
Offene Augen - Ruhiger Geist, Eine Seh-Meditation
Diese Seh-Meditation mit offenen Augen lädt dich ein, die Welt bewusster wahrzunehmen und den gegenwärtigen Moment mit neuer Klarheit zu erleben. Durch achtsames Beobachten von Farben, Formen, Licht und Raum lernst du, zwischen unmittelbarer Wahrnehmung und bewertenden Gedanken zu unterscheiden. Die Praxis stärkt Präsenz, Fokus und innere Ruhe, ohne dass du die Augen schließen musst. Ideal für Menschen, die Achtsamkeit in ihren Alltag integrieren und ihre Wahrnehmung vertiefen möchten. Eine sanfte Übung für mehr Bewusstheit, Gelassenheit und Verbundenheit mit dem Hier und Jetzt.
Transkription
Nimm dir einen Moment Zeit um anzukommen.
Du kannst sitzen oder stehen.
So wie es für dich heute angenehm ist.
Vielleicht magst du spüren,
Wie deine Füße den Boden berühren.
Oder wie die Sitzfläche dich trägt.
Lass deine Wirbelsäule sanft aufgerichtet sein,
Der Körper darf wach sein und gleichzeitig weich.
Nimm deinen Atem wahr.
Du musst ihn nicht verändern.
Vielleicht genügt es einfach zu bemerken,
Dass du atmest.
Und während du hier bist,
Erlaube auch deinen Augen anzukommen.
Die Augen bleiben geöffnet.
Ohne etwas Bestimmtes finden zu müssen.
Vielleicht schaust du nach draußen.
Oder in einen Raum.
Vielleicht einfach dorthin,
Wo dein Blick von selbst ruhen möchte.
Lass deinen Blick weich werden.
Nicht suchend,
Nicht fixierend,
Einfach weich.
Du musst nichts Besonderes sehen,
Nur wahrnehmen,
Dass du siehst.
Nun öffne den Blick etwas weiter.
Nimm den Raum als Ganzes wahr.
Seine Farben.
Seine Formen.
Licht und Schatten.
Vielleicht auch Bewegung.
Was ist im Vordergrund?
Was ist weiter entfernt?
Vielleicht bemerkst du,
Wie schnell der Geist beginnt,
Dinge zu benennen.
Oder sie zu bewerten.
Das ist schön.
Das kenne ich.
Das gefällt mir nicht.
Und vielleicht kannst du für einen Moment unterscheiden zwischen dem unmittelbaren Sehen und den Gedanken über das Gesehene.
Du musst die Gedanken nicht loswerden.
Wenn sie auftauchen,
Dann dürfen sie da sein.
Nimm sie einfach wahr.
Und dann kehre freundlich zum Sehen zurück.
Betrachte,
Ohne es sofort zu benennen.
Lass das Bild oder das Objekt einfach da sein.
Wähle dir einen Punkt oder ein Objekt aus.
Etwas Einfaches.
Einen Baum,
Eine Tasse,
Ein Lichtreflex.
Oder irgendein Detail,
Das deinen Blick anzieht.
Lass deinen Blick und deine Aufmerksamkeit.
Dort für einige Atemzüge ruhen.
Nicht starr.
Eher wie ein sanftes Verweilen.
Vielleicht bemerkst du,
Wie sich deine Wahrnehmung verändert,
Wenn der Blick sich sammelt.
Was geschieht mit dem Rest des Raumes?
Wird der Hintergrund weicher.
Rückt etwas anderes in den Hintergrund.
Nimm einfach wahr,
Ohne etwas erreichen zu müssen.
Und wenn es stimmig ist,
Dann löse den Fokus langsam wieder.
Lass den Blick erneut weit werden,
Erneut weich werden.
Spüre den Unterschied zwischen einem fokussierten und einem weiten Blick.
Nun beginne ein wenig mit der Aufmerksamkeit zu spielen.
Die Augen können ruhig bleiben.
Und dennoch darf sich der Fokus deiner Aufmerksamkeit verändern.
Vielleicht bemerkst du,
Du kannst das Ganze wahrnehmen.
Und dann wieder ganz bewusst ein einzelnes Detail.
Ohne die Augen stark zu bewegen.
Das Ganze.
Und wieder ein Detail.
Deine Aufmerksamkeit darf sich bewegen wie eine Linse.
Mal weit.
Mal präzise.
Mal offen für alles.
Mal gesammelt bei einem Punkt.
Beobachte dabei auch deinen Körper.
Vielleicht verändert sich der Atem.
Vielleicht verändert sich die Spannung im Gesicht oder um die Augen.
Vielleicht spürst du kleine Bewegungen der Augenmuskeln.
Es gibt kein richtig,
Es gibt kein falsch.
Alles ist,
Wie es gerade ist.
Erkunde das Sehen als eine Bewegung von Bewusstsein.
Nicht als eine Leistung der Augen.
Und nun richte den Blick langsam auch auf dich selbst.
Ohne den Kopf zu bewegen.
Kannst du Teile deines Körpers sehen.
Vielleicht deine Hände?
Deine Kleidung.
Den Umriß deiner Nase.
Vielleicht eine Brille?
Und nimm wahr,
Auch du bist Teil dieses Bildes.
Und während die Augen offen bleiben,
Darf sich die Aufmerksamkeit mehr und mehr nach innen wenden.
Spüre den Atem im Körper.
Vielleicht den Herzschlag.
Die Temperatur der Haut.
Die Schwere oder Leichtigkeit deines Körpers.
Was geschieht mit deinem Blick,
Wenn du innerlich wirst?
Die Augen bleiben offen.
Und zugleich die Aufmerksamkeit stiller und näher.
Du siehst.
Und du fühlst.
Beides darf gleichzeitig da sein.
Lasst den Blick nun wieder weich und weit werden.
Und vielleicht magst du dir vorstellen,
Nicht du gehst hinaus zur Welt,
Sondern die Welt kommt zu dir.
Das Licht fällt in deine Augen.
Farben,
Formen und Bewegungen erreichen dich von selbst.
Du musst nichts holen,
Du darfst empfangen.
Vielleicht verändert das etwas.
Vielleicht entsteht dadurch mehr Ruhe oder Weichheit oder Verbundenheit.
Vielleicht auch einfach nur ein stiller Moment.
Sehen ist Empfangen.
Das Licht bringt dir die Welt.
Und nun beginne langsam diese Meditation abzurunden.
Du musst das Sehen nicht festhalten.
Vielleicht mögen sich die Augen im Moment auch für einige Atemzüge schließen.
Vielleicht auch nicht.
Spüre noch einmal den Atem.
Den Kopf,
Den Kontakt zum Boden.
Und wenn du möchtest,
Dann bewege dich ein wenig.
Vielleicht ein Strecken.
Ein Gehnen,
Ein Kreisen der Schultern,
Kleine Bewegungen im Nacken.
Und wenn du die Augen gerade geschlossen hattest,
Dann öffne sie langsam wieder.
Und betrachte diese Welt,
Als würdest du sie für einen Moment ganz neu sehen.
Die Welt mag dieselbe sein.
Und vielleicht ist sie doch ein wenig anders,
Weil du sie bewusst wahrnimmst.
Nimm dir noch einen Augenblick zum Nachspüren.
Vielleicht fragst du dich.
Was habe ich entdeckt?
Wie verändert sich meine Wahrnehmung,
Wenn ich weniger bewerte?
Das war angenehm.
Was war vielleicht ungewohnt oder irritierend?
Und erinnere dich.
Alles,
Was du wahrgenommen hast,
Darf Teil der Erfahrung sein.
Es gibt nichts zu leisten.
Nur dieses Sehen.
Dieser Moment.
Schön,
Dass es dich gibt.
Mein Name ist Alexander Trost.
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