
Dharma Vortrag: Wie mit schwierigen Gefühlen umgehen? Welche Meditation hilft?
by Nicole Stern
Das Weltgeschehen konfrontiert uns gerade jetzt mit Gefühlen wie Ohnmacht, Sorgen und Ärger. Wie können uns Meditation und die zeitlosen buddhistischen Weisheiten unterstützen Klarheit und ein warmes Herz zu behalten? "Es ist mir nicht möglich den Lauf der Welt zu bestimmen. Aber wenn ich meinen Geist beherrschen (lenken) kann, ist es nicht nötig, alles andere lenken zu wollen." Shantideva
Transkription
Ich möchte noch ein paar Worte sagen,
Was hilfreich sein kann aus der buddhistischen Weisheitslehre für unsere jetzige Zeit,
Für dieses Jahr.
Ich habe ein schönes Zitat gefunden von Shantideva,
Der sagt,
Es ist nicht möglich,
Den Lauf der Welt zu bestimmen.
Aber wenn ich meinen Geist beherrschen oder lenken kann,
Ist es nicht nötig,
Alles andere lenken zu wollen.
Es ist uns nicht möglich,
Den Lauf der Welt zu bestimmen.
Aber wir haben die Möglichkeit,
Unseren Geist zu lenken oder auch,
Wie er schreibt,
Den Geist zu beherrschen.
Und dann ist es nicht nötig,
Alles andere lenken zu wollen,
Kontrollieren zu wollen.
Ich glaube,
Dass viele im Moment mit dem Thema Ohnmacht konfrontiert sind.
Und wir richten dabei natürlich sehr stark den Blick nach außen und sagen,
Ich bin ohnmächtig,
Was da abläuft.
Klimawandel.
Ich bin ohnmächtig,
Was unsere Politiker machen oder beschließen.
Aber wir können unseren Geist lenken lernen.
Wir können lernen,
Mit diesen Gefühlen,
Die wir haben,
Mit der Ohnmacht,
Mit dem Ärger,
Mit der Angst,
Mit der Sorge und allen anderen Gefühlen,
Die da sind,
Noch anders umgehen lernen.
Wir können unseren Geist lenken lernen,
Beherrschen lernen,
Verstehen lernen.
Und ich halte das für so wichtig in unserer heutigen Zeit.
Und wir sind ja hier alle Meditierende,
Wo wir üben,
Genau das üben,
Unseren Geist zu lenken.
Wir haben ihn in der Meditation nicht auf das Spezifische gelenkt,
Sondern auf das Große,
Den weiten Raum,
In dem das alles stattfindet.
Und ich glaube,
Dass das ein wirklicher,
Ja sagen wir mal,
Ein Ausweg,
Eine Möglichkeit,
Eine wirklich praktische Möglichkeit sein kann,
Um mit diesen Situationen,
Mit denen wir gerade umgehen,
Umzugehen,
Um denen zu antworten,
Um einen Beitrag,
Um etwas zu tun.
Depression entsteht,
Wenn wir nichts mehr tun können,
Wenn die Ohnmacht uns übermannt.
Das heißt,
Was können wir tun,
Wenn von außen vermeintlich die Dinge ihren Lauf nehmen und wir vielleicht in unserem ganz persönlichen Kreis noch etwas tun können und da einen Einfluss haben,
Aber auf ganz viele Sachen nicht mehr.
Dann werden wir zurückgeworfen auf unseren Geist,
Auf die Fähigkeit unseres Geistes.
Und darin liegt der Schlüssel.
Und ich muss sagen,
Ich kenne auch keinen besseren Schlüssel,
Sonst würde ich den nutzen.
Der eigene Geist bleibt uns.
Und mit dem können wir diese Gefühle,
Die da sind und die ich als sehr herausfordernd empfinde in der jetzigen Zeit,
Was braucht man ja nur in die Nachrichten zu gucken,
So viel Paradox habe ich noch nie gesehen,
Auf einer Seite in zwei Artikeln gegensätzliche Überschriften,
Das Für und Wider,
Wo finden wir da noch unseren Weg drin.
Das heißt,
Wir werden zurückgeworfen auf uns selbst,
Weil im Außen die Antwort nicht kommt.
Und wir werden entweder zurückgeworfen auf unsere ganz persönliche Meinung,
Auf unser Konzept,
Unsere Konzepte und schließen uns der einen oder anderen Meinungsbildung an.
Oder wir gehen in diese größere Ebene hinein,
Die das Ganze wahrnimmt,
Was da abläuft.
Entspannen uns darin,
So wie in der Meditationen wir uns wie in diesem Staubild zurücknehmen und in dieser Ohnmacht,
Die so einen Stau auslösen kann,
Gerade wenn man irgendwo hin muss und es geht einfach nicht weiter.
Gesperrt,
Die Autobahn oder in der Stadt.
Wir kommen nicht weiter.
Und das ist die Einladung,
Diese Zeit zu nutzen und sich zutiefst mit sich selbst zu verbinden und zu sehen,
Ich kann jetzt in den Ärger gehen,
In die Wut gehen,
In die Hoffnungslosigkeit gehen,
In die Aktion gehen,
Die aber nicht geht,
Weil wir kommen nicht raus aus dem Stau.
Also gehe ich in diese Ebene hinein,
Die das Ganze wahrnimmt und komme darin zur Ruhe.
Aus der Sicht dieses Gewahrseins,
Dieser übergeordneten Ebene sind das Prozesse,
Die ablaufen.
Ob wir uns in einem Stau befinden und diese ganzen Aktivitäten,
Aber auch das,
Was gerade in der Welt passiert.
Es sind Prozesse,
Die ablaufen und die ineinander greifen.
Wenn wir uns zu sehr damit verwickeln,
Identifizieren,
Wird es schmerzhaft.
Es braucht also eine Übung,
Wo wir den Schritt zurückgehen und auf das Ganze blicken.
Man kann auch sagen,
Es ist ein völliges Loslassen für diese Momente.
Und wir können uns an der Stelle auch mal fragen,
Wo habe ich dieses völlige Loslassen in den letzten Wochen oder Monaten gehabt?
Sind wir nicht die ganze Zeit damit verwickelt,
Lösungen zu finden?
Ja,
Vielleicht über die letzten Feiertage hast du Momente gehabt,
Aber war das Ablenkung oder war das ein Zurückfallenlassen in diesen großen Raum?
Aus der buddhistischen Praxis wird berichtet,
Dass der Zugang in diesen gewahren Raum,
In dieses Bewusstsein,
Das so weit ist wie der Himmel,
In dem die Prozesse,
Das ganze Geschehen in uns,
Aber auch in der Welt abläuft,
Stattfindet,
Dass dieser Zugang,
Das direkte Ansteuern in das Gewahrsein,
Ein direkter Weg ist.
Ein direkter Weg,
Um aus den Identifizierungen,
Die schmerzhaft sind,
Herauszukommen.
Auch ein möglicher Weg,
Um mit den schwierigen Emotionen,
Die damit verbunden sind,
Wenn wir festhängen,
Wenn wir ohnmächtig sind,
Wenn wir in Sorge und Angst sind,
Dass wir in diesem gewahren,
Weiten Raum diese Gefühle einladen können,
Um sie ganz zu fühlen,
Eins mit ihnen zu werden.
In diesem,
Man kann auch sagen nicht dualen Raum.
Der Gegensatz ist zu dem Paradox,
Was uns im Außen immer wieder begegnet.
Können wir durch die Annahme unserer Gefühle,
Der Wut und der Ärger,
Ganz vollständig tatsächlich eine Befreiung erleben?
Der eine Weg ist,
Schritt für Schritt achtsamer zu werden und so langsam dahin zu kommen,
Dass wir unsere Gefühle erstmal kennenlernen,
Dass wir spüren,
Dass wir die im Körper spüren.
Und ein anderer Schritt ist,
Sich mit diesem offenen,
Gewahren Sein,
Mit diesem großen Sein lassen,
Zu verbinden,
Darin zu ruhen und dann diese Gefühle wie Ärger,
Wut,
Ohnmacht eben nicht mehr wegzudrängen,
Sondern zu sich zu holen und man würde sagen,
Eins damit zu werden.
Das heißt,
Es ist ein völliges Vertrautwerden mit diesen Gefühlen,
Sodass sie die Reaktivität,
Die wir darauf haben,
Verlieren.
Dass wir sagen,
Will ich nicht.
Ich weiß,
Das ist kein einfaches Thema,
Was ich da anspreche.
Also einfach in dem Sinne,
Weil manche Leute sagen,
Ja,
Aber das ist mir zu weit.
Gewahr sein,
Sein lassen.
Ja,
Aber ich muss doch was tun.
Ja,
Deswegen ist Gewahrsein auch immer mit Weisheit in Kombination zu verstehen.
Weisheit,
Die genau sieht,
Wann gibt es was zu tun.
Also nehmen wir unser Bild vom Stau.
Wenn da Hilfe gebraucht wird,
Weil ein Unfall war,
Dann würde die weise Handlung bedeuten,
Dass ich natürlich etwas tue und nicht auf meinem Sitz sitze und warte,
Bis es vorbei geht.
Das heißt,
Gewahrsein wird immer mit Weisheit kombiniert und es bedeutet nicht,
Dass wir uns nur noch zurücklehnen und nichts mehr tun,
Sondern das Gewahrsein nutzen,
Um uns frei zu machen von den Verwicklungen,
Die da sind,
Von gerade die emotionalen Verwicklungen,
Um dann weiser in Handlung zu kommen für das,
Was wirklich sinnvoll ist,
Wo wir wirklich einen Unterschied machen.
Ich glaube,
Ich selbst brauche auch im Moment immer wieder dieses Zurückbesinnen auf dieses Bewusstsein,
Was das alles umfasst,
Um mich nicht kleinteilig zu verwickeln.
Und ich merke,
Ich brauche auch eine Praxis,
Um mit den Gefühlen,
Die da sind,
Die definitiv da sind,
Auf eine gute Weise umzugehen.
Und da gibt es hervorragende Anleitungen im Buddhismus,
Wie man mit schwierigen Gefühlen umgeht.
Und da wird zum Beispiel ein Gleichnis einer giftigen Pflanze,
Also eine Emotion ist so etwas wie eine giftige Pflanze und der Buddha spricht von vier Arten,
Wie man damit umgeht.
Aber das würde jetzt zu weit führen,
Dass hier darauf einzugehen.
Es gibt auf jeden Fall Möglichkeiten,
Wie wir uns unterstützen können und selbst,
Aber auch in der Gemeinschaft.
Und ich kann wirklich nur wärmstens raten,
Sich mit diesen Dingen zu beschäftigen.
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