Lektion 1
Wir - das Geburtsteam
Das Ziel der ersten Lektion ist zu verstehen, dass der Geburtsprozess sowie die Vorbereitung
darauf ein gemeinsamer Akt der Mutter, des Geburtsgefährten und des Kindes ist. Die Mutter
gebiert nicht alleine und isoliert, sondern ist Teil eines Teams, in dem ein jeder Beteiligter seine
Aufgaben erkennt und Verantwortung liebevoll und auf höchste und beste Weise übernimmt.
Für diese, den gesamten weiteren Kursinhalt tragende Haltung, wird hier sensibilisiert.
Lektion 2
Die Geburt der Angst
Das Ziel der heutigen Einheit ist zu verstehen, warum die Geburt in unserer Gesellschaft so stark mit Ängsten belastet ist. Entgegen anderer Kulturen neigen wir dazu, die Geburt zu pathologisieren. Es gilt ein Bewusstsein für diese kollektive, inzwischen stark etablierte Auffassung zu schaffen. Dabei wird ein kurzer Blick auf die historische Genese zum Thema Geburt geworfen und das daraus vorherrschende Verständnis als ein Missverständnis aufgezeigt. So wird deutlich, dass Geburt nicht per se schrecklich und gefährlich ist, sondern
lediglich der geschichtliche Prozess unsere Auffassung geformt hat.
Lektion 3
Die Geburt des Vertrauens
Auf die Erkenntnisse des vorangegangenen Tags aufbauend, wird heute die Rückbesinnung auf
die Gebärfähigkeit des weiblichen Körpers in den Blick genommen. Dass das heutige
Verständnis von Geburt ein gesellschaftlich gewachsenes Glaubenskonstrukt und nicht
zwingend faktisch ist, schafft Raum für eine neue Auffassung: Das Urvertrauen in die
Schöpferkraft, das Wunder des Lebens und die Körperweisheit soll gestärkt und in den Fokus
des Geburtsprozesses gestellt werden. Der Körper der Frau bringt alle Voraussetzungen mit,
um zu gebären und der Geburtsgefährte ist da, um sie daran zu erinnern und zu unterstützen.
Lektion 4
Freudige Erwartung
Diese Lektion stellt die Freude in den Mittelpunkt des Geburtsgeschehens: Ein Kind wird
geboren, eine neue Seele kommt mit ihrem Seelenplan auf diese Erde! Den Eltern wird die
wunderbare Aufgabe zuteil, diesen kleinen Menschen hier zu begrüßen und ihn dann auf
seinem Weg bestmöglich zu unterstützen! Dies ist ein Grund außerordentlicher Freude! Die
Eltern dürfen sich erinnern, sich daraufhin auszurichten. Selbstbestimmt den Fokus zu legen, ob
sie sich freuen oder sorgen, sich entspannen oder an Risiken und Ängsten festhalten wollen,
obliegt der Wahl der Eltern. Dabei gilt es nicht die etwaigen Risiken einer Geburt naiv
auszublenden, sondern diesen auch mit Respekt zu begegnen, ohne sich jedoch darauf zu
fokussieren.
Lektion 5
Die natürliche Geburt bejahen
An diesem Tag lernen die Kursteilnehmenden die kraftvolle Wirkungsweise von Affirmationen kennen. Zunächst wird allgemein die Definition von Affirmationen erläutert. Davon ausgehend werden die Teilnehmenden in einer angeleiteten Meditation mit Affirmationen zu einer sicheren und sanften Geburt vertraut. Diese Einheit wird zur Wiederholung in Form regelmäßiger Routine empfohlen, um die Wirkung zu verstärken.
Lektion 6
Wir entspannen uns und lassen los - Entspannungsübung 1
Am heutigen Tag steht die große Bedeutung des Zustandes der Entspannung beim Geburtsprozess im Fokus. Dieser Zustand ist u.a. insbesondere essentiell, da er den natürlichen Fluss der wichtigen Hormone Oxytocin, Endophirn und Serotonin begünstigt. Angst und Verspannung hingegen blockieren den Prozess bzw. schütten die Hormone Adrenalin und Noradrenalin aus, die diesem zuwiderlaufen. Mithilfe einer geführten Klangmeditation mit einer Körpertambura begeben wir uns in einen tiefen Entspannungszustand und beobachten die Hormone bei ihrem wunderbaren Tanz.
Lektion 7
Wir entspannen uns und lassen los – Entspannungsübung 2
Bereits in der gestrigen Übung wurde deutlich, dass die Entspannung wesentlich zum Gelingen einer natürlichen und fließenden Geburt beiträgt. Aufgrund dessen wird heute eine weitere Entspannungsübung durchgeführt, die zum Ziel hat, den Körper und die Abläufe beobachten und annehmen zu können. Der Geburtsgefährte hat hier die Aufgabe, den Körper der Mutter zu beobachten und auf diese Weise kennenzulernen, sodass er im Geburtsprozess zur Entspannung anleiten und sie daran erinnern kann. Dabei können sowohl Worte wie auch gezielte Berührungen hilfreich sein; man etabliert und konditioniert hier einen eigenen Sprachcode.
Lektion 8
Atem als Schlüssel zum Leben
Der Atem ist der Schlüssel zum Leben – im Geburtsprozess ist dies wahrhaft so zu verstehen. Die Art der Atmung begünstigt für das Kind das Öffnen und Heraustreten der Tür zum Leben außerhalb des mütterlichen Körpers, um dann dort selbst den ersten Atemzug zu nehmen. Diese einfache aber wirkungsvolle Erkenntnis steht heute im Mittelpunkt des Tages und motiviert dazu, die drei für den Geburtsvorgang wesentlichen Atemtechniken kennenzulernen sowie zu üben. Es ist wichtig, dass der Geburtsgefährte darum weiß und durch Beobachtung die Frau bei der Atemtechnik unterstützen kann.
Lektion 9
Teamwork 1 - die Mutter
In den folgenden drei Einheiten werden die am Geburtsprozess Beteiligten jeweils in den Fokus genommen. Wir beginnen mit der Mutter. Die Aufgabe der Mutter besteht darin, ihrem eigenen Körper zu vertrauen und sich von allem zu lösen, was den Prozess des Gebärens stört. Vor allem sind dies kontraproduktive Gedanken der Angst. Jeglicher Stress, jede Unsicherheit führt dazu, dass der Körper sich anspannt. Dabei geht es nicht um ein naives Negieren der Angstgefühle. Angst und Unruhe können sehr wertvolle Indikatoren für eine etwaige Gefahr sein. Es geht also auch darum, die begründete Angst als Körpersignal und nicht aus dem Verstand heraus wahrzunehmen. Die Mutter sollte bereits in der Schwangerschaft Vertrauen in ihren Körper schaffen, ihre Körperweisheit anerkennen und stärken. Dieses Vertrauen ist der Nährboden für eine natürliche Geburt
Lektion 10
Teamwork 2 – das Kind
Das Kind ist ein wesentlicher aktiver Part des Geburtsprozesses. Vor allem die enorme Veränderung der Lebenswelt vom bisher vertrauten Raum der Gebärmutter hinaus in die Welt bedeuten einen großen Schritt für das Kind. Anhand einer kurzen Geschichte soll für diese Umstellung sensibilisiert werden sowie ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass das Kind bereits ein Individuum ist und damit seinen eigenständigen Anteil am Prozess hat. Es ist möglich, mit dem Kind zu kommunizieren, es auf das Außen vorzubereiten und ihm so den Übergang sanft zu gestalten, sodass es den Weg in die Welt in Vorfreude und Leichtigkeit gehen kann.
Lektion 11
Teamwork 3 – der Geburtsgefährte
Auch der Geburtsgefährte bekleidet eine tragende Rolle beim Geburtsprozess. Insbesondere wenn es sich um den Vater handelt, ist dieser Teil des wichtigen Schrittes, die einen neuen Lebensabschnitt einleitet. Der Gefährte sollte bereits in der Schwangerschaft in den Prozess der Geburt involviert sein, denn seine wesentlichen Aufgaben bestehen darin zu beobachten, zu bestärken und als Sprachrohr zu fungieren. Die Kommunikation zwischen Mutter und Geburtsgefährte sollte nahezu blind funktionieren. Der Gefährte weiß um die Signale der Mutter und um ihre Wünsche und kommuniziert diese nach außen. Ziel der heutigen Übung ist der Austausch und die Fixierung der gemeinsamen Wünsche in Form eines Geburtsplanes.
Lektion 12
Der Empfang des Kindes
Am Ende des Geburtsprozesses naht der Höhepunkt, der Moment auf den alle bereits seit Monaten warten: Das Kind ist da! Ziel ist es, sich auch auf dieses Ereignis bewusst vorzubereiten. Dabei gilt es insbesondere sich den Raum und die Zeit für alle Gefühle zu nehmen, die da sind und im Hier und Jetzt zu sein. Die körperliche Nähe, der erste Augenkontakt, das Auspulsieren und das anschließende Durchtrennen der Nabelschnur sollten Momente intimen Vertrauens sein, um Urvertrauen und Verbundenheit aufbauen und etablieren zu können.