicht mehr zwischen deinen Wurzeln und der Erde unterscheiden kannst.

Du bist mit der Erde verbunden.

Du und die Erde,

Ihr seid eins.

Nun wandere mit deiner Aufmerksamkeit in die entgegengesetzte Richtung,

Zurück in Richtung Erdoberfläche.

Von dort aus wendet sich deine Wahrnehmung,

Deine Wirbelsäule zu.

Sie ist ein Stamm,

Gerade und stabil und dennoch beweglich und leicht.

Weiter wandert deine Aufmerksamkeit deine Äste entlang.

Zunächst sind es auch hier nur ein paar wenige kräftige Äste.

Weiter und weiter wanderst du an immer kleiner und feiner werdenden Ästen und Zweigen entlang,

Bis du schließlich bei deinen Blättern ankommst.

Spüre deine Blätter,

Diese grüne Fülle.

Spüre,

Wie sie sich in einer leichten Brise bewegen.

Vielleicht kannst du sogar ihr Rascheln hören.

Deine Blätter sind ein Wunder biologischer Ingenieurskunst.

Sie sind in der Lage,

Energie aufzunehmen und sie zu transformieren.

Sie atmen Kohlendioxid ein und Sauerstoff aus.

Sauerstoff,

Der alle Lebewesen auf diesem Planeten nährt.

Du bist dieser Baum und du bist ein Wunder.

Nun stell dir vor,

Dass der Baum,

Der du bist,

Von einem Nebel umgeben ist.

Der Nebel ist eher dunkel.

Welche Farbe hat er für dich?

Ist er schwärzlich schwarz oder grau?

Hat er vielleicht einen grünlichen Ton oder hat er eine ganz andere Farbe?

Schau,

Was für eine Farbe für dich auftaucht und nimm einfach an,

Was kommt.

Deine Blätter atmen diesen Nebel ein und nehmen ihn in sich auf.

Sie brauchen ihn,

Um zu wachsen.

Atme den Nebel durch die Poren deiner Blätter ein und lass ihnen jedes Blatt,

Jeden Zweig,

Jeden Ast,

Deinen Stamm und dein gesamtes Wurzelwerk erfüllen.

Lass ihn dein Zentrum erreichen.

Was ist dein Zentrum?

Dein Zentrum ist Mitgefühl und dein Mitgefühl transformiert den Nebel zu hellem,

Strahlendem Licht.

Welche Farbe hat dein Licht?

Schau auch hier,

Was auftaucht und nimm es an.

Dann atme das Licht aus.

Lass es aus deinem Zentrum zurück entlang der Äste und Zweige zu deinen Blättern strömen.

Das Licht strömt aus deinen Blättern hinaus und mischt sich mit dem dich umgebenden Nebel.

Atme weiter in deinem Rhythmus.

Nimm den Nebel in dich auf,

Transformiere ihn durch den Kontakt mit deinem Mitgefühl und gebe das entstehende Licht nach außen ab.

Da ist eine Person,

Die zwischen deinen Wurzeln auf dem Erdboden sitzt.

Sie hat den Rücken an deinen Stamm gelehnt und es scheint ihr irgendwie nicht gut zu gehen.

Kannst du ihre Energie spüren?

Ist da eine Art Schwere oder fühlt sich etwas klebrig oder grob an?

Vielleicht spürst du auch Unruhe.

Was immer es ist,

Atme diese Energie ein.

Nimm sie in dich auf und transformiere sie im Licht deines Mitgefühls und dann sende die heilende Energie zurück zu der Person,

Die dir zu Füßen sitzt.

Mach das für ein paar Atemzüge.

Nun denke an andere Lebewesen,

Denen das nicht gut geht.

Überfordere dich nicht.

Du musst nicht gleich die ganze Welt retten.

Denke an so viele Lebewesen,

Wie sich für dich machbar anfühlt.

Fühle ihre Energie.

Fühle sie.

Nimm sie in dir auf.

Lass sie dich durchströmen und transformiere sie durch deine endlose Fähigkeit,

Mitgefühl zu empfinden.

Lass den Atem deiner Blätter ihre Trauer,

Ihre Angst und ihre Unsicherheit heilen.

Bleib noch ein bisschen dabei für ein paar Atemzüge.

Und wenn du möchtest,

Nur wenn du möchtest,

Kannst du den Kreis der Lebewesen,

Für die du atmest,

Noch einmal ein bisschen vergrößern.

Du musst aber nicht.

Mach es so,

Wie es für dich gut ist.

Vielleicht fällt dir auf,

Dass sich der Nebel um dich herum trotz all deiner Bemühungen nicht lichtet.

Das ist okay.

Das ist sogar normal.

Der Baum braucht Kohlendioxid,

Um Sauerstoff zu produzieren.

Es wird immer Kohlendioxid geben.

Und genauso wird es immer Leiden geben.

Und wir brauchen den Nebel des Leidens,

Um Mitgefühl zu entwickeln.

Nun lass das Bild deines Baumes langsam wieder gehen und kehre zu deiner Atmung zurück.

Lass sie ein- und ausfließen.

Ein und aus.

Ein und aus.

Beobachte sie nicht von außen.

Spüre sie von innen.

Du atmest.

Dein Körper atmet.

Dein Atem fließt von selbst.

Und nun nimm noch einmal einen bewussten und tiefen Atem Zug.

Fang an,

Wenn du möchtest,

Die Finger und die Zehen zu bewegen.

Wenn du magst,

Verschränke die Finger und schiebe die Handflächen erst nach vorne und dann nach oben.

Recke und strecke dich dabei,

Wenn es dir gut tut.

Gähne ruhig ein bisschen.

Und dann öffne ganz langsam wieder die Augen.

Ich hoffe sehr,

Dass diese Übung dir gut getan hat.

Du kannst zu ihr zurückkehren,

So oft du möchtest.

Du kannst sie aber auch in einer klitzekleinen Kurzversion von ein paar wenigen Atemzügen unterwegs machen,

Wann immer dir danach ist.

Alles Liebe,

Deine Biggie.

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