
Was bedeutet Achtsamkeit?
Hier wird Achtsamkeit kurz erklärt. Achtsamkeit ist ein Weg seine Aufmerksamkeit in den gegenwärtigen Moment zu bringen, ohne sich und andere zu bewerten. Wie Dir das gelingen kann, erfährst Du ebenfalls in diesem Audio.
Transkription
In dieser Übung sprechen wir über Achtsamkeit.
Was ist Achtsamkeit?
Achtsamkeit hat einige Facetten.
Die erste Facette ist Bewusstwerden.
Wenn du Achtsamkeit praktizierst,
Dann lernst du bewusst zu werden,
Und zwar über deine innere Welt und deine äußere Welt.
Du wirst bewusst über deine Gedanken,
Über deine Gefühle,
Über deine Handlungen.
Du wirst darüber bewusst,
Wie die äußere Welt dich beeinflusst,
Wenn zum Beispiel ein Presslufthammer morgens um sieben losgeht und du dadurch aufwachst,
Was das in dir auswirkt.
Du wirst bewusst,
Dass du wieder Vogelgezwitscher z.
B.
Wahrnimmst oder dass du andere Geräusche bewusst hörst.
Denn was häufig passiert ist,
Ist,
Dass wir so busy sind,
Wir sind so im Leben häufig gefangen,
Dass wir von einer To-Do zur nächsten To-Do,
Von einer Aktion zur nächsten Aktion uns bewegen,
Ohne dass wir den gegenwärtigen Moment und das Jetzt bewusst wahrnehmen.
Und das ist die zweite Komponente der Achtsamkeit,
Und zwar der gegenwärtige Moment,
Das Hier und das Jetzt.
Denn das Hier und das Jetzt ist der einzige Moment,
Den wir haben.
Die Vergangenheit ist die Vergangenheit.
Wir können sie nicht ändern.
Was passiert ist,
Ist passiert.
Und die Zukunft ist die Zukunft.
Wir haben keine Ahnung,
Wie die Zukunft aussehen wird.
Sicher,
Wir können vielleicht Einfluss darauf nehmen,
Uns das lernen oder das studieren oder den Job aussuchen oder wie auch immer.
Aber wir wissen nicht,
Wie die Zukunft aussehen wird.
Das heißt,
Dass nur in der Gegenwart wir Wohlbefinden,
Glück und Dankbarkeit als auch Zufriedenheit empfinden können.
Das heißt,
Dass Gedanken über die Vergangenheit oder die Gedanken über die Zukunft sind nur Gedanken und nicht die Realität.
Die Realität ist,
Dass du in diesem Moment mir zuhörst und hier sitzt oder liegst oder stehst oder gehst oder wie auch immer.
Das heißt,
Die Realität ist der gegenwärtige Moment.
Neben dem Bewusstwerden und dem gegenwärtigen Moment bedeutet Achtsamkeit auch,
Nicht zu bewerten.
Und das ist vielleicht die Königsdisziplin der Achtsamkeit,
Weil wir im Grunde genommen nicht nicht bewerten können.
Wir bewerten alles immer sofort.
Und das ist ein bisschen herausfordernd.
Also nicht bewerten bedeutet im Grunde genommen,
Dass wir erst einmal etwas bewerten,
Weil unser präfrontaler Cortex,
Also unser Gehirn oder unser Amygdala alles immer erst mal in wollen,
Nicht wollen,
Mögen,
Nicht mögen oder wo auch immer hinein kategorisiert.
Und bei der Achtsamkeit geht es darum,
Dass man dieser Bewertung bewusst wird und sagt Hey,
Oh,
Das mag ich aber nicht oder Hey,
Das ist unverständlich oder Nee,
Das gefällt mir nicht,
Da habe ich Angst oder da fühle ich mich unwohl.
Und durch das Nicht-Bewerten sind wir in der Lage,
Uns zu externalisieren und festzustellen Hey,
Das ist nur ein Gedanke,
Das bin ja nicht ich,
Die Bedenken,
Die ich da möglicherweise habe oder die Sorgen oder die Kritik zu mir selbst.
Und diese Neutralität erlaubt es,
Distanz zu schaffen.
Und wenn du anfängst,
Achtsamkeit zu erlernen,
Dann geht es nicht darum,
Ein Ziel zu erreichen.
Das heißt,
Es geht nicht darum,
Dass du weniger Stress hast oder dass du entspannter wirst oder besser schlafen kannst oder konzentrierter bist oder was auch immer.
Das ist ein Beiprodukt,
Also ein Nebenprodukt der Achtsamkeit.
Aber es ist nicht das Ziel.
Das heißt,
Bei der Achtsamkeit geht es einzig und alleine darum,
Die Achtsamkeit der Achtsamkeitswillen zu praktizieren.
Also bewusst werden,
In den gegenwärtigen Moment und nicht zu bewerten.
Die positiven Effekte der Achtsamkeit entfalten nur dann,
Wenn du dies nicht verfolgst.
Das klingt zwar irgendwie paradox,
Ist es auch.
Warum etwas tun,
Ohne ein Ziel zu haben?
Ein Ziel oder eine Vision zu haben,
Ist gut und motiviert.
Das solltest du haben,
Auch wenn du Achtsamkeit praktizierst.
Aber wenn du meditierst und dich hinsetzt,
Alles was entscheidend ist,
Ist,
Dass du immer wieder in die Gegenwart mit deiner Aufmerksamkeit zurückkehrst.
Die Achtsamkeit ist im Moment nur für dich.
Denn wir hetzen oft durch das Leben,
Ohne bewusst zu sein,
Was ist.
Wir hetzen von einer To-Do zum nächsten,
Von einem Gedanken zum nächsten.
Und oft funktionieren wir einfach nur noch.
Das ist nicht unbedingt schlecht,
Wir sind sehr effizient dadurch,
Insbesondere wenn wir in diesem Autopiloten drin hängen,
Weil wir sehr schnell Entscheidungen treffen können.
Aber häufig ist es so,
Dass die Achtsamkeit uns hilft,
Aus diesem Autopiloten auszubrechen und bewusst zu werden,
Bewusst zu akzeptieren,
Bewusst etwas zu ändern,
Was vielleicht nicht gut ist oder uns nicht gut tut.
Entscheidend bei der Achtsamkeit ist,
Dass du regelmäßig praktizierst,
Das heißt,
Dass du regelmäßig dich hinsetzt oder hinlegst und meditierst,
Sei es für 15,
20 oder 30 Minuten oder länger.
Denn nur wenn du regelmäßig,
Und damit meine ich vielleicht am besten sogar täglich,
Das praktizierst,
Kannst du lernen,
Bewusst zu werden,
Deine Gedanken bewusst wahrzunehmen und die positiven Effekte zu entfalten.
Wenn du nur einmal im Monat beispielsweise eine Achtsamkeitsübung machst,
Dann ist das schon mal gut,
Aber das ist wie als ob du ein Musikinstrument lernst oder tanzen oder eine Sprache.
Wenn du jeden Tag übst,
Dann festigt sich das.
Wenn du nur einmal im Monat dein Musikinstrument praktizierst,
Dann musst du jedes Mal wieder reinkommen.
Das heißt,
Bei der Achtsamkeit geht es darum,
Bewusst wahrzunehmen,
Seine Gedanken,
Empfindungen und Gefühle,
Seine Aufmerksamkeit immer und immer wieder in die Gegenwart zu bringen und dabei nicht zu bewerten bzw.
Sich seiner Bewertung bewusst werden.
Und wenn man das praktiziert,
Dann hat man die Möglichkeit,
Seine Neuroplastizität zu verändern.
Das bedeutet,
Das,
Wofür wir unser Gehirn verwenden,
Das wird auch an unserem Gehirn – ich sage jetzt mal – dominanter bzw.
Vorhandener.
Das heißt,
Dass wenn ich Mitgefühl,
Empathie,
Konzentration und Achtsamkeit übe,
Dann wird das wichtiger und präsenter für mich.
Das heißt,
Ich werde mitfühlender,
Ich werde empathischer,
Ich werde konzentrierter.
Und Achtsamkeit zu erlernen,
Ist ein lebenslanger Prozess.
Es gibt keine schnelle Lösung.
Und wie Lauze es gesagt hat,
Der Weg ist das Ziel.
Und auf diesem Weg wünsche ich dir viel Freude und Erfahrung.
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