
3. Unruhe, Lächeln & Atmen — Zum Umgang mit starken Gefühlen
by Malte Klar
Ziel dieser Meditation ist, zu lernen, auch stärkere Gefühle zu erlauben und zu akzeptieren (anstatt Unangenehmes immer nur zu verdrängen oder zu bekämpfen). Der Fokus ist dabei Selbstfreundlichkeit und Selbstmitgefühl. Wenn zum Ende der Meditation weiterhin starke Gefühle präsent sind, kannst du z. B. 1. die Übung wiederholen, 2. dich in freundlichem Selbstmitgefühl üben (siehe geleitete Meditation dazu), 3. das Gefühl einfach weiter halten, ohne dich in der Geschichte dazu zu verlieren (denn Gefühls-Akzeptanz heißt, nicht Gefühle loswerden wollen, sondern Frieden damit machen, dass es manchmal unangenehm sein darf), 4.überprüfen, ob es in dir auch noch andere Stimmen gibt, die die Situation vielleicht ganz anders bewerten, was wiederum andere Gefühle hervorruft, 5. die Aufmerksamkeit bewusst mit Aktivität auf etwas anderes richten (in der Natur spazieren gehen, Joggen, Musik hören, tun, was immer dir gut tut, …), 6. mit einer vertrauten Person oder der Telefonseelsorge sprechen.
Transkription
Meditation 3 zum Umgang mit starken Gefühlen,
Der Unruhe lauschen,
Lächeln und atmen.
Diese Meditation soll dir helfen,
Mit unangenehmen Erfahrungen besser zurecht zu kommen.
Nutze sie,
Wenn es dir gerade nicht gut geht oder vergegenwärtige dir ganz absichtlich etwas,
Das dich belastet.
Achtsamkeit ist nicht einfach eine angenehme Entspannungsübung,
Sondern ein Gelassenheitstraining.
Zum Beispiel im Umgang mit Anspannung,
Unruhe,
Starken Gefühlen wie Angst,
Trauer,
Hilflosigkeit oder Wut.
Gefühle unterdrücken kann viele Symptome auslösen.
Verspannung,
Schmerzen,
Depression und vieles mehr.
Gefühle sind aber keine Feinde,
Die man bekämpfen oder vermeiden muss,
Sondern eher wie die eigenen Kinder,
Für die man als Erwachsener die volle Verantwortung trägt.
Durch Übung kannst du auch zunehmend intensiveren Gefühlen Raum geben.
Wenn diese Fähigkeit wächst und du kompetenter im Umgang mit Gefühlen wirst,
Verlierst du die Angst vor Gefühlen,
Das Leben fällt dir leichter und du entwickelst mehr Selbstvertrauen und Selbstakzeptanz.
Dadurch kannst du stärker werden,
Freundlicher,
Gelassener und Erwachsener.
Die folgende Anleitung klingt absichtlich ganz einfach,
Es geht aber um ein lebenslanges Lernen dieser Kunst.
Bevor du diese Übung machst,
Beachte bitte drei Hinweise zur Selbstversorge.
Erstens,
Achte gut auf dich und deine Grenzen.
Es geht darum,
Vielleicht die Komfortzone zu verlassen und dich etwas herauszufordern,
Aber nie darum,
Dich zu überfordern.
Zweitens,
Übe in kleinen Schritten,
Behutsam und freundlich.
Und drittens,
Falls es dir mal zu bunt wird,
Lenke die Aufmerksamkeit zwischenzeitlich auf die äußere Welt oder auf Aktivität und erlaube dir,
Hilfe zu holen und anzunehmen,
Wo du sie brauchst.
Beginne nun,
Wie immer,
Mit einem freundlichen Lächeln dir selbst gegenüber und mit Vertrauen gegenüber dem,
Was in den nächsten Minuten innerlich auftauchen mag.
Richte dich auf und vergegenwärtige dir,
Dass du bereits erwachsen bist und durchaus in der Lage,
Dir Schwieriges anzuschauen und zu halten und atme dann dreimal tief in den Bauch und spüre dabei,
Wie er dich beim ganz langsamen Ausatmen durch den Mund im Hier und Jetzt in deinem Körper verankern kann.
Der Atem ist ein treuer,
Beruhigender Begleiter,
Immer für dich da,
Wenn du ihn brauchst.
Lasse den Atem dann wieder frei fließen und lasse dich während der Übung von ihm begleiten.
Benenne innerlich das Thema,
Das dich beschäftigt und dem du nun deine Aufmerksamkeit schenken möchtest.
Nimm wahr,
Was dabei gedanklich und in Bildern auftaucht,
Aber widme dich den Gefühlen,
Die das Thema in dir auslöst.
Gefühle zulassen,
Gedanken ziehen lassen.
Wenn du Anspannung im Körper wahrnehmen kannst,
Schau,
Ob sich dahinter Gefühle verbergen.
Gefühle kommen und gehen in Wellen.
Kein Gefühl dauert ewig.
Gefühle sind nicht gefährlich.
Um ein Gefühl zu verdauen,
Brauchst du nichts weiter tun als fühlen und atmen.
Lass die Welle durch dich durchziehen,
So gut es eben gerade geht.
Manche sagen auch,
Du kannst die Wellen nicht stoppen,
Aber du kannst surfen lernen.
Erinnere dich an deinen Atem,
Mit dem du auf der Welle reiten kannst.
Verstrecke dich nicht in der Geschichte zum Gefühl.
Wirf das Holz der Gedanken nicht in das Feuer der Gefühle.
Dann verbrennt das Gefühl von ganz allein.
Gefühle zulassen,
Gedanken ziehen lassen.
Ich bin nicht das Gefühl,
Ich habe das Gefühl und ich kann die Verantwortung dafür übernehmen.
Je nach Intensität gelingt es dir vielleicht sogar,
Das Gefühl freundlich in den Arm zu nehmen und ihm zuzulächeln.
Je verletzlicher das Gefühl,
Desto behutsamer,
Einfühlsamer,
Feinfühliger kann dein Lächeln sein.
Im zarten Kontakt mit dem Schmerzhaften.
Manche erleben das so,
Als würden sie ein weinendes Kind auf dem Arm halten.
Ein Kind,
Das Angst hat,
Nimmt man ernst,
Nimmt man liebevoll in den Arm,
Aber glaubt nicht alles,
Was es aus Angst so denkt oder sagt.
Gefühle zulassen,
Gedanken ziehen lassen und dich liebevoll um dich selbst und deine Gefühle kümmern.
Und ganz unabhängig davon,
Ob dir diese Übung bisher schwer oder leicht gefallen ist,
Probiere es nicht weiter zu bewerten,
Sondern vergegenwärtige dir jetzt ganz bewusst etwas,
Wofür du dankbar bist,
Um dich zu nähren.
Die Wertschätzung und Freude über das,
Was auch Positives in deinem Leben ist,
Kann dich stabilisieren und dein Bild von deinem Leben vervollständigen.
Wofür bist du dankbar und wo spürst du das in deinem Körper?
Zum Abschluss kannst du wieder ein paar tiefere Atemzüge nehmen,
Dich bei dir selbst bedanken,
Dass du dich auf diese Übung,
So gut es heute eben ging,
Eingelassen hast,
Die Strecken,
Wenn dir danach ist,
Und die Augen wieder öffnen.
Überprüfe noch einmal,
Was du aus dieser Übung mitnehmen möchtest,
Wie es dir jetzt geht und vor allem,
Ob es jetzt noch etwas braucht,
Um gut für dich zu sorgen.
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