Lektion 1
Dein Nervensystem verstehen – der erste Schritt zur Selbstregulation
Am ersten Kurstag erhältst du eine verständliche Einführung in dein autonomes Nervensystem und die drei Hauptzustände nach der Polyvagal-Theorie. Du lernst, dass dein Körper nie „falsch“ reagiert – sondern Schutzmechanismen aktiviert, die du lesen und verstehen kannst. Gemeinsam mit der sanften Übung des „Orientierungsblicks“ beginnst du, dein Nervensystem bewusst wahrzunehmen, zu beruhigen und dich mit dir selbst zu verbinden – ganz ohne Druck, sondern mit Neugier und Freundlichkeit.
Lektion 2
Sicherheit spüren – Dein innerer Anker
Am zweiten Kurstag erfährst du, wie essenziell das Gefühl von Sicherheit für dein Nervensystem ist – nicht nur als äußerer Zustand, sondern vor allem als inneres Erleben. Du lernst die Rolle der Neurozeption kennen, also wie dein Körper ganz unbewusst auf Sicherheit oder Gefahr reagiert, und wie du diesen inneren Scan positiv beeinflussen kannst. In einer sanften Übung mit inneren Bildern und bewusster Berührung übst du, ein Gefühl von Geborgenheit zu verankern – als sichere Basis für Selbstregulation, Stabilität und Verbundenheit im Alltag.
Lektion 3
Der Atem als Brücke zum Nervensystem
Am dritten Tag tauchst du in die faszinierende Verbindung zwischen deinem Atem und deinem Vagusnerv ein. Du lernst, wie dein Atemrhythmus direkt Einfluss auf dein autonomes Nervensystem nimmt – und wie bewusstes Atmen helfen kann, von innerer Anspannung in Ruhe und Sicherheit zu finden. Im Fokus steht dabei die 4-7-8-Atmung, eine einfache, aber kraftvolle Technik zur Aktivierung des ventralen Vagus und zur Förderung von Gelassenheit. Du erfährst außerdem, was Interozeption bedeutet und wie sie dich in Kontakt mit deinen inneren Körperempfindungen bringt – für mehr Selbstwahrnehmung, emotionale Balance und Selbstregulation im Alltag.
Lektion 4
Die Kraft der Stimme: Vibration & Verbindung
Der Vagusnerv verläuft durch den Kehlkopf – deshalb wirkt Summen, Singen oder Brummen beruhigend und stabilisierend. Du lernst, wie Klangwellen in deinem Körper Schwingung erzeugen, die dein System regulieren und ein Gefühl von Sicherheit fördern können. Die heutige Übung – angelehnt an das Bhramari Pranayama – lässt dich diese Vibration spürbar erleben. Stimme wird nicht als Leistung verstanden, sondern als ein Zugang zu Lebendigkeit, Selbstwahrnehmung und Co-Regulation. Auch Themen wie Scham, Zurückhaltung oder kindliche Spontaneität kommen zur Sprache: Wie frei darf deine Stimme heute (wieder) klingen?
Lektion 5
Berührung, die verbindet: Sicherheit durch achtsamen Kontakt
Am fünften Tag widmen wir uns einem kraftvollen Werkzeug der Selbstregulation: der Berührung. Du erfährst, wie sanfte, achtsame Selbstberührung Oxytocin freisetzt, dein Nervensystem beruhigt und dir das Gefühl von Sicherheit und Verbindung schenkt. Über den Tastsinn treten wir in direkten Kontakt mit dem gegenwärtigen Moment – und mit uns selbst. Du lernst einfache Selbstberührungs- und Massage-Techniken, die du leicht in deinen Alltag integrieren kannst, um dich zu zentrieren und Halt zu finden. Heute geht es nicht nur um Technik, sondern auch um liebevolle Präsenz: Dir selbst in achtsamer Zuwendung zu begegnen – mit deinen eigenen Händen.
Lektion 6
Co-Regulation: In Verbindung zurück zur inneren Balance
Am sechsten Tag erfährst du, wie kraftvoll Verbindung für unser Nervensystem ist. Wir Menschen regulieren uns nicht nur allein – wir brauchen Beziehung, Nähe, Blickkontakt und Präsenz. Unser Nervensystem schwingt sich auf andere ein, reagiert unbewusst auf Sicherheit oder Stress im Gegenüber. Diese Fähigkeit nennt man Co-Regulation. Du lernst, wie du andere regulieren und dich von anderen regulieren lassen kannst – durch Stimme, Atmung, Haltung und achtsames Dasein. In einer achtsamen Schreibübung spürst du deinen eigenen Ressourcen und Verbindungen nach. Du erkennst, wie tief unser Bedürfnis nach emotionaler Abstimmung reicht – und wie du selbst zu einer sicheren Basis für andere werden kannst. Verbindung heilt – nicht nur in Worten, sondern im echten Miteinander.
Lektion 7
Zuhören – Die Sprache deines Nervensystems verstehen
Am letzten Tag deines Kurses geht es um Integration, Achtsamkeit und das Zuhören – nach innen und außen. Du lernst, die feinen Signale deines Nervensystems zu erkennen und darauf zu reagieren, bevor sich Stress oder Erschöpfung festsetzen. Du erfährst, was interozeptives und kontextbezogenes Zuhören bedeutet und wie du deinen inneren Zustand klarer wahrnimmst. So entsteht ein echter Dialog mit dir selbst – über Körperempfindungen, Atem, Muskeltonus und innere Impulse. In einer geführten Übung verbindest du Körperwahrnehmung mit innerer Reflexion. Du erkennst: Du bist nicht ausgeliefert, sondern kannst dich bewusst regulieren und begleiten. Dieser Tag ist eine Einladung, die Sprache deines Körpers zu erlernen – mit Neugier, Geduld und Selbstmitgefühl.